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September 2008


In dieser Ausgabe:
 


Editorial
von Roberto Burdese

Special Erinnerung

   Wege der Erinnerung
   Transsilvanische Kinder sammeln die    Geschichten der Alten


   Brain Food: Essen und Erinnern
   Fundraising-Ideen für Terra Madre in    Perth

Lokales Essen in den Schulkantinen von N’ganon
Ein Projekt des Conviviums Chigata an der Elfenbeinküste

Im Zeichen der Rohmilch
Sommeruniversität und Nationaler Slow Food-Tag in Frankreich

Hochzeitsgeschenk
Junge Paare beginnen ihr gemeinsames Leben im Zeichen der Großzügigkeit

Alles Kohl! Brüssel zum Probieren
Ein Wochenende voller Genüsse in der belgischen Hauptstadt


Die Zukunft der Lebensmittel
Konferenz und Debatte mit Vandana Shiva

Spanische Tomatada
Eine neue Art, (mit) Tomaten zu feiern

Die Köchin Sandra, ihr Blog und roter Reis
Ein Slow Food-Mitglied veröffentlicht Rezepte mit den Förderkreisprodukten

Youth Food Nation

Die jungen Menschen bei Slow Food Nation

Ich schmecke was, was ich nicht sehe...
Deutsche Kinder konzentrieren sich für eine Blindverkostung

Schulgarten in Somerset
Das englische Convivium erzählt von seinem Abenteuer

Slow Fisch
Event in Bremen zum Fischfang in den Nordmeeren

Der Geschmack Ungarns
Treffen aller ungarischen Convivien

 
     





SPECIAL ERINNERUNG

Wege der Erinnerung
Ein hyperaktives Mitglied und seine Liebe zu Rumänien


Jim Turnbull, Slow Food-Mitglied aus Oxfordshire (UK) , ), hat mehrere Jahre in Rumänien gearbeitet. Er ist überzeugt, dass dieses Land einen außerordentlichen Schatz an biologischer Vielfalt, Traditionen, uraltem, unbekanntem Wissen und ein großes Potential birgt, und er möchte zusammen mit Slow Food dazu beitragen, es zu entwickeln. Er hat 2005 das erste Convivium und auch den ersten Förderkreis in Rumänien mit aus der Taufe gehoben (die Konfitüren der sächsischen Dörfer). Er ist Mitgründer des ersten Bauernmarkts in Bukarest, der zu einem Markt der Erde werden soll, und er setzt sich dafür ein, dass in diesem Herbst in Brasov ein zweiter Bauernmarkt eröffnet wird.
In letzter Zeit hat er mit der Stiftung Adept (die er mitgegründet hat) und mit dem Slow Food Convivium Tarnava Mare zusammen daran gearbeitet, das internationale Projekt "4 Generationen" in das Dorf zu bringen. Es wurde von Sveva Gallmann in Kenia initiiert, weil "in Afrika die älteren traditionellen Medizinmännern ihr Kenntnisse nicht mehr an die jüngeren Generationen weitergeben – in der Schule lernen die Kinder, dass die uralten Künste im modernen Leben keine Bedeutung mehr haben. Die alten Menschen, die nicht lesen und schreiben können, gelten nicht mehr als Lehrer, auch wenn ihre Kultur und ihr Wissen aus der jahrtausendealten Beobachtung der Natur und dem harmonischen Zusammenleben mit ihrer Umwelt stammen".
Die Geschichten von Menschen, Landschaften und Kulturen werden gesammelt und weitergegeben, bevor sie für immer verloren gehen. Dazu dienen interaktive Vermittlungstechniken, auch der Dialog zwischen den Generationen mit dem direkten Kontakt in Fragen und Antworten, praktische Demonstrationen und Rollenspiele, Erzählungen, Gesänge und Spaziergänge in der Natur.
Das Projekt, das die Kinder wieder mit ihrem kulturellen Erbe zusammenbringt, war auch in Rumänien ein großer Erfolg. Anca Calugar von der Stiftung Adept hat besonders zu diesem Erfolg beigetragen: "Dieses Projekt widmet sich den Menschen und ihren Geschichten! Sie haben so viel zu erzählen: über ihre Lebenserfahrung, über die wahren, schlichten Werte, die man im heutigen Leben immer schwerer erreichen kann... Deshalb ist es so wichtig, ihr Wissen aufzuzeichnen und sie zu ermutigen, es weiterzugeben! Auch um uns selbst besser kennen zu lernen und dies dann den künftigen Generationen zu vermitteln, damit sie stolz auf sich und ihre Herkunft sind. Jeder Mensch ist doch ganz besonders. Es geht um unsere Identität!". Das Projekt wurde mit einer Theateraufführung abgeschlossen, in der die Kinder ihre neuen Kenntnisse darstellten.

Mehr Information über das Projekt 4 Generationen:

Stiftung Adept:

http://www.fundatia-adept.org/

Slow Food-Förderkreis der sächsischen Konfitüren:

Mehr Information über das Projekt 4 Generationen:

http://www.gallmannkenya.org/

Artikel in der National Geographic Zeitschrift


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Brain food: Essen und Erinnern
Fundraising-Ideen für Terra Madre in Perth

In Zusammenarbeit mit dem Mundaring Truffle Festival, das in Darling Range östlich von Perth am ersten Augustwochenende stattfand, hatte das Slow Food Convivium Perth die Chance, den Geist und die Philosophie des Vereins zu vermitteln und viele Erinnerungen zu den Lebensmitteln zu wecken. Mit den Zutaten und Produkten der lokalen Lebensmittelbündnisse, die an der letzten Terra Madre teilgenommen haben, servierten 15 Mitglieder und Freunde ehrenamtlich frisches Brot, getrocknete Tomaten und gebackenes Lamm und betonten so die Bedeutung der lokalen Kleinproduktion und den Genuss an der Geselligkeit.
Der “Tunnel der Erinnerung ans Essen” befand sich in der Nähe vom Slow Food-Infostand, vom Markt, der Bar und dem Bereich für die Blindverkostungen für Kinder und erregte die Neugier der Besucher. Auf 60 Metern Länge wurden über 40 Erinnerungen an Lebensmittel ausgestellt: Bilder, Geschmacksrichtungen, Konsistenzen und Düfte. Sie gehörten zu den intensivsten Eindrücken, die jeder von uns im Kopf hat, zum Beispiel "bei Schlachter Trickeys in der Hay Street beim Krankenhaus Princess Margaret mit den Sägespänen auf dem Boden spielen, während Mama Fleisch kauft", wie Trudy Parker erzählt.
An diesem unterhaltsamen, intensiven Wochenende konnte auch eine beträchtliche Summe gesammelt werden, mit der den australischen Delegierten die Teilnahme an der nächsten Terra Madre ermöglicht wird.

Weitere Informationen:
http://slowfoodperth.org.au/category/brainfood/
Kontakt:
info@slowfoodperth.org.au



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Lokales Essen in den Schulkantinen von N’ganon
Ein Projekt des Conviviums Chigata an der Elfenbeinküste

Im Dorf N’ganon, 70 km von Korhogo im Norden der Elfenbeinküste entfernt, wird das Erziehungsprojekt zum lokalen Verbrauch fortgesetzt, das vom Convivium Chigata initiiert und entwickelt wurde. Es bezieht alle Dorfbewohner mit ein – vom Dorfvorsteher über die Frauen und Kinder bis zu allen Männern –, und wer Afrika ein bisschen kennt, weiß, dass es anders nicht möglich wäre. Aber den Hauptanteil trägt die Schule von N’ganon.
Das Programm garantiert nicht nur mindestens zwei Mahlzeiten pro Tag in der Schule, sondern sorgt auch dafür, dass die Gerichte mit lokalen Produkten zubereitet werden und eine ausgewogene, gesunde Ernährung gewährleisten. Die Frauen des Dorfes bauen die Rohstoffe an, die zum Teil für die Schulkantine, zum Teil für den familiären Verbrauch und zum Teil für den Verkauf auf dem Markt bestimmt sind, um das Projekt zu unterstützen.
Drei Monate nach dem Start des Projekts sind die sieben Hektar, die der Dorfvorsteher dafür gewährte, gerodet, gepflügt und bebaut, und es wurden Getreide- und Gemüsesorten gewählt, die für die Bodenbeschaffenheit am besten geeignet sind. Die ersten Produkte wie Reis, Erdnüsse und Bohnen werden im September und Oktober geerntet, und ab September stehen den Schülern der Schule in N’ganon täglich die Gerichte der lokalen Tradition zur Verfügung. So können sie beim Essen ein Bewusstsein dafür entwickeln, welchen großen Wert die zu Hause angebauten Produkte haben und wie wichtig die eigene Lebensmittelkultur ist.
Das Projekt “Consommons Ivoirien, Equilibre et Sain dans nos Cantines Scolaires” wird von der Slow Food Stiftung für die biologische Vielfalt dank eines Beitrags von der Gund Foundation koordiniert und unterstützt.

Kontakt zum Chigata Convivium:
chigatafsdd@yahoo.fr


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Im Zeichen der Rohmilch
Sommeruniversität und Nationaler Slow Food-Tag in Frankreich

Der September ist für Slow Food France ein Monat voller Initiativen zum Käse.
Den Anfang macht die dritte Université d'été, die für alle Mitglieder bestimmt ist und mit Unterstützung des Conviviums Volca’niac organisiert wird. Runde Tische, Geschmackserlebnisse, Besuche bei Erzeugern und gemeinsame Menüs stehen vom 5. bis 7. September in Clermont-Ferrand, mitten in der großen Region Auvergne, die für ihren Käse berühmt ist, auf der Tagesordnung.
Gerade wegen dieses Schwerpunkts der Region ist die diesjährige Sommeruniversität dem Käse und vor allem dem Problem der Rohmilch gewidmet. Fachleute, Prüfer und exemplarisch ausgewählte Erzeuger mit ihrer Erfahrung beleuchten das Thema unter verschiedenen Aspekten.
Am 27. September wird das Thema Rohmilch im ganzen Land behandelt, denn alle Convivien sind aufgefordert, jeweils eine lokale Veranstaltung dazu zu organisieren. Es handelt sich um den zweiten Nationalen Slow Food-Tag, der einem zahlreichen Publikum beweisen will, dass man auch im Alltag gut und gesund essen kann.
Das Convivium Languedoc , um nur ein Beispiel zu nennen, leitet einen Verkaufsstand auf einem Bauernmarkt in Montpellier, um den Förderkreis des Käses Pélardon sec zu unterstützen.

Kontakt:
lucia@slowfood.fr


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Hochzeitsgeschenk
Junge Paare beginnen ihr gemeinsames Leben im Zeichen der Großzügigkeit

Enrico und Marina sind seit langem Slow Food-Mitglieder. Am 12. Juli haben sie geheiratet und beschlossen, diesen Tag mit ihren Angehörigen im Bistrot del mondo im Castello dell'Acciaiolo in Scandicci bei Florenz zu verbringen.
Enrico und Marina haben dabei auf Geschenke verzichtet. Sie haben ihren Gästen einen engagierten Brief geschrieben und ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht, "Gemeinschaften von Frauen zu unterstützen, die in aller Welt jeden Tag mit ihrer Arbeit, ihrem Wert und ihrem Verständnis versuchen, ihren Familien, die oft in Schwierigkeiten sind, und den Gemeinschaften, denen sie angehören, ein Gefühl von Normalität zu geben". Speziell soll ihre Teilnahme an Terra Madre unterstützt werden.
Sie erklärten ihren Gästen, dass "Slow Food ein Netzwerk der Solidarität aufgebaut hat, zu dem Mitglieder, öffentliche Einrichtungen, Slow Citys, Gastronomen und Bürger gehören, die durch ihre Mithilfe die Organisation von Terra Madre ermöglichen", und baten ihre Gäste, sich dieser Initiative mit einem Beitrag anzuschließen. "Dies wird für uns das schönste Geschenk sein, denn wir sind glücklich, auch diese Entscheidung mit Euch gemeinsam zu erleben und zu tragen".
Unterstützt werden folgende Gemeinschaften: Berber-Frauen aus einer Kooperative in Marokko, die Argan-Öl herstellt, die Imraguen-Frauen aus Mauretanien, die Meeräschenrogen herstellen, und die Palästinenserfrauen in Jericho, die traditionelle Lebensmittel erzeugen (Couscous, Dattelpaste und Honig).
Enrico und Marina gilt der Dank der ganzen Slow-Gemeinde.


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Alles Kohl! Brüssel zum Probieren
Ein Wochenende voller Genüsse in der belgischen Hauptstadt

Das erste Treffen (18.- 21. September) der Slow Food-Welt in Brüssel will die Stadt in einem neuen Licht zeigen: eine ökogastronomische Umgebung, eine Metropole, die man zu Fuß besichtigen kann und bei deren Entdeckung alle Sinne geweckt werden. Man kann sie erkunden und verkosten. Das örtliche Convivium Karikol arbeitet mit Köchen, Erzeugern, Winzern, Geschäften und Gemüsebauern – Profis und Amateurgärtner – zusammen und überzeugt sie, ihre Erfahrungen, ihre Passion und vor allem ihr Wissen weiterzugeben.
Für die Besucher gibt es Führungen durch Brauereien und Bäckereien, Verkostungen von handgemachtem Eis, Besichtigungen in Geschäften von belgischer Schokolade, natürlichem Wein und lokalem Käse, Menüs in verschiedenen Restaurants im Zeichen der Ökogastronomie, Besichtigungen in biologischen und botanischen Gärten (z.B. im Garten der Pomona) und Spaziergänge, bei denen Wildpflanzen und -blumen gesammelt und Tipps für ihre Verwendung weitergegeben werden.
Parallel dazu findet die Veranstaltung Brüssel ländlich statt, die Angebote in Hotels und im Dorf der nachhaltigen Lebensmittel mit runden Tischen, Ausstellungen und einem von Slow Food organisierten Erzeugermarkt umfasst. Das Publikum kann hier sein Mittagessen kaufen und es anschließend im großen gemeinschaftlichen Picknick im Place des Palais genießen.
Das Meeting wird vom Convivium Karikol in Brüssel zusammen mit dem Informationszentrum für positive Ökonomie (Poseco), dem Forschungszentrum für Verbraucherverbände (Crioc) und dem Brüsseler Netzwerk für nachhaltige Lebensmittel (Rabad) organisiert.

Weitere Informationen:
Link englisch

Link französisch

Kontakt:
http://www.karikol.be/


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Die Zukunft der Lebensmittel
Vandana Shivas Appell, das Paradigma der Lebensmittel zu überdenken

Die Klimaänderungen und die Lebensmittelkrise zwingen uns, die herrschenden Ideen über die Produktion und den Verbrauch von Lebensmitteln zu überdenken. Die industrialisierte, globalisierte Landwirtschaft hat zum Klimawandel ebenso wie zur Lebensmittelkrise und -unsicherheit beigetragen. In über 40 Ländern gab es Unruhen in Verbindung mit der Lebensmittelversorgung. Die steigenden Öl- und Lebensmittelpreise werden als Indikatoren für die Sicherheit eines Landes definiert. Trotz allem haben die Weltbank und die internationalen Gesellschaften beim UNO-Gipfeltreffen der FAO im Juni 2008 über die Lebensmittelkrise und den Klimawandel die Krankheit als die Lösung vorgestellt. Sie forderten noch stärkeren Einsatz von Düngemitteln, obwohl der Preis für chemische Dünger sich seit dem Anstieg des Ölpreises verdreifacht hat und obwohl synthetische Düngemittel zu den Hauptverantwortlichen für den Treibhauseffekt gehören, der zum Klimawandel führt.
Wir halten es für wichtig und dringend, sich mit diesen miteinander verbundenen Fragen – Klima, Lebensmittel und genetisch veränderte Organismen – auseinanderzusetzen und das Recht aller Völker auf sichere, gesunde Lebensmittel und Ernährungssouveränität und das Recht aller Bauern auf eine sichere, nachhaltige Existenz, Unabhängigkeit von den Saatgutindustrien und Freiheit für den Austausch von Saatgut zu verteidigen.
Aus diesem Grunde lädt Navdanya zusammen mit der Research Foundation for Science, Technology and Ecology und Diverse Women for Diversity Sie alle zusammen zur großen internationalen Konferenz zum Thema "Zukunft der Lebensmittel: Klimawandel, GVO und Lebensmittelsicherheit" am 1. und 2. Oktober 2008 in Neu Delhi ein.

Kontakt:
navdanya@gmail.com


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Spanishe Tomatada
Eine neue Art, (mit) Tomaten zu feiern

Das Slow Food Convivium Valencia organisiert an 3 aufeinander folgenden Wochenenden die Ausstellung “Tomatada, eine andere Art, die Tomate zu feiern” mit Verkostungen von traditionellen Tomatensorten. Sie vereint Landwirtschaft, Gastronomie, biologische Vielfalt und Kultur und will die Verschiedenartigkeit der bestehenden traditionellen Sorten bekannt machen, um ihren Verbrauch zu steigern. “Die Tomate ist das am meisten verbreitete Gemüse in der Welt und ein bedeutender Teil unserer Ernährung. Kennen wir aber alle Formen und Größen, Farben, Geschmacksnuancen und Verwendungsweisen? Die handelsüblichen Sorten, die wir normalerweise verzehren, haben viele andere lokale Sorten verdrängt. Es gibt große, kleine und sehr kleine Tomaten, rote, orangefarbene, gelbe, rosa, dunkelviolette, säuerliche, süße und salzige, runde, birnenförmige, flache und noch viele andere verschiedene Merkmale. Sie gehören zu unserem Kulturbestand, den wir schützen müssen”, kündigt das Convivium an.
Die Veranstaltung findet in Castielfabib am 12.-14., 19.-21. und 26.-28. September statt.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
convivium@valencia.slowfood.es


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Die Köchin Sandra, ihr Blog und roter Reis
Ein Slow Food-Mitglied veröffentlicht Rezepte mit den Förderkreisprodukten

Sandra ist Köchin, Mitglied im Slow Food Convivium Turin und eine begeisterte Verfechterin sowohl vom Salone del Gusto als auch von Terra Madre. Sie nimmt an allen Initiativen ihres Conviviums teil, bei denen die Themen von Terra Madre verbreitet und Mittel für die Umsetzung des Events gesammelt werden. Sandra hat sich dafür eingesetzt, Rezepte mit den Produkten der Förderkreise zu erfinden und zu erproben. Die Rezepte, die sie verfeinert und zusammen mit Freunden und Kollegen probiert hat, veröffentlicht sie in ihrem Blog “un tocco di zenzero” (Eine Prise Ingwer).
In ihrer zweiten Kreation “roter Reis aus Andasibe, Zucchinicreme und Meeräschenrogen” erzählt sie die Geschichte von Andasibe: “Dieser rötliche Reis (Oryza sativa) mit einem Stich ins bronzene, der im Dialekt Vary Mena genannt wird, ist eine einheimische Pflanze aus Madagaskar und stammt wahrscheinlich aus einer Kreuzung zwischen den lokalen wilden roten Sorten und den weißen Japonica-Sorten ab, die um das Jahr Tausend von Indonesiern eingeführt wurden. Er ist sehr vitaminreich, schmeckt angenehm nussig und ist auf dem lokalen Markt die meistverkaufte Sorte (für die Madagassen deckt der Reis fast 70% des täglichen Kalorienbedarfs ab): Er gehört als Zutat zu allen drei Mahlzeiten am Tag.
Leider wird der Anbau von Vary Mena heute wegen der geringen Erträge und der niedrigen Preise auf dem Markt immer mehr eingeschränkt. Der Förderkreis hat die Geräte zum Dreschen, Schälen und Verpacken angekauft, um es den madagassischen Bauern zu ermöglichen, die Qualität des Endprodukts zu verbessern und so ein Produkt zu erzielen, das endlich mit dem aus Pakistan importierten weißen Reis konkurrieren kann.”

Weitere Informationen:
das Rezept im blog
Das Presidium des Roten Reis von Andasibe

Kontakt:
Sandra Salerno



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Youth Food Nation

San Francisco war schon immer ein beliebtes Ziel für junge Leute, aber es war sicher selten so stark besucht wie am letzten Augustwochenende, als in der Stadt Slow Food Nation stattfand. An dem Event, das Slow Food USA zum ersten Mal organisierte, nahmen zahlreiche Studenten von der Universität der gastronomischen Wissenschaften, Mitglieder und Organisatoren des Youth Food Movement und Vertreter der Slow Food Convivien an den amerikanischen Universitäten teil. Die jungen Leute waren allgegenwärtig: Sie koordinierten Workshops und warben neue Mitglieder, planten Picknicks und anderen kollektive „Eat-Ins“ oder kochten Wildschwein für hundert Personen in einem städtischen Kaufhaus. Und dieser Geist sprang auch auf die Bürger über: So gab es mehrere improvisierte Aperitif-Angebote, bei denen die jungen Teilnehmer von Slow Food Nation sich nach den Tagesveranstaltungen wieder erkannten und hier und da für ein Glas oder einen Happen zusammen stehen blieben. Geselligkeit und Gastfreundschaft Made in California.


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Ich schmecke was, was ich nicht sehe...
Deutsche Kinder konzentrieren sich auf eine Blindverkostung

Mit verbundenen Augen, nur mit dem Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn Lebensmittel zu erkennen, erfordert volle Konzentration. An der Hand von Eltern, Lehrern und Slow Food-Mitgliedern ließen sich über 80 Kinder zwischen 3 und 15 Jahren auf dieses Experiment ein, das vom Slow Food Convivium Aachen im Rahmen einer Ernährungs-Projektwoche in der Grundschule in Würselen Broichweiden organisiert wurde.
Neugierig und unbefangen ertasteten und probierten sie Birnen- und Apfelstücke, Ingwerscheiben und Bananenchips, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit großer Fantasie beschrieben sie dann, was sie in den Händen oder im Mund hatten: "fühlt sich älter an" (Trockenaprikosen), "wie Fell" (Ingwerfasern), "Ich weiß, was das ist, mein Meerschweinchen isst das immer" (Kohlrabi).
Am Ende des Geschmacksparcours hätte es viele Gewinner geben können, so erfolgreich haben die Kinder ihre Aufgaben gelöst. So wurde schließlich ausgelost. Einen Gewinn hatten aber wohl alle Teilnehmer, denn mit dem „Lauf der Sinne“ wurde der Horizont der Genüsse ganz sicher etwas weiter.

Weitere Informationen auf der Internetseite


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Schulgarten in Somerset
Das englische Convivium erzählt von seinem Abenteuer

Es war nicht einfach, aber jetzt hat das Slow Food Convivium Somerset in der Grundschule Oldfield Park einen Schulgarten ins Leben gerufen – den zweiten in Großbritannien!
Überraschenderweise war der zweite Punkt im „Vademecum, um einen Schulgarten zu organisieren”, der schwierigste: eine interessierte Schule zu finden. "Dadurch wurde es viel später", sagt Suzanne Wynn, die Convivienleiterin. Schließlich fand man eine Schule, die nach der Schulzeit Arbeiten im Gemüsegarten anbieten wollte. Dieser ist nun für Schüler aller Altersgruppen geöffnet.
Aber die Probleme waren damit noch nicht gelöst: Es gab kein Wasser, der Boden war fast unfruchtbar, und das Schwierigste: Man musste die Ernte bis zum Schuljahresende planen.
Alle Probleme schwanden glücklicherweise, als die ersten Pflanzen wuchsen, und die erste Ernte war wirklich ein aufregender Moment für alle Beteiligten. "Ich glaube, es ist wirklich ganz wichtig, dass die Kinder die Produkte ihrer Arbeit selbst probieren können, und so kochte ich ein paar Kartoffeln für sie und garnierte sie auf verschiedene Art mit ihren Kräutern (...) Ich möchte jedes Convivium, das daran denkt, einen Schulgarten einzurichten, ermutigen, an dem Projekt festzuhalten. Die Mühe lohnt sich".

Kontakt:
Suzanne Wynn


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Slow Fisch
Event in Bremen zum Fischfang in den Nordmeeren

Nach dem mehrmaligen Erfolg der Slow Fish in Genua, der Messe für den nachhaltigen Fischfang, fragten sich viele Convivien in Norddeutschland: "Warum nur das Mittelmeer und nicht auch die Nordsee?"
Kurz gesagt: Vom 7. bis 9. November findet die erste "Slow Fisch" in der Messe Bremen statt. Organisator ist die Messe Bremen, der ideologische Partner ist Slow Food Deutschland. Zahlreiche Aussteller aus der Fischbranche haben bereits ihren Stand gebucht, aber es gibt auch andere Ausstellungsformen zu den besten Produkten der Lebensmitteltradition in diesem Gebiet, wie Lammfleisch, alte Kartoffelsorten und Wurstprodukte.
Präsentationen, Konferenzen und natürlich Geschmackserlebnisse ziehen sich durch die ganze Veranstaltung. So kann man zum Beispiel am “Krabbenpulen” teilnehmen und so den tagesfrischen Granat aus der Nordsee wieder entdecken. Auch spezielle Gäste aus Genua werden erwartet.

Alle weiteren Einzelheiten:
www.slow-fisch.de


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Der Geschmack Ungarns
Treffen aller ungarischen Convivien

Alle ungarischen Convivien haben sich für den 20. September in Skansen verabredet, einem ländlichen Freilichtmuseum bei Nyiregyhaza, 200 km östlich von Budapest. Das Museum organisiert an diesem Wochenende “Taste of Hungary”, und zahlreiche Köche werden in den Bauernhöfen und den Freiluftbereichen kochen. Dies ist das vierte Treffen der Slow Food Convivien in Ungarn, von denen viele aus den Terra Madre Bündnissen entstanden sind. Es findet zusammen mit Ausstellungen, Präsentationen, Verkostungen und gastronomischen Vorführungen in einer alten Kornkammer statt.
In der Woche danach besuchen die Vertreter von Slow Food in Ungarn den Erzeugermarkt in Turda, der vom lokalen Convivium im Rahmen eines Austausch- und Begegnungsprojekts organisiert wird..

Kontakt:
Erdos Zoltán


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  EDITORIAL
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Slow Life – jeden Tag

Es gibt noch Menschen, die glauben, bei Slow Food ginge es nur um vorzügliches Essen und Weine, Produkte, die den meisten unbekannt, nicht leicht zu finden und sehr teuer sind. Diese Vorstellung ist einschränkend und sogar irreführend, denn wenn wir die traditionellen Rezepte veröffentlichen, in breitem Maße von Qualität sprechen, die regionale Küche fördern, heißt das, vom täglichen Essen zu sprechen: täglich gutes Essen, das ganze Jahr über und erschwinglich für alle. Dies ist die Philosophie, die den Lebensmittelbündnissen, der lokalen Wirtschaft und der kulturellen Identität zugrunde liegt, die Slow Food mit seinen Projekten zur Bildung, zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Förderung der kleinen nachhaltigen Erzeuger verteidigt.

Ich habe versucht, einen Dekalog in Nummer 35 von Slowfood (der Zeitschrift für die italienischen Mitglieder) zu schreiben – eine Liste guter Praktiken, die ein Slow Food-Mitglied befolgen, bereichern und verbreiten sollte. Hier eine Zusammenfassung für Sie: Verzehren Sie so viel wie möglich frische Lebensmittel; achten Sie auf Saisonprodukte; geben sie lokalen Produkten den Vorzug; essen Sie weniger (vor allem Fleisch) und besser; reduzieren Sie Verschwendung und Abfälle; kochen Sie Ihr Essen selbst; schulen Sie Ihre Sinne; suchen und pflegen Sie den Genuss; lernen Sie, das Essen und seine Erzeuger zu erkennen; achten Sie die Mutter Erde.
Aber ich möchte noch weitergehen und daran erinnern, dass beim Salone del Gusto jeweils zwei Termine am Tag zum Täglichen Essen (Halle 5, jeden Tag um 11.30 und 16.00 Uhr) geplant sind: Die zweieinhalbstündige Veranstaltung will zum Nachdenken über den täglichen Einkauf, die Entscheidungskriterien und die kollektiven Folgen von individuellem Verhalten auffordern. Sie besteht aus Simulationen, Darbietungen und Verkostungen und wird von Ernährungswissenschaftlern, Dozenten des Master of Food und Gastronomen von der Universität der gastronomischen Wissenschaften geleitet. Sie können die Teilnahme (in Italienisicher Sprache) online buchen, indem Sie hier klicken. Für Mitglieder gibt es eine Ermäßigung.
Wir können jeden Tag besser essen und den Menschen in unserer Umgebung und dem Planeten, den wir gemeinsam nutzen, Gutes tun. Alles, was wir uns vornehmen, hat keinen Sinn und keine Perspektive, wenn wir es als Kampf gegen die Globalisierung verstehen. Dagegen liegt die volle Bedeutung des Engagements in der Idee, dem Leben in unseren Gemeinschaften wieder Qualität (und Glück) zu verleihen, um so zu einer größeren Gerechtigkeit auf der ganzen Erde beizutragen.

Roberto Burdese
President von Slow Food Italien



 
 




  KALENDER
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Goûter Bruxelles
18.-21. September
Brüssel, Belgien

Journée Nationale Slow Food
27.September
Frankreich

Konferenz “The Future of Food”
1.-2.October
New Dehli, Indien

Salone del Gusto - Terra Madre
23.-27. Oktober
Turin, Italien

Slow Fisch
7.-9. November
Bremen, Deutschland


 



 
2008 sind der Salone del Gusto und Terra Madre sich so “nah” wie nie zuvor.

Eine wichtige Gelegenheit für die Begegnung zwischen den Besuchern des Salone und den Lebensmittelbündnissen sind die Konferenzen zu den großen Themen von Terra Madre, die im Lingotto organisiert werden.
Lebensmittelsicherheit, Klimawandel, lokale Wirtschaft, Saatgut und Biopiraterie sind nur einige der Aspekte, über die bedeutende Referenten, aber auch viele der beruflich Betroffenen diskutieren werden. Hochwertige Lebensmittel brauchen diese Berufsbilder, um erzeugt, verarbeitet, gehandelt und verzehrt zu werden und um zu einer Ressource für die Wirtschaft, die Umwelt, die Gesellschaft und die Kultur zu werden.
Einige Konferenzen sind speziell der biologischen Vielfalt gewidmet, sie behandeln ausführlich aktuelle Themen und Projekte der Slow Food Stiftung für die biologische Vielfalt.

Klicken Sie hier um das Programm der Konferenzen herunterzuladen:

Klicken Sie hier wenn sie an der Terra Madre Eröffnungs- oder Schlusszeremonie oder an den Workshops teilennehmen möchten.

Auf der Website des Salone del Gusto finden Sie alle Informationen über das Event in Turin und können sich für die vielen Veranstaltungen im Programm anmelden:

 
  Geschmackserlebnisse, die bekannten Verkostungen mit Anleitung von Slow Food im Beisein von Erzeugern und Fachleuten;
Theater des Geschmacks, die Bühne für italienische und internationale Köche, die hier live ihre Symbolgerichte zubereiten;
Master of Food, Veranstaltungen zur Entdeckung einiger öno-gastronomischer Produkte: Tee, Obst und Gemüse, Fleisch, Gewürzen, Destillaten, Kaffee und vielen anderen Produkten;
Autorengespräche und Workshops der Erinnerung, Veranstaltungen mit Persönlichkeiten aus der Wein- und Gastronomiewelt, die ihre Geschichte erzählen und Kostproben ihrer Symbolprodukte anbieten;
Verabredungen zum Essen, 20 Menüs in Turin und ganz Piemont in historischen Adelssitzen und Schlössern;
Il caffè di Slow Food, Gespräche und Buchvorstellungen von Slow Food Editore: eine Reise durch Worte, Lebensmittel, Wein und Liköre.

 
 
 
Terra Madre
, das Welttreffen der Lebensmittelbündnisse, ist das größte Kulturevent,00 Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Terra Madre ermöglicht einen außerordentlichen Austausch von Informationen, Ideen und Lösungen unter den Delegierten der Lebensmittelbündnisse, der sich als das wirksamste Mittel erweist, um ihre Arbeit und die biologische Vielfalt im Agrar- und Lebensmittelbereich zu schützen. Damit Terra Madre realisiert werden kann, ist der signifikante Beitrag von all unseren Spendern und allen verschiedenen Kategorien von Förderern wichtig, die uns mit verschiedenen Beitragsformen, jeder in der für ihn passenden Art, helfen, dieses ehrgeizige Projekt Wirklichkeit werden zu lassen. das Slow Food organisiert, bei dem über 5.0
Auch dieses Jahr brauchen wir Ihre Hilfe für Terra Madre, damit wir es den Delegierten aus den Entwicklungsländern ermöglichen können, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Auch dieses Jahr brauchen wir Ihre Hilfe für Terra Madre, damit wir es den Delegierten aus den Entwicklungsländern ermöglichen können, an der Veranstaltung teilzunehmen.
 
 
 





Mit eingenen Worten


  Ich wurde auf Slow Food aufmerksam, weil die Initiativen meinem Bewusstsein entsprachen, und als junger Lehrer interessiere ich mich besonders für Geschmackserziehung. Ich habe an dem Workshop zu den Edible School Yards bei Terra Madre Ireland teilgenommen, der von Seed Savers, Northern Ireland Slow Food unterstützt wurde und ein landesweites “grünes” Schulprogramm unter Beteiligung von Lehrern, Erzeugern und Eltern fördert. Unsere feste Überzeugung ist der Vorschlag, den wir auch den Ministern unterbreitet haben, dass Schulgärten zu einem Teil des Lehrplans auf der ganzen Insel werden sollen!  
     
  Michelle Darmody
Eine der Leiterinnen des Slow Food Conviviums Dublin City Centre
slowfooddublin@gmail.com
 








       
Foto:
Förderkreis Stockfisch von der Insel Sørøya
 





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