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Oktober 2008


In dieser Ausgabe:
 


Editorial
von Roberto Burdese

SLOW-ERZIEHUNG

   Termine beim Salone und bei Terra    Madre

   Offene Türen auf dem Bauernhof
   Die Kanadier Elna und Doug laden Schüler    auf ihre Höfe ein

   Zutaten im Vergleich
   Vergleichsworkshops für lokale und    industrielle Lebensmittel in der Oberschule

   Slow Kids
   Zehn Tage Erziehung für die Jüngsten in Indonesien

   Junge Umweltschützer
   Ein Erziehungsprojekt zur ländlichen    Demokratie in Indien


YOUTH FOOD MOVEMENT

   Integration in der Küche
   In Wien werden Flüchtlinge und Immigranten    Köche

      Zwischen sakral und profan
   Christians Leidenschaft für den Käse

   Eat-In
  

 
     





SPECIAL ERINNERUNG

Termine beim Salone und bei Terra Madre

  
Slow Food bietet beim Salone del Gusto ein umfangreiches Programm an Bildungsinitiativen: Im zentralen Bereich der Ausstellungsfläche – Bereich Educa (Halle 2) – findet das Spiel für die Sinne Gusto sbagliato für Kinder statt, und im Literarischen Café warten verschiedene Events, von denen wir hier auf Essen und Kino (Samstag Nachmittag), die Präsentation des Nationalen Schulgartenfests (Freitag, 11.30 Uhr), und die Buchvorstellung von "La pedagogia della lumaca" von G. Zavalloni (Samstag Nachmittag) hinweisen wollen.

Halle 5 ist der Bildung vorbehalten. Hier finden Sie den Bereich Orto in condotta (Schulgärten, nach Voranmeldung) für Schulklassen, der in vier Räume unterteilt ist: Saatgut – praktische Übungen für das Säen und Pflanzen; biologische Vielfalt – Analyse von verbreiteten Gemüsesorten; Saisonbezug – Wettbewerb für die besten Ideen einer „Vier-Jahreszeiten-Pizza“; Verkostung – Probieren verschiedener Zubereitungen des typischen Herbstgemüses, nämlich Kürbis, mit Anleitung. In den Räumen Master of Food finden vormittags Kurse für Schüler der Sekundarstufe II statt, am Nachmittag für Erwachsene. Und auch die Klassiker dürfen nicht fehlen: Geschmackserlebnisse und Theater des Geschmacks.

Über die Via Virtuosa, den exemplarischen Weg, erreicht man den Bereich Die Kantine im Kopf in dem die Realität der heutigen Gemeinschaftsgastronomie und die Vorschläge von Slow Food und einigen qualifizierten Partnern für die Zukunft vorgestellt und kommuniziert werden. Hier wird zweimal am Tag ein Kantinendienst im Sinne der Slow Food-Philosophie bereitgestellt, und jeden Tag um 16 Uhr finden runde Tische bei freiem Eintritt statt. Sie beschäftigen sich mit folgenden Themen:
Donnerstag, 23.10.: Gesundheit auf dem Teller. Bedeutung der Ernährung in der Krankenpflege.
Freitag, 24.10.: Lokal und saisonal. Die Einkaufsorganisation innerhalb der Verwaltung der Gemeinschaftsgastronomie.
Samstag, 25.10.: Auch die Kantine verlangt nach Kunst. Auseinandersetzung zwischen Köchen und Mitarbeitern der Gemeinschaftsgastronomie.
Sonntag, 26.10.: Eine Schulkantine, die alle mögen. Das Thema Ernährungserziehung im Schulalter.
Montag, 27.10.: Lokale Ökonomie und globale Gesundheit: Der soziale Dialog hinter den lokalen und europäischen Initiativen für die Ernährungserziehung, die Valorisierung lokaler Wirtschaft und für die Lösung der Umweltprobleme.

Die Kantine im Kopf ist auch im Oval (25. Oktober, 10.00 Uhr, Saal E) präsent, und zwar als einer der beiden Workshops der Erde. ), die sich speziell an die Delegierten von Terra Madre richten. Der zweite ist Die Lerngemeinschaften (26. Oktober, 10.00 Uhr, Saal B), in dem internationale Bildungsprojekte präsentiert und verglichen werden.
Speziell für die Delegierten von Terra Madre wird außerdem der Sinnespfad Zu den Wurzeln des Geschmacks angeboten, der ein Grundvokabular für die Beschreibung der geschmacklichen (organoleptischen) Eigenschaften der Produkte vermitteln will (Freitag, 24., und Samstag, 25.10., 10.00-17.00 Uhr, Sonntag, 26.10., 10.00-16.00 Uhr, Galerie in der Halle von Terra Madre).

Der Sinnespfad ist in drei Phasen gegliedert:
Videoraum: Mit dem Bericht einer Schulklasse und einigen lustigen Cartoons zeigt ein Video, wie unsere Sinnesorgane funktionieren und wie man sie trainieren und bewusst einsetzen kann.
Sinnespfad: Sechs Stationen, an denen man seine Sinne trainieren kann (Schmecken, Sehen, Riechen, Tasten, Hören).
Probierraum: Hier kann man seine Sinnesfähigkeiten auf die Probe stellen.
Auf der Webseite Programm Terra Madre kann man alle Uhrzeiten und Räume der Veranstaltungen einsehen.
Beim Salone del Gusto kann man außerdem an der Konferenz Das Schulgarten-Netzwerk teilnehmen (26. Oktober, 15.00 Uhr, Sala Cittàslow), in der über Erfahrungen mit Ernährungs- und Sinneserziehung und die Schulgärten in Italien und weltweit gesprochen wird.

Unter diesem Link finden Sie das vollständige Programm der Konferenzen von Terra Madre beim Salone del Gusto.

 
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Slow Food arbeitet zur Zeit an einem Bericht, der in über 65 Ländern die Aktivitäten vereinen soll, die von den Slow Food Convivien, von den Terra Madre Lebensmittelbündnissen und von allen unterstützt wurden, die daran glauben, dass es möglich ist, besser zu essen und das heutige Landwirtschafts- und Lebensmittelsystem zu ändern. Hier einige Beispiele aus dem Bericht.

 


Offene Türen auf dem Bauernhof
Die Kanadier Elna und Doug laden Schüler auf ihre Höfe ein

Die Edgar Farms in der Provinz Alberta (Kanada) sind seit rund sechs Generationen im Besitz der Familie Edgar. Heute werden sie von Elna und Doug geführt, die ein Erziehungsprogramm eingerichtet haben, für das sie ihre Felder in der Erntezeit (Mai und Juni) für Schülergruppen öffnen. Bei den Besichtigungen können die Kinder und Jugendlichen direkt mit den verschiedenen Produkten und Aspekten des Hofs in Berührung kommen: Milch und Fleisch, Spargel-, Bohnen- und Erbsenanbau. Elna begleitet sie beim Rundgang durch den Betrieb und erklärt ihnen den natürlichen Lebenszyklus und die richtige Saison für den Verzehr der Produkte. Dabei können die Teilnehmer alles selbst anfassen, probieren und auswählen.
Das Programm des Ehepaars Edgar will die Lücke in den schulischen Lehrplänen in Bezug auf die Lebensmittelerziehung füllen: Häufig ist das auf dem Hof vermittelte Grundwissen für die Kinder völlig neu, zum Beispiel die Tatsache, dass die Lebensmittel nicht nur aus den Lagern der Geschäfte, sondern vom Land kommen.
«Die Kinder haben die außerordentliche Macht, das Einkaufsverhalten und die Gewohnheiten ihrer Familien zu beeinflussen, und können so die frischen lokalen Produkte unterstützen. Nicht selten kommen sie am Wochenende mit ihren Eltern noch einmal zu uns!» erzählt Elna.
«Wenn der Schulbus vom Hof fährt und die Kinder mit ihren Freudenschreien wegbringt, überwältigt uns manchmal ein Gefühl der Leere, das wir aber gleich mit den Vorbereitungen füllen, um die nächste Führung zu organisieren», berichtet Doug. «Dann kehren wir ganz zufrieden – für uns, für unser Land und für die Zukunft – zu unseren Pflichten zurück».

Kontakt:
Doug und Elna Edgar
Erzeuger von Frischgemüse in der Gemeinschaft Innisfail, Kanada.
elna@edgarfarms.com


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Zutaten im Vergleich
Vergleichsworkshops für lokale und industrielle Lebensmittel in der Oberschule

In der Stadt Beriosa in der weißrussischen Region Brest arbeitet Slow Food zusammen mit der lokalen Oberschule an einem Programm für die Geschmackserziehung. Das Projekt will auf die Unterschiede zwischen lokalen Lebensmitteln und industriell hergestellten Produkten aufmerksam machen und bringt die Jugendlichen in Kontakt mit Erzeugern und Köchen aus ihrer Region. Die Methode in den Vergleichsworkshops ist einfach und unmittelbar: Die Schüler bereiten zwei Versionen des gleichen Gerichts mit verschiedenen Rohstoffen zu und beurteilen die Ergebnisse mit einer sensorischen Analyse.
Bisher wurde ein Kurs mit Unterrichtseinheiten über verschiedene Produkte der Region durchgeführt: Fisch, Käse, Wurst und Huhn. Die Klassen laden auch lokale Erzeuger zum Gespräch ein. Die Stunde über das Huhn zum Beispiel begann mit der Vorstellung der traditionellen Zucht- und Verarbeitungsmethoden durch einen Kleinbauern und dem Vergleich zwischen diesen und den industriellen Betrieben, die intensive Zuchtmethoden anwenden. Dann kochten die Schüler nach einem Rezept die zwei Arten von Hühnerfleisch und bewerteten die Gerichte durch eine sensorische Verkostung mit Anleitung.
Anschließend wurde an Eltern und Kinder ein Fragebogen verteilt, um die Reaktion der Schüler auf das Projekt zu beurteilen und zu erkennen, ob es ihre Ernährungsgewohnheiten geändert hat.
Die Reaktionen waren durchweg positiv: Ein Mädchen zum Beispiel berichtete, dass sie dank dieses Workshops nun zu Hause regelmäßig Fisch mit ihrer Mutter kocht.
Die Oberschule in Beriosa hofft, diesen Kurs definitiv in den Lehrplan der nächsten Jahre aufnehmen zu können, wobei die bisherigen Themen erweitert werden und den Angehörigen die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben werden soll. Vielleicht wird das Beispiel auch von anderen Schulen der Stadt übernommen.

Kontakt:
Vistunova Lidziya
Leiterin des Slow Food Conviviums Beriosa, Weißrussland
j.vistunova@slowfood.it



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Slow Kids
Zehn Tage Erziehung für die Jüngsten in Indonesien

Gregory Ernoult ist überzeugt, dass man es zwar den Leuten auch unendlich oft wiederholen kann, dass bestimmte Lebensmittel schädlich sind, aber es auch bessere Arten gibt, um ihre Gewohnheiten konkret zu ändern.
Da das Übergewicht sich zu einem wirklichen Notstand im Gesundheitswesen verwandelt, hat das Convivium Lippo Karawaci in Jakarta beschlossen, konkret etwas zu unternehmen, um jungen Menschen den Unterschied zwischen industriell behandelten und natürlich angebauten Produkten beizubringen.
In Zusammenarbeit mit einer lokalen Universität organisierte das Convivium ein zehntägiges gastronomisches Festival mit Geschmackserlebnissen und einem Slow Food Village. Dieses Dorf war eigens für die Geschmackserziehung für Kinder eingerichtet worden mit vier Zelten, in denen Workshops jeweils zu einem besonderen Thema stattfanden.
Im ersten Thema, Die Sinne entwickeln, wurde den Kindern erklärt, wie man Produkte aus Qualitätsrohstoffen von denen aus minderwertigen Rohstoffen unterscheidet. In einem anderen Workshop schnupperten die Kinder an sechs verschiedenen Behältern und sollten raten, welche Zutaten sich jeweils darin befanden. In der Stunde über Milch ging es um die Herkunft, die Vorzüge und die verschiedenen Arten der Milch, von Milch aus industrieller Produktion bis zu nicht pasteurisierter Milch vom Bauernhof. Die Kinder machten beim Melken mit, konnten danach die frische Rohmilch probieren und verglichen sie mit den verschiedenen Arten pasteurisierter Milch, die es im Handel gibt.
Der Workshop zum bewussten Verbrauch erwies sich als pädagogisch sehr wirksam. Die Kinder aßen ein Stück Banane, während im Hintergrund laut Nachrichten ausgestrahlt wurden. Anschließend außen sie in der Stille und wurden aufgefordert, sich zu konzentrieren, die Frucht bewusst zu kosten, auf ihre Farbe, Form und den Duft zu achten, sich auf den Geschmack zu konzentrieren. Am Ende diskutierten sie über diese beiden so verschiedenen Konsumarten.

Kontakt:
Gregory Ernoult
Convivienleiter Lippo Karawaci, Indonesien
E-Mail: gregerni@hotmail.com


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Junge Umweltschützer
Ein Erziehungsprojekt zur ländlichen Demokratie in Indien

Eine neue Generation in Indien wächst heran, die fast nichts über ihr Essen weiß. Interesse und Sorge um die Herkunft und Qualität der Nahrungsmittel oder die nachhaltige Landwirtschaft gehören nicht zu den Ernährungsthemen, auch in dieser Zeit, in der die Landwirtschaft und die ländliche Kultur in Indien vor großen Problemen stehen, wie aus der Zahl der Selbstmorde unter den Bauern brutal deutlich wird.
Die Supermärkte verdrängen die kleinen Einzelhändler vom Markt, die Regierung will die Straßenverkäufer abschaffen, die jüngste Agrarreform hat die Anbau von genveränderten Produkten unterstützt, und Fast Food verbreitet sich immer mehr.
Von dieser Situation alarmiert, setzt sich Rahul Rahul Antao von Slow Food Mumbai dafür ein, junge Menschen in die Verantwortung einzubeziehen, damit sie Einfluss nehmen. Im März 2007 begann er, mit der Young Ecologist Initiative zusammenzuarbeiten, einer Initiative der Slow Food Convivien und der indischen NGO Navdanya. Sie wurde von Vandana Shiva, der Vizepräsidentin von Slow Food International, gegründet, um «den jungen Menschen eine Stimme zu verschaffen, wenn man von ihrer Zukunft spricht».
Das Erziehungsprogramm ist um vier Säulen herum strukturiert: Akteure, Inhalt, Ressourcen und Ziele. Es nutzt interaktive Lehr- und Lernmethoden wie Brainstorming, Gruppenarbeit, Spiele, Diskussionen, Theater und alle anderen Aktivitäten, mit denen man auf andere Art lernt. Zu den Themen der Unterrichtseinheiten gehören: die Erde (Boden, Saatgut und Ernährungspolitik), die Luft (Klimawandel und Energie), das Leben/Lebensstil (Konsumhaltung und Nachhaltigkeit) und das Wasser.
Die Aktivitäten in der Klasse werden durch Kochunterricht ergänzt, wobei traditionelle Getreidesorten und biologisches Gemüse aus lokaler Produktion verwendet werden. Manchmal bauen die Kinder auch selbst das Gemüse nach organischen Prinzipien an.
Das Projekt der Jungen Umweltschützer hilft den Lehrern in allen Schulstufen, bei den Schülern Bewusstsein, Fähigkeiten und aktive Beteiligung effizient zu fördern.

Kontakt:
Maya Gobhurdhun
Stiftung Navdanya
navdanya@gmail.com


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YOUTH FOOD MOVEMENT


Integration in der Küche
In Wien werden Flüchtlinge und Immigranten Köche

Jelka Perusich ist die junge Koordinatorin des Projekts Wien Cooks, das im Sommer 2007 in Wien vom lokalen Convivium aufgenommen wurde.
Um die Integration von Flüchtlingen und Immigranten in die Wiener Gesellschaft zu unterstützen, hat das Slow Food Convivium beschlossen, zusammen mit dem Verein Connecting People ein Projekt aufzubauen, bei dem Flüchtlinge zu Köchen geschult werden.
Einige der Flüchtlinge sind Kinder oder Jugendliche, die allein ohne ihre Familien angekommen sind und Asyl suchen, andere sind Immigranten, die seit vielen Jahren in Österreich leben. Was ihnen allen gemeinsam ist, ist die Passion für die Küche und eine auffällige handwerkliche Geschicklichkeit. Sie bereiten typische Gerichte aus verschiedenen Ländern zu und laden die Gäste ein, ihre Kulturen kennen zu lernen. Außerdem bieten sie eine multikulturelle Koch-Show und professionelles Catering für Events und Feste.
Laut Jelka basiert die Philosophie der “Wiener Köche” auf der Überzeugung, dass Kochen, Essen und gemeinsamer Genuss für jede Kultur wesentlich ist. «Das kulinarische Erbe ist wesentlich für unsere Identität, ebenso wie die Musik, Literatur, Sprache oder Religion. In den Aromen und Geschmackseindrücken unserer Kindheit überlebt die Erinnerung und bleibt uns verbunden». Das gilt besonders für Menschen, die durch Umzug oder Migration ihre Wurzeln verloren haben oder ihre Heimat verlassen mussten. Wenn sie ihre eigenen typischen Gerichte kochen, können diese Menschen ihre Kultur lebendig erhalten und sie mit denen teilen, die heute zu ihrer neuen Heimat gehören.
Für die Zubereitung der Gerichte werden hochwertige lokale Saisonprodukte aus biologischem Anbau verwendet.

Kontakt:
Jelka Perusich
Mitglied des Slow Food Conviviums Wien
jelka.perusich@slowfoodwien.at


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Zwischen sakral und profan
Christians Leidenschaft für den Käse

Christian Schmelzer, 21 Jahre alt, studiert Theologie an der Universität Leipzig, und hat beschlossen, Käse mit Milben herzustellen!!!
In seiner Geburtsstadt Würchwitz in Sachsen-Anhalt hat Milbenkäse seit dem Mittelalter Tradition.
Im Frühjahr 2006 hat Christian seinen Betrieb gegründet. Grundlage für den Milbenkäse ist eine gut abgetropfte Käsemasse aus Ziegen-, Schaf- oder Kuhmilch. Der Käse reift in Holzkisten mit speziellen Käsemilben. Man braucht drei bis sechs Monate und besondere Sorgfalt bei der Handhabung des Produkts, damit dieser schwierige Prozess sich vollzieht. Der Käse wird ausschließlich vom Frühling bis zum Herbst hergestellt, weil die Milben im Winter nicht aktiv sind. Der Käse ist in der besten Reife, wenn er eine bernsteinfarbene Tönung erreicht und eine halbharte oder harte Konsistenz. Der ganz besondere Geschmack zeichnet sich durch eine bittere Note aus. Der Milbenkäse aus Würchwitz ist ein Passagier der Arche des Geschmacks von Slow Food und Christian ist einer der jungen Delegierten, die wir bei Terra Madre 2008 treffen können.

Christian Schmelzer
christianschmelzer@gmx.de


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Eat-In

Im Rahmen der ersten Slow Food Nation im August in San Francisco hatte auch eine einzigartige Initiative Premiere, die vom Youth Food Movement initiiert wurde: das Eat-In. Das erste Eat-In fand im Dolores Park in San Francisco statt, wo eine lange Tafel aufgebaut worden war. 250 Studenten und junge Bauern, Köche, Handwerker und Aktivisten aus allen Teilen der USA versammelten sich darum. Nach dem riesigen Erfolg in San Francisco wurde das Manifest des Eat-In bei ähnlichen Events auf der ganzen Welt verbreitet und wird auch bei Terra Madre in Umlauf sein: Am Samstag Abend wird es bei der Veranstaltung verteilt, die den über 100 jungen Delegierten gewidmet ist, die nach Turin kommen werden.

Manifest des Eat-In
Was ist ein Eat-In?
Ein Eat-In ist ein Protest gegen die Fast-Food-Kultur.
Ein Eat-In ist ein Appell für gute, saubere und faire Lebensmittel.
Ein Eat-In ist eine Erklärung, dass das Essen unsere gemeinsame Sprache und ein universelles Recht darstellt.
Ein Eat-In ist eine Feier aller Menschen, die unsere Lebensmittel anbauen, erzeugen, verkaufen und zubereiten.
Ein Eat-In ist ein Aufruf zur Aktion an die Generation, die unser Lebensmittelsystem erbt: Steigt aus dem Auto, schaltet den Computer aus und gesellt euch zu uns an den Tisch!


Wie man ein Eat-In veranstaltet
• Lade alte und neue Freund ein, in deiner Küche zu kochen. Ladet andere Freunde ein, in anderen Küchen zu kochen. Sowohl fünf als auch 50 Menschen können Eat-In.
• Geht auf die Bauernmärkte, kauft im Tante-Emma-Laden. Drückt denen die Hand, die eure Nahrungsmittel herstellen.
• Stellt euren Tisch in einem Park, in einem Bauernhof, vor dem Rathaus oder auf dem Parkplatz von McDonald’s auf.
• Esst gemeinsam.

Weitere Informationen und das Fotoarchiv vom Eat-In in San Francisco finden Sie hier.



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  EDITORIAL
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Der Baum: Laubwerk, Lebenssaft, Wurzeln

Im ganzen Verein greift das besondere Klima um sich, das im Oktober mit dem Salone del Gusto und seit nunmehr vier Jahren mit Terra Madre seinen Höhepunkt findet.
Ich denke dabei an die Atmosphäre jener Tage im Herbst, wenn wir uns alle zwei Jahre „live“ treffen: Wir Mitglieder und Menschen, die in verschiedener Hinsicht für Slow Food arbeiten, aber auch alle Sympathisanten, die als ein immer besser geschultes Publikum auftreten, die Erzeuger aus aller Welt, Bauern, Fischer, Nomaden und Handwerker der Lebensmittelbündnisse.
Das Messezentrum Lingotto mit dem Oval in Turin – wo sich all die vielfältigen Menschen versammeln, die uns besuchen, um sich dann vier Tage lang über ganz Piemont zu verteilen – wird zu einem Konzentrat aus Gefühlen, Wissen, Kulturen, gutem Essen, Geselligkeit, Festlichkeit, außerordentlichen Ideen. Dies ist die Repräsentation und der höchste Ausdruck von allem, was Slow Food darstellt – ein Event, das nicht nur Glücksgefühle in den Menschen hervorruft, die stark daran glauben, sondern das auch mit einer besonderen Aufmerksamkeit zu erleben ist, denn es ist immer Vorbote für neue Anregungen, Ansätze und Inspirationen.
Der Salone del Gusto wird in diesem Jahr noch stärker mit Terra Madre verknüpft: Immer mehr werden beide zu einer einzigen Veranstaltung, auch physisch, wie es von Anfang an für dieses doppelte Abenteuer gedacht war, das zu einem einzigen großen Projekt zusammengeflossen ist. Es handelt sich um ein Weltereignis, das die ganze Diversität und Komplexität umfasst, die unsere Bewegung beseelt. Die grafische Darstellung, die für die Werbung dieses Jahr gewählt wurde, nutzt eine Metapher, die ich gern verwende: einen stilisierten Baum. Die Erzeuger der Lebensmittelbündnisse und ihre Kulturen – also Terra Madre – sind die Wurzeln, das Laubwerk und die Zweige dagegen sind die Produzenten des Salone del Gusto, die die Früchte ihres Wissens und Könnens ausstellen. Die Wurzeln sind fest in der Erde verankert und sehr weit verzweigt, die Zweige ragen weit hinauf in die Luft. Der Lebenssaft dieses Baumes sind die Ideen von Slow Food, die zirkulieren, geteilt und mitgeteilt werden, um das gesamte System zu unterstützen und zu nähren.
Dies ist auch das erste Mal, dass eine Veranstaltung dieser Ausmaße ein so ehrgeiziges Ziel wie “Zero impact” verfolgt: keine Umweltauswirkungen bei den CO2-Emissionen und der Abfallerzeugung. Das Projekt ist umfangreich und ich fordere Sie alle auf, sich vor, während und nach dem Salone damit zu beschäftigen, denn es geht darum, sich so zu verhalten, dass es fast keine zerstörenden Auswirkungen für unseren Planeten gibt. Dies ist ein anderer Traum, der sich langsam realisiert, eine andere Art, sich im Verhalten konsequent zu den eigenen Äußerungen zu erweisen, auch wenn es schwierige Schritte sind, die viele Probleme mit sich bringen und vielleicht bei den ersten Versuchen noch nicht perfekt gelingen. Aber es ist zweifellos besser, es zu versuchen, als passiv zu bleiben oder sich auf das Theoretisieren zu beschränken.

Carlo Petrini
President von Slow Food

Aus Slowfood 36



 
 




  KALENDER
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Salone del Gusto - Terra Madre
23.-27. Oktober
Turin, Italien

Slow Fisch
7.-9. November
Bremen, Deutschland


 



 
2008 sind der Salone del Gusto und Terra Madre sich so “nah” wie nie zuvor.

Eine wichtige Gelegenheit für die Begegnung zwischen den Besuchern des Salone und den Lebensmittelbündnissen sind die Konferenzen zu den großen Themen von Terra Madre, die im Lingotto organisiert werden.
Lebensmittelsicherheit, Klimawandel, lokale Wirtschaft, Saatgut und Biopiraterie sind nur einige der Aspekte, über die bedeutende Referenten, aber auch viele der beruflich Betroffenen diskutieren werden. Hochwertige Lebensmittel brauchen diese Berufsbilder, um erzeugt, verarbeitet, gehandelt und verzehrt zu werden und um zu einer Ressource für die Wirtschaft, die Umwelt, die Gesellschaft und die Kultur zu werden.
Einige Konferenzen sind speziell der biologischen Vielfalt gewidmet, sie behandeln ausführlich aktuelle Themen und Projekte der Slow Food Stiftung für die biologische Vielfalt.

Klicken Sie hier um das Programm der Konferenzen herunterzuladen:

Klicken Sie hier wenn sie an der Terra Madre Eröffnungs- oder Schlusszeremonie oder an den Workshops teilennehmen möchten.

Auf der Website des Salone del Gusto finden Sie alle Informationen über das Event in Turin und können sich für die vielen Veranstaltungen im Programm anmelden:

 
  Geschmackserlebnisse, die bekannten Verkostungen mit Anleitung von Slow Food im Beisein von Erzeugern und Fachleuten;
Theater des Geschmacks, die Bühne für italienische und internationale Köche, die hier live ihre Symbolgerichte zubereiten;
Master of Food, Veranstaltungen zur Entdeckung einiger öno-gastronomischer Produkte: Tee, Obst und Gemüse, Fleisch, Gewürzen, Destillaten, Kaffee und vielen anderen Produkten;
Autorengespräche und Workshops der Erinnerung, Veranstaltungen mit Persönlichkeiten aus der Wein- und Gastronomiewelt, die ihre Geschichte erzählen und Kostproben ihrer Symbolprodukte anbieten;
Verabredungen zum Essen, 20 Menüs in Turin und ganz Piemont in historischen Adelssitzen und Schlössern;
Il caffè di Slow Food, Gespräche und Buchvorstellungen von Slow Food Editore: eine Reise durch Worte, Lebensmittel, Wein und Liköre.

 
 
 
Terra Madre
, das Welttreffen der Lebensmittelbündnisse, ist das größte Kulturevent,00 Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Terra Madre ermöglicht einen außerordentlichen Austausch von Informationen, Ideen und Lösungen unter den Delegierten der Lebensmittelbündnisse, der sich als das wirksamste Mittel erweist, um ihre Arbeit und die biologische Vielfalt im Agrar- und Lebensmittelbereich zu schützen. Damit Terra Madre realisiert werden kann, ist der signifikante Beitrag von all unseren Spendern und allen verschiedenen Kategorien von Förderern wichtig, die uns mit verschiedenen Beitragsformen, jeder in der für ihn passenden Art, helfen, dieses ehrgeizige Projekt Wirklichkeit werden zu lassen. das Slow Food organisiert, bei dem über 5.0
Auch dieses Jahr brauchen wir Ihre Hilfe für Terra Madre, damit wir es den Delegierten aus den Entwicklungsländern ermöglichen können, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Auch dieses Jahr brauchen wir Ihre Hilfe für Terra Madre, damit wir es den Delegierten aus den Entwicklungsländern ermöglichen können, an der Veranstaltung teilzunehmen.
 
 
 





Mit eingenen Worten


  Ich bin sehr glücklich, all diese Menschen mit einem gemeinsamen Ziel vereint zu sehen: die Suche nach neuen und besseren Lösungen, um nachhaltige Lebensmittelproduktionen in Irland zu verbreiten. Ich bin überzeugt, dass dies nur der Anfang für eine strahlende Zukunft der nachhaltigen Lebensmittel ist. Es ist ein neuer Weg, der von unseren Bauern, Fischern und Erzeugern begangen werden kann, aber auch etwas, das unser Land bereichern kann.  
     
  Mary McAleese
Staatspräsidentin von Irland
Terra Madre Irland 2008
 


  Bei Terra Madre 2006 haben meine Frau Iolanda und ich Bernadette Monnè als Gast bei uns gehabt, eine Delegierte aus Burkina Faso.
Wir waren beeindruckt und betroffen von den Erzählungen aus ihrem Land und wollten dann etwas tun, um ihr konkret zu helfen. So entstand das Projekt KARINA (KARitè in burkINA), das einer Gruppe von 200 Frauen in Ouagadougou helfen will, ein kleines Unternehmen aufzubauen, um Karitèbutter (auch Sheabutter) und andere Produkte weiterhin mit natürlichen und traditionellen Techniken herzustellen und auf den nationalen und internationalen Markt zu bringen.
 
     
  Gianfranco Molinar Min Beciet
gfmolinar@tiscalinet.it
 







       
Foto:
Förderkreis in der Grotte gereifter Ziegenkäse aus Jämtland
 





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