Archiv und Versionen in den anderen Sprachen Sollte der Newsletter nicht korrekt angezeigt werden, Klicken Sie bitte hier
 

März 2009

Drucken

In dieser Ausgabe:
 


Editorial
von Carlo Petrini

Slow Food in wenigen worten
   Ko-Produzent
   
Vom Tish zur Erde...

   Köche in der Klasse auf
   San Juan Island

   Pilotprojekt zur nachhaltigen
  
Schulverpflegung auf San Juan Island
   im Nordwesten der USA


   Slow Fish in Genua
   Geschmackserziehung als Grundlage für
   die Zukunft


   Ernährung über das Radio
   In Benin nutzt das Convivium Cotonou
   die Presse, um die Einwohner des Landes
   zu bilden.


   Förderkreise auf der Karte

   Bündnis zwischen Köchen und Slow Food
   Förderkreisen


...Von der Erde auf den Tisch

   Helft uns, dass unsere Stimme
   gehört wird

   Ein Appell der Bündnisse aus Madagaskar

   Das RSA-Projekt
   Unterstützung der lokalen Landwirtschaft
   durch die Restaurants


   Köchin Otilia trifft Slow-Produzentin
   Nadia

   Otilia Kusmin, Köchin des Netzwerks
   Terra Madre, erzählt uns von ihrer
   Erfahrung nach Terra Madre 2008 in
   Argentinien


Stimmen von Terra Madre
   Holländische Schäferin in der Heide

Ernährungstraditionen
    Suovas zum Mitnehmen
   Das neue Convivium Slow Food Sápmi
   fördert die Produktion dieses
   traditionellen Filets vom Rentier


Auf Papier und Leinwand
   Auf dem roten Teppich
   Debüt von Ermanno Olmis
   Dokumentarfilms über Terra Madre
   bei der Berlinale


Fruchtbare Worte
    Kann die industrielle Landwirtschaft
    die Welt ernähren?

    Interview mit Michael Pollan von
    Georges Desrues

 
     




Slow Food
in wenigen worten
 

Ko-Produzent
Slow Food fördert einen neuen Lebensmittelkonsum, der sich von dem passiven, uninformierten Verhalten, das in Städten und Hypermärkten weit verbreitet ist, deutlich unterscheidet: Diese Annäherungsweise basiert auf Kenntnis der Lebensmittel, Produktionstechniken und der Erzeuger. Um zu unterstreichen, dass der Verbraucher entscheidende Änderungen im Agrar- und Lebensmittelsektor beeinflussen kann, hat Slow Food den Begriff Ko-Produzent geprägt. Damit ist ein aktiver Verbraucher gemeint, der eine enge Beziehung zu den Bauern, Fischern, Züchtern, Winzern oder Käsern unterhält, von denen er nicht einfach kauft, sondern die er auch nach Informationen und Tipps fragt, um qualitative Unterschiede erkennen zu können und sich gesünder, schmackhafter und verantwortlicher zu ernähren. Durch diese aufmerksamen, informierten Verbraucher, die Ko-Produzenten eben, ist der Landwirt motivierter, mit traditionellen Techniken zu arbeiten, die die biologische Vielfalt der Produkte und ihre Qualität garantieren.



< Zurück zum Seitenanfang >


Vom Tish zur Erde...
 

Köche in der Klasse auf San Juan Island
Pilotprojekt zur nachhaltigen Schulverpflegung auf San Juan Island im Nordwesten der USA

"Das Slow Food Convivium Land and Sea (Erde und Meer) entstand mit dem Traum, ein Programm zur nachhaltigen Ernährung in den Schulen von San Juan Island (bei Vancouver Island, Kanada) einzuführen, das eng mit den lokalen Erzeugern verbunden sein sollte. Die Idee nahm vor über einem Jahr nach dem Treffen mit dem Koch Tom French von der No-Profit Gruppe Experience Food Gestalt an und ist heute ein Pilotprojekt, das auch den anderen Schulen des Landes nützt und als Beispiel dient, um eventuelle Änderungen im Verhalten der Schüler, ihrem Gesundheitszustand und ihren Ernährungsgewohnheiten zu beobachten. Das Convivium unterstützt das Projekt auch durch die Einbeziehung der Gemeinde und der Bauernhöfe, und das Programm bietet zahlreiche pädagogische Inhalte, wie Tom French erläutert:
"Im letzten Jahr haben wir in 13 Klassen ergänzende Lehrprogramme in Zusammenarbeit mit den Lehrern eingeführt: Dazu gehören Besuche von Bauernhöfen, Schulgärten, Elternbildung, gastronomische Vorführungen, Verkostungen usw. Unser Projekt mit dem Namen “Chef in the classroom” (Koch in der Klasse) konzentriert sich auf die historische und kulturelle Bedeutung der Lebensmittel ebenso wie auf Genuss und Geselligkeit. Es umfasst auch kulturelle Veranstaltungen, und die Gemeinde wird auf verschiedene Art einbezogen: Zum Beispiel haben wir die hispanische Kultur mit Musik, Tanz und Gerichten der wahren spanischen Küche gefeiert.
Die Lebensmittel sind lokal, schmecken gut und werden gut präsentiert: Die Schüler werden einfach durch das Essen zu Ernährungsaktivisten auf der grundsätzlichsten Ebene, nämlich in den einzelnen Familien!”

Weitere Informationen:

Chef Tom French
cheftom@whidbey.com
Tom French website

Linda Degnan Cobos,

Convivienleiterin Slow Food Land and Sea

westboy@rockisland.com
Slowfood land and sea Website



< Zurück zum Seitenanfang >


Slow Fish in Genua
Geschmackserziehung als Grundlage für die Zukunft

Eines der wichtigsten Themen der Slow Fish 2009 (Genua, 17.-20. April) ist “die Geschmacksbildung”. Es ist wichtig, Fisch auswählen zu können: nicht nur für den kulinarischen Genuss, sondern auch für unsere Gesundheit, unsere Finanzen und die Umwelt. Daher finden Sie bei der Slow Fish unter vielen Angeboten auch diese:
- die Workshops des Wassers, in denen Themen wie Meer und Fischfang ausführlich behandelt werden;
- der Markteinkauf mit Anleitung durch den “Personal Shopper”, der den Besuchern hilft, die immense Vielfalt zu entdecken und beim Einkauf hochwertigen Fisch zu erkennen;
- wer noch weiter gehen will, kann am Fischfangtourismus teilnehmen und auf professionellen Fischerbooten mitfahren;
- im Bereich der guten Praxis kann man innovative und im Alltag anwendbare Vorschläge für angewandten Umweltschutz kennen lernen.
Die Besucher können sich auch in der Buchhandlung der Meere oder bei Slow Fish in musica verlieren, denn auch die musikalischen Zeugnisse sind, wie man schon bei Terra Madre erleben konnte, eine Möglichkeit, um von einer Region und ihrer Kultur zu erzählen...

Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie auf der Website der Slow Fish website.


< Zurück zum Seitenanfang >


Ernährung über das Radio
In Benin nutzt das Convivium Cotonou die Presse, um die Einwohner des Landes zu bilden

Prosper interessiert sich seit langer Zeit für Ernährungsfragen.
Der ausgebildete Agronom ist heute Mitarbeiter der Regierung in der Abteilung für Lebensmittelsicherheit in Cotonou, der Hauptstadt von Benin.
Alle Ideen, die er nicht im beruflichen Rahmen umsetzen kann, verfolgt er in seinem Privatleben mit Hilfe des Convivium de Nourriture Saine Bénin, das er gegründet hat. Es umfasst heute 17 aktive, begeisterte Mitglieder, darunter seine Frau und die zwei Kinder, und zahlreiche Kleinerzeuger. Nourriture Saine Bénin hat ein ehrgeiziges Ziel: die öffentliche Meinung für die Vorteile einer gesunden, lokalen Ernährung zu sensibilisieren. Dafür werden 2-3-stündige Veranstaltungen organisiert, zu denen Köche, Verbraucher und Journalisten eingeladen werden; die Teilnehmer lernen die Produkte und ihre Erzeuger direkt kennen und werden über die Eigenschaften der Lebensmittel informiert (Bananen, Baobab-Früchte, Reis). Bei diesen Treffen entstehen häufig Verträge für den Direkteinkauf bei den Erzeugern. Außerdem stellt das Convivium Informationsmaterial, Radiosendungen und CD-ROMs über Produkte und Kulturen der Region her, die an die lokalen und nationalen Radio- und Fernsehsender sowie verschiedene Informationsorgane geschickt werden.
Durch diesen Einsatz konnten z.B. vier Sendungen über den Reisanbau und seine Saison und über die Vorteile und Bedeutung von lokalem Reis für die Ernährung realisiert werden. Heute arbeitet Nourriture Saine Bénin mit drei Zeitungen, zwei Fernsehsendern und rund zwanzig Radiosendern zusammen. Einige Sendungen werden in den Lokalsprachen ausgestrahlt, und die Themen und ihre Behandlung sind so gewählt, dass die Informationen pädagogische Wirkung haben. So werden z.B. die hervorragende Arbeit der Bauern und die Würde und der kulturelle Stolz betont, die sich hinter einer so einfachen Handlung wie der Ernährung verbergen.

Weitere Informationen :
Prosper Monde
mondeprospere@gmail.com


< Zurück zum Seitenanfang >


Förderkreise auf der Karte
Bündnis zwischen Köchen und Slow Food Förderkreisen

Slow Food Italia führt in den ersten Monaten 2009 ein neues Projekt ein: der Aufbau einer Allianz zwischen den 177 italienischen Slow Food Förderkreisen und den Köchen, die diese Produkte - vor allem aus ihrer eigenen Region - in ihre Speisekarte aufnehmen wollen. Ziel ist, einem möglichst breiten Publikum von den Slow Food-Projekten zu erzählen und Neugier und Interesse für die Initiativen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu wecken.
Die italienischen Convivien, die von den Gebietsverantwortlichen koordiniert werden, setzen sich dafür ein, die Köche ihrer Umgebung, die sich der Slow-Philosophie anschließen, einzubeziehen. Die Köche kennzeichnen die Förderkreisprodukte auf den Speisekarten mit einem neuen Logo und dem Namen des Herstellers. Slow Food übernimmt einen bedeutenden Teil der Kommunikation über die eigenen Kanäle, um die Lokale bekannt zu machen, in denen man diese kennen lernen kann. Das Projekt gipfelt in den Menüs der Allianz, die in den angeschlossenen Restaurants am Sommeranfang 2009 organisiert werden sollen. Ein Teil des Erlöses ist für das Projekt der Slow Food Förderkreise bestimmt.

Für weitere Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an: Tiziana Gazzera, Tel +39 0172 419643 t.gazzera@slowfood.it


< Zurück zum Seitenanfang >


...Von der Erde auf den Tisch
 

Helft uns, dass unsere Stimme gehört wird
Ein Appell der Bündnisse aus Madagaskar   

Madagaskar war jetzt Thema in den Zeitungen wegen der Demonstrationen in der Hauptstadt, der Armut, der politischen Kämpfe zwischen Bürgermeister und Regierungschef. Nur wenige Zeitungen haben aber erklärt, was auf dem Land passiert und was daher die Mehrheit der Bevölkerung betrifft.
Der südkoreanische multinationale Konzern Daewoo Logistic hat für 99 Jahre – drei Generationen! – 1,3 Millionen Hektar Land zur Pacht bekommen, das ist die Hälfte des kultivierbaren Landes von ganz Madagaskar. Die Koreaner wollen dort Mais und Ölpalmen anbauen. Sie haben angekündigt, dass sie, wenn der Vertrag zustande kommt, Straßen, Schulen und Krankenhäuser bauen würden... aber die andere Seite der Medaille ist die Verarmung und soziale Destabilisierung von Tausenden von Bauern, die zu Tagelöhnern von intensiven Monokulturen werden, und die Verschlimmerung der Lebensmittelknappheit, da die Ernten für den Export bestimmt sind.
“Die Regierung behauptet, dass das Projekt noch geprüft wird. Aber der Vorsitzende und Generaldirektor von Daewoo hat den Abschluss der Vereinbarung bestätigt, die regionalen Chefs haben den Vertrag unterzeichnet und vermessen schon die Parzellen”, schreibt Rindra Andriambola, Leiter des Bündnisses des rosa Reis, und fügt hinzu: „Es ist schrecklich! Die kleinen Bauern können nichts tun gegenüber diesem Giganten. Wir können nur den Verlust der Länder unserer Vorfahren beklagen, die wir bestmöglich zu erhalten versucht haben. Man weiß nicht einmal, ob der Konzern GVO-Saatgut und chemische Substanzen verwendet. Wir hatten die Hoffnung, aus der Armut herauszukommen, indem wir uns den biologischen Markt erschlossen, aber jetzt wissen wir nicht mehr, was wir tun sollen. Wir versuchen, einen Massenprotest zu organisierten, und Ihr könnt uns helfen, dass unsere Stimme gehört wird!” Dazu können Sie die Petition
unterzeichnen oder schreiben an:
- Monsieur Panja RAMANOELINA, Ministre de l'Agriculture de l'Elevage et de la Pêche. BP 301, Anosy Antananarivo MADAGASCAR
- Monsieur RATOHIARIJAONA Rakotoarisolo Suzelin, Directeur de l'Appui à l'Organisation des Producteurs auprès du Ministère de l'Agriculture, de l'Elevage et de la Pêche. BP 301, Anosy Antananarivo MADAGASCAR
E-Mail:
daop@maep.gov.mg

Rindra Andriambola
andriambolar@yahoo.fr


< Zurück zum Seitenanfang >


Das RSA-Projekt
Unterstützung der lokalen Landwirtschaft durch die Restaurants

David Swanson, ein Terra Madre-Koch von der Kochschule Braise Culinary School in Milwaukee, hat im letzten Sommer eine RSA aufgenommen, eine "Restaurant Supported Agriculture", also ein Projekt zur Unterstützung der Landwirtschaft durch Restaurants. Das Projekt folgt den gleichen Prinzipien wie die CSA (Community Supported Agriculture), bei dem die Bürger einen Bauerhof im Voraus für eine konstante Belieferung mit frischen Produkten bezahlen. In der gleichen Weise schließen bei der RSA die Restaurants mit den lokalen Erzeugern eine Vereinbarung und zahlen einen Teil der Kosten im Voraus. Wie David erklärt, bietet dieses Projekt beiden Seiten Vorteile: “Der Koch hat eine ständige Lieferung mit Produkten zu einem wettbewerbsfähigen Preis und spart Zeit, der Erzeuger verfügt im Voraus über Geldmittel und kann seinen Betrieb effizienter führen. Ich habe immer lokal eingekauft. Bei den französischen Köchen habe ich den Wert der Saison- und Qualitätsprodukte gelernt. Ich habe in verschiedenen Teilen des Landes gearbeitet und verschiedene Methoden für die lokale Belieferung ausprobiert, bevor ich nach Milwaukee zog. Hier habe ich begonnen, ein einfacheres System zu erarbeiten, und so entstand das Projekt der RSA”.

Hier klicken um das Interview mit David Swanson auf der Website von SF USA ganz zu lesen (auf englisch).


< Zurück zum Seitenanfang >


Köchin Otilia trifft Slow-Produzentin Nadia
Otilia Kusmin, Köchin des Netzwerks Terra Madre, erzählt uns von ihrer Erfahrung nach Terra Madre 2008 in Argentinien

"Eine der Empfehlungen im Netzwerk der Köche bei Terra Madre war, einen handwerklichen Erzeuger zu “adoptieren” und gemeinsam eine Beziehung aufzubauen, um sowohl die Nachhaltigkeit auf unseren Speisekarten als auch in ihrer Produktion zu verbessern.
In jenen Tagen habe ich Nadia kennen gelernt, die eine Bauerngemeinschaft aus der Provinz Río Negro vertrat. Ihr Enthusiasmus und das Slow-Projekt, das sie fördert, haben mir sofort gefallen, und so entstand unmittelbar der Wunsch zusammenzuarbeiten.
Nadia ist 21 Jahre alt und studiert biologische Landwirtschaft an der Universität, arbeitet aber auch in einer Schule in ihrer Region, wo sie den Kindern und ihren Familien beibringt, Produkte mit biologischen Techniken anzubauen und Eingemachtes zuzubereiten. Außerdem leiten sie und ihre Familie in Patagonien einen Hof mit 140 Hektar für die nachhaltige Produktion in kleinem Maßstab. Hier züchten sie auf natürliche Art Schafe, Hühner, Kühe und erzeugen biologisches Obst und Gemüse. Auch Honig, Brot, Süßspeisen, handwerklich gebrautes Bier, Käse und Joghurt erzeugen sie vollständig vor Ort.
Zusammen haben wir begonnen, Bauernrezepte zu sammeln. Das Ergebnis ist ein Kochbuch mit 100 Rezepten aus lokalen Produkten wie den Erzeugnissen aus Nadias Feld oder dem örtlichen Schulgarten. Das Kochbuch wird in der Schulkantine verwendet und die Kinder haben es nach Hause gebracht.
Ein anderes Projekt, an dem wir arbeiten, ist die Förderung von Öko-Tourismus: Auf Nadias Hof gibt es nämlich einen kleinen Bungalow, der umweltfreundlich gebaut wurde und Besucher aufnehmen kann, so dass der Tourismus hier gefördert wird und eine weitere Einkommensquelle entsteht.
Diese Erfahrung hat meinen persönlichen und beruflichen Horizont erweitert, aber mir auch eine Reise in meine Vergangenheit ermöglicht, denn ich habe jene schlichten, aber gleichzeitig überraschenden Gerichte wieder gefunden, die meine Großmutter mit den Produkten aus dem Gemüsegarten zubereitete.
Ich wollte die Chance nutzen, Euch zu erzählen, wie erfüllend der Austausch zwischen einem Koch und einem Erzeuger sein kann: Alle Köche von Terra Madre sollten so eine Beziehung aufbauen!"

Otilia Kusmin
Terra Madre Koch, Argentina
otilia@fibertel.com.ar



< Zurück zum Seitenanfang >


Stimmen von Terra Madre

Holländische Schäferin in der Heide

 

Jeden Morgen bringen wir unsere 600 Drenthe Heideschafe - die älteste Rasse in Europa - zum Weiden in die Heide, wie vor uns unzählige Hirten seit dem Mittelalter in diesem nordöstlichen Winkel der Niederlande. Während industrielle Züchtung, Hypermärkte und Restaurantketten immer mehr zur Regel werden, setzen wir ruhig eine Tradition fort, die für uns und unsere Besucher ein Genuss und für die lokale Umwelt wichtig ist. Außerdem schützen wir eine seltene Rasse und bringen hervorragendes, biologisches Fleisch auf den lokalen Markt...

 
     
  Marianne Duinkerken
Mail: m.w.duinkerken@hotmail.com


Hier klicken um die ganze Geschichte
von Marianne Duinkerken auf der
Website von Terra Madre zu lesen.

 

Die Schafrassen Drenthe Heideschaf und Kempen Heideschaf wurden jetzt zu den jüngsten der rund 300 Slow Food Förderkreise in aller Welt. Wir danken besonders allen Menschen, die diese einheimischen Rassen ins Blickfeld von Slow Food brachten und lange und hart gearbeitet haben, um den Status als Förderkreis zu erreichen. Beide Gemeinschaften haben erfolgreiche Schafzüchter mit den lokalen Slow Food Convivien, Köchen, Schlachtern sowie Landwirtschafts- und Umweltgruppen zusammengebracht, um gemeinsam diese beiden wunderbaren, wichtigen einheimischen Schafrassen zu erhalten. Sie verkörpern den Geist der Zusammenarbeit, der für unsere Ziele entscheidend ist.

Weitere Informationen über die Förderkreise finden Sie hier.


< Zurück zum Seitenanfang >


Ernährungstraditionen

Suovas zum Mitnehmen
Das neue Convivium Slow Food Sápmi fördert die Produktion dieses traditionellen Filets vom Rentier 

Die Mitglieder des neu gegründeten Slow Food Conviviums Sápmi gehören schon seit langem zum Netzwerk von Terra Madre und strebten schon länger einen Förderkreis für Suovas, das gesalzene, geräucherte Rentierfilet, an, denn dies ist eine der ältesten kulinarischen Traditionen dieser Region. Die Samen sind die Ureinwohner Nordeuropas: Ihr Gebiet wird Sápmi genannt und erstreckt sich über Nordschweden, Finnland, Norwegen und Russland. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie traditionell auf verschiedene Arten, u.a. mit Küstenfischerei, Pelztierfang und Schafzucht, aber ihre Ernährung ist fast vollständig von den riesigen Rentierherden abhängig. Viele der traditionellen samischen Lebensmittel waren dafür bestimmt, für einen langen Zeitraum essbar zu bleiben, wenn dies Nomadenvolk umherzog, und Suovas ist eine der typischsten Zubereitungen von Rentierfleisch. Für das echte Suovas wird das Fleisch gepökelt, und die Filets vom Oberschenkel des Renntieres werden in einer traditionellen spitz zulaufenden Hütte acht Stunden lang über dem offenen Feuer geräuchert. Dann werden die Filets in dünne Scheiben geschnitten und auf dem offenen Feuer gegrillt oder roh gegessen, häufig zusammen mit in Salzlake eingelegten Pilzen oder Preiselbeeren. Suovas– der Begriff bedeutet geräuchert in der samischen Sprache, im Schwedischen rökt – wurden traditionell von den Samen mit dem ungesäuerten Brot eingepackt, damit sie es auf ihren langen Reisen verzehren konnten. Heute wird Suovas bei Festen zusammen mit dem nordischen Fladenbrot serviert.

Contact:
Convivienleiter Lars-Ove Jonsson
lars-ove@sapmi.com
Weitere Informationen über den Förderkreis des Rentierfleischs Suovas finden sir hier.


< Zurück zum Seitenanfang >


Auf Papier und Leinwand

Auf dem roten Teppich
Debüt von Ermanno Olmis Dokumentarfilms über Terra Madre bei der Berlinale 

Eins der wichtigsten Events in der Sparte Kulinarisches Kino bei der diesjährigen Berlinale war die Weltpremiere des Dokumentarfilms Terra Madre von Ermanno Olmi am 6. Februar. Dieses Werk des international anerkannten Regisseurs, das vom Netzwerk der Lebensmittelbündnisse von Terra Madre berichtet, vermittelt eine starke Botschaft über die kritische Situation der Lebensmittelbranche und ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen. Terra Madre wurde 2006 von Ermanno Olmi und dem internationalen Slow Food Präsidenten Carlo Petrini konzipiert, denn beide verbindet die Passion für die Arbeit und die Werte der Bauern und der Kleinerzeuger, die sich beim Welttreffen Terra Madre in Turin versammelten.

Eine Rezension des Films finden Sie hier.


< Zurück zum Seitenanfang >



Fruchtbare Worte

Kann die industrielle Landwirtschaft die Welt ernähren?
Interview mit Michael Pollan von Georges Desrues 

Die aufrichtige Antwort ist, dass wir es nicht wissen, weil wir es nicht probiert haben. Dennoch müssen wir daran denken, Lebensmittel mit weniger fossilen Brennstoffen zu produzieren, ebenso, wie wir daran denken müssen, eine industrielle Kultur mit weniger fossilen Brennstoffen aufrecht zu erhalten. Es gibt zahlreiche Anzeichen dafür, dass dies möglich ist. Wir haben kleine Bauernhöfe gesehen, die produktiver sind als Großbetriebe, und es hat sich erwiesen, dass Polykulturen, die weniger Brennstoff erfordern, mehr wahre Lebensmittel erzeugen können. Wir müssen bedenken, dass die kommerzielle, intensive Landwirtschaft nicht nur wahre Lebensmittel erzeugt: 50% von dem, was wir anbauen, ist für Tiere bestimmt, und weitere 10% als Kraftstoff für unsere Autos. Ethanol und Biokraftstoff sind industrielle Rohstoffe, aber keine Lebensmittel, die man essen kann. Wenn wir nur Lebensmittel zum Essen anbauen würden, hätten wir Land genug. Ich bestreite die Annahme derer, die behaupten, man brauche die industrielle Landwirtschaft, um die Welt zu ernähren. Wir speisen nicht die Welt, sondern Tiere und Autos, und mit diesem System sterben Menschen vor Hunger. Die Idee von Slow Food, wahre Lebensmittel in der Nähe der Orte zu produzieren, wo die Menschen sie verzehren, hat ein enormes Potenzial, wird aber sehr viel Zeit und Arbeit erfordern. Wir müssen die Forschung und Entwicklung, die wir heute den industriellen Nahrungsmitteln widmen, auf die polykulturelle Landwirtschaft umlenken.

Aus Nummer 38 der italienischen Zeitschrift Slow Food.
Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie hier
.


< Zurück zum Seitenanfang >

   


 
Slow Food und Terra Madre

«Sobald eine Idee Struktur annimmt, beginnt sie zu sterben» schrieb der polnische Soziologe Zygmunt Bauman. Und dennoch, ohne eine Organisation zerstreuen sich auch die stärksten, faszinierendsten Ideen, sie bleiben abstrakt, weit weg vom täglichen Leben, von der konkreten Realität der Menschen.
Für Slow Food ist Terra Madre der ideale Horizont, und unser Verein hat keinerlei Absicht, ihr Zügel anzulegen. Wir wollen, dass Terra Madre wächst und sich vermehrt wie ein anarchisches Netzwerk aus Tausenden von Menschen (Bauern, Köchen, Studenten, Musikern…), aus tausend verschiedenen Vorschlägen, Kulturen, Sprachen… Andererseits möchten wir vermeiden, dass diese tausend Realitäten sich zersplittern und die Wirksamkeit unserer Botschaft geschwächt wird.
Slow Food will der Faden sein, der das Netz von Terra Madre zusammenhält.
Unser Verein schöpft aus den Idealbildern von Terra Madre, verschafft den Aktivitäten und konkreten Lösungen Sichtbarkeit, kann neue Projekte, Meinungskampagnen und Mobilisierung anregen.
Wir werden versuchen, das Netzwerk dabei nicht zu erdrücken und zu schwächen, denn wir sind überzeugt, eine richtige Intuition zu vertreten und voranzubringen: die Chance, den Genuss mit sozialem Engagement, den Tisch mit der Erde zu verbinden.
Dieser neu und reicher gestaltete Newsletter wird die Stimmen von Slow Food und Terra Madre vereinen und in die Häuser, Vereine, Convivien und Institutionen bringen. Er spricht acht Sprachen und erzählt vom alltäglichen Leben und den Projekten all jener Menschen, die es uns jeden Tag ermöglichen, einen weiteren Schritt auf eine sauberere, nachhaltigere, schönere Welt hin zu gehen, die reicher an Unterschieden und lokalen Kulturen ist. Eine Slow-Welt.

Carlo Petrini


 
Werden auch Sie Teil einer

großen internationalen Gemeinschaft, die nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang und nachhaltige Viehzucht verteidigt.

servicecentre
@slowfood.com

 
       

video
:
Trailer:
Terra Madre, ein Film von Ermanno Olmi





 




 

KALENDER
......................................................

Markt des guten Geschmacks
02. April 09 - 05. April 09
Stuttgart, Deutschland

Slow Fish
17. April 09 - 20. April 09
Genua, Italien


Slow Bier
24.-26. April 2009
Münchberg und Helmbrechts, Deutschland

Horeca
27.-30. April 2009
Beirut, Libanon

Slow Food on Film
06. Mai 09 - 10. Mai 09
Bologna, Italien

Terra Madre Tansania
29.-30. Mai 2009
Dar Es Salam, Tansania

Journées Gastronomiques
Nord Sud

18.-20. Juni 2009
Libreville, Gabun

Cheese
18. - 21. September 09
Bra, Italien

Terra Madre Austria
28. - 29. Oktober 09
Wien, Österreich

EURO GUSTO Terra Madre der jungen Europäer
November 27-30, 2009
Tours, Frankreich

ALGUSTO – Saber y Sabor
11. - 14. Dezember 09
Bilbao, Spanien

 



  Slow Food and
Terra Madre
in Zahlen


MITGLIEDER: 100.000
CONVIVIEN: 1.000
LÄNDER: 130
FÖRDERKREISE: 300
PRODUKTE DER ARCHE DES GESCHMACKS: 810
MÄRKTE DER ERDE: 9
SCHULGÄRTEN: 243

 



 

Slow Food Almanach

Der Slow Food Almanach ist in Englisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Französisch erschienen. Sie können den Almanach im elektronischen Format hier einsehen.

communication @slowfood.com

 



Was Slow Food
und terra Madre
für mich bedeuten...


  Ich bin 24 Jahre alt und vor kurzem aus einer Lethargie "aufgewacht", die schon zu lange gedauert hatte. In der Falle der Technologie, besessen von mir selbst, aber zu schüchtern, um meine Meinung zu sagen, hatte ich mir die Flügel gestutzt und habe mich von einer Gesellschaft und von Gewohnheiten einsperren lassen, an die ich nie wirklich glaubte.
Es wäre unbescheiden zu sagen, dass ich mich geändert habe, aber ich glaube, auf dem richtigen Weg zu sein. Nach dieser kurzen Abschweifung komme ich zum Thema: Slow Food ist für mich eine Daseinsart, ein geistiger Zustand. In einer Welt, in der das Äußere mehr zählt als der Inhalt, habe ich beschlossen, Nein zu vielen Dingen zu sagen.
Zuallererst zur totalen Vergewaltigung der Natur. Ich bin es leid, zerstörte Ökosysteme zu sehen, Tiere, die wie Konsumgüter ohne jeden Wert behandelt und ohne die geringsten Skrupel oder Zurückhaltung in Käfige gepfercht und getötet werden, Pflanzen und Gaben der Erde vergeudet und völlig unterschätzt zu erleben.
Es tut mir in der Seele weh, und wenn ich in meinem kleinen Rahmen etwas ändern kann, will ich dazu beitragen. Ich will natürliches Essen, frische Luft, eine ausgewogene Welt und glückliche Menschen. Das ist für mich Slow Food.
 
     
  Matthew Coss
Treviso
Italien

 



 
  Diese Newsletter wird vom internationalen Kommunikationsbüro von Slow Food veröffentlicht
 Elisa Marenco: e.marenco@slowfood.com -  Michèle Mesmain: m.mesmain@slowfood.com
Für alle Informationen bezüglich die Mitgliedschaft, schreiben Sie an das Service Center: servicecentre@slowfood.com
Wenn Sie sich abmelden möchten, senden Sie bitte eine Email mit "Unsubscribe" als Betreff an communication@slowfood.com