| |
Mai 2009
Drucken
 |
In
dieser Ausgabe: |
 |
Slow Food
in wenigen Worten
|
Terra Madre
Terra Madre ist ein Netzwerk aus allen Menschen, die nachhaltige
Methoden der Lebensmittelproduktion im Einklang mit der
Natur, der Landschaft und der Tradition bewahren und fördern
wollen. Der Schwerpunkt des Engagements gilt den Regionen,
den Pflanzensorten und Tierarten, die sich im Laufe der
Jahrhunderte an die verschiedenen natürlichen Umgebungen
angepasst haben. Tag für Tag breitet sich die Familie
von Terra Madre weiter aus, wird vielfältiger und
organisiert sich, um lokale Produkte und kulinarische
Kulturen so gut wie möglich zu schützen. Die
Lebensmittelbündnisse von Terra Madre sind der konkrete
Ausdruck der Qualitätsvorstellung von Slow Food,
die sich auf drei Begriffe stützt: gut, sauber und
fair.
Terra Madre ist ein Projekt von Slow Food, ein Ergebnis
seiner Entwicklung. Terra Madre wurde konzipiert, um die
Kleinerzeuger zu fördern und zu unterstützen,
um ihnen eine Stimme zu verleihen, aber auch, um das für
sie nachteilige, schädliche System mit den vereinten
Kräften all jener zu verändern, die mit ihren
persönlichen täglichen Entscheidungen die zukünftige
Politik zu verändern vermögen: Verbraucher,
Köche und Gastronomen, Schulen, Forschungsinstitute,
Nichtregierungsorganisationen, Verbände, junge Menschen...
Denn nur, wenn man die lokalen Aktionen mit einer globalen
Vision multipliziert, kann man signifikanten Einfluss
erreichen.
< Zurück
zum Seitenanfang >
 |
Vom
Tisch zur Erde... |
 |
Grossmuttertag
Slow Food Irland
geht mit gutem Beispiel voran |
Irland – Alle feiern den Muttertag,
aber was ist mit den Großmüttern? Und den Großvätern?
Ihnen wurde noch nie ein besonderer Tag gewidmet, bisher…
Doch nach einem Vorschlag von Alice Waters und mir beim
letzten Terra Madre Treffen in Turin wurde nun der 25.
April zum ersten Mal als Großmuttertag von Slow
Food gefeiert, an dem die Kinder sich mit ihren Omas trafen,
um einen Tag in der Küche zu verbringen.
Zehn Convivien in Irland haben sich der Initiative angeschlossen.
Zum Beispiel hat Slow Food East Cork zusammen mit The
Irish Examiner (einer überregionalen Tageszeitung,
die den Vorschlag begeistert aufgegriffen und unterstützt
hat) einen Wettbewerb organisiert, in dem Kinder von ihrem
Lieblingsrezept erzählten, das sie gern zusammen
mit den Großeltern kochen. Die Gewinner versammelten
sich in der Ballymaloe Cookery School, wo die Großeltern
den Enkeln beibrachten, wie man die Gerichte zubereitet.
Außerdem lobten sechs lokale Schulen einen Kunstwettbewerb
aus, für den die Kinder ein Bild zum Thema “Kochen
mit Omi” zeichnen oder malen sollten. Der Wettbewerb
kam sehr gut an und die Bilder bewiesen, welche besondere,
wichtige Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln
besteht.
In Waterford nahm eine große Gruppe von Großmüttern
und Enkeln an dem Treffen teil, das vom Four Rivers Convivium
organisiert wurde: Die Omas erzählten Erinnerungen
aus ihrer Kindheit und erklärten ihre Rezepte, und
alle hatten sehr viel Spaß.
Auch das nationale Fernsehen hat uns die Chance gegeben,
Großeltern aus dem ganzen Land aufzurufen, sich
mit ihren Enkeln zu treffen, um ihnen ihr ererbtes Wissen
weiterzugeben, einen Kuchen zu backen, Fische zu angeln,
Samen zu pflanzen, zu stricken oder zu häkeln, ein
Lied zu singen, auf einer Rohrpfeife zu flöten und
natürlich vor allem zu kochen.
Ich bin selbst Großmutter und habe sechs wunderbare
Enkel. Zusammen haben wir die ersten Frühkartoffeln
geerntet, auch einige kleine Karotten und rote Beete,
die so klein wie ein Tischtennisball waren. Wir haben
das Gemüse geputzt und gekocht, einen Entenbraten
zubereitet und Äpfel geschält, um Apfelmus zu
machen. Dann haben wir uns um den Küchentisch herum
gesetzt und ein köstliches Abendessen verspeist,
wobei die Kinder alles bis zum letzten Krümel aufgegessen
haben. Sie haben eine Zeichnung von der Kartoffelernte
mit Oma gemacht, und schließlich haben wir die Rezepte
von diesem schlichten Essen aufgeschrieben. Und ein solches
Treffen wollen wir jetzt einmal im Monat machen.
Wir haben diese Initiative in Irland angeregt, und wir
sind sicher, dass die Idee neue Anhänger finden wird
und der Großmuttertag im nächsten Jahr noch
viel größer, schöner und wirklich international
sein wird.
Darina Allen
Slow Food Ireland
Info@slowfoodireland.com
< Zurück
zum Seitenanfang >
 |
Von
der Universität der gastronomischen Wissenschaften
nach Kuba
Ein Bündnis
von Terra Madre Cuba nimmt 15 Studenten auf |
Kuba –
Das kubanische Bündnis “Proyecto Comunitario
Conservación de Alimentos” und die Agrarfakultät
der Universität La Habana (die auch zum Netzwerk
Terra Madre gehört) haben im März fünfzehn
Studenten von der Universität der gastronomischen
Wissenschaften (Pollenzo, Italien) aufgenommen und ihren
Besuch auf Kuba organisiert.
Das Proyecto Comunitario entstand 1996 in einem Viertel
im Westen Havannas. Es will nachhaltige, natürliche,
für den lokalen Kontext geeignete und umweltschonende
Techniken einführen und verbreiten, die auch einen
gesunden Lebensstil und die demokratische Beteiligung
der lokalen Gemeinschaften fördern.
Die Volontäre, die an dem Projekt mitarbeiten, beschäftigen
sich vor allem mit der Produktion, Verarbeitung, Konservierung
und dem Verbrauch der Lebensmittel, und zwar über
die Anlage von familiären oder gemeinschaftlichen,
kleinen oder mittelgroßen Gemüsegärten,
die Trocknung an der Sonne und die Herstellung von Konserven.
In diesen (biologischen) Gärten werden über
120 Pflanzenarten angebaut: Gemüse, Knollenpflanzen,
Kleinobst, Heilkräuter. Außerdem bemüht
sich das Projekt, das Niveau der lokalen Ernährungskultur
zu verbessern.
Die Arbeit von diesem Terra Madre Bündnis ist zu
einer Anlaufstelle für die gesamte Bewegung der urbanen
Landwirtschaft in Kuba geworden.
Die Studenten der Universität der gastronomischen
Wissenschaften – sie stammten aus Deutschland, Kenia,
der Schweiz und Italien – konnten Erfahrungen mit
Erzeugern, Professoren und lokalen Gastronomen in fünf
Provinzen des Landes austauschen: von Pinar del Rio bis
Santiago di Cuba. Die praktischen Kenntnisse der kubanischen
Gastronomie wurden begleitet von Besuchen von historischen,
sozialen und kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website
des Bündnisses “Proyecto comunitario”
< Zurück
zum Seitenanfang >
 |
Märkte
der Erde
Vereinbarung zwischen
Libanon und der Toskana in Beirut unterzeichnet |
Libanon – In Hamra, mitten in Beirut,
zwischen Gebäuden aus Zement und Glas, Einkaufszentren,
westlichen Logos (von Nike bis Radio Shack) und einem
deprimierenden Verkehr gibt es eine „Insel“,
eine nur ein paar hundert Meter lange Straße, in
der jeden Donnerstag morgen die Bauern aus der Umgebung
ankommen und ihre Produkte aufbauen: Fladenbrot, Kechek
(Weizengrütze, die mit Kräutern zubereitet und
in Olivenöl eingelegt wird), Sumac (ein dunkelrotes
Gewürz, das nach Zitrone schmeckt), Mwaraka (ein
ganz dünnes Blatt, das mit Nüssen, Mandeln und
Honig gefüllt wird), Zedernhonig, Kräuter und
vieles mehr...
Das ist der Markt der Erde in Hamra, der Stolz von Slow
Food Beirut. Am Dienstag, den 28. April, hat Hamra drei
Erzeuger von drei toskanischen Märkten der Erde empfangen,
die in den Libanon gereist sind, um ihre Produkte vorzustellen
(natives Olivenöl extra, die Weine, Pecorino-Käse,
Fischrogen aus Orbetello...), aber vor allem, um ein internationales
Abkommen zu schließen.
Diese Vereinbarung zwischen den Märkten der Erde
in der Toskana und im Libanon und zwischen Slow Food Toscana
und Slow Food Beirut wurde offiziell am 29. April während
der Fachausstellung Horeka unterzeichnet (der größten
Veranstaltung zum Thema Lebensmittel im Mittleren Osten).
Die Anwesenheit bedeutender Persönlichkeiten unterstrich
noch die Bedeutung: der italienische Botschafter in Beirut,
der Direktor des italienischen Außenhandelsinstituts,
der Leiter des libanesischen Landwirtschaftsministeriums,
Vertreter der Region Toskana und der Stadt Montevarchi
(wo sich der erste Markt der Erde befindet), der NGO Ucodep,
der Italienischen Entwicklungshilfe und der Slow Food
Stiftung für die biologische Vielfalt waren dabei.
Ziel des Abkommens ist die ständige Zusammenarbeit
und gegenseitige Unterstützung zwischen den libanesischen
und toskanischen Märkten der Erde mit Erfahrungsaustausch
und gemeinsamen Fördermaßnahmen. Ein Beweis
dafür, dass die Projekte von Slow Food immer sehr
starke lokale Wurzeln, aber einen weiten Horizont und
eine globale Vision haben.
Weitere Informationen finden Sie, in Italienisch,
auf www.mercatidellaterra.it
<
Zurück zum Seitenanfang >
 |
Arabische
Süßspeisen
Das Convivium
Saragossa untersucht die Wurzeln der traditionellen
Süßwaren in seiner Region
|
Spanien – Im Mai nahmen 30
Menschen an acht Kursen teil, die vom Convivium Saragossa
organisiert wurden: die Wurzeln der traditionellen Backwaren
der Region, nämlich die arabischen Süßspeisen.
Im Mittelalter, als Saragossa den Namen Medina Albaida
trug, waren Honig, Mehl und Trockenfrüchte die wichtigsten
Zutaten für Gebäck. Heute bietet die Stadt eins
der wichtigsten Beispiele hispanisch-maurischer Architektur,
die im ganzen Land noch erhalten sind: den Aljafería-Palast.
Es darf daher nicht überraschen, dass die traditionellen
Backwaren aus Saragossa den maghrebinischen Süßwaren
besonders ähneln. So hat das Convivium Fátima
Zerargui, die Besitzerin der arabischen Konditorei “Die
drei Sterne” (in der Avenida Conde de Aranda, der
multikulturellsten Straße der Stadt) gebeten, die
Grundlagen der traditionellen Bäckerei in Saragossa
am Beispiel einiger klassischer arabischer Rezepte wie
Mandel- und Haselnusspaste, Kaab El Ghazal (Gazellenhörnchen),
orientalische Brik zu erläutern. Es ist auch ein
Kurs zur arabischen Musik geplant.
Für weitere Informationen
wenden Sie sich bitte an Jorge Hernandez, Leiter des Convivium
Saragossa: jhernandez@aragon.es
<
Zurück zum Seitenanfang >
 |
Ein
Bauernessen aus den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts
Das Convivium
Malta vermittelt seinen Mitgliedern den Geschmack
der Vergangenheit |
Malta – Carmel Cassar ist einer
der Akademiker, die an Terra Madre in Turin teilgenommen
haben. Er war entschlossen, den neuen Generationen das
traditionelle Wissen zu vermitteln, und brachte zusammen
mit einem Lektor des ITS (Institute for Tourism Studies)
auch drei Studenten aus Malta mit. Nach seiner Rückkehr
beschloss Carmel, seine Ideale in die Praxis umzusetzen,
und so gründete er zusammen mit einer kleinen Gruppe
ebenso begeisterter Menschen das neue Slow Food Convivium
Malta. Jetzt kündigen sie stolz ihre erste Initiative
an: “Ein Bauernessen aus den 30er Jahren des 19.
Jahrhunderts – eine Erfahrung”. Das ausgewählte
Menü will eine Vorstellung und den Geschmack der
kulinarischen Praxis der Bauern auf Malta in der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts vermitteln. Eine der
Speisen, die extra für die Veranstaltung zubereitet
wird, ist das Landbrot Maslin, das aus einer Mischung
verschiedener Getreidesorten gebacken wird, die die Bauern
regelmäßig aßen. Die Initiative will
die Lebensmittel bekannt machen, die damals zum größten
Teil auf lokaler Ebene von den Bauern selbst erzeugt wurden.
Das Menü wird zusammen mit dem Centre of Cultural
and Heritage Studies (Institute of Tourism Studies) organisiert.
Mit den Recherchen zu den Originalzutaten und der Zubereitungsart
beschäftigte sich Carmel Cassar selbst, zusammen
mit Noel Buttigieg und anderen Mitgliedern von Slow Food
Malta sowie Lektoren vom Institute of Tourism Studies.
Die Zubereitung dagegen wird von den angehenden Köchen
des Instituts unter der Supervision ihrer Lehrer übernommen,
von denen auch einige Slow Food-Mitglieder sind.
Carmel Cassar, Leiter des Convivium Slow Food
Malta: carmel.cassar@um.edu.mt
<
Zurück zum Seitenanfang >
Stimmen
von Terra Madre
 |
Reisenotizen
Giuseppe Gajarin,
Referent von zwei italienischen Förderkreisen,
erzählt uns von seiner Begegnung mit dem
Förderkreis auf den Kapverdischen Inseln |
 |
| |
Kap
Verde – Bei der Cheese
2006 lernte ich Giuseppe Quaranta, Professor
der Universität Turin, kennen, der
den Förderkreis Ziegenkäse vom
Planalto di Bolona (Kap Verde) betreut.
Er fragte mich, ob ich meine fachlichen
Kenntnisse, vor allem zur Verwendung von
Starterkulturen, zur Verfügung stellen
könnte. Kap Verde regte meine Fantasie
an und ich spürte ein Prickeln, ein
Gären. Ich blätterte Broschüren
durch, schaute Fotos an, hörte Berichte
von Freunden, aber das alles war weit
entfernt von dem, was ich dann tatsächlich
sah. Vom 3. bis 10. März 2008 hatte
ich die Chance, diesen Förderkreis,
diese Inselgruppe, die Menschen hautnah
kennen zu lernen... |
|
| |
|
|
| |
Giuseppe
Gajarin
gaiarin.giampaolo@trentingrana.it
Hier
klicken, um die ganze Geschichte
von Giuseppe Gajarin auf der
Website von Terra Madre zu lesen |
|
|
 |
< Zurück
zum Seitenanfang >
Ernährungstraditionen
 |
Salz
aus Schilf vom Fluss Nzoia
|
Kenia - In einigen
Gebieten im Westen Kenias, die historisch von den wichtigsten
Salzwegen ausgeschlossen waren, haben die lokalen Gemeinschaften
eine besondere Methode entwickelt, Salz aus einer Wasserpflanze
zu gewinnen.
Es handelt sich um ein dünnes Schilf, das von September
bis März im Wasser wächst. Es wird, wenn es
reif ist, mit einer kleinen Sichel unten abgeschnitten.
Nach der Ernte wird es auf den Steinen am Fluss drei
oder vier Tage lang zum Trocknen ausgelegt. Dann wird
es gesammelt und ebenfalls auf den Steinen ganz langsam
verbrannt. Die Asche wird mit warmem Wasser vermischt
und gefiltert, um Sand oder andere Verunreinigungen
zu entfernen, und da in eine große Pfanne gegossen
und auf lebhaftem Feuer zum Kochen gebracht. Wenn die
Flüssigkeit vollständig verdampft ist, setzt
sich auf dem Grund ein graues, salziges Püree ab,
das in Bananenblätter gewickelt wird. In diesen
Blätterpäckchen lässt man das „Salz“
trocknen, indem man es eine ganze Nacht lang unter warme
Asche legt.
Seit der Ankunft der Engländer und dem Bau der
Verbindungsstraßen zum Viktoriasee wurde das Meersalz
eingeführt, und das traditionelle Produkt mit seiner
langen, aufwändigen Herstellung wurde nach und
nach aufgegeben. In manchen Dörfern wird es noch
verwendet, vor allem von Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck.
Hier
klicken, um den ganzen Artikel auf der Website
von Terra Madre zu lesen.
<
Zurück zum Seitenanfang >
Auf
Papier und Leinwand
 |
Slow
Food on Film
Food, INC.
gewinnt die goldene Schnecke als bester Dokumentarfilm
|
Ein schockierender Film über
die amerikanische Lebensmittelindustrie feiert Erfolge
bei Slow Food on Film: Food, Inc. gewinnt
die goldene Schnecke und das Preisgeld von € 5.000,
von Regisseur Robert Kenner entgegengenommen, als bester
abendfüllender Dokumentarfilm beim diesjährigen,
zweiten Festival. Die Jury begründete das Urteil
wie folgt: “Der Film leistet einen starken Beitrag
zur Diskussion über die katastrophale Lebensmittelsituation
des Planeten. Er erzählt die Geschichte eines sehr
komplexen internationalen Produktionssystems auf verständliche,
informative, aber gleichzeitig spektakuläre Weise”.
Der Preis für den besten Dokumentar-Kurzfilm (€
2.000) ging an den Ungarn Sándor Mohi und sein
Werk Imádság (Das Gebet),
das das Leben eines alten Bauernehepaars über fünf
Jahre hinweg verfolgt. Hier die Begründung der
Jury: “Für die menschliche Tiefe, die der
Regisseur in den wenigen schlichten, schmerzhaften Gesten
seiner Protagonisten zu erfassen vermochte, so dass
wir Anteil nehmen konnten an ihrem Leben und vor allem
an ihrer Beziehung zur Erde, die uns mehr denn je notwendig
erscheint”.
Den Wettbewerb für den besten Kurzspielfilm (€
5.000) gewann Thé Noir des Franzosen
Serge Elissalde. “Für die stilistische Eleganz,
die Originalität der Zeichen und die Fähigkeit,
eine faszinierende Ich-Erzählung mit starkem Symbolgehalt
zu erarbeiten, nicht ohne eine gewisse Ironie und stark
repräsentativ für eine dramatische alltägliche
Realität” – so die Begründung
der Jury.
Die Food & Film Academy – d.h. die internationale
Jury, die den besten abendfüllenden Spielfilm wählen
sollte – zeichnete den Film Pranzo di
Ferragosto von Gianni Di Gregorio aus, während
der Preis für die beste Fernsehserie an “Report”
von Milena Gabanelli ging; der Preis wurde von der Journalistin
Sabrina Giannini entgegengenommen.
Den vollständigen
Artikel finden Sie auf der Website slowfood.com
www.slowfoodonfilm.it
< Zurück
zum Seitenanfang >
Fruchtbare
Worte
 |
Lachs
wie Hühner
Seetiger essen
und Meereswölfe züchten
|
Stellen Sie sich vor, Sie gehen
in Ihr Lebensmittelgeschäft, um etwas zum Abendessen
zu kaufen. Sie haben noch kein genaues Menü im
Kopf und wollen etwas mit den Zutaten kochen, die Ihnen
am frischesten und appetitlichsten erscheinen. Da Proteine
immer wichtig sind, steuern Sie zunächst die Fleischtheke
an, denn der Schlachter hält immer interessante
Angebote bereit: Heute zum Beispiel einen Lendenbraten
vom Serengeti-Löwen, aber auch die Koteletts vom
Wolf aus dem borealen Wald Kanadas sehen sehr lecker
aus. Auch ein Nachtraubvogel gäbe einen guten Braten,
aber es sind nur noch große Eulen da, und für
zwei ist das zu viel. Am Ende siegt die Bequemlichkeit
und Sie kehren mit ein paar Hamburgern vom Eisbären
nach Hause zurück.
Das alles klingt surreal oder übertrieben? Vielleicht,
aber stellen Sie sich nun noch vor, nicht an der Fleischtheke
zu stehen, sondern beim Fischhändler…
Auszug aus einem Artikel von John Volpe, erschienen
in Slowfood,
italienische Ausgabe Nr. 39
Lesen
Sie den ganzen Artikel hier
< Zurück
zum Seitenanfang >
Kampagnen
Internationale Kampagne Slow Fish
Denken Sie an den Slow
Fish Challenge und senden Sie uns Ihre Rezepte
mit nachhaltigem lokalem Fisch!
Weitere Informationen
über den Slow Fish Challenge finden
Sie hier,
in Englisch.
Wenn Sie mehr über nachhaltigen
Fischfang wissen wollen:
The
End of the Line
Internationaler
Dokumentarfilm gewinnt das Sundance Festival
Der Alarm ist global. Wissenschaftler
kündigen an, dass bei einer Fortsetzung
des Fischfangs im heutigen Umfang 2048 keine
Fische mehr auf dem Planeten leben, was
katastrophale Konsequenzen hat. Der Film
The End of the Line nach dem Buch von Charles
Clover analysiert die verheerenden Auswirkungen,
die der exzessive Fischfang auf die Fischbestände
und den Gesundheitszustand unserer Meere
hat. Auf der Grundlage von Charles Clover
reist der Veteran des Sundance Festival
Ruper Murray (Unknown White Male) über
den Globus, untersucht die Ursachen für
das Dilemma und was man tun kann, um es
zu lösen. Der industrielle Fischfang
begann in den 50er Jahren; heute pflügen
super-technologische Fischereischiffe mit
fußballfeldgroßen Schleppnetzen
durch die Ozeane. Die Meeresarten können
in dem Rhythmus, in dem sie dezimiert werden,
nicht überleben. Dazu kommen jahrzehntelange
schlechte Wissenschaft, die Habgier der
Großkonzerne, die Kurzsichtigkeit
der Regierungen, die steigende Nachfrage
der Verbraucher – und jetzt stehen
wir vor einer Krise enormer Ausmaße.
90 Prozent der Großfische der Ozeane
sind ausgestorben. Murray mischt wunderschöne
Sequenzen, die unter und auf der Meeresoberfläche
gedreht wurden, mit eindrucksvollen wissenschaftlichen
Zeugnissen zu einem starken, alarmierenden
Bild vom Zustand des Meeres. Im Wesentlichen
liegt die Stärke von End of the Line
in der Tatsache, dass er über die Katastrophenrhetorik
hinausgeht und konkrete Lösungen vorschlägt.
Dieser schrecklich aktuelle Film vermittelt
eine Botschaft: Die Zeit verrinnt unaufhaltbar
und man muss sofort einschreiten.
Die vollständige Rezension
vom Sundance Festival finden Sie hier
Wetsite des Films:
http://endoftheline.com/
|
|

Die
Zukunft des Saatguts in Europa
Offener Brief für die biologische
Vielfalt in der Landwirtschaft und für
die kollektiven Rechte der Bauern
Das Leitungsorgan
des FAO-Abkommens ITPGR-FA (Internationaler
Vertrag für pflanzengenetische Ressourcen
für Ernährung und Landwirtschaft)
versammelt sich vom 1. bis 5. Juni in Tunis.
Dabei soll über die nachhaltige Nutzung
der landwirtschaftlichen Biodiversität
und die Rechte der Bauern diskutiert werden:
Das Recht der Bauern, das Saatgut aufzubewahren,
zu verwenden, zu tauschen und zu verkaufen,
die traditionellen Kenntnisse zu schützen,
an nationalen und internationalen Entscheidungen,
die sich auf die biologische Vielfalt auswirken,
teilzunehmen und so weiter. Rechte, die
in der Mehrheit der europäischen Länder
nicht gewährleistet sind.
Wir appellieren an die Bauern- und Verbraucherorganisationen,
an die Umweltverbände und Verfechter
der bürgerlichen und politischen Rechte,
den offenen Brief zu unterschreiben, der
bis zum 20. Mai an die europäischen
Regierungen, die Europäische Kommission
und das Sekretariat des Vertrags geschickt
wird.
Die Initiative wird von verschiedenen Organisationen
für den Saatgutschutz der europäischen
Bauern gefördert (Heritage Seed Library
– England, Interessengemeinschaft
für gentechnikfreie Saatgutarbeit –
Deutschland und Österreich, Protect
the Future – Ungarn; Red de Semillas
– Spanien, Réseau Semences
Paysannes – Frankreich, Rete Semi
Rurali – Italien).
Um den offenen Brief zu unterschreiben,
klicken Sie bitte hier.
Für weitere Informationen über
den FAO-Vertrag, klicken
Sie bitte hier. |
|

Appell
zur Verteidigung des Roséweins!
Bisher verbot die Gemeinsame
Marktorganisation für die önologischen
Praktiken (OCM) den Verschnitt von Weiß-
und Rotweinen. Mit der Überarbeitung
dieser Texte wurde diese Vorschrift nun
aufgehoben, so dass es erlaubt ist, Weiß-
und Rotweine zu mischen, um einen Wein in
Roséfarbe zu erhalten.
Wir erinnern daran, dass der "Rosé"
mit einer besonders geschickten, schnellen
Pressung gewonnen wird. Was dem Wein die
Farbe gibt, ist die Traubenschale: Je kürzer
sie im Saft bleibt, desto heller ist der
"Rosé" dann bei der Weinbereitung.
Danach war es jedem überlassen, sein
eigenes "Savoir-faire" und Terroir
zum Ausdruck zu bringen, um einen hochwertigen
Roséwein herzustellen. Die Genehmigung,
aus überschüssigem Weißwein
zu geringeren Kosten und zu jeder Jahreszeit
Weine herzustellen, die den Roséweinen
ähneln, erinnert sehr an einen opportunistischen
Zug: Mit der Mischung von Rot- und Weißwein,
die generell zur Zeit keine besondere gut
ökonomische Lage genießen, kann
der Markt der Roséweine angegriffen
werden, der dagegen im Aufschwung ist.
Der Verkauf dieser Verschnittweine, die
so leicht mit echtem "Rosé"
verwechselt werden können, könnte
die Wirtschaft der Regionen schwächen,
die traditionell Roséwein erzeugen.
Heute steht Kapital auf dem Spiel
und die Rosé-Erzeugerregionen organisieren
sich, um mit dieser Petition eine gemeinsame
Front aufzustellen. Unterschreiben
auch Sie, um den Roséwein zu
verteidigen. |
|
|
|
|
|
 |
| |
Die Internationale
Kommission zur Zukunft der Lebensmittel und der
Landwirtschaft ARSIA, die 2003 vom Präsidenten
der Region Toskana Claudio Martini und von Vandana
Shiva eingerichtet wurde und der anzugehören
ich die Ehre habe, hat – nach den Manifesten
über die Zukunft der Lebensmittel, des Saatguts
sowie zum Klimawandel – im April ein neues
Manifest zu einem weiteren sehr wichtigen Thema
vorgelegt: das Manifest zur Zukunft des traditionellen
Wissens.
Wir wissen sehr genau, dass das traditionelle, ursprüngliche,
uralte Wissen der Lebensmittelbündnisse zusammen
mit der biologischen Vielfalt, den Ökosystemen
und den identitätsstiftenden Kulturen, in denen
es sich über die Jahrhunderte geformt hat,
stark vom Aussterben bedroht ist.
Dieses Wissen ist von grundlegender Bedeutung, obwohl
es zu häufig in einen unwissenschaftlichen,
nebensächlichen Rahmen verbannt wird. Es erzählt
uns von einer harmonischen Beziehung zur Natur,
von der Erzeugung nachhaltiger Lebensmittel, der
Nutzung von Ressourcen im Bewusstsein ihrer Begrenzung
und von Bräuchen wie dem Einsatz erneuerbarer
Energien oder der Wiederverwertung, die gerade heute,
in Krisenzeiten, äußerst aktuell sind.
Deshalb bin ich überzeugt, dass die Lebensmittelbündnisse
bei einer dritten industriellen Revolution –
der Revolution der sauberen Erzeugung – in
erster Reihe stehen werden und dass wir von ihnen
noch viel lernen können.
Man muss sich dafür einsetzen, dass zwischen
diesem Wissen und der offiziellen Wissenschaft ein
gleichberechtigter, respektvoller Dialog aufgebaut
werden kann. Die traditionellen Kenntnisse müssen
in gebührender Weise gewürdigt und es
muss garantiert werden, dass sie fortdauern. Eine
Erinnerung an bestimmte Dinge zu haben bedeutet
auch, sie zu pflegen, das lehren uns die Lebensmittelbündnisse.
Daher will das Manifest zur Zukunft des traditionellen
Wissens – analog zum Begriff der Lebensmittelsouveränität
– den neuen Begriff der Souveränität
des Wissens einzuführen. Das bedeutet, dass
die Bündnisse das unveräußerliche
Recht haben, ihr traditionelles Wissen unter Wahrung
ihrer Identität und Kultur zu praktizieren,
weiterzugeben und zu entwickeln, ohne dass jemand
sie dabei beeinflusst. Auch dies ist eine wesentliche
Errungenschaft an Zivilisation, die die Lebensmittelbündnisse
von Terra Madre und das Netzwerk von Slow Food der
Welt stolz vorweisen können.
Carlo Petrini
Slow Food Präsident
|
|
|
|
 |
| Werden
auch Sie Teil einer |
großen internationalen Gemeinschaft, die
nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang
und nachhaltige Viehzucht verteidigt.
servicecentre
@slowfood.com
|
|
| |
.........................................................................
| |
KALENDER
......................................................
Terra
Madre Tansania
29. - 30. Mai 09
Dar es Salaam, Tansania
Savoirs
et Saveurs de Montagne
13. - 14. Juni 09
Gap, Franckreich
Terra Madre Argentina
13. - 16. August 09
Buenos Aires, Argentinien
Journées Gastronomiques
Nord Sud
18. - 20. Juni 09
Libreville, Gabun
Cheese
18. - 21. September 09
Bra, Italien
Slow Food Nippon
23. - 25. Oktober
Yokohama, Japan
Terra Madre Austria
28. - 29. Oktober 09
Wien, Österreich
Slow
Fisch
6. - 8. November, 09
Bremen, Deutschland
EURO
GUSTO Terra Madre der jungen Europäer
27. - 30. November 09
Tours, Frankreich
Vignerons d'Europe
5. - 8. Dezember 09
Firenze, Italia
ALGUSTO
– Saber y Sabor
11. - 14. Dezember 09
Bilbao, Spanien
|
|
.........................................................................
| |
Slow Food Almanach
Der Slow Food Almanach ist in Englisch,
Italienisch, Spanisch, Deutsch und Französisch
erschienen. Sie können den
Almanach im elektronischen Format hier
einsehen.
communication
@slowfood.com
|
|
.........................................................................
| |
Slow Food and
Terra Madre
in Zahlen
MITGLIEDER: 100.000
CONVIVIEN: 1.000
LÄNDER: 130
FÖRDERKREISE: 300
PRODUKTE DER ARCHE DES GESCHMACKS:
810
MÄRKTE DER ERDE: 9
SCHULGÄRTEN: 243
|
|
.........................................................................
.........................................................................
| |
12 Tipps von Slow Food Frankreich für
das Slow-Essen
1. Tut euch einen Gefallen!
Nehmt euch die Zeit, um zu schmecken und eure Gefühle
anzuhören: Das ist die beste Art, um gut zu
essen!
2. Bringt die Jahreszeiten auf den Tisch!
So findet ihr in jeder Jahreszeit den
Genuss der Geschmacksrichtungen wieder, die ihr
seit einem Jahr nicht gegessen habt.
3. Denkt global, esst lokal!
Wählt die Produkte von Bauern und
Tierzüchtern in eurer Umgebung: So stärkt
ihr die lokale Wirtschaft und tragt dazu bei, die
Verbindungen zwischen den Einwohnern in eurer Region
zu stärken.
4. Esst etwas, das ihr angebaut habt…
…und baut etwas an, das ihr esst. Das ist
die beste Art, um in Kontakt mit der Natur zu kommen.
5. Sucht den persönlichen Kontakt zu
Bauern, Züchtern, Handwerkern und spezialisierten
Händlern.
Kauft Produkte der kurzen Kette (Bauernmärkte,
Einkaufsgruppen) oder bei handwerklichen Verarbeitern
(Bäcker, Fleischer, Käser) oder bei spezialisierten,
kompetenten Händlern.
6. Seid neugierig!
Stellt überall Fragen über die Produktqualität:
im Geschäft, im Restaurant, in der Bar, im
Supermarkt!
7. Wählt Lebensmittel tierischer Herkunft
besonders sorgfältig aus.
Wenn ihr Fleisch esst, wählt immer Produkte
aus Weidehaltung (Kalb, Lamm) oder Freilandhaltung
(Schwein, Geflügel).
8. Gestaltet eure Ernährung vielseitig,
um die biologische Vielfalt der Landwirtschaft zu
schützen.
Probiert seltene und ungewöhnliche Kartoffel-,
Getreide-, Obst- und Gemüsesorten.
9. Esst natürliche und Vollkornprodukte
und kauft unverarbeitete Produkte.
Verarbeitete, verzehrfertige Produkte enthalten
viele modifizierte Zutaten und Fette mit geringen
Nährwerten.
10. Kocht selbst!
Dies ist die beste Art, um zu sparen und um genau
zu wissen, was ihr esst! Es ist ein täglicher
Genuss und ein Gefallen, den ihr euch selbst und
denen, die ihr liebt, tut.
11. Gebt nicht weniger, sondern besser aus!
Besser essen heißt nicht unbedingt, mehr auszugeben.
Spart nicht an der Qualität!
12. Erforscht den Geschmack!
Erzieht die Kinder und eure Freunde und Bekannte
zu einem wahren Genuss am Essen.
|
|
|
| |
 |
|