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Dezember 2009
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dieser Ausgabe: |
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Projekt des Monats
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Presidio
des weissen Honigs aus Wukro |
Der weisse Honig aus Wukro, im Herzen des Tigrai, einer
der ärmsten und trockenster Regionen im Norden
Äthiopiens, wird heute meistens nach Verfälschung
mit Zuckerstoff oder Vermischung mit anderen Honigsorten
niedrigerer Qualität als Schüttgut an Vermittlern
für einen Scholderpreis verkauft. Das Presidio
involviert 17 kleine Imker, und hat das Ziel die Verpackung
und das Verkaufen des Produkts direkt
von den Erzeugern zu fördern, damit sie einen besseren
Preis von ihren wertvollen Honig schaffen können.
Nächstes Jahr wird ein Labor für das Honigschleudern
komplettiert, und ein Geschäft in Wukro eröffnet,
wo die Imker ihren Honig, sowie andere lokalen Produkten
verkaufen werden können.
Um dieses Projekt zu unterstützen, Klicken
Sie hier.
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Terra
Madre Day: Tausend Arten zu feiern
In der ganzen Welt wurde zum
20. Jahrestag von Slow Food der Terra Madre Day begangen
Am 10. Dezember fanden über
1000 Events im Zeichen des 'lokalen
Essens' und der nachhaltigen Lebensmittelproduktion
statt, um den 20. Jahrestag der Gründung des internationalen
Vereins Slow Food mit dem ersten Terra Madre Day zu
feiern. Gruppen aus 120 Ländern, darunter Slow
Food Convivien, Terra Madre Lebensmittelbündnisse
und andere Organisationen, versammelten sich zu gemeinsamen
Mahlzeiten, Festen, Protestveranstaltungen, Kursen für
Kinder, Exkursionen zu Erzeugern und vielen anderen
Veranstaltungen, um die Slow Food Philosophie für
gute, saubere und faire Lebensmittel zu verbreiten und
zu zeigen, wie umfassend, inklusiv und vielfältig
unser Netzwerk ist.
Unser Dank gilt allen, die den Terra Madre Day organisiert
und daran teilgenommen haben. Ausgehend von den kleinen,
schlichten lokalen Initiativen bis zu Projekten mit
größerer Reichweite vollziehen wir gemeinsam
bedeutende Schritte auf eine bessere Zukunft für
unsere Lebensmittel und unsere Gesellschaft zu: eine
Zukunft, die Unterschiede, lokale Kulturen, die Umwelt
und nicht zuletzt die Erde selbst, die uns das Leben
schenkt, achtet. Und wir sind uns bewusst, dass wir
einem weltweiten Netzwerk angehören, das auf diesen
Wandel hinarbeitet. Der Terra Madre Day wird ab jetzt
ein jährlicher fester Termin im Slow Food Kalender
sein, also merken Sie ihn schon einmal vor und nehmen
Sie ihn in Ihre Pläne für 2010 auf!
Besuchen Sie die Website des Terra Madre Day, wenn Sie
lesen wollen, was in aller Welt organisiert wurde und
wie die Bündnisse von Afghanistan bis Venezuela
diesen Tag in ihren jeweiligen Regionen begangen haben:
www.slowfood.com/terramadreday
Wenn Sie uns Ihren Bericht oder Fotos vom Terra
Madre Day senden wollen, schreiben Sie an:
tmday@slowfood.com
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Projekte für die biologische Vielfalt
Alle Zahlen von 2009
Das Jahr 2009 war von intensivem
Engagement im Bereich der biologischen Vielfalt geprägt.
Hier ein kurzer Überblick über die drei Projekte,
die von der Slow Food Stiftung für die biologische
Vielfalt koordiniert werden.
Arche des Geschmacks: An Bord kamen
47 neue Produkte (7 aus Österreich,
8 aus Brasilien, 16 aus Frankreich, 1 aus Portugal,
7 aus Kanada, 4 aus Italien, 3 aus Norwegen, 1 aus Großbritannien).
Die Internationale Arche-Kommission hat außerdem
seit Juli einen neuen Präsidenten: Didier Chabrol
(Slow Food France).
Presidi: Es wurden offiziell 15
neue Presidi gestartet, mit denen die Gesamtzahl
nun 308 Projekte beträgt. Vor
allem entstand dank der Bestandsaufnahme der traditionellen
Produkte, die zwei ehemalige kenianische Studenten der
Universität der gastronomischen Wissenschaften
durchgeführt haben, das erste Presidio in Kenia
(zum Schutz des Musciunu-Huhns), während in Tadschikistan
im hohen Pamir-Gebirge ein Presidio der antiken
Maulbeersorten gegründet wurde – Maulbeeren
sind ein Grundnahrungsmittel für die Gemeinschaften
in diesem kargen, schwierigen Gebiet. Bedeutend ist
auch die Arbeit in verschiedenen europäischen Ländern
mit Neuzugängen in Österreich,
den Niederlanden, Deutschland
und der Schweiz. Italien konzentrierte
sich dagegen auf die Förderung der bestehenden
Presidi (174) mit dem Projekt der Allianz zwischen italienischen
Köchen und Presidi, an dem sich über 200 Restaurants
beteiligen.
Märkte der Erde: 2009 wurden 4 neue Märkte
der Erde eröffnet: in Beirut (der
dritte Markt im Libanon), Tel Aviv, Bukarest und
Mailand. Slow Food Brasilien hat ein wichtiges Fortbildungsseminar
über dieses Projekt organisiert mit dem Ziel, 2010
mehrere Märkte der Erde zu eröffnen. Die Internetseite
für dieses Projekt wurde vollständig überarbeitet:
Es wurden Informationen zu den einzelnen Erzeugern auf
jedem Markt hinzugefügt, und neben der italienischen
ist jetzt auch die englische Version online (www.earthmarkets.net).
Weitere Informationen über die Projekte
zum Schutz der biologischen Vielfalt finden Sie auf
der Website www.slowfoodfoundation.org.
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Bildung
und Erziehung
Erziehung zum Ko-Produzenten
Über seine Bildungs- und Erziehungsinitiativen
bemüht sich Slow Food, eine enge Bindung zwischen
Lebensmitteln, der Erde und den Menschen aufzubauen.
Es geht um den Begriff des Geschmacks und des Genusses
am Essen, wenn Mitgliedern und Schulen innovative pädagogische
Kurse angeboten werden: Sie stützen sich auf die
Entdeckung der Lebensmittel über die Sinne,
regen die Neugier und Probierfreude an und widersetzen
sich dem ernährungswissenschaftlichen Ansatz, der
sich allein darauf konzentriert, was man essen darf
oder nicht. Es handelt sich um ein deduktives
Modell im Einklang mit dem eigenen Genuss,
zu dem die ökologische Sensibilität und das
Wissen (über die Produktketten und die Regionen)
hinzukommen. Aber es ist auch eine Art, um allen, die
Lebensmittel unter Achtung der Umwelt, der Kultur und
der zukünftigen Generationen erzeugen, eine Stimme
und gerechte Anerkennung zu verschaffen. Slow Food fördert
schließlich die Evolution des Verbrauchers zur
Figur des Ko-Produzenten: ein Mensch, der nicht “konsumiert”,
sondern eine aktive, bewusste Rolle spielt. Die pädagogischen
Angebote erproben verschiedene Ausdrucksformen: Erzählung,
Theater, Kino, Verkostung und praktische Erfahrungen
(vom Gemüsegarten zur Küche).
Slow Food betrachtet zudem das Lernen als einen
gegenseitigen Prozess – eine Gruppe von
Menschen, die ihre Kenntnisse austauschen und weitergeben
– und hat sich zum Ziel gesetzt, andere bei dem
Verständnis dafür zu unterstützen, woher
die Lebensmittel kommen, wie und von wem sie erzeugt
werden. Daher werden viele pädagogische Projekte
über den Aufbau einer “Lerngemeinschaft”
entwickelt, in der Menschen mit verschiedenen Kompetenzen
vereint werden (zum Beispiel Eltern, Bauern, Ernährungswissenschaftler,
Lehrer, Gemeinderäte, Köche). Gemeinsam können
sie auf bessere, bewusste und verantwortliche Ernährungsentscheidungen
im Alltag umstellen.
Während sich in einigen Ländern bereits ein
umfangreiches Slow Food Netzwerk seit Jahren für
die Erziehung und Bildung einsetzt, in einigen Fällen
sogar mit einem nationalen Programm, sind andere Regionen
noch in der Anfangsphase mit wenigen Convivien, die
langsam, aber kreativ die Erziehung mit in ihre Tätigkeiten
aufnehmen. Von Uganda bis Kanada über Italien entwickelt
Slow Food innovative pädagogische Angebote in der
ganzen Welt. Wenn Sie mehr über diese Aktivitäten
wissen möchten, laden Sie hier den Bericht
Slow Learning herunter.
Um mehr Menschen an die Geschmackserziehung anzunähern,
hat das Education Office 2009 das neue Kit Zu
den Wurzeln des Geschmacks herausgegeben. Dieser
Kurs der Sinneserziehung, der in acht Sprachen erhältlich
ist, gliedert sich in drei Teile: ein einführendes
Video, um die Grundbegriffe des Geschmacks kennen zu
lernen, eine Reihe von interaktiven Spielen –
der eigentliche Sinnes-Parcours in sechs Stationen –
und eine Verkostung mit Anleitung auf Tonträger.
Bis heute wurden 350 Kits vor allen von Convivienleitern
angefordert, die in allen Kontinenten bei Veranstaltungen
und in Schulen eingesetzt wurden und überall sehr
positive Aufnahme fanden.
Ein weiteres internationales Projekt, das Slow Food
dieses Jahr aufgenommen hat, ist Dream Canteen
[Kantine der Träume], ein Netzwerk europäischer
Schulen, das sich für bessere Schulkantinen und
die Verbreitung eines Bewusstseins für Lebensmittelthemen
einsetzt. Bis heute sind 18 Schulen in 16 Ländern
an dem Projekt beteiligt. Jede davon arbeitet an den
verschiedenen Aspekten zur Verbesserung des Kantinendienstes:
Überprüfung der Lieferantenauswahl, kürzere
Produktketten, um frischere, lokale und saisonale Lebensmittel
zu erhalten, Vermeidung von Verschwendung, Förderung
der Geselligkeit und der gesunden Nahrungsmittel bei
den Mahlzeiten, Aufnahme der Sinneserziehung und der
gastronomischen Kultur in die Lehrpläne.
2010 wird Slow Food über den Reichtum der Erfahrungen
in den Erziehungsprojekten in der ganzen Welt reflektieren
und sie im Slow Food Manifest für die Geschmackserziehung
zusammenfassen. Dieses Manifest, das eine
klare, gemeinsame Grundlage für die Zukunft darstellen
wird, wird bei Terra Madre 2010 vorgestellt.
Klicken Sie bitte hier, wenn Sie ein Erziehungsprojekt
unterstützen wollen.
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Ein
Jahr Kampagnen und Events
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Kantinen
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Das Thema Kantinenessen stand 2009
auch im Mittelpunkt der Landeskampagnen in Frankreich
und den USA.
In Frankreich wurde ein Kurs an der
Sommeruniversität über Schul-, Krankenhaus-
und Betriebskantinen organisiert, an alle neu gewählten
Politiker wurden ein Manifest und eine Petition geschickt,
um sie für die geringe Qualität des Essens
in öffentlichen Kantinen und ihren Einfluss auf
die lokalen Wirtschaften zu sensibilisieren.
In den USA trafen sich anlässlich
des Labor Day mit der Kampagne Time for Lunch über
20.000 Menschen bei über 300 Eat-Ins in allen 50
Staaten. Die Gruppen versammelten sich in Schul- und
Innenhöfen, Parks und Bauernhöfen, um dem
Kongress zu vermitteln, dass es Zeit ist, den Kindern
in der Schule “wahres” Essen zu geben. Im
Rahmen der Kampagne wurden 20.000 Unterschriften gesammelt
und damit die Politiker aufgefordert, die Schulen in
die Lage zu versetzen, den Kindern gesundes Essen zu
servieren, es den Fast Food-Ketten nicht länger
zu erlauben, die nationalen Ernährungsrichtlinien
zu missachten, und die Schulen mit den lokalen Erzeugern
in Kontakt zu bringen. Die Kampagne setzt sich mit Änderungsforderungen
am Child Nutrition Act fort und das nächste Ziel
ist, 50.00 Unterschriften zu erreichen.
Hier können Sie die Petition unterschreiben
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Rohmilch
und Käse
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Der Einsatz von Slow Food für Rohmilchkäse hat
sich das ganze Jahr über fortgesetzt. Im September
fand in Italien wie alle zwei Jahre die Cheese statt,
die internationale Käseschau für handwerkliche
Käser und Liebhaber aus aller Welt, bei der die tausend
Aspekte des Käses – vom Milchvieh bis zum Endprodukt
– erkundet werden. In ihrer inzwischen zwölfjährigen
Geschichte hat die Rohmilchkäse-Kampagne von Slow
Food erhebliche Fortschritte gemacht und die Reputation
der Rohmilch bei den Verbrauchern stabilisiert: Sie wird
jetzt wieder als wesentlicher Faktor für die geschmackliche
Qualität des Käses in enger Verbindung mit dem
Terroir anerkannt.
Hier
können Sie das Slow Food Manifest zur Verteidigung
des Rohmilchkäses herunterladen.
Wenn Sie mehr über die Cheese wissen wollen,
klicken Sie bitte
hier.
Im Oktober hat Slow Food auch in Australien eine öffentliche
Kampagne gestartet, damit den handwerklichen Käsern
das Recht zugestanden wird, australischen Käse mit
Rohmilch herzustellen – und den Verbrauchern das
Recht, ihn zu verzehren. Die Kampagne appelliert an die
Food Standards Australia New Zealand, damit sie den australischen
Käsern erlauben, hochwertigen Rohmilchkäse zu
erzeugen und in den Handel zu bringen. Außerdem
sollen die Gesetze und Vorschriften zur Sicherheit und
Etikettierung entwickelt und verstärkt werden, um
Australien als Erzeugerland von 'sauberen Lebensmitteln'
zu erhalten. Slow Food Präsident Carlo Petrini hat
die Kampagne während seines Besuchs in Australien
im Oktober und in seiner Rede im Opernhaus in Sydney unterstützt.
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Slow
Fish |
Die Messe Slow Fish 2009 in Genua konzentrierte sich mehr
denn je auf nachhaltige Entscheidungen mit Debatten über
die größten Bedrohungen unserer Meere und die
Verteidigung der bekannten Fischarten, die durch den intensiven
Fischfang vom Aussterben bedroht sind. Während der
Messetage wurde ein praktischer Führer für den
Verbraucher über das Mittelmeergebiet vorgestellt,
der die wichtigen Aspekte und Kriterien bei der Fischauswahl
unterstreicht: Fisch muss einen Saisonbezug und die richtige
Größe haben, er sollte zu einer reichlich vorhandenen
und weniger bekannten Population gehören (um den
Druck auf die gefährdeten Arten zu mindern). Slow
Food entwickelt zurzeit eine Website in vier Sprachen,
die den Besuchern einen Überblick über diese
Themen verschafft und Verbrauchern, Köchen und Fischhändlern
praktische Tipps für den Verzehr und die Werbung
für nachhaltigen Fisch gibt. Der Bereich der Website
zur Auswahl der Fischarten vermeidet einen Ansatz wie
“Liste der verbotenen Arten”, sieht man einmal
von einer Liste der extrem gefährdeten Arten ab,
die üblicherweise auf allen internationalen Märkten
vorhanden sind; statt dessen richtet er das Augenmerk
auf die Notwendigkeit, lokale, nachhaltige Fischarten
nach klar dargestellten Kriterien zu suchen. Die Website
umfasst auch einen Abschnitt über die Ressourcen
mit regionalen Führern, Artikeln und nützlichen
Kontaktadressen, verbreitet den Wettbewerb Slow Fish Challenge,
der Anfang dieses Jahres ausgerufen wurde, und ähnliche
Aktivitäten und Projekte von Slow Food und vom Netzwerk
Terra Madre in der ganzen Welt. Die Website wird Anfang
2010 online sein.
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Handwerkliche
Erzeugung und kurze Kette |
Slow Food hat in Bulgarien eine landesweite
Kampagne für handwerkliche Produktionen und Direktverkauf
gestartet und die Koalition “Clean Food Fair Livelihood”
mit anderen NRO aufgebaut, die sich im gleichen Sektor
engagieren. In einem Jahr mit Pressekonferenzen, Kampagnen
und runden Tischen konnten Vorschläge erarbeitet
werden, die dann dem Landwirtschaftsministerium vorgelegt
wurden. Und das Ministerium zeigte sich offen: Es hat
eine konstruktive Diskussion über die Gesetzgebung
aufgenommen und ein neues Kapitel über schützenswerte
Produkte eröffnet.
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OGM
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Die Initiative entstand nach der Entscheidung der isländischen
Regierung Anfang des Jahres, angesichts der schweren Finanzkrise
und der Tatsache, dass das Land seit jeher “gezwungen”
ist, enorme Mengen an Gütern, vor allem Lebensmitteln,
einzuführen, Versuche mit GVO im pharmazeutischen
Bereich zu genehmigen. Im Laufe weniger Wochen meldeten
sich Tausend Menschen zum Profil an. Das Convivium sucht
jetzt einen Rechtsbeistand, mit dem der Kampf für
die Rücknahme der Versuchsgenehmigung fortgesetzt
werden kann. Die Regierungsentscheidung wird von den isländischen
Slow Food Mitgliedern – und nicht nur von ihnen
– als Ausdruck des Willens interpretiert, den Weg
für GVO auch im Agrar- und Lebensmittelbereich frei
zu machen.
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Andere
Events von Slow Food und Terra Madre
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Viele andere Veranstaltungen von Slow
Food zu besonderen geographischen Gebieten oder Produkten
fanden in verschiedenen Ländern statt: Im französischen
Tours konzentrierte sich die Eurogusto auf die europäischen
gastronomischen Traditionen, die Algusto im spanischen
Bilbao hatte die Atlantikküste zum Thema, der "Markt
des guten Geschmacks" in Stuttgart zählte 350
Aussteller mit hochwertigen Produkten mit klarer regionaler
Herkunft, speziell aus Baden Württemberg, während
sich zu Vignerons d’Europe 600 Kleinwinzer einfanden,
die sich bemühen, den handwerklichen Wein, die Traditionen
und die kleinen Familienproduktionen vor den neuen europäischen
Normen zu verteidigen.
In der Zwischenzeit fanden auch regionale Terra Madre
Treffen statt: in Tansania, Argentinien, Österreich,
Norwegen und Spanien, dazu das Event Terra Madre Young
Europeans in Tours.
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Fruchtbare
Worte |
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Auszüge
aus der italienischen Zeitschrift Slowfood 43
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Die Aufforderung, das lokale Essen mit dem Terra Madre
Day zu feiern, gründet sich auf sieben Grundsätze,
sieben Leitlinien der Ernährungsweisheit. Sie sind
zu einem fruchtbaren Boden geworden, um “hohe”
und “tiefe” Überlegungen anzuregen,
wie der Stamm eines Baums mit seinen Wurzeln: 7 Autoren
vertiefen diese 7 Themen zu unserem Genuss.
1. Grammatik
der Lebensmittel, von Carlo Petrini (Italienisch)
2. Agrobio-Deklinationen,
von Miguel Altieri (Englisch)
3. Ich
esse Wolof, von Madieng Seck (Französisch)
4. Biopiraterie
versus Gemeinsamkeit, von Vandana Shiva (Italienisch)
5. Der
Geschmack eines Volks, von Sonya Orfalian (Italienisch)
6.
Eine unlösbare, aber gestörte Bindung,
von Luca Mercalli (Italienisch)
7. Ist
der Preis fair?, von Raj Patel (Englisch)
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Bücher und Filme
Terra Madre - Wie wir uns
nicht vom Essen verschlingen lassen
Carlo Petrinis neues Buch mit dem
italienischen Titel “Terra Madre – Come
non farci mangiare dal cibo” geht von der Erfahrung
mit Terra Madre und den Lebensmittelbündnissen
aus, um Überlegungen über die Themen des Vereins
Slow Food anzuschließen und eine zukünftige
zentrale Stellung des Netzwerks Terra Madre in der globalen
Agrar- und Lebensmittelpolitik vorherzusagen. Dem Buch
liegt eine DVD mit dem Titel "Gente di Terra Madre"
bei, die ein 25-minütiges Video mit den schönsten
Eindrücken von Terra Madre 2008 enthält.
Terra Madre, come non farci mangiare dal cibo,
von Carlo Petrini, Koedition der Verlage Giunti-Slow
Food Editore, 2009
Um das Buch zu kaufen, klicken
Sie bitte hier.
Die Küche Armeniens
Sonya Orfalian hat ein monumentales
Werk unternommen und abgeschlossen, in dem zusammen
mit über 130 Rezepten die Wurzeln und Verzweigungen
einer tausendjährigen Kultur bewahrt sind, die
es verdient, katalogisiert und erzählt zu werden,
zumal sie missachtet, verkannt und ihrer Heimat entrissen
wurde.
Der italienische Titel lautet: La cucina
d’Armenia, viaggio nella
cultura culinaria di un popolo, von Sonya
Orfalian.
Um das Buch zu kaufen, klicken
Sie bitte hier
Traditionelle Rezepte aus
Mali
Ein Bündnis aus Köchinnen
und Erzeugerinnen aus Mali – genauer gesagt Mariam
Diallo und Awa Diarra in Zusammenarbeit mit der Slow
Food Stiftung und der französischen NRO Amina 2000
und mit Unterstützung von Brescia con Gusto –
haben das illustrierte Kochbuch “Bien manger,
cuisine, culture et tradition maliennes” mit über
70 Gerichten und Rezepten aus der malischen Tradition
veröffentlicht.
Bien Manger, cuisines, culture et tradition
maliennes, Mariam Diallo und Awa Diarra.
Um die PDF-Version des Buchs herunterzuladen,
klicken
Sie bitte hier.
“Story of Cap and Trade”
Warum man ein Problem nicht mit der Logik lösen
kann, die es erzeugt hat
Einige Zeit vor der Klimakonferenz
in Kopenhagen hat Free Range nach “The Story of
Stuff” einen zweiten Zeichentrickfilm veröffentlicht,
der in 9 Minuten auf ironische Weise das System des
“Cap and Trade” erklärt, einer der
wichtigsten Lösungsvorschläge, um den Klimawandel
zu stoppen.
Um das Video anzusehen, klicken
Sie bitte hier.
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Nachricht
vom Kommunikationsbüro |
Das Kommunikationsbüro möchte
Ihnen allen herzlich für die zahlreichen Kommentare,
Ermutigungen und vor allem für die Geschichten danken,
die Sie uns gesandt haben.
Der Terra Madre Day hat es diesen Tagen wieder einmal
möglich gemacht, zu staunen über die Reife und
den Geist der Zusammenarbeit, die Slow Food und Terra
Madre beseelen: Längst sind beide in jeder Hinsicht
in einem einzigen großen Netzwerk vereint!
Wir hoffen, dass Sie im kommenden Jahre die außerordentliche
Arbeit in Ihren Regionen fortsetzen werden, ohne je den
Mut zu verlieren. Und wir hoffen, dass wir weiterhin Ihre
Augenzeugenberichte erhalten. Wir wünschen Ihnen
allen frohe Festtage und alles Gute für das neue
Jahr. Im Februar treffen wir uns wieder.
communication@slowfood.com
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WAS IST TERRA MADRE
Auszug aus dem neuen Buch von Carlo Petrini,
“Terra Madre. Come non farci mangiare dal
cibo”
Terra Madre ist ein neuer Akteur, der seit 2004
im globalen politischen und wirtschaftlichen Panorama
auftritt. Er entstand als großes Treffen von
Menschen aus allen Teilen der Welt und verwandelte
sich schon bald in ein dauerhaftes Netzwerk oder,
wenn man will, eine Gesamtheit von Netzwerken. Die
Menschen, aus denen dieses Netz besteht, arbeiten
in den verschiedensten Regionen der Welt Tag für
Tag daran, ein neues ökonomisches, landwirtschaftliches,
Ernährungs- und Kulturmodell aufzubauen.
Terra Madre repräsentiert eine konkrete Art,
das in die Praxis umzusetzen, was man inzwischen
als «Glokalismus» bezeichnet: alle Aktionen
auf lokaler Ebene mit globalen Zielen. Dieser Akteur
entwickelt sich mit der Zeit, verfolgt eine Politik,
gemeinsame Werte sowie lang- und mittelfristige
Ziele.
Terra Madre ist weit mehr als ein einfaches zweijähriges
Treffen: Es ist das weltweite Netzwerk der lokalen
Lebensmittelbündnisse. Das Netz ist offen und
bereit, alle Menschen aufzunehmen, die die gleichen
Ideale teilen, auch wenn sie auf andere Weise oder
in sehr weit entfernten Kontexten arbeiten.
Terra Madre ist eine neue Auffassung von der Produktion,
der Verarbeitung, dem Vertrieb und Konsum von Lebensmitteln,
die ihre tiefen Wurzeln in der Vergangenheit und
der Geschichte der verschiedenen Völker hat,
aber einen zukunftsorientierten Blick und ein deutliches
Bewusstsein für die schwierige Situation, in
der wir uns befinden.
Die 1000 Events, die für den Terra Madre Day
vom Slow Food und Terra Madre Netzwerk organisiert
wurden, um das lokale Essen zu zelebrieren, sind
ein sprechender Beweis dafür.
Daher mein Kompliment an alle! Lasst uns weiter
mit Enthusiasmus und trotz aller Schwierigkeiten
mit ganzer Seele zusammenarbeiten.
Carlo Petrini
Slow Food Präsident
Ein
paar Worte von Paolo di Croce
Wie viele von Ihnen sicher erfahren haben, ist der
Gründer und erste Präsident von Slow Food
Niederlande, Jan Wolf, im August dieses Jahres frühzeitig
verstorben.
Wer das Glück hatte, ihn zu kennen, konnte
erfahren, was für eine große Persönlichkeit
Jan war: gebildet, intelligent, sympathisch, freundlich,
immer hilfsbereit. Vor mehreren Jahren, in einer
extrem heiklen Phase für unseren Verein in
den Niederlanden, übernahm Jan mit Entschlossenheit
und Intelligenz die Leitung, baute eine Gruppe auf
und gab der Bewegung eine neue politisch-strategische
Ausrichtung, die im Juni 2008 in der Anerkennung
der neuen Landesleitung für die Niederlande
gipfelte.
Vor wenigen Monaten, als sein Gesundheitszustand
sich verschlechterte, hatte Jan gebeten, auf internationaler
Ebene mitarbeiten zu können, vor allem zu den
Themen von Terra Madre in den Entwicklungsländern,
aber das Schicksal hat es ihm leider nicht vergönnt.
Um an Jan und seinen überzeugten Einsatz für
Slow Food zu erinnern, haben wir uns überlegt,
das Presidio des weißen Honigs aus Wukro nach
ihm zu benennen. Dieses Presidio vereint 17 Imker
aus einem dürren, felsigen Gebiet im Norden
Äthiopiens, wo die Lebensbedingungen extrem
schwierig sind.
Die ausführliche Beschreibung dieses Projekts
finden Sie in diesem Newsletter und auf der Website.
Dies ist unser kleiner Beitrag zu dem Engagement
und der Hingabe, die Jan für Slow Food bewiesen
hat und für die wir ihm immer dankbar sein
werden.
Paolo di Croce
Paolo di Croce, Internationaler
Sekretär von Slow Food |
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Slow Food setz sich
für Kleinstproduzenten auf der ganzen Welt
ein, um
ihr Lebensmittelsystem wieder aufzubauen, sich besser
ernähren zu
können, die Umwelt zu schützen und die
kulturelle Vielfalt zu
bewahren. Unterstützen Sie uns dabei!
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| Werden
auch Sie Teil einer |
großen internationalen Gemeinschaft, die
nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang
und nachhaltige Viehzucht verteidigt.
servicecentre
@slowfood.com
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Slow Food und
Terra Madre
in Zahlen
MITGLIEDER: 100.000
CONVIVIEN: 1.000
LÄNDER: 130
PRESIDI: 314
PASSAGIERE DER ARCHE DES GESCHMACKS:
903
MÄRKTE DER ERDE: 10
SCHULGÄRTEN: 243 |
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