Archiv und Versionen in den anderen Sprachen Sollte der Newsletter nicht korrekt angezeigt werden, Klicken Sie bitte hieri
 

Juli 2008


In dieser Ausgabe:
 
Editorial
von Paolo Di Croce, Jan Wolf, Leonie Furber

Sonderbericht Partnerschaften
   Was uns an der Partnerschaft zwischen den Convivien gefällt?
   Von Monza in die schottischen Highlands
   Einigkeit macht stark


Einfluss der indigenen Kulturen auf die regionale lateinamerikanische Gastronomie

Feiert mit uns unseren ersten Geburtstag!

Slow Food Nation... Come to the table

Die Workshops der Erde von Terra Madre beginnen… im Juli!

Frisch von der Farm

Madame la pomme de terre

OK der Preis ist fair!

Lernen vom... Markt

Die deutsche Arche


Karmelitermarkt in Wien

Neue Convivien

 





Die Partnerschaften zwischen Convivien in aller Welt besiegeln Freundschaftsbeziehungen zwischen häufig geografisch weit entfernten Welten und fördern den Austausch erfolgreicher Praktiken, den Dialog und die Auseinandersetzung verschiedener Erfahrungen im reinsten, aufrichtigsten Slow Food-Geist.


Was uns an der Partnerschaft zwischen den Convivien gefällt?

Partnerschaften zwischen Convivien bedeuten, dass man eine große Gemeinschaft aufbaut, ein großes Netz aus Beziehungen innerhalb des Slow Food-Universums. Wie im Fall von Saragossa (Spanien) und Pau (Frankreich), zwei Orten auf beiden Seiten der Pyrenäen. Gilbert D´alla Rossa (Leiter des Slow Food-Conviviums Pau) kam anlässlich eines Soziologiekongresses nach Saragossa. Seitdem kennen wir ihn und sobald es möglich ist, treffen wir uns. Im letzten Jahr waren wir mit unserem Convivium zum Bohnen- und Maisfest in Pau. Bei dieser schönen Erfahrung haben wir Landwirtschaftsbetriebe besichtigt, gelernt was die lokale Landwirtschaft ist und worin die Unterstützung von Slow Food für diese so fruchtbaren Initiativen besteht.
Dank der Partnerschaft mit dem Convivium Bologna waren wir beim Festival Slow Food on Film in der Emilia Romagna. Die Regionen Emilia Romagna und Aragon waren immer sehr verbunden. Man denke nur an den Troubadour von Giuseppe Verdi, der aus Parma stammte und seine Oper im Troubadour-Turm im Palazzo Aljafería in Saragossa spielen ließ, oder an die Epigramme des Dichters Marziale, der aus Catalayud stammte und in seinem geliebten Bologna jenen Wein besang, der noch heute aus unseren Ländereien gewonnen wird.
Geschichte und Landwirtschaft waren immer die Grundlage für die Kultur und die natürlichste Brüderschaft.

Jorge Hernández
Leiter des Slow Food-Conviviums Saragossa.
yurko01@telefonica.net




Von Monza in die schottischen Highlands

Wie alle schönen Dinge entstand auch dieses durch Zufall. Im letzten Jahr traf ich bei einer meiner häufigen Fluchten nach Schottland auf dem Farmers Market in Inverness Pam Rodway, die Slow Food-Delegierte aus den östlichen Highlands. Wenige Worte in meinem schlechten Englisch und ein paar Blicke genügten, um sich klar zu werden, dass hier Einverständnis bestand. Seitdem sind wir in ständigem Kontakt geblieben. Wir haben uns mehrfach bei schottischen kulinarischen Festivals und in ihrem Landwirtschaftsbetrieb Western Lawrenceton in Forres getroffen, wo sie mit ihrem Mann Nick Kühe, Hühner und Schafe züchtet, einen hervorragenden Rohmilchkäse erzeugt und damit persönlich gegen das britische System kämpft, das von Rohmilch nichts hören will (bis heute sind nur 3 Betriebe übrig geblieben, die Rohmilch erzeugen!). Und so entstand dort die Idee, mit einer Gruppe von Slow Food-Mitgliedern aus dem Convivium Monza -Brianza nach Schottland zu fahren.
Das Projekt wurde wie durch Zauber am vergangenen 15. Juni Wirklichkeit, als 16 unserer Mitglieder den Bauernhof besichtigten und die Partnerschaft zwischen den beiden Convivien besiegelten. Wir besuchten das ländliche Schottland und die Shetland-Inseln. Es war eine einzigartige Erfahrung, und die Menschen, die wir kennen gelernt haben, haben in unserem Herzen ein unauslöschliches Zeichen hinterlassen. Auf unserer Homepage sind diese Erfahrungen dokumentiert.
Das nächste Treffen ist im Oktober in Turin, wenn Pam an Terra Madre teilnimmt und unseren Besuch erwidert.

Claudio Riva
Slow Food Monza-Brianza.
claudio.riva@tin.it




Einigkeit macht stark

Die Erfahrungen von Slow Food Scandicci mit den Partnerschaften lassen sich nicht einfach in wenigen Zeilen zusammenfassen. Kaum können wir sagen, an welche Reise wir die schönsten Erinnerungen haben: ins Languedoc, nach Ungarn, nach Transsilvanien. Um es kurz zu machen, unsere internationale “Berufung” begann 2001 mit einer Reise nach Frankreich (nach Sète), wo eines unserer jungen Mitglieder an der Universität Montpellier arbeitete. Seitdem haben wir eine ständige Folge von Austausch und Reisen erlebt.
Nachdem wir den Förderkreis der Wollschwein-Wurst “adoptiert” hatten, waren wir 2005 in Ungarn im Kiskunsag: Hier haben wir Olga und ihr charakteristisches haariges Schwein kennen gelernt. Unsere ungarischen Freunde haben ein Convivium gegründet und seitdem regelmäßig Kontakte mit uns gepflegt. Dann kam die Reise nach Frankreich 2006 für die Partnerschaft mit dem Convivium Languedoc und die Teilnahme eines französischen Erzeugers an unseren wichtigsten Veranstaltungen.
Aber es gab noch weitere partnerschaftliche Erfahrungen: in der “Pole Position” das Convivium der Inseln Lolland-Falster in Dänemar das uns besucht hat, und das Convivium Szatmar in Ungarn (Erzeugergemeinschaft von Pflaumenkompott aus Penyige), das zweimal zu uns kam, aber auch die Gemeinschaft der Konfitürenhersteller der sächsischen Dörfer (Transsilvanien), wohin wir eine wunderbare Reise unternommen haben. Im Gegenzug kamen sie zur letzten Terra Madre Toskana.

Mauro Bagni
Slow Food Scandicci
convivium@slowscan.it



Einfluss der indigenen Kulturen auf die regionale lateinamerikanische Gastronomie

Influencia de las culturas indígenas en la gastronomía regional latinoamericana ist der Titel des ethno-gastronomischen Seminars, das wir in Punta del Diablo (Rocha, Uruguay) organisiert haben, um die kulinarischen Traditionen der Ureinwohner Amerikas zu unterstützen und zu valorisieren. Die vier Tage (26.-29. Juni) waren dicht gedrängt mit Veranstaltungen: didaktische Workshops, Themenmenüs von Köchen aus den eingeborenen Stämmen und die Besichtigung in den Cerritos der Indios (den tausendjährigen Grabstätten der Eingeborenen), die wertvolle Zeugnisse für den Kulturbestand der Region darstellen und eine geeignete Valorisierung für den Tourismus erforderlich machen. Vertreter der Quechuas (in Bolivien), Peruaner, Guaranì, Charrua erzählen uns dank der Arbeit der Anthropologen von den kulinarischen Traditionen in jenen Regionen und bestätigen, dass es einen roten Faden gibt, der Nord- und Südamerika verbindet: Weit voneinander entfernte Gebiete werden von Produkten wie Kartoffeln, Mais, der Butià-Palme und dem Kakao verbunden.
Einer der Workshops beschäftigte sich spezifisch mit dem Internationalen Jahr der Kartoffel. Bei der Veranstaltung konnte man uralte Techniken für die Dehydratisierung der verschiedenen Sorten der Knolle erlernen, die in Peru und Bolivien verwendet werden, und die Produkte verkosten. Jede Tätigkeit begann mit Beschwörungszeremonien der Ureinwohner, mit denen sie Pachamama, der Mutter Erde, danken für die Möglichkeit, ihre Samen zu nutzen und zu teilen.
Das Event wurde auch von Einrichtungen wie dem Verband der Kartoffelbauern in Uruguay (Ansepa), dem nationalen und dem lokalen Tourismusverband in Rocha unterstützt.
Der Enthusiasmus, die Beteiligung und Resonanz, die wir bei dem Ereignis erlebten, verpflichtet unser Convivium zu einer Wiederholung des Seminars, die im nächsten Jahr stattfinden wird!

Elizabeth Rodriguez
Leiter des Conviviums Punta del Diablo, Rocha, Uruguay.
camaronalegre@hotmail.com



Feiert mit uns unseren ersten Geburtstag!

Vor einem Jahr gründete eine umfangreiche Gruppe von Freunden der traditionellen moldawischen Gastronomie und lokalen Erzeugern das Slow Food Convivium Chisinau.
«Dieses erste Jahr bei Slow Food war eine ständige Entdeckung im Bereich der Gastronomie und der ökologischen Produktionsmethoden», sagt Tatiana Lazar, die Convivienleiterin.
Das Treffen mit den biologischen Gemüsebauern und lokalen Obstbauern, die an der nächsten Terra Madre teilnehmen, war ein schönes Erlebnis und brachte viel Neues.
Das junge Convivium hat schon zahlreiche Projekte und Initiativen angeregt. Anlässlich der großen Fastenzeit haben die moldawischen Mitglieder spezielle Veranstaltungen organisiert mit Gerichten, die speziell für das Fasten bestimmt waren, d.h. Speisen, die zum Nachdenken über den uralten Fastenbrauch anregten. Derzeit organisieren sie für englische Slow Food-Mitglieder eine Rundfahrt, um besondere Praktiken der moldawischen Gastronomie und die Geschichte der Weinerzeugung zu entdecken. Ein langfristiges Projekt betrifft die Sammlung und spätere Veröffentlichung von alten traditionellen Rezepten unseres Landes, begleitet von der Beschreibung der Bräuche und lokalen Dialekte, die damit verknüpft sind. Die Mitglieder aus Chisinau haben festgestellt, dass das Maisbrot auf viele verschiedene Arten zubereitet wird und der traditionelle Teig verschiedene Namen hat, je nach der Region, den verschiedenen Kreuzzügen und Invasionen, die in der Vergangenheit tiefe Einflüsse in der Gastronomie des Landes hinterlassen haben. So wissen die Moldauer heute kaum, dass die meisten ihrer Gerichte griechische, spanische oder türkische Ursprünge haben. So versucht Slow Food Chisinau, das breite Publikum einzubeziehen mit dem Aufruf, ihnen Rezepte, die z.B. von Eltern, Großeltern oder Freunden stammen, mitzuteilen.

Tatiana Lazar
Leiterin des Slow Food Conviviums Chisinau, Moldawien.
slowfoodchisinau@gmail.com



Slow Food Nation... Come to the table!

Die neue Website für Slow Food Nation, das größte Event für amerikanische Lebensmittel in San Francisco vom 29. August bis 1. September, ist jetzt online. Diese völlig neue Veranstaltung will die enge Verbindung zwischen dem, was wir auf dem Teller haben und der Gesundheit des Planeten in einem Festival aus Konzerten, Workshops, Filmvorführungen, Menüs, Exkursionen und Besichtigungen thematisieren.
Slow Food Nation versammelt Bürger und Besucher, Bauern und Lebensmittelhandwerker, politische Führungskräfte, Umweltschützer, Fachleute und Künstler. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich für den politischen Diskurs zu erwärmen, der ein neues, nachhaltiges Lebensmittelsystem entwirft, auf 20.000 m2 Fläche delicious food zu probieren, in einem Marktbereich um einen urbanen Gemüsegarten von 5.000 m2, der vor Kurzem im Stadtzentrum errichtet wurde, Bauern und Erzeuger zu treffen oder in Konferenzen oder Workshops von Experten zu lernen.

Dazu gibt es zahlreiche Rahmenveranstaltungen. Larry Martin zum Beispiel, Leiter des Slow Food Conviviums Russian River (Region Northern California), organisiert für Slow Food-Mitglieder und Convivienleiter eine önogastronomische Reise zu kalifornischen Orten, die in Bezug auf die Produkte und gastronomischen Spezialitäten eine besondere Bedeutung haben.

Weitere Informationen Klicken
Sie bitte hier

wenden Sie sich bitte an:

susan@foodandwinetrails.com




Die Workshops der Erde von Terra Madre beginnen… im Juli!

Das Programm der Workshops der Erde für Terra di Terra Madre 2008 ist nun online, mehrere Monate früher als 2006 und mit einer großen Neuigkeit: den Online-Foren!
Zu jedem Workshop der Erde gibt es ein Forum, das man über di Seite des Programms öffnet indem man auf die Zeile “Nehmen Sie am Diskussionsforum teil“ unter jeder Beschreibung klickt.
Jeder kann an den Foren teilnehmen, nicht nur die Delegierten, die dann zur Terra Madre 2008 nach Turin reisen, sondern auch alle anderen, die sich an diesen Gesprächen beteiligen wollen, aber nicht beabsichtigen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Idee des Forums entstand nämlich gerade, um die Überlegungen zu Terra Madre auf alle Leser unserer Webseiten in aller Welt auszuweiten!



Frisch von der Farm

Am nordwestlichen Ende der USA, nördlich von Seattle, einer Stadt mit reichen multikulturellen Lebensmitteltraditionen, engagiert sich die Absolventin der Universität der gastronomischen Wissenschaften in Colorno Dana Zemel dafür, den Bewohnern ihrer Geburtsstadt hochwertige lokale Produkte wie Salat, Erdbeeren und Butter näher zu bringen. Als Mitglied der Non-profit-Organisation Growing Washington führt Dana den Local Food Exchange, einen Verkaufsstand im Zentrum der Stadt Bellingham, Washington.
«Ich denke, es handelt sich darum, den Menschen in diesem Gebiet die bestmöglichen Lebensmittel zu garantieren. In den Countys Whatcom und Skagit werden außerordentliche Früchte und Gemüse erzeugt, und ich will, dass die Menschen die ganze Woche lang frische, lokale Lebensmittel einfach erwerben können.»
Der Landwirtschaftsstand in der Hauptstraße von Bellingham ist sechs Tage die Woche geöffnet und verkauft ein breites Angebot an lokalen frischen Gemüsen, Obst, Kräutern und Milchprodukten. Über das Netzwerk Growing Washington, wird außerdem mit Hilfe von Initiativen wie Community Supported Agriculture und Agrarerziehungsprogrammen die Verwendung von lokalen Lebensmitteln in Restaurants und Kantinen gefördert.
Der Food Exchange setzt die Vorteile der Ernährungserziehung in die Praxis um und ermöglicht den Verbrauchern, die Werte der lokalen Produkte durch den einfachen Akt des Essens zu entdecken.

Für weitere Informationen über die Universität der gastronomischen Wissenschaften klicken Sie bitte hier.

  Die Community Supported Agriculture (CSA, von der Gemeinschaft unterstützte Landwirtschaft) ist ein relativ neues wirtschaftliches Modell für die Landwirtschaft – die Entwicklung begann in den USA in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre –, in der die Verbraucher direkt in den Bauernhof investieren und so eine Art “Agrar-Aktionäre” werden, da sie die Risiken und Vorteile der Produktion teilen. Die Mitglieder der CSA zahlen die Kosten der Erzeugung im Voraus und erhalten dafür eine regelmäßige Lieferung von biologisch angebautem Saisonobst und -gemüse und/oder von hochwertigem Fleisch.
 



Madame la pomme de terre

Nach dem nationalen Kartoffeltag, den Slow Food France am 15. September 2007 veranstaltete, arbeiteten die französischen Convivien aktiv mit dem Cnipt (nationaler berufsübergreifender Ausschuss zur Kartoffel) und mit der Kochschule Le Cordon Bleu zusammen, um den kleinen Führer über die Kartoffel Madame la pomme de terre zu veröffentlichen. Das Projekt hat zum Ziel, alle Rezepte, die von den Slow Food-Mitgliedern in Frankreich vorgeschlagen werden, zu bewahren und zu valorisieren und in Beziehung zu möglichst vielen Kartoffelsorten zu setzen, um ihre jeweiligen Eigenschaften und Unterschiede schätzen zu lernen – natürlich inspiriert vom reinsten Slow Food-Geist zum Schutz der biologischen Vielfalt und für den Genuss des gemeinsamen Essens. Nachdem wir alle Rezepte gesammelt hatten, haben wir begonnen, an der Publikation zu arbeiten, die inhaltlich sehr reich und ansprechend in der Form ist: Sie umfasst den Führer und ein kleines Poster mit interessanten Abbildungen und Informationen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
slowfood.bastille@wanadoo.fr

Um das Buch zu erwerben, schreiben Sie an den Galanga Verlag. Für Slow Food Mitglieder gelten interessante Vorteile.




OK der Preis ist fair!

Einige Wochen lang haben hunderte deutsche Milchproduzenten gestreikt, um gegen die Reduzierung der Milchpreise zu protestieren. Sie haben die Milch vernichtet, bis der Einzelhandel akzeptierte, sie mit 40 Cent pro Liter zu bezahlen.
Im Bundesland Hessen haben sich die 130 Erzeuger und Slow Food-Mitglieder aus der Genossenschaft “Upländer Bauernmolkerei” solidarisch gezeigt, obwohl ihre biologische Milch (höchster Qualität) mit 50 Cent pro Liter bezahlt wird, und den Verkauf vier Tage lang ausgesetzt. Sie haben stattdessen 14 Tonnen Butter und 24 Tonnen Milchpulver erzeugt, die dann am 24. Juni an die Organisation Ärzte ohne Grenzen gespendet wurden.
Otto Geisel, der Präsident von Slow Food Deutschland, erklärte: «Alle Milchproduzenten können etwas von den Upländer Kollegen lernen: Die beste Lösung ist, Genossenschaften zu gründen, um die Milch selbständig erzeugen und verkaufen zu können und gleichzeitig die besten Produkte zu vertreiben.»



Lernen vom... Markt

Im vergangenen Juni hat eine lettische Delegation mit Vertretern von Slow Food Riga und den lokalen Behörden eine Reise nach Montevarchi unternommen, um aus der Erfahrung des Mercatale zu lernen und den Berga Bazar in Riga zu einem neuen Markt der Erde zu machen, der in das Netzwerk der Slow Food-Märkte aufgenommen wird.
Es ist nicht das erste Mal, dass der international bekannte, vielseitige Koch Martins Ritins, der seit 3 Jahren Convivienleiter in Riga ist, einen Markt zur Unterstützung der kurzen Kette und der lokalen Produkte aufbauen will. Er hatte es bereits 2001 versucht, aber der völlige Mangel an Unterstützung seitens der Behörden hatte entschieden dazu beigetragen, dass er 2003 geschlossen wurde.
Aber wie man weiß, sind die Letten zäh! Martins gab sich nicht geschlagen und beschloss 2007, es mit einer neuen Initiative zu versuchen, dem Berga Bazar. Er liegt in einem der exklusivsten Viertel in Riga und umfasst über 30 lokale Erzeuger, die hier ihre eigenen Produkte verkaufen und von ihnen erzählen.
Allerdings ist die Unterstützung der öffentlichen Stellen, wie die Erfahrung der Märkte der Erde zeigt, wesentlich für den Erfolg dieser Initiativen. Martins selbst ist sich im Klaren: «Obwohl dieser neue Markt auf einer solideren Basis steht, droht ohne die Beteiligung der Institutionen auch diese Erfahrung zu scheitern. Nur Slow Food kann die Stadtverwaltung überzeugen, uns zu unterstützen».
In diesem Sinne war der Besuch ein Erfolg. Der Vertreter der Stadtverwaltung Riga verpflichtete sich nämlich, eine Partnerschaft zwischen den Institutionen der lettischen Hauptstadt und der Stadt Montevarchi zu fördern, um den Berga Bazar zu unterstützen.



Die deutsche Arche

Am 13. Juli lud das malerische Freilichtmuseum in Beuren, bei Esslingen in Deutschland, in Zusammenarbeit mit dem Slow Food Convivium Stuttgart zum Archetag ein, der den Passagieren der Arche des Geschmacks gewidmet war. “Albschnecken, Filderkraut und andere regionale Spezialitäten” war der Name dieser informativen „Reise in die Vergangenheit mit Zukunft“ durch die Produkte aus der Slow Food-Arche des Geschmacks, die sich zum Ziel gesetzt hat, die landwirtschaftlich-handwerkliche Kleinproduktion vor dem Aussterben zu retten und zu fördern.
Produkte aus dem ganzen Land wurden im ehemaligen Schafstall vorgestellt, verkostet und verkauft: unter anderem Ostheimer Leberkäs, Birnenschaumwein aus der Obstsorte Champagner-Bratbirne und Weine aus den höchst gelegenen Weinbergen Deutschlands. Eine weitere gute Chance, um die kurze Lebensmittelkette zu fördern.



Karmelitermarkt in Wien

Am Samstag, den 14. Juni wurde der Slow Food-Corner auf dem Karmelitermarkt in Wien eröffnet. Zu diesem Anlass sprachen die Wiener KonsumentInnenstadträtin Sandra Frauenberger, die Conviviumleiterin Wien Barbara van Melle, der Conviviumleiter Wachau_plus sowie der bekannte Käser und Terra Madre-Delegierte Robert Paget.
Jeden Samstag werden auf dem Karmelitermarkt zunächst vier Erzeuger von Biogemüse, Alpenlachs, biologischem Holzofenbrot, Kleinbackwaren, Käse, Wurstwaren und Marmelade vertreten sein, die von Slow Food Wien ausgewählt wurden. Jeden Samstag werden auch Geschmackserlebnisse zu den Themen Alpenlachs, Öl, Waldbeeren, Feigen, Obst, Bohnen, Tomaten, Paprika, Melone und Käse angeboten. Das Ziel des Slow Food-Corners ist, gute, saubere und faire Lebensmittel anzubieten und den Verbraucher durch den direkten Kontakt mit den Erzeugern und eine bewusste Herangehensweise an die eigenen Kaufentscheidungen dazu zu bringen, sich als Koproduzent zu fühlen.



Neue Convivien

Die folgenden Convivien sind in letzter Zeit dem Netzwerk von Slow Food beigetreten:

Río Negro – Argentinien
Província do Paraná - Brasilien
Sabor Selvagem – Brasilien
Paldang – Südkorea
Skopje – Mazedonien
Alentejo – Portugal
Sierra Sur de Jaén – Spanien
Valles Oriental – Spanien
Pamir – Tagikistan
Avoyelles – USA
Knoxville– USA
Southwest Florida – USA



 


  EDITORIAL
.......................................................

Liebe Mitglieder,
im Juni hat zum ersten Mal der Internationale Beirat von Slow Food getagt, der beim Internationalen Kongress in Puebla gewählt wurde. Dieses politische Organ unserer Bewegung besteht aus vierzig Menschen in Vertretung von 19 Ländern aus aller Welt, es ist also ein Ort für einen starken Dialog zwischen den Gebietsvertretern. Zu den wichtigsten Entscheidungen gehörte die Genehmigung für die Gründung von zwei neuen Nationalvereinen: Slow Food Australien und Slow Food Niederlande.
Wie Sie wissen, ist die Basisstruktur unseres Vereins das Convivium, von denen es bis heute in aller Welt über tausend gibt. In einigen Ländern, wo unsere Präsenz stärker und strukturierter ist, gibt es eigene organisierte nationale Vereinbasen, die die Vereinstätigkeiten in ihren Ländern im Namen und Auftrag von Slow Food International lenken. Der erste Landesverein, der nach Italien entstand, war Deutschland 1992, anschließend folgte die Schweiz 1993, dann die Vereinigten Staaten 2000, Frankreich 2003, Japan 2004 und Großbritannien 2006.
Nun werden sich auch Australien und die Niederlande diesen bestehenden Landesvereinen anschließen, und dies ist eine sehr wichtige politische Neuerung. Sie entspricht vollständig der Richtung, die der Internationale Kongress in Puebla beschlossen hat, nämlich der Notwendigkeit, unseren Verein ständig zu erweitern, so dass die verschiedenen lokalen Gemeinschaften immer stärker werden. Sie müssen in der alltäglichen Praxis und den lokalen Entscheidungen immer selbständiger und gleichzeitig in Bezug auf die großen Themen von Slow Food immer enger mit dem Rest der Welt verbunden sein.
Deshalb glaube ich, dass die ganze Bewegung auf die neuen erreichten selbständigen Gruppen nur stolz sein kann: In immer mehr Ländern immer stärker zu wachsen, kann nur ein Vorteil für alle Mitglieder sein und uns alle in der großen Herausforderung stärken, für eine gute, saubere und faire Lebensmittelproduktion und einen ebensolchen Konsum in aller Welt zu kämpfen.
Viele herzliche Glückwünsche also für alle Menschen, die hart gearbeitet haben, um dieses bedeutende Ergebnis zu erreichen, und ein großes Toi-toi-toi für die immer stärkere Zukunft mit Slow Food Australien und Slow Food Niederlande.

Paolo di Croce
Internationaler Sekretär von Slow Food


Slow Food ist in den Niederlanden fast genau so lange vertreten wie die internationale Bewegung besteht, und der Verein wächst hier mit immer größerer Geschwindigkeit: In den letzten zwölf Monaten haben wir eine Mitgliederzunahme von mindestens 42% erlebt.
In dieser Situation könnte es ein bisschen langweilig scheinen, sich all zu sehr mit der Abfassung eines strategischen Programms und der Vorbereitung der bestmöglichen Organisationsstruktur für den Nationalverein aufzuhalten. Aber diese Zeit lohnt sich!
Nun können wir nach vorn blicken und dafür sorgen, dass die Mitgliedschaft für alle, denen die Ziele von Slow Food am Herzen liegen, zu einer unverzichtbaren Chance wird. Diese Ziele sind überall gleich: gemeinsam das Essen zu genießen, Bildungsprojekte einzuleiten, um den Mitgliedern genauere Kenntnis der guten, sauberen und fairen Lebensmittel zu vermitteln, die Produktion in kleinem Maßstab in den Lebensmittelbündnissen zu unterstützen und mit allen Menschen zusammenzuarbeiten, die überzeugt sind, dass die biologische Vielfalt geschützt werden muss.
Im vergangenen Mai haben wir zum ersten Mal Terra Madre Niederlande organisiert, und es war ein großer Erfolg. Wenn dies ein Test war in Bezug auf die Organisation, die wir auf die Beine gestellt haben, dann freue ich mich sagen zu können, dass wir die Prüfung bestanden haben!

Jan Wolf
Präsident von Slow Food Niederlande



Es war ein sehr wichtiges Ereignis für Slow Food in Australien, dass wir im vergangenen Juni die einstimmige Bewilligung vom Internationalen Beirat der Bewegung erhielten, eine Nationale Leitung aufzubauen. Wir werden so mit einer einzigen, spezifisch australischen Stimme sprechen können, wenn wir Aktivitäten und Projekte in diesem Teil der Welt verfolgen. Noch wichtiger ist, dass es die Bewegung in Australien eint, da es eine beträchtliche Unterstützung für die Convivien bedeutet und der Vereinsbasis, die bereits stark zunimmt, größere Kraft verleiht. Durch den Aufbau der Nationalen Leitung erhalten auch neue kreative Projekte mehr Nachdruck bei der Einführung, so das Schulgartenprojekt Dirty Hands, die Heliculture, mit der die Mitgliederzahl unter jungen Leuten und die an diese gerichteten Aktivitäten gesteigert werden soll, oder das Projekt Bush know-how, das in Zusammenarbeit mit australischen Eingeborenen verfolgt wird, um die Produktion von autochthonen Lebensmitteln zu unterstützen und die biologische Vielfalt zu wahren.
Es handelt sich tatsächlich um eine wertvolle Chance, um die Bewegung in Australien auf einem neuen Niveau weiter zu entwickeln – im Einklang mit dem Wandel, den Slow Food auf internationaler Ebene erlebt.
Wir schauen nach vorn auf die zukünftigen Herausforderungen und streben bedeutende Ziele an, in dem Versuch, dass Slow Food Australia wirklich den Unterschied ausmacht.

Leonie Furber
Mitglied des Internationalen Beirats von Slow Food


 




  Veranstaltungstipps
......................................................
..

Slow Food Nation
29. August – 1. September
San Francisco, Usa


Terra Madre Irlanda
4.-7. September
Waterford, Irland


Salone del Gusto - Terra Madre
23.-27. Oktober
Turin, Italien


 



 
Der Salone reist um die Welt
Salone del Gusto und Terra Madre stellen dieses Jahr eine Reise zu den Wurzeln der Lebensmittel dar: vom Tisch zur Erde und von der Erde zum Tisch hin und zurück. Die beiden Veranstaltungen widmen sich den Kleinerzeugern mit den Kriterien gut, sauber und fair, die in einigen Fällen aus noch wenig bekannten und unvergleichlich schönen Orten kommen. Hier ein Beispiel, wohin Sie der Salone entführen kann.
Erste Station... Die Oase Siwa, Ostägypten
Mitten im heißen Wüstensand liegt eine Lichtung aus Palmen mit kleinen Seen und Süßwasserbecken, die bei verschiedenen Temperaturen hier entspringen (ıKleopatras Badı, wo früher die Bräute am Tag ihrer Hochzeit badeten). Heute leben in Siwa 11.000 Einwohner, einige noch in den traditionellen Häusern aus Lehmziegeln. Beim Salone del Gusto und Terra Madre ist der Förderkreis der Datteln aus der Oase Siwa vertreten, ein Grundnahrungsmittel der lokalen Tradition.


Auf der Website des Salone del Gusto finden Sie alle Informationen über das Event in Turin und können sich für die vielen Veranstaltungen im Programm anmelden:
 
  Geschmackserlebnisse, die bekannten Verkostungen mit Anleitung von Slow Food im Beisein von Erzeugern und Fachleuten;
Theater des Geschmacks, die Bühne für italienische und internationale Köche, die hier live ihre Symbolgerichte zubereiten;
Master of Food, Veranstaltungen zur Entdeckung einiger öno-gastronomischer Produkte: Tee, Obst und Gemüse, Fleisch, Gewürzen, Destillaten, Kaffee und vielen anderen Produkten;
Autorengespräche und Workshops der Erinnerung, Veranstaltungen mit Persönlichkeiten aus der Wein- und Gastronomiewelt, die ihre Geschichte erzählen und Kostproben ihrer Symbolprodukte anbieten;
Verabredungen zum Essen, 20 Menüs in Turin und ganz Piemont in historischen Adelssitzen und Schlössern;
Il caffè di Slow Food, Gespräche und Buchvorstellungen von Slow Food Editore: eine Reise durch Worte, Lebensmittel, Wein und Liköre.

 
 
  Terra Madre, das Welttreffen der Lebensmittelbündnisse, ist das größte Kulturevent, das Slow Food organisiert, bei dem über 5.000 Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Terra Madre ermöglicht einen außerordentlichen Austausch von Informationen, Ideen und Lösungen unter den Delegierten der Lebensmittelbündnisse, der sich als das wirksamste Mittel erweist, um ihre Arbeit und die biologische Vielfalt im Agrar- und Lebensmittelbereich zu schützen. Damit Terra Madre realisiert werden kann, ist der signifikante Beitrag von all unseren Spendern und allen verschiedenen Kategorien von Förderern wichtig, die uns mit verschiedenen Beitragsformen, jeder in der für ihn passenden Art, helfen, dieses ehrgeizige Projekt Wirklichkeit werden zu lassen.
Auch dieses Jahr brauchen wir Ihre Hilfe für Terra Madre, damit wir es den Delegierten aus den Entwicklungsländern ermöglichen können, an der Veranstaltung teilzunehmen.

 
 
Für weitere
Informationen
Klicken Sie bitte
hieri
.
 





Wichtige
Worte


  ““Als unsres Lebens Mitte ich erklommen, /Befand ich mich in einem dunklen Wald, /Da ich vom rechten Wege abgekommen”, sagt Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie… Ich bin keineswegs vom rechten Weg abgekommen, ich sehe wunderschöne Wälder und gelben Ginster, weiße Schafe und freundliche Menschen – was kann ich mir mehr wünschen?.  
     
  Marida,
Teilnehmerin der Schottlandreise, die vom Convivium Monza -Brianza organisiert wurde
 



  Versucht einmal, einem schottischen Schlachter zu erklären, was Luganega brianzola ist…….  
     
  Claudio,
Teilnehmerin der Schottlandreise, die vom Convivium Monza -Brianza organisiert wurde
 



  Wie schade, das es vorbei ist! Aus diesen wunderbaren Slow-Momenten kehren wir in unseren hektischen Alltag zurück. Wichtig ist nun, dass wir diese wunderschönen Erinnerungen lebendig erhalten und… mit der Diät beginnen!  
     
  Orietta,
Teilnehmerin der Schottlandreise, die vom Convivium Monza -Brianza organisiert wurde
 














       
video:
An Interview with Vandana Shiva - Pt. 1
Foto:
The Andean Sweet Potatoes Presidium
 






Schicken Sie uns Ihre Fragen und Kommentare, schreiben Sie uns Ihre Geschichten und Erfahrungen: Hier werden wir davon erzählen.

communication @slowfood.com
 
 
 
 
 
  Diese Newsletter wird vom internationalen Kommunikationsbüro von Slow Food veröffentlicht
 Elisa Marenco: e.marenco@slowfood.com -  Michèle Mesmain: m.mesmain@slowfood.com
Für alle Informationen bezüglich die Mitgliedschaft, schreiben Sie an das Service Center: servicecentre@slowfood.com
Wenn Sie sich abmelden möchten, senden Sie bitte eine Email mit "Unsubscribe" als Betreff an communication@slowfood.com