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Februar 2010
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dieser Ausgabe: |
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Projekt des Monats
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Projekt
DISC
Mit einem
innovativen Ansatz an die Ernährungserziehung
wird in Uganda der Hunger bekämpft |
Uganda – In Uganda drängt
das geringe Einkommen in der Landwirtschaft die meisten
jungen Menschen dazu, andere Beschäftigungsformen
zu suchen. Dazu kommen die geringe Bodenfruchtbarkeit
und die Abhängigkeit vieler Gebiete von einträglichen
Anbauten wie Kaffee. So kommt es, dass der größte
Teil der Produkte für den täglichen Verzehr
aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo
importiert wird, was zu einer Steigerung der Kosten
– häufig unerschwinglich für das Durchschnittseinkommen
– und einem Verlust der lokalen Arten führt.
Ein Projekt des Slow Food Conviviums Mukono, an dem
heute 17 Schulen und über 620 Schüler beteiligt
sind, will das Verhältnis der jungen Menschen
zur Landwirtschaft verbessern und innovative Methoden
entwickeln, um eine dauerhafte Ernährungssouveränität
zu garantieren.
Das Projekt heißt DISC (Developing Innovations
in School Cultivation) und wurde 2006 von Edward Mukiibi,
Convivienleiter von Slow Food Mukono gegründet,
um wieder eine Beziehung zwischen der Jugend und der
Landwirtschaft aufzubauen: Es wurden Schulgärten
angelegt, in denen mit traditionellen, umweltschonenden
Methoden lokale Obst- und Gemüsesorten angebaut
werden.
In den Erfahrungen im Beet und im Klassenraum lernen
die Schüler lokale Produkte mit ihrem Geschmack
und ihrer Verwendung kennen und lernen auf diese Weise,
gute, saubere und faire Lebensmittel zu wählen.
Die Produkte aus dem Garten werden in der Schulkantine
verwendet, der Überschuss wird auf dem Markt
verkauft, um das Projekt zu unterstützen.
2010 werden 14 weitere Schulen in das Projekt DISC
aufgenommen, so dass dann 31 Schulen daran beteiligt
sind.
Helfen Sie uns, dieses Projekt 2010 fortzusetzen:
Klicken
Sie hier, um einen Beitrag zu leisten.
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Slow Food
in wenigen Worten |
Märkte der Erde
Die Märkte der Erde sind Bauernmärkte,
die nach den Leitlinien der Slow Food-Philosophie eingerichtet
wurden. Diese Märkte werden von den lokalen Gemeinschaften
verwaltet und werden zu wichtigen sozialen Treffpunkten,
bei denen die Erzeuger den Verbrauchern direkt gesunde,
hochwertige Lebensmittel anbieten, und zwar zu fairen
Preisen und mit der Garantie, dass sie mit umweltschonenden
Methoden produziert wurden. Außerdem wird besonders
auf den Schutz der lokalen kulinarischen Kultur und der
biologischen Vielfalt von Pflanzen und Tierrassen geachtet.
Weitere Informationen: www.earthmarkets.net
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Von der Erde auf den Tisch |
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Terra
Madre Brasilien
Das Netzwerk
der 50 Lebensmittelbündnisse versammelt sich |
Das Netzwerk Terra Madre in Brasilien besteht aus den
Vertretern von 50 Lebensmittelbündnissen und 11 Universitäten,
den Erzeugern aus 8 Presidi, 20 Köchen, 15 Studenten
aus dem Youth Food Movement und 10 beliebten Künstlern.
Es entstand 2004 und hat sich seitdem nach und nach erweitert,
denn die Themen, für die es sich einsetzt, die Chancen
für Begegnung und Austausch, die im Laufe der Jahre
realisiert wurden, und die Aktivitäten zum Schutz
des äußerst reichen gastronomischen Bestands
des Landes sind sehr wichtig.
So wurde ein starkes Netz aus Mitarbeitern und Verbündeten
geknüpft, mit dem 2007 das erste brasilianische Terra
Madre Treffen organisiert werden konnte.
Das zweite Treffen findet vom 21. bis 23. März 2010
in Brasilia im Kulturkomplex FUNARTE statt. 500 Delegierte
und über 200 Teilnehmer mit Beobachterstatus (Vertreter
der lokalen Institutionen und der Zivilgesellschaft, Fachjournalisten
und Branchenvertreter der Agrar- und Lebensmittelproduktion)
werden dazu anreisen. Ein Teil der Veranstaltungen auf
dem Programm ist für Publikum geöffnet.
An den Tagen des Events können die Delegierten an
thematischen Workshops teilnehmen, um Fragen in gemeinsamem
Interesse zu behandeln und zu diskutieren. Gleichzeitig
werden Workshops zur Geschmackserziehung für Erwachsene
und Kinder, Sinnespfade, gastronomische Demonstrationen
von den Köchen des Netzwerks, Konferenzen und Seminare
über Lebensmittelqualität, nachhaltige Produktion
und biologische Vielfalt in der Landwirtschaft organisiert.
In der Grünanlage neben dem Veranstaltungsort wird
ein Markt der biologischen Vielfalt aufgebaut, auf dem
die Besucher die Produkte der brasilianischen Lebensmittelbündnisse,
der Arche des Geschmacks und der Presidi des Landes entdecken,
probieren und kaufen können.
Das Programm umfasst auch kulturelle Veranstaltungen zum
Thema Essen, darunter Ausstellungen, Filmvorführungen,
Konzerte, Theater- und Tanzvorstellungen.
Weitere Informationen:
www.terramadre.slowfoodbrasil.com
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Märkte
am Werk
Die Märkte
der Erde in Bologna und Mailand
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Italien
– Am Samstag, den 20. Februar, gab es Neuheiten
auf den beiden Märkten der Erde von Slow Food in
italienischen Metropolen.
In Bologna, wo der Markt jeden Samstag mit zunehmendem
Erfolg stattfindet, wurde die erste von drei Kochlektionen
angeboten: Antonella Bonora, Köchin und Dozentin
des Master of Food, führte die Teilnehmer beim Einkauf
auf dem Markt und leitete den Kochkurs mit Hilfe der Bauersfrauen
vom Centro Costa. Es wurde ein traditionelles und gleichzeitig
kreatives Menü auf der Grundlage der Marktprodukte
zubereitet, und die Erfahrung gipfelte in dem unerlässlichen
geselligen Essen, zu dem jeder Teilnehmer einen weiteren
Gast mitbringen konnte.
In Mailand dagegen fand der erste Markt 2010 im Park am
Largo Marinai d'Italia statt. Special Guests waren das
Presidio des Sahnekäses Pannerone aus Lodi und die
sizilianischen Erzeuger aus dem Konsortium Le Galline
Felici – mit ihren biologischen roten Orangen –
und den Fischergenossenschaften vom Golf von Catania.
Die Marktbesucher konnten außerdem an den Geschmackserlebnissen
teilnehmen, die von den lombardischen Convivien organisiert
wurden, und sich an den Tavoli della Convivialità,
den “geselligen Tischen” aufhalten, um eine
kulinarische Pause mit den frisch gekauften Produkten
einzulegen oder Marktgespräche zu führen.
Drei Kochlektionen auf dem Markt der Erde in Bologna:
jeweils Samstag, 20. und 27. Februar sowie 6. März.
Die nächsten Termine für den Markt der Erde
in Mailand: 20. März, 17. April
Weitere Informationen: www.earthmarkets.net
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Verbindungen
von Nord nach Süd eines Kontinents
Austausch zwischen
argentinischen und kanadischen Mitgliedern |
Der Austausch ist ein wichtiges Element für das Netzwerk
von Slow Food.
Am 21. Januar empfingen die Mitglieder des Conviviums
Rayz de Cuyo (San Juan, Cuyo, Argentinien) zwei Vertreter
des Conviviums Abitibi-Témiscamingue (Val d'Or,
Quebec, Kanada). Ghislain Trudel, Leiter des kanadischen
Conviviums, und seine Tochter Martina besuchten bei ihrer
Reise in das südamerikanische Land die Region Cuyo,
um eine interessante Vereins- und Produktionsrealität
kennen zu lernen. In San Juan trafen sie die lokalen Slow-Food-Mitglieder
und besichtigten mit ihnen den organischen Garten Anahata,
wanderten durch die Weingärten mit Chardonnay und
Cabernet Sauvignon und probierten die Weine von Miguel
Mas, dem Convivienleiter. Zu einem gemeinsamen Essen brachten
die Mitglieder eigene Produkte mit: Schinken, Käse,
Olivenöl, Balsamessig, Wein, Holzofenbrot, Saisongemüse,
frisch geerntete Weintrauben und Melonen. Der Wille zu
kommunizieren, sich kennen zu lernen und Informationen
über ihre Länder auszutauschen, überwand
alle sprachlichen Hindernisse ohne Probleme. So entstanden
in einem universellen Sprachgemisch aus Englisch, Spanisch
und Französisch bei einem unverzichtbaren Mate-Tee
neue Freundschaften: Ein kleiner, aber wichtiger Knoten
im weltweiten Netzwerk Terra Madre wurde verstärkt.
"Die Energie, die durch die Kanäle von Terra
Madre fließt, ermöglichte uns dieses Treffen
an einem Ort des Verständnisses, wo die unterschiedliche
Sprache und die Entfernung (Quebec, Kanada – San
Juan, Argentinien) keine Hindernisse sind."
Miguel Angel Mas
Slow Food Convivienleiter Rayz de Cuyo
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Slow
Wine
Kleinwinzer vereinen
sich |
Georgien – An dem Treffen der Vignerons
d'Europe im vergangenen Dezember in der Toskana nahmen
auch zwei Winzer aus dem georgischen Presidio des Amphorenweins
teil: Georgien ist eins der ältesten Weinanbaugebiete
Europas, und dort wird der Wein noch in großen Terrakotta-Behältern
vergoren und gelagert, die in die Erde eingegraben werden.
Diese Technik ist auf einem Markt, der Großproduktionen
und moderne Technologien bevorzugt, vom Aussterben bedroht.
Die Georgier haben sich den über 600 Kleinwinzern
angeschlossen, die für dieses zweite Treffen der
Vignerons d’Europe aus ganz Europa angereist waren.
Sie konnten darüber diskutieren, wie man die Weinqualität
des Kontinents verbessern kann, welche modernen Bedrohungen
für den Winzerberuf bestehen und welche Lösungen
es gibt. “Ich fürchtete, dass die Situation
hier (in Italien), in einer so traditionsreichen Weinregion,
ganz anders als bei uns in Georgien sei”, erklärte
Solomon Tsaishvili, ein Erzeuger aus der Region Kakheti.
“Aber nach einer Woche zusammen mit den anderen
Winzern wurde mir klar, dass die Kleinerzeuger überall
die gleichen Probleme und die gleichen Hoffnungen haben,
ob sie nun aus Italien, Georgien oder sonst einem Land
stammen”.
Nach der Veranstaltung waren die georgischen Bauern zu
Gast bei toskanischen Winzern und den Slow Food Convivien
der Region. Bei einem Treffen mit dem Verein Cammino Autoctuve,
der die traditionellen Weine der Maremma (südliche
Toskana) und der Insel Elba fördert, wurde eine neue
'Partnerschaft' zwischen den Winzern der beiden Regionen
gegründet. In diesem Rahmen wird ein italienischer
Önologe im nächsten Jahr ein Seminar in Georgien
halten.
Klicken
Sie hier, um das Europäische
Manifest für nachhaltigen Weinbau und Weinbereitung
zu lesen, das bei dem Treffen Vignerons d’Europe
verfasst wurde.
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Großmuttertag
Slow Food Irland feiert
bedrohtes Wissen |
Irland/International – Am 25. April
wird zum zweiten Mal der Großmuttertag gefeiert,
um die (fast) vergessenen Kenntnisse und die wertvollen
Kochtechniken zu sammeln, die von den früheren Generationen
überliefert wurden. Der Großmuttertag wurde
bei Terra Madre im Oktober 2008 angeregt und soll eine
Chance bieten, an das praktische Können und Geschick
in den Gemeinschaften und Familien zu erinnern und es
weiterzugeben: Gemüseanbau, Zubereitung bestimmter
Gerichte, Konservierung von Saisonprodukten oder gemeinsame
Geschichten. Die irischen Convivien organisieren wieder
zahlreiche Initiativen im ganzen Land und haben die Aufforderung
an Convivien, Gemeinschaften, Großeltern und Enkel
in der ganzen Welt ausgedehnt. Im letzten Jahr feierte
Slow Food Irland diesen Tag mit vielen Veranstaltungen,
z.B. mit der öffentlichen Zubereitung von traditionellen
Rezepten, einem Kunstwettbewerb zum Thema “Kochen
mit Omi”, einem Wettbewerb für die Lieblingsrezepte
von Großeltern und Enkeln beim gemeinsamen Kochen
und der Veröffentlichung von traditionellen Familienrezepten
in Lokalzeitungen.
Weitere Informationen:
www.slowfoodireland.com
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Echte Lebensmittel und faire Schokolade
Die Initiativen von
Slow Food USA, um Konsens im Land zu den nationalen
Kampagnen aufzubauen |
USA – Slow Food USA setzt die Kampagne
Time for Lunch fort, die im vergangenen Herbst begann.
Die Bevölkerung soll damit zu Demonstrationen ermutigt
werden, damit der Kongress bei der bevorstehenden Überarbeitung
des Child Nutrition Act die Ursachen für Fettleibigkeit
und Gesundheitsprobleme ernsthaft berücksichtigt.
“Fettleibigkeit und Diabetes kosten das Land 263
Milliarden Dollar pro Jahr, von denen über die Hälfte
von den Steuerzahlern bezahlt werden. Dennoch ist die
Unterstützung für die Schulkantinen so gering,
dass die meisten Schulen sich nur billige Lebensmittel
leisten können, durch die Fettleibigkeit und Diabetes
gefördert werden. Man muss in gesündere Lebensmittel
investieren: Das ist das Richtige für unsere Kinder
und für unsere Wirtschaft”, erklärte Josh
Viertel, Präsident von Slow Food USA.
Slow Food USA schlägt allen Bürgern vor, sich
der Kampagne Time for Lunch anzuschließen und vom
Kongress zu fordern, die Unterstützung für den
Child Nutrition Act um mindestens eine Milliarde Dollar
aufzustocken, die Ernährungsstandards zu verbessern
und die Schulen dabei zu unterstützen, Programme
für die Direktbeschaffung bei Bauern einzuführen.
Das Ziel ist, 100.000 Briefe zu erreichen – bisher
haben bereits 40.000 Menschen einen Brief geschrieben
oder eine Petition zur Unterstützung der Kampagne
unterzeichnet.
Besuchen Sie die Website
der Kampagne, wenn Sie weitere Informationen wünschen
oder eine E-Mail an den Gesetzgeber senden wollen.
In der Zwischenzeit hat in diesem Monat das amerikanische
Netzwerk Slow Food on Campus zusammen mit United Students
for Fair Trade (USFT) den Convivien von 33 Universitäten
im ganzen Land geholfen, um für den Valentinstag
eine Reihe von Events zugunsten des fairen Handels zu
organisieren.
Wenn Sie mehr über Slow Food on Campus wissen
möchten, klicken
Sie hier.
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Stimmen
von Terra Madre
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Dharti
Ma No Diwas
Frauen haben
seit jeher die Rolle, den Kontakt ihrer Gemeinschaften
zu ihren Traditionen und der Natur aufrecht zu
erhalten. Diese wichtige Funktion wurde beim Terra
Madre Day begangen, als 250 Frauen sich im indischen
Dorf Manipur versammelten, um der Mutter Erde
zu danken und den Wert ihrer Arbeit anzuerkennen.
Die Zeremonie wurde mit einem gemeinsamen Gebet
aller Teilnehmerinnen eröffnet, gefolgt von
Gesängen und Darbietungen sowie der Vorstellung
von traditionellen Rezepten. Die Frauen, fast
alle Bäuerinnen und Erzeugerinnen aus ländlichen
Gegenden, erzählten von ihren Erfahrungen,
kochten und aßen gemeinsam traditionelle
Gerichte und sangen und tanzten schließlich
zusammen. Die Organisatorin Namrata Bali
erklärt dazu.... |
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«Indien
– “Wir wollten dieses
Projekt realisieren, weil wir fest davon
überzeugt sind, dass die Frau eine
enge Beziehung zur Natur, zur Landwirtschaft
und zur Tradition aufrecht erhält.
Die Frauen sind die Mütter unserer
Kinder, aber ihre Arbeit und ihr Beitrag
zu unserer Gesellschaft sind nicht anerkannt.
Mütter sind Hüterinnen der Tradition,
die sie ihren Töchtern weitergeben,
die sie wiederum ihren eigenen Töchtern
weitererzählen und so weiter. Frauen
sind in Kontakt mit der Natur. Bei uns
sind es die Frauen, die von Sonnenaufgang
bis Sonnenuntergang arbeiten: Sie holen
Wasser, kümmern sich um die Bauernhöfe
und ernähren unsere Gemeinschaften.
Daher wollen wir, dass der Beitrag der
Frauen anerkannt wird.
Es war sehr wichtig für uns, diese
Chance zu nutzen, um einige unserer gastronomischen
Traditionen und unserer Rezepte zu dokumentieren,
die unsere Kinder bald vergessen werden.
Heute hat Junk Food immer mehr Einfluss
und erreicht sogar die ländlichen
Gebiete, und das wollen wir nicht. Es
waren die Frauen, die sich dieses Treffen
wünschten, weil sie ihre Traditionen
nicht verlieren wollen.
Die meisten Frauen, die an unserem Treffen
zum Terra Madre Day teilnahmen, waren
Bäuerinnen, einige auch Arbeiterinnen
aus den Städten, aber sie alle hatten
gemeinsame kulinarische Traditionen. Wir
waren eine gemischte Gruppe, die bei anderen
Gelegenheiten nach Kaste und Religion
getrennt worden wäre, aber an diesem
Tag waren wir alle gleich.
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Namrata
Bali
SEWA Academy
sewaacdy@youtele.com
Hier
klicken, um Fotos von dem
Treffen anzusehen
Hier
klicken, um die 200 Geschichten
durchzublättern, die nach dem Terra
Madre Day bei uns eingingen. Dieser Tag
wurde am 10. Dezember vom internationalen
Netzwerk Slow Food organisiert, um die
lokalen Lebensmittel zu feiern. Die Berichte
sind in acht Sprachen übersetzt und
mit zahlreichen schönen Fotos illustriert.
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Ernährungstraditionen
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Auf
dem Dach der Welt
Über 60
Maulbeerarten wachsen im Berggebiet Pamir in Tadschikistan
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Tadschikistan
– In den Tälern des Pamir-Gebirges in der
Provinz Gorno-Badakhshan hat die Maulbeere eine so
wichtige Rolle in der lokaltypischen Ernährung,
dass es über 60 Arten dieser Frucht gibt. Der
Baum wurde über die Seidenstraße von China
eingeführt und passte sich schnell der schwierigen
Gebirgsumgebung an, in der die wenigen Dörfer
in steilen Tälern liegen und Ackerboden knapp
ist.
Die 60 Maulbeerarten im Pamir sind das Ergebnis von
Jahrhunderte langer Selektion und Anpassung. Die Früchte
werden frisch gegessen oder für Marmelade, Saft
und Pikht verwendet, ein Mehl aus den Maulbeeren,
das mit anderem Samen- und Getreidemehl gemischt wird.
Durch die Unzugänglichkeit dieser Orte werden
noch heute in den Tälern des Pamir zahlreiche
lokale Dialekte gesprochen, und so haben die verschiedenen
Produkte je nach Gebiet einen anderen Namen.
In der lokalen Kultur sind der Maulbeerbaum und die
Frucht Symbol für Schönheit: Man schenkt
Maulbeeren traditionell Paaren, um ihr Leben zu versüßen,
und bevor man ein Haus baut, wird immer ein Maulbeerbaum
gepflanzt. In Krisenzeiten wie im Zweiten Weltkrieg
oder während des Bürgerkriegs, der das Land
bis 1997 erschütterte, war die Maulbeere als
wichtigste Nährstoffquelle entscheidend.
Das Bündnis der Maulbeerbauern aus Khorog gehört
seit 2004 zum Netzwerk Terra Madre. Es umfasst derzeit
23 Erzeuger, die kürzlich ein Presidio gegründet
haben.
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Slow
Food in der Kantine
Portugiesische
Kinder lernen traditionelle Lebensmittel kennen
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Portugal –
Das traditionelle Gericht Tiborna – mit Olivenöl
getränktes Brot, das mit Zucker bestreut oder
mit Honig bestrichen wird – verbreitet sich
in der Stadt Evora erneut. Dies ist dem lokalen Slow
Food Convivium zu verdanken, das sich dafür einsetzt,
traditionelle Lebensmittel wieder zu entdecken, vor
allem mit dem Projekt zur Geschmackserziehung Slow
Food in der Kantine.
Das Projekt will nicht nur den Verbrauch von lokalen,
gesunden Produkten steigern, sondern auch traditionelle,
verlorene oder vergessene Lebensmittel wieder in das
Schulessen einführen, und Tiborna macht dabei
den Anfang. Die Initiative, die vom ländlichen
Distrikt Canaviais ausgeht, plant, Kinder und ältere
Generationen zusammenzubringen, Besichtigungen für
Schüler in den Küchen großer Köche
zu ermöglichen und Seminare zu lokalen Produkten
wie Olivenöl und Brot zu organisieren. “Die
beste Möglichkeit, die Ernährung in den
Familien zu ändern, ist der Weg über die
Kinder”, bestätigt Victor Lamberto, Leiter
des Convivium Alentejo. “Innovativ sein kann
auch bedeuten, die Vergangenheit wieder zu entdecken.
Wir wollen, dass die Kinder essen, was ihre Vorfahren
aßen, und darauf stolz sind.”
Slow Food in der Kantine ist ein Projekt für
europäische Schulen, das 2009 im Rahmen der Slow-Food-Kampagne
für gute, saubere und faire Lebensmittel in öffentlichen
Kantinen eingeführt wurde.
Victor S. Lamberto
vlamberto@gmail.com
Slow Food Alentejo
Weitere Informationen über Slow Food
in der Kantine:
Sarah Fleming
s.fleming@slowfood.com
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Fruchtbare Worte
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Slow-Thun
Europa auf
dem Weg zum Handelsverbot für Roten Thun
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Spanien – Anfang Februar hat
sich Slow Food Spanien zahlreichen anderen Organisationen
angeschlossen, um von der spanischen Regierung dringende
Maßnahmen zur Rettung des Roten Thuns zu fordern,
dessen Bestand kurz vor dem Kollaps steht. Im vergangenen
Jahr wurde die Art für die Aufnahme in das Artenschutzabkommen
CITES vorgeschlagen (Convention on International Trade
of Endangered Species of wild fauna and flora), wodurch
der Handel ab 2011 verboten würde – für
viele ist dies zu spät. Frankreich hat bereits
seine Unterstützung für das Handelsverbot
angekündigt, auch viele der 27 EU-Länder geben
positive Signale. Spanien allerdings, das derzeit die
Präsidentschaft innehat und die Position der EU
bei der CITES-Konferenz im März erläutern
wird, hat seine Unterstützung noch nicht erklärt.
Slow Food Spanien hat auch die Arbeit der handwerklichen
Fischergemeinschaften wie den Almadrabas verteidigt
(kleine Gemeinschaften, die sich dem traditionellen
Thunfischfang widmen), in denen der Fischfang über
Jahrhunderte auf nachhaltige Weise praktiziert wurde,
und darauf hingewiesen, dass diese Fischer als erste
die negativen Auswirkungen der Hyper-Überfischung
zu spüren bekommen.
Hier
klicken, um den ganzen Artikel zu lesen.
Frankreich – Eine steigende Zahl von
Köchen und Restaurantwirten verbannt den Roten
Thun schon jetzt aus eigener Initiative, statt abzuwarten,
bis eventuelle Gesetze in Kraft treten. Das jüngste
Glied ist die Unternehmensgruppe Relais & Chateaux,
die gefährdete Arten von den Speisekarten ihrer
475 Restaurants gestrichen hat. “Das Problem der
Fischressourcen ist erschütternd dringend, und
wir müssen dafür sorgen, dass die Leute sich
dessen so schnell wie möglich klar werden”,
erklärte Olivier Roellinger, Koch und stellvertretender
Vorsitzender der internationalen Restaurant- und Luxushotelkette.
“Wenn alle Köche der Welt ihre Kräfte
vereinen, können wir wirklich etwas bewirken.”
Hier
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Für
eine Steuer auf Junk Food
Rumänien
erwägt eine Steuer, um die Fettleibigkeit
zu begrenzen
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Rumänien könnte das erste
Land sein, das eine Steuer auf Junk Food einführt,
und zwar schon ab März dieses Jahres. Es soll ein
Versuch sein, um die Fettleibigkeit zu verringern und
die Mittel des Gesundheitssystems zu erhöhen, das
sich in der Krise befindet. Jeder vierte Rumäne
leidet unter Adipositas, das nationale Gesundheitssystem
dagegen unter chronischem Geldmangel. Die Steuer soll,
wenn sie genehmigt wird, für die Erzeuger von Fast-Food-Produkten,
verschiedenen Snacks, Kartoffelchips, Süßwaren
und Soft Drinks gelten, und man schätzt, dass sie
ca. eine Milliarde Euro in die Kassen des Staates bringt.
Ähnliche Maßnahmen wurden auch in anderen
Ländern erwogen, darunter Frankreich und Australien,
aber sie wurden nicht genehmigt, weil die Preiserhöhungen
Probleme für die Verbraucher befürchten lassen
und es schwierig ist, eine von allen akzeptierte Formulierung
zu finden.
Hier
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Bücher und Filme
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Terra
Madre
Englische
Ausgabe soeben erschienene
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In Terra Madre erzählt Slow-Food-Präsident
Carlo Petrini, warum auf globaler Ebene nicht wir die
Lebensmittel essen – sondern die Lebensmittel
uns verzehren. Inspiriert vom Netzwerk der Lebensmittelbündnisse
Terra Madre, stützt sich Petrinis Lösung für
das Problem der industriellen Massenlandwirtschaft auf
die zahlreichen lokalen Allianzen zwischen Erzeugern
und Verbrauchern. Er schlägt vor, diese Kontakte
auszuweiten und die Lebensmittelbündnisse der Regionen
aus aller Welt stärker zu vernetzen, um gute, saubere
und faire Lebensmittel zu fördern. Das große
Ziel ist eine Welt, in der die Bündnisse nicht
nur das Recht haben zu entscheiden, was sie anbauen
und essen, sondern auch, wie sie es erzeugen und in
den Handel bringen.
Die englische Ausgabe von Petrinis jüngstem
Buch ist Mitte Februar erschienen:
Terra Madre: Forging a New Global Network of Sustainable
Food Communities, Carlo Petrini, Chelsea Green,
2009
Für weitere Informationen hier
klicken.
Die italienische Ausgabe wurde Ende des letzten
Jahres veröffentlicht:
Terra Madre: Come non farci mangiare dal cibo,
Carlo Petrini, Giunti, 2009
Für weitere Informationen hier
klicken.
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The
food wars – Lebensmittelkriege
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Mit diesem Buch bietet Walden Bello, der bedeutende
Schriftsteller und Aktivist des Südens unserer
Welt, eine kritische Analyse der verschiedenen Ursachen
für die globale Lebensmittelkrise. Er umreißt
einen neuen Weg zum Prinzip der Ernährungssouveränität
und vertritt die These, dass man den Entwicklungsländern
ermöglichen muss, eine differenzierte Breite an
Anbaukulturen zu schützen und zu bewahren.
The Food Wars, Walden Bello, Verso, 2009.
Für weitere Informationen hier
klicken.
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Der
grüne Porno von Isabella Rossellini
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Mit ihrer exzentrischen Herangehensweise an eine seriöse
Kampagne ist diese Kurzfilmserie von Isabella Rossellini
über die Krise des Fischfangs und die Reproduktionsgewohnheiten
von Meerestieren, die bei der Kritik Zustimmung fand,
wissenschaftlich durchaus akkurat und gleichzeitig extrem
unterhaltsam.
Hier
klicken, um sie anzusehen.
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Wie die Zeitungen Anfang Februar berichteten,
ist Frau Boa Sr, 85 Jahre, gestorben. Sie war
das letzte menschliche Wesen, das die Sprache
“Bo” sprach, eine der zehn bekannten
Sprachen auf den Andamanen- und Nikobaren-Inseln
im Golf von Bengalen, nicht weit von Myanmar.
Mit ihr stirbt für immer eine menschliche
Ausdrucksform aus.
Dieses “Kultursterben” ist kein seltenes
Phänomen: Nach Sprachwissenschaftlern gibt
es auf der Welt rund 7.000 Sprachen, von denen
5.900 nur von 3% der Weltbevölkerung gesprochen
werden. Diese vom Aussterben bedrohten Sprachen
könnten uns viel über den Menschen,
über seine Beziehung zur Umwelt, über
seine Kultur und Evolution erzählen.
Wir stehen vor einem Verlust der Vielfalt, der
vielleicht vergleichbar ist mit dem der biologischen
Vielfalt, gegen den Slow Food und Terra Madre
seit langem kämpfen. Und diese gefährdeten
Sprachen sind eng mit den ländlichen Stammes-
und Bauerngesellschaften verbunden, die Seele
und Körper von Terra Madre darstellen.
Wenn Terra Madre das Haus der biologischen Vielfalt,
der Identität, von Austausch und Öffnung,
von “guter, sauberer und fairer” Landwirtschaft
und Gastronomie ist, kann es gegenüber der
zunehmenden Erosion des Sprachbestands nicht gleichgültig
bleiben.
Also ist Terra Madre der ideale Ort, um einzugreifen
oder mindestens das Problem auf die Tagesordnung
zu nehmen, darüber zu diskutieren und Abhilfe
zu schaffen.
Und deshalb kann ich jetzt schon ankündigen,
dass das Thema Sprachen ein wichtiger Schwerpunkt
bei der nächsten Terra Madre vom 21. bis
25. Oktober 2010 sein wird.
Und das in großem Stil, angefangen mit der
Eröffnungszeremonie im Plenum. Zum jetzigen
Zeitpunkt, zu dem ich schreibe, befindet sich
die Organisation der Veranstaltung noch in der
Embryonalphase, aber wir denken daran, die Eröffnung
von Terra Madre 2010 in die Hände der eingeborenen
Völker zu legen. Es werden keine Politiker
mehr sprechen, auch keine großen Denker
oder Intellektuelle. Im Mittelpunkt stehen Vertreter
der Völker, die sich mit weniger internationalen,
aber in vielen Fällen sicher nicht weniger
verbreiteten Sprachen ausdrücken (wenn man
die Zahl ihrer „Sprecher“ berücksichtigt).
Das wird ihre und unsere Art sein, die Aufmerksamkeit
auf die Tatsache zu richten, dass es viele vielfältige
Sprachen gibt, Ausdrucksformen einer wertvollen
Diversität, die eng verbunden sind mit der
biologischen Vielfalt, mit dem Wissen, das wir
verteidigen, mit den nachhaltigeren Möglichkeiten,
auf der Erde zu leben.
Carlo Petrini
Slow Food Präsident
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Slow Food setz sich
für kleine Produzenten auf der ganzen Welt
ein, um
ihr Lebensmittelsystem wieder aufzubauen, sich besser
ernähren zu
können, die Umwelt zu schützen und die
kulturelle Vielfalt zu
bewahren. Unterstützen Sie uns dabei!
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| Werden
auch Sie Teil einer |
großen internationalen Gemeinschaft, die
nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang
und nachhaltige Viehzucht verteidigt.
servicecentre
@slowfood.com
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Slow Food and
Terra Madre
in Zahlen
MITGLIEDER: 100.000
CONVIVIEN: 1.300
LÄNDER: 150
PRESIDI: 314
PASSAGIERE DER ARCHE DES GESCHMACKS:
903
MÄRKTE DER ERDE: 10
SCHULGÄRTEN: 300 |
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