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Oktober 2008
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In
dieser Ausgabe: |

SPECIAL
ERINNERUNG
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Termine
beim Salone und bei Terra Madre |
Slow Food bietet beim Salone del
Gusto ein umfangreiches Programm an Bildungsinitiativen:
Im zentralen Bereich der Ausstellungsfläche –
Bereich Educa (Halle 2) – findet das Spiel für
die Sinne Gusto sbagliato für Kinder statt, und
im Literarischen
Café warten verschiedene Events,
von denen wir hier auf Essen und Kino (Samstag Nachmittag),
die Präsentation des Nationalen Schulgartenfests
(Freitag, 11.30 Uhr), und die Buchvorstellung von "La
pedagogia della lumaca" von G. Zavalloni (Samstag
Nachmittag) hinweisen wollen.
Halle
5 ist der Bildung vorbehalten. Hier finden
Sie den Bereich Orto in condotta (Schulgärten,
nach Voranmeldung) für Schulklassen, der in vier
Räume unterteilt ist: Saatgut – praktische
Übungen für das Säen und Pflanzen; biologische
Vielfalt – Analyse von verbreiteten Gemüsesorten;
Saisonbezug – Wettbewerb für die besten Ideen
einer „Vier-Jahreszeiten-Pizza“; Verkostung
– Probieren verschiedener Zubereitungen des typischen
Herbstgemüses, nämlich Kürbis, mit Anleitung.
In den Räumen Master
of Food finden vormittags Kurse für
Schüler der Sekundarstufe II statt, am Nachmittag
für Erwachsene. Und auch die Klassiker dürfen
nicht fehlen: Geschmackserlebnisse und Theater des Geschmacks.
Über die Via Virtuosa, den exemplarischen Weg,
erreicht man den Bereich Die
Kantine im Kopf in dem die Realität
der heutigen Gemeinschaftsgastronomie und die Vorschläge
von Slow Food und einigen qualifizierten Partnern für
die Zukunft vorgestellt und kommuniziert werden. Hier
wird zweimal am Tag ein Kantinendienst im Sinne der
Slow Food-Philosophie bereitgestellt, und jeden Tag
um 16 Uhr finden runde Tische bei freiem Eintritt statt.
Sie beschäftigen sich mit folgenden Themen:
Donnerstag, 23.10.: Gesundheit auf dem Teller. Bedeutung
der Ernährung in der Krankenpflege.
Freitag, 24.10.: Lokal und saisonal. Die Einkaufsorganisation
innerhalb der Verwaltung der Gemeinschaftsgastronomie.
Samstag, 25.10.: Auch die Kantine verlangt nach Kunst.
Auseinandersetzung zwischen Köchen und Mitarbeitern
der Gemeinschaftsgastronomie.
Sonntag, 26.10.: Eine Schulkantine, die alle mögen.
Das Thema Ernährungserziehung im Schulalter.
Montag, 27.10.: Lokale Ökonomie und globale Gesundheit:
Der soziale Dialog hinter den lokalen und europäischen
Initiativen für die Ernährungserziehung, die
Valorisierung lokaler Wirtschaft und für die Lösung
der Umweltprobleme.
Die Kantine im Kopf ist auch im Oval (25. Oktober, 10.00
Uhr, Saal E) präsent, und zwar als einer der beiden
Workshops der Erde. ), die sich speziell an die Delegierten
von Terra Madre richten. Der zweite ist Die Lerngemeinschaften
(26. Oktober, 10.00 Uhr, Saal B), in dem internationale
Bildungsprojekte präsentiert und verglichen werden.
Speziell für die Delegierten von Terra Madre wird
außerdem der Sinnespfad Zu den Wurzeln des Geschmacks
angeboten, der ein Grundvokabular für die Beschreibung
der geschmacklichen (organoleptischen) Eigenschaften
der Produkte vermitteln will (Freitag, 24., und Samstag,
25.10., 10.00-17.00 Uhr, Sonntag, 26.10., 10.00-16.00
Uhr, Galerie in der Halle von Terra Madre).
Der Sinnespfad ist in drei Phasen
gegliedert:
Videoraum: Mit dem Bericht einer Schulklasse und einigen
lustigen Cartoons zeigt ein Video, wie unsere Sinnesorgane
funktionieren und wie man sie trainieren und bewusst
einsetzen kann.
Sinnespfad: Sechs Stationen, an denen man seine Sinne
trainieren kann (Schmecken, Sehen, Riechen, Tasten,
Hören).
Probierraum: Hier kann man seine Sinnesfähigkeiten
auf die Probe stellen.
Auf der Webseite Programm Terra Madre kann man alle
Uhrzeiten und Räume der Veranstaltungen einsehen.
Beim Salone del Gusto kann man außerdem an der
Konferenz Das Schulgarten-Netzwerk teilnehmen (26. Oktober,
15.00 Uhr, Sala Cittàslow), in der über
Erfahrungen mit Ernährungs- und Sinneserziehung
und die Schulgärten in Italien und weltweit gesprochen
wird.
Unter
diesem Link finden Sie das vollständige Programm
der Konferenzen von Terra Madre beim Salone del Gusto.
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Slow Food arbeitet zur Zeit an einem
Bericht, der in über 65 Ländern
die Aktivitäten vereinen soll, die
von den Slow Food Convivien, von den Terra
Madre Lebensmittelbündnissen und von
allen unterstützt wurden, die daran
glauben, dass es möglich ist, besser
zu essen und das heutige Landwirtschafts-
und Lebensmittelsystem zu ändern. Hier
einige Beispiele aus dem Bericht.
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Offene
Türen auf dem Bauernhof
Die Kanadier
Elna und Doug laden Schüler auf ihre Höfe
ein |
Die Edgar Farms in der Provinz Alberta (Kanada) sind seit
rund sechs Generationen im Besitz der Familie Edgar. Heute
werden sie von Elna und Doug geführt, die ein Erziehungsprogramm
eingerichtet haben, für das sie ihre Felder in der
Erntezeit (Mai und Juni) für Schülergruppen
öffnen. Bei den Besichtigungen können die Kinder
und Jugendlichen direkt mit den verschiedenen Produkten
und Aspekten des Hofs in Berührung kommen: Milch
und Fleisch, Spargel-, Bohnen- und Erbsenanbau. Elna begleitet
sie beim Rundgang durch den Betrieb und erklärt ihnen
den natürlichen Lebenszyklus und die richtige Saison
für den Verzehr der Produkte. Dabei können die
Teilnehmer alles selbst anfassen, probieren und auswählen.
Das Programm des Ehepaars Edgar will die Lücke in
den schulischen Lehrplänen in Bezug auf die Lebensmittelerziehung
füllen: Häufig ist das auf dem Hof vermittelte
Grundwissen für die Kinder völlig neu, zum Beispiel
die Tatsache, dass die Lebensmittel nicht nur aus den
Lagern der Geschäfte, sondern vom Land kommen.
«Die Kinder haben die außerordentliche Macht,
das Einkaufsverhalten und die Gewohnheiten ihrer Familien
zu beeinflussen, und können so die frischen lokalen
Produkte unterstützen. Nicht selten kommen sie am
Wochenende mit ihren Eltern noch einmal zu uns!»
erzählt Elna.
«Wenn der Schulbus vom Hof fährt und die Kinder
mit ihren Freudenschreien wegbringt, überwältigt
uns manchmal ein Gefühl der Leere, das wir aber gleich
mit den Vorbereitungen füllen, um die nächste
Führung zu organisieren», berichtet Doug. «Dann
kehren wir ganz zufrieden – für uns, für
unser Land und für die Zukunft – zu unseren
Pflichten zurück».
Kontakt:
Doug und Elna Edgar
Erzeuger von Frischgemüse in der Gemeinschaft Innisfail,
Kanada.
elna@edgarfarms.com
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Zutaten im Vergleich
Vergleichsworkshops
für lokale und industrielle Lebensmittel in
der Oberschule |
In der Stadt Beriosa in der weißrussischen Region
Brest arbeitet Slow Food zusammen mit der lokalen Oberschule
an einem Programm für die Geschmackserziehung. Das
Projekt will auf die Unterschiede zwischen lokalen Lebensmitteln
und industriell hergestellten Produkten aufmerksam machen
und bringt die Jugendlichen in Kontakt mit Erzeugern und
Köchen aus ihrer Region. Die Methode in den Vergleichsworkshops
ist einfach und unmittelbar: Die Schüler bereiten
zwei Versionen des gleichen Gerichts mit verschiedenen
Rohstoffen zu und beurteilen die Ergebnisse mit einer
sensorischen Analyse.
Bisher wurde ein Kurs mit Unterrichtseinheiten über
verschiedene Produkte der Region durchgeführt: Fisch,
Käse, Wurst und Huhn. Die Klassen laden auch lokale
Erzeuger zum Gespräch ein. Die Stunde über das
Huhn zum Beispiel begann mit der Vorstellung der traditionellen
Zucht- und Verarbeitungsmethoden durch einen Kleinbauern
und dem Vergleich zwischen diesen und den industriellen
Betrieben, die intensive Zuchtmethoden anwenden. Dann
kochten die Schüler nach einem Rezept die zwei Arten
von Hühnerfleisch und bewerteten die Gerichte durch
eine sensorische Verkostung mit Anleitung.
Anschließend wurde an Eltern und Kinder ein Fragebogen
verteilt, um die Reaktion der Schüler auf das Projekt
zu beurteilen und zu erkennen, ob es ihre Ernährungsgewohnheiten
geändert hat.
Die Reaktionen waren durchweg positiv: Ein Mädchen
zum Beispiel berichtete, dass sie dank dieses Workshops
nun zu Hause regelmäßig Fisch mit ihrer Mutter
kocht.
Die Oberschule in Beriosa hofft, diesen Kurs definitiv
in den Lehrplan der nächsten Jahre aufnehmen zu können,
wobei die bisherigen Themen erweitert werden und den Angehörigen
die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben werden soll.
Vielleicht wird das Beispiel auch von anderen Schulen
der Stadt übernommen.
Kontakt:
Vistunova Lidziya
Leiterin des Slow Food Conviviums Beriosa, Weißrussland
j.vistunova@slowfood.it
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Slow
Kids
Zehn Tage Erziehung
für die Jüngsten in Indonesien |
Gregory Ernoult ist überzeugt, dass man es zwar den
Leuten auch unendlich oft wiederholen kann, dass bestimmte
Lebensmittel schädlich sind, aber es auch bessere
Arten gibt, um ihre Gewohnheiten konkret zu ändern.
Da das Übergewicht sich zu einem wirklichen Notstand
im Gesundheitswesen verwandelt, hat das Convivium Lippo
Karawaci in Jakarta beschlossen, konkret etwas zu unternehmen,
um jungen Menschen den Unterschied zwischen industriell
behandelten und natürlich angebauten Produkten beizubringen.
In Zusammenarbeit mit einer lokalen Universität organisierte
das Convivium ein zehntägiges gastronomisches Festival
mit Geschmackserlebnissen und einem Slow Food Village.
Dieses Dorf war eigens für die Geschmackserziehung
für Kinder eingerichtet worden mit vier Zelten, in
denen Workshops jeweils zu einem besonderen Thema stattfanden.
Im ersten Thema, Die Sinne entwickeln, wurde den Kindern
erklärt, wie man Produkte aus Qualitätsrohstoffen
von denen aus minderwertigen Rohstoffen unterscheidet.
In einem anderen Workshop schnupperten die Kinder an sechs
verschiedenen Behältern und sollten raten, welche
Zutaten sich jeweils darin befanden. In der Stunde über
Milch ging es um die Herkunft, die Vorzüge und die
verschiedenen Arten der Milch, von Milch aus industrieller
Produktion bis zu nicht pasteurisierter Milch vom Bauernhof.
Die Kinder machten beim Melken mit, konnten danach die
frische Rohmilch probieren und verglichen sie mit den
verschiedenen Arten pasteurisierter Milch, die es im Handel
gibt.
Der Workshop zum bewussten Verbrauch erwies sich als pädagogisch
sehr wirksam. Die Kinder aßen ein Stück Banane,
während im Hintergrund laut Nachrichten ausgestrahlt
wurden. Anschließend außen sie in der Stille
und wurden aufgefordert, sich zu konzentrieren, die Frucht
bewusst zu kosten, auf ihre Farbe, Form und den Duft zu
achten, sich auf den Geschmack zu konzentrieren. Am Ende
diskutierten sie über diese beiden so verschiedenen
Konsumarten.
Kontakt:
Gregory Ernoult
Convivienleiter Lippo Karawaci, Indonesien
E-Mail: gregerni@hotmail.com
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Junge
Umweltschützer
Ein Erziehungsprojekt
zur ländlichen Demokratie in Indien |
Eine neue Generation in Indien wächst heran, die
fast nichts über ihr Essen weiß. Interesse
und Sorge um die Herkunft und Qualität der Nahrungsmittel
oder die nachhaltige Landwirtschaft gehören nicht
zu den Ernährungsthemen, auch in dieser Zeit, in
der die Landwirtschaft und die ländliche Kultur in
Indien vor großen Problemen stehen, wie aus der
Zahl der Selbstmorde unter den Bauern brutal deutlich
wird.
Die Supermärkte verdrängen die kleinen Einzelhändler
vom Markt, die Regierung will die Straßenverkäufer
abschaffen, die jüngste Agrarreform hat die Anbau
von genveränderten Produkten unterstützt, und
Fast Food verbreitet sich immer mehr.
Von dieser Situation alarmiert, setzt sich Rahul Rahul
Antao von Slow Food Mumbai dafür ein, junge Menschen
in die Verantwortung einzubeziehen, damit sie Einfluss
nehmen. Im März 2007 begann er, mit der Young Ecologist
Initiative zusammenzuarbeiten, einer Initiative der Slow
Food Convivien und der indischen NGO Navdanya. Sie wurde
von Vandana Shiva, der Vizepräsidentin von Slow Food
International, gegründet, um «den jungen Menschen
eine Stimme zu verschaffen, wenn man von ihrer Zukunft
spricht».
Das Erziehungsprogramm ist um vier Säulen herum strukturiert:
Akteure, Inhalt, Ressourcen und Ziele. Es nutzt interaktive
Lehr- und Lernmethoden wie Brainstorming, Gruppenarbeit,
Spiele, Diskussionen, Theater und alle anderen Aktivitäten,
mit denen man auf andere Art lernt. Zu den Themen der
Unterrichtseinheiten gehören: die Erde (Boden, Saatgut
und Ernährungspolitik), die Luft (Klimawandel und
Energie), das Leben/Lebensstil (Konsumhaltung und Nachhaltigkeit)
und das Wasser.
Die Aktivitäten in der Klasse werden durch Kochunterricht
ergänzt, wobei traditionelle Getreidesorten und biologisches
Gemüse aus lokaler Produktion verwendet werden. Manchmal
bauen die Kinder auch selbst das Gemüse nach organischen
Prinzipien an.
Das Projekt der Jungen Umweltschützer hilft den Lehrern
in allen Schulstufen, bei den Schülern Bewusstsein,
Fähigkeiten und aktive Beteiligung effizient zu fördern.
Kontakt:
Maya Gobhurdhun
Stiftung Navdanya
navdanya@gmail.com
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YOUTH
FOOD MOVEMENT
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Integration
in der Küche
In Wien werden
Flüchtlinge und Immigranten Köche |
Jelka Perusich ist die junge Koordinatorin
des Projekts Wien Cooks, das im Sommer 2007 in Wien
vom lokalen Convivium aufgenommen wurde.
Um die Integration von Flüchtlingen und Immigranten
in die Wiener Gesellschaft zu unterstützen, hat
das Slow Food Convivium beschlossen, zusammen mit dem
Verein Connecting People ein Projekt aufzubauen, bei
dem Flüchtlinge zu Köchen geschult werden.
Einige der Flüchtlinge sind Kinder oder Jugendliche,
die allein ohne ihre Familien angekommen sind und Asyl
suchen, andere sind Immigranten, die seit vielen Jahren
in Österreich leben. Was ihnen allen gemeinsam
ist, ist die Passion für die Küche und eine
auffällige handwerkliche Geschicklichkeit. Sie
bereiten typische Gerichte aus verschiedenen Ländern
zu und laden die Gäste ein, ihre Kulturen kennen
zu lernen. Außerdem bieten sie eine multikulturelle
Koch-Show und professionelles Catering für Events
und Feste.
Laut Jelka basiert die Philosophie der “Wiener
Köche” auf der Überzeugung, dass Kochen,
Essen und gemeinsamer Genuss für jede Kultur wesentlich
ist. «Das kulinarische Erbe ist wesentlich für
unsere Identität, ebenso wie die Musik, Literatur,
Sprache oder Religion. In den Aromen und Geschmackseindrücken
unserer Kindheit überlebt die Erinnerung und bleibt
uns verbunden». Das gilt besonders für Menschen,
die durch Umzug oder Migration ihre Wurzeln verloren
haben oder ihre Heimat verlassen mussten. Wenn sie ihre
eigenen typischen Gerichte kochen, können diese
Menschen ihre Kultur lebendig erhalten und sie mit denen
teilen, die heute zu ihrer neuen Heimat gehören.
Für die Zubereitung der Gerichte werden hochwertige
lokale Saisonprodukte aus biologischem Anbau verwendet.
Kontakt:
Jelka Perusich
Mitglied des Slow Food Conviviums Wien
jelka.perusich@slowfoodwien.at
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Zwischen
sakral und profan
Christians
Leidenschaft für den Käse |
Christian Schmelzer, 21 Jahre alt,
studiert Theologie an der Universität Leipzig,
und hat beschlossen, Käse mit Milben herzustellen!!!
In seiner Geburtsstadt Würchwitz in Sachsen-Anhalt
hat Milbenkäse seit dem Mittelalter Tradition.
Im Frühjahr 2006 hat Christian seinen Betrieb gegründet.
Grundlage für den Milbenkäse ist eine gut
abgetropfte Käsemasse aus Ziegen-, Schaf- oder
Kuhmilch. Der Käse reift in Holzkisten mit speziellen
Käsemilben. Man braucht drei bis sechs Monate und
besondere Sorgfalt bei der Handhabung des Produkts,
damit dieser schwierige Prozess sich vollzieht. Der
Käse wird ausschließlich vom Frühling
bis zum Herbst hergestellt, weil die Milben im Winter
nicht aktiv sind. Der Käse ist in der besten Reife,
wenn er eine bernsteinfarbene Tönung erreicht und
eine halbharte oder harte Konsistenz. Der ganz besondere
Geschmack zeichnet sich durch eine bittere Note aus.
Der Milbenkäse aus Würchwitz ist ein Passagier
der Arche des Geschmacks von Slow Food und Christian
ist einer der jungen Delegierten, die wir bei Terra
Madre 2008 treffen können.
Christian Schmelzer
christianschmelzer@gmx.de
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Eat-In |
Im Rahmen der ersten Slow Food
Nation im August in San Francisco hatte auch eine einzigartige
Initiative Premiere, die vom Youth Food Movement initiiert
wurde: das Eat-In. Das erste Eat-In fand im Dolores
Park in San Francisco statt, wo eine lange Tafel aufgebaut
worden war. 250 Studenten und junge Bauern, Köche,
Handwerker und Aktivisten aus allen Teilen der USA versammelten
sich darum. Nach dem riesigen Erfolg in San Francisco
wurde das Manifest des Eat-In bei ähnlichen Events
auf der ganzen Welt verbreitet und wird auch bei Terra
Madre in Umlauf sein: Am Samstag Abend wird es bei der
Veranstaltung verteilt, die den über 100 jungen
Delegierten gewidmet ist, die nach Turin kommen werden.
Manifest des Eat-In
Was ist ein Eat-In?
Ein Eat-In ist ein Protest gegen die Fast-Food-Kultur.
Ein Eat-In ist ein Appell für gute, saubere und
faire Lebensmittel.
Ein Eat-In ist eine Erklärung, dass das Essen unsere
gemeinsame Sprache und ein universelles Recht darstellt.
Ein Eat-In ist eine Feier aller Menschen, die unsere
Lebensmittel anbauen, erzeugen, verkaufen und zubereiten.
Ein Eat-In ist ein Aufruf zur Aktion an die Generation,
die unser Lebensmittelsystem erbt: Steigt aus dem Auto,
schaltet den Computer aus und gesellt euch zu uns an
den Tisch!
Wie man ein Eat-In veranstaltet
• Lade alte und neue Freund ein, in deiner Küche
zu kochen. Ladet andere Freunde ein, in anderen Küchen
zu kochen. Sowohl fünf als auch 50 Menschen können
Eat-In.
• Geht auf die Bauernmärkte, kauft im Tante-Emma-Laden.
Drückt denen die Hand, die eure Nahrungsmittel
herstellen.
• Stellt euren Tisch in einem Park, in einem Bauernhof,
vor dem Rathaus oder auf dem Parkplatz von McDonald’s
auf.
• Esst gemeinsam.
Weitere Informationen und das Fotoarchiv vom
Eat-In in San Francisco finden
Sie hier.
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EDITORIAL
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Der Baum: Laubwerk, Lebenssaft, Wurzeln
Im ganzen Verein greift das besondere Klima um sich,
das im Oktober mit dem Salone del Gusto und seit
nunmehr vier Jahren mit Terra Madre seinen Höhepunkt
findet.
Ich denke dabei an die Atmosphäre jener Tage
im Herbst, wenn wir uns alle zwei Jahre „live“
treffen: Wir Mitglieder und Menschen, die in verschiedener
Hinsicht für Slow Food arbeiten, aber auch
alle Sympathisanten, die als ein immer besser geschultes
Publikum auftreten, die Erzeuger aus aller Welt,
Bauern, Fischer, Nomaden und Handwerker der Lebensmittelbündnisse.
Das Messezentrum Lingotto mit dem Oval in Turin
– wo sich all die vielfältigen Menschen
versammeln, die uns besuchen, um sich dann vier
Tage lang über ganz Piemont zu verteilen –
wird zu einem Konzentrat aus Gefühlen, Wissen,
Kulturen, gutem Essen, Geselligkeit, Festlichkeit,
außerordentlichen Ideen. Dies ist die Repräsentation
und der höchste Ausdruck von allem, was Slow
Food darstellt – ein Event, das nicht nur
Glücksgefühle in den Menschen hervorruft,
die stark daran glauben, sondern das auch mit einer
besonderen Aufmerksamkeit zu erleben ist, denn es
ist immer Vorbote für neue Anregungen, Ansätze
und Inspirationen.
Der Salone del Gusto wird in diesem Jahr noch stärker
mit Terra Madre verknüpft: Immer mehr werden
beide zu einer einzigen Veranstaltung, auch physisch,
wie es von Anfang an für dieses doppelte Abenteuer
gedacht war, das zu einem einzigen großen
Projekt zusammengeflossen ist. Es handelt sich um
ein Weltereignis, das die ganze Diversität
und Komplexität umfasst, die unsere Bewegung
beseelt. Die grafische Darstellung, die für
die Werbung dieses Jahr gewählt wurde, nutzt
eine Metapher, die ich gern verwende: einen stilisierten
Baum. Die Erzeuger der Lebensmittelbündnisse
und ihre Kulturen – also Terra Madre –
sind die Wurzeln, das Laubwerk und die Zweige dagegen
sind die Produzenten des Salone del Gusto, die die
Früchte ihres Wissens und Könnens ausstellen.
Die Wurzeln sind fest in der Erde verankert und
sehr weit verzweigt, die Zweige ragen weit hinauf
in die Luft. Der Lebenssaft dieses Baumes sind die
Ideen von Slow Food, die zirkulieren, geteilt und
mitgeteilt werden, um das gesamte System zu unterstützen
und zu nähren.
Dies ist auch das erste Mal, dass eine Veranstaltung
dieser Ausmaße ein so ehrgeiziges Ziel wie
“Zero impact” verfolgt: keine Umweltauswirkungen
bei den CO2-Emissionen und der Abfallerzeugung.
Das Projekt ist umfangreich und ich fordere Sie
alle auf, sich vor, während und nach dem Salone
damit zu beschäftigen, denn es geht darum,
sich so zu verhalten, dass es fast keine zerstörenden
Auswirkungen für unseren Planeten gibt. Dies
ist ein anderer Traum, der sich langsam realisiert,
eine andere Art, sich im Verhalten konsequent zu
den eigenen Äußerungen zu erweisen, auch
wenn es schwierige Schritte sind, die viele Probleme
mit sich bringen und vielleicht bei den ersten Versuchen
noch nicht perfekt gelingen. Aber es ist zweifellos
besser, es zu versuchen, als passiv zu bleiben oder
sich auf das Theoretisieren zu beschränken.
Carlo Petrini
President von Slow Food
Aus Slowfood 36
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2008 sind der Salone del Gusto und Terra Madre
sich so “nah” wie nie zuvor.
Eine wichtige Gelegenheit für die Begegnung
zwischen den Besuchern des Salone und den
Lebensmittelbündnissen sind die Konferenzen
zu den großen Themen von Terra Madre,
die im Lingotto organisiert werden.
Lebensmittelsicherheit, Klimawandel, lokale
Wirtschaft, Saatgut und Biopiraterie sind
nur einige der Aspekte, über die bedeutende
Referenten, aber auch viele der beruflich
Betroffenen diskutieren werden. Hochwertige
Lebensmittel brauchen diese Berufsbilder,
um erzeugt, verarbeitet, gehandelt und verzehrt
zu werden und um zu einer Ressource für
die Wirtschaft, die Umwelt, die Gesellschaft
und die Kultur zu werden.
Einige Konferenzen sind speziell der biologischen
Vielfalt gewidmet, sie behandeln ausführlich
aktuelle Themen und Projekte der Slow Food
Stiftung für die biologische Vielfalt.
Klicken
Sie hier um das Programm der Konferenzen
herunterzuladen:
Klicken
Sie hier wenn sie an der Terra Madre Eröffnungs-
oder Schlusszeremonie oder an den Workshops
teilennehmen möchten.
Auf der Website des Salone del Gusto
finden Sie alle Informationen über das
Event in Turin und können sich für
die vielen Veranstaltungen im Programm anmelden:
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Geschmackserlebnisse,
die bekannten Verkostungen mit Anleitung von
Slow Food im Beisein von Erzeugern und Fachleuten;
Theater des Geschmacks, die
Bühne für italienische und internationale
Köche, die hier live ihre Symbolgerichte
zubereiten;
Master of Food, Veranstaltungen
zur Entdeckung einiger öno-gastronomischer
Produkte: Tee, Obst und Gemüse, Fleisch,
Gewürzen, Destillaten, Kaffee und vielen
anderen Produkten;
Autorengespräche und Workshops
der Erinnerung, Veranstaltungen mit
Persönlichkeiten aus der Wein- und Gastronomiewelt,
die ihre Geschichte erzählen und Kostproben
ihrer Symbolprodukte anbieten;
Verabredungen zum Essen,
20 Menüs in Turin und ganz Piemont in
historischen Adelssitzen und Schlössern;
Il caffè di Slow Food,
Gespräche und Buchvorstellungen von Slow
Food Editore: eine Reise durch Worte, Lebensmittel,
Wein und Liköre.
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Terra Madre, das Welttreffen der
Lebensmittelbündnisse, ist das größte
Kulturevent,00 Menschen aus aller Welt zusammenkommen.
Terra Madre ermöglicht einen außerordentlichen
Austausch von Informationen, Ideen und Lösungen
unter den Delegierten der Lebensmittelbündnisse,
der sich als das wirksamste Mittel erweist,
um ihre Arbeit und die biologische Vielfalt
im Agrar- und Lebensmittelbereich zu schützen.
Damit Terra Madre realisiert werden kann,
ist der signifikante Beitrag von all unseren
Spendern und allen verschiedenen Kategorien
von Förderern wichtig, die uns mit verschiedenen
Beitragsformen, jeder in der für ihn
passenden Art, helfen, dieses ehrgeizige Projekt
Wirklichkeit werden zu lassen. das Slow Food
organisiert, bei dem über 5.0
Auch dieses Jahr brauchen wir Ihre Hilfe für
Terra Madre, damit wir es den Delegierten
aus den Entwicklungsländern ermöglichen
können, an der Veranstaltung teilzunehmen.
Auch
dieses Jahr brauchen wir Ihre Hilfe für
Terra Madre, damit wir es den Delegierten
aus den Entwicklungsländern ermöglichen
können, an der Veranstaltung teilzunehmen.
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Mit eingenen Worten
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Ich
bin sehr glücklich, all diese Menschen
mit einem gemeinsamen Ziel vereint zu sehen:
die Suche nach neuen und besseren Lösungen,
um nachhaltige Lebensmittelproduktionen in
Irland zu verbreiten. Ich bin überzeugt,
dass dies nur der Anfang für eine strahlende
Zukunft der nachhaltigen Lebensmittel ist.
Es ist ein neuer Weg, der von unseren Bauern,
Fischern und Erzeugern begangen werden kann,
aber auch etwas, das unser Land bereichern
kann. |
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Mary
McAleese
Staatspräsidentin von Irland
Terra Madre Irland 2008 |
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Bei
Terra Madre 2006 haben meine Frau Iolanda und ich
Bernadette Monnè als Gast bei uns gehabt,
eine Delegierte aus Burkina Faso.
Wir waren beeindruckt und betroffen von den Erzählungen
aus ihrem Land und wollten dann etwas tun, um ihr
konkret zu helfen. So entstand das Projekt KARINA
(KARitè in burkINA), das einer Gruppe von
200 Frauen in Ouagadougou helfen will, ein kleines
Unternehmen aufzubauen, um Karitèbutter (auch
Sheabutter) und andere Produkte weiterhin mit natürlichen
und traditionellen Techniken herzustellen und auf
den nationalen und internationalen Markt zu bringen. |
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Gianfranco
Molinar Min Beciet
gfmolinar@tiscalinet.it |
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Schicken Sie uns Ihre Fragen und Kommentare, schreiben
Sie uns Ihre Geschichten und Erfahrungen: Hier
werden wir davon erzählen.
communication @slowfood.com |
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