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Februar 2010

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In dieser Ausgabe:
 

Editorial von Carlo Petrini

Projekt des Monats
Projekt DISC

Slow Food in wenigen Worten
Märkte der Erde

Von der Erde auf den Tisch...
Terra Madre Brasilien
Das Netzwerk der 50 Lebensmittelbündnisse versammelt sich

Märkte am Werk
Die Märkte der Erde in Bologna und Mailand

Verbindungen von Nord nach Süd eines Kontinents

Austausch zwischen argentinischen und kanadischen Mitgliedern

Slow Wine
Kleinwinzer vereinen sich

Großmuttertag
Slow Food Irland feiert bedrohtes Wissen

Echte Lebensmittel und faire Schokolade
Die Initiativen von Slow Food USA, um Konsens im Land zu den nationalen Kampagnen aufzubauen

Stimmen von Terra Madre
Dharti Ma No Diwas

Ernährungstraditionen
Auf dem Dach der Welt

Slow Food in der Kantine


Fruchtbare Worte
Slow-Thun

Für eine Steuer auf Junk Food


Bücher und Filme
Terra Madre
The food wars – Lebensmittelkriege
Der grüne Porno von Isabella Rossellini


Kalender

 
     




Projekt des Monats
 
Projekt DISC
Mit einem innovativen Ansatz an die Ernährungserziehung wird in Uganda der Hunger bekämpft

Uganda – In Uganda drängt das geringe Einkommen in der Landwirtschaft die meisten jungen Menschen dazu, andere Beschäftigungsformen zu suchen. Dazu kommen die geringe Bodenfruchtbarkeit und die Abhängigkeit vieler Gebiete von einträglichen Anbauten wie Kaffee. So kommt es, dass der größte Teil der Produkte für den täglichen Verzehr aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo importiert wird, was zu einer Steigerung der Kosten – häufig unerschwinglich für das Durchschnittseinkommen – und einem Verlust der lokalen Arten führt.

Ein Projekt des Slow Food Conviviums Mukono, an dem heute 17 Schulen und über 620 Schüler beteiligt sind, will das Verhältnis der jungen Menschen zur Landwirtschaft verbessern und innovative Methoden entwickeln, um eine dauerhafte Ernährungssouveränität zu garantieren.

Das Projekt heißt DISC (Developing Innovations in School Cultivation) und wurde 2006 von Edward Mukiibi, Convivienleiter von Slow Food Mukono gegründet, um wieder eine Beziehung zwischen der Jugend und der Landwirtschaft aufzubauen: Es wurden Schulgärten angelegt, in denen mit traditionellen, umweltschonenden Methoden lokale Obst- und Gemüsesorten angebaut werden.

In den Erfahrungen im Beet und im Klassenraum lernen die Schüler lokale Produkte mit ihrem Geschmack und ihrer Verwendung kennen und lernen auf diese Weise, gute, saubere und faire Lebensmittel zu wählen. Die Produkte aus dem Garten werden in der Schulkantine verwendet, der Überschuss wird auf dem Markt verkauft, um das Projekt zu unterstützen.

2010 werden 14 weitere Schulen in das Projekt DISC aufgenommen, so dass dann 31 Schulen daran beteiligt sind.

Helfen Sie uns, dieses Projekt 2010 fortzusetzen: Klicken Sie hier, um einen Beitrag zu leisten.

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Slow Food
in wenigen Worten

Märkte der Erde


Die Märkte der Erde sind Bauernmärkte, die nach den Leitlinien der Slow Food-Philosophie eingerichtet wurden. Diese Märkte werden von den lokalen Gemeinschaften verwaltet und werden zu wichtigen sozialen Treffpunkten, bei denen die Erzeuger den Verbrauchern direkt gesunde, hochwertige Lebensmittel anbieten, und zwar zu fairen Preisen und mit der Garantie, dass sie mit umweltschonenden Methoden produziert wurden. Außerdem wird besonders auf den Schutz der lokalen kulinarischen Kultur und der biologischen Vielfalt von Pflanzen und Tierrassen geachtet.

Weitere Informationen: www.earthmarkets.net


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... Von der Erde auf den Tisch
 

Terra Madre Brasilien
Das Netzwerk der 50 Lebensmittelbündnisse versammelt sich

Das Netzwerk Terra Madre in Brasilien besteht aus den Vertretern von 50 Lebensmittelbündnissen und 11 Universitäten, den Erzeugern aus 8 Presidi, 20 Köchen, 15 Studenten aus dem Youth Food Movement und 10 beliebten Künstlern. Es entstand 2004 und hat sich seitdem nach und nach erweitert, denn die Themen, für die es sich einsetzt, die Chancen für Begegnung und Austausch, die im Laufe der Jahre realisiert wurden, und die Aktivitäten zum Schutz des äußerst reichen gastronomischen Bestands des Landes sind sehr wichtig.
So wurde ein starkes Netz aus Mitarbeitern und Verbündeten geknüpft, mit dem 2007 das erste brasilianische Terra Madre Treffen organisiert werden konnte.
Das zweite Treffen findet vom 21. bis 23. März 2010 in Brasilia im Kulturkomplex FUNARTE statt. 500 Delegierte und über 200 Teilnehmer mit Beobachterstatus (Vertreter der lokalen Institutionen und der Zivilgesellschaft, Fachjournalisten und Branchenvertreter der Agrar- und Lebensmittelproduktion) werden dazu anreisen. Ein Teil der Veranstaltungen auf dem Programm ist für Publikum geöffnet.
An den Tagen des Events können die Delegierten an thematischen Workshops teilnehmen, um Fragen in gemeinsamem Interesse zu behandeln und zu diskutieren. Gleichzeitig werden Workshops zur Geschmackserziehung für Erwachsene und Kinder, Sinnespfade, gastronomische Demonstrationen von den Köchen des Netzwerks, Konferenzen und Seminare über Lebensmittelqualität, nachhaltige Produktion und biologische Vielfalt in der Landwirtschaft organisiert.
In der Grünanlage neben dem Veranstaltungsort wird ein Markt der biologischen Vielfalt aufgebaut, auf dem die Besucher die Produkte der brasilianischen Lebensmittelbündnisse, der Arche des Geschmacks und der Presidi des Landes entdecken, probieren und kaufen können.
Das Programm umfasst auch kulturelle Veranstaltungen zum Thema Essen, darunter Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte, Theater- und Tanzvorstellungen.

Weitere Informationen:
www.terramadre.slowfoodbrasil.com



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Märkte am Werk
Die Märkte der Erde in Bologna und Mailand 

Italien – Am Samstag, den 20. Februar, gab es Neuheiten auf den beiden Märkten der Erde von Slow Food in italienischen Metropolen.

In Bologna, wo der Markt jeden Samstag mit zunehmendem Erfolg stattfindet, wurde die erste von drei Kochlektionen angeboten: Antonella Bonora, Köchin und Dozentin des Master of Food, führte die Teilnehmer beim Einkauf auf dem Markt und leitete den Kochkurs mit Hilfe der Bauersfrauen vom Centro Costa. Es wurde ein traditionelles und gleichzeitig kreatives Menü auf der Grundlage der Marktprodukte zubereitet, und die Erfahrung gipfelte in dem unerlässlichen geselligen Essen, zu dem jeder Teilnehmer einen weiteren Gast mitbringen konnte.

In Mailand dagegen fand der erste Markt 2010 im Park am Largo Marinai d'Italia statt. Special Guests waren das Presidio des Sahnekäses Pannerone aus Lodi und die sizilianischen Erzeuger aus dem Konsortium Le Galline Felici – mit ihren biologischen roten Orangen – und den Fischergenossenschaften vom Golf von Catania. Die Marktbesucher konnten außerdem an den Geschmackserlebnissen teilnehmen, die von den lombardischen Convivien organisiert wurden, und sich an den Tavoli della Convivialità, den “geselligen Tischen” aufhalten, um eine kulinarische Pause mit den frisch gekauften Produkten einzulegen oder Marktgespräche zu führen.

Drei Kochlektionen auf dem Markt der Erde in Bologna: jeweils Samstag, 20. und 27. Februar sowie 6. März.

Die nächsten Termine für den Markt der Erde in Mailand: 20. März, 17. April


Weitere Informationen: www.earthmarkets.net

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Verbindungen von Nord nach Süd eines Kontinents
Austausch zwischen argentinischen und kanadischen Mitgliedern

Der Austausch ist ein wichtiges Element für das Netzwerk von Slow Food.
Am 21. Januar empfingen die Mitglieder des Conviviums Rayz de Cuyo (San Juan, Cuyo, Argentinien) zwei Vertreter des Conviviums Abitibi-Témiscamingue (Val d'Or, Quebec, Kanada). Ghislain Trudel, Leiter des kanadischen Conviviums, und seine Tochter Martina besuchten bei ihrer Reise in das südamerikanische Land die Region Cuyo, um eine interessante Vereins- und Produktionsrealität kennen zu lernen. In San Juan trafen sie die lokalen Slow-Food-Mitglieder und besichtigten mit ihnen den organischen Garten Anahata, wanderten durch die Weingärten mit Chardonnay und Cabernet Sauvignon und probierten die Weine von Miguel Mas, dem Convivienleiter. Zu einem gemeinsamen Essen brachten die Mitglieder eigene Produkte mit: Schinken, Käse, Olivenöl, Balsamessig, Wein, Holzofenbrot, Saisongemüse, frisch geerntete Weintrauben und Melonen. Der Wille zu kommunizieren, sich kennen zu lernen und Informationen über ihre Länder auszutauschen, überwand alle sprachlichen Hindernisse ohne Probleme. So entstanden in einem universellen Sprachgemisch aus Englisch, Spanisch und Französisch bei einem unverzichtbaren Mate-Tee neue Freundschaften: Ein kleiner, aber wichtiger Knoten im weltweiten Netzwerk Terra Madre wurde verstärkt.
"Die Energie, die durch die Kanäle von Terra Madre fließt, ermöglichte uns dieses Treffen an einem Ort des Verständnisses, wo die unterschiedliche Sprache und die Entfernung (Quebec, Kanada – San Juan, Argentinien) keine Hindernisse sind."

Miguel Angel Mas
Slow Food Convivienleiter Rayz de Cuyo

 
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Slow Wine
Kleinwinzer vereinen sich

Georgien – An dem Treffen der Vignerons d'Europe im vergangenen Dezember in der Toskana nahmen auch zwei Winzer aus dem georgischen Presidio des Amphorenweins teil: Georgien ist eins der ältesten Weinanbaugebiete Europas, und dort wird der Wein noch in großen Terrakotta-Behältern vergoren und gelagert, die in die Erde eingegraben werden. Diese Technik ist auf einem Markt, der Großproduktionen und moderne Technologien bevorzugt, vom Aussterben bedroht.
Die Georgier haben sich den über 600 Kleinwinzern angeschlossen, die für dieses zweite Treffen der Vignerons d’Europe aus ganz Europa angereist waren. Sie konnten darüber diskutieren, wie man die Weinqualität des Kontinents verbessern kann, welche modernen Bedrohungen für den Winzerberuf bestehen und welche Lösungen es gibt. “Ich fürchtete, dass die Situation hier (in Italien), in einer so traditionsreichen Weinregion, ganz anders als bei uns in Georgien sei”, erklärte Solomon Tsaishvili, ein Erzeuger aus der Region Kakheti. “Aber nach einer Woche zusammen mit den anderen Winzern wurde mir klar, dass die Kleinerzeuger überall die gleichen Probleme und die gleichen Hoffnungen haben, ob sie nun aus Italien, Georgien oder sonst einem Land stammen”.

Nach der Veranstaltung waren die georgischen Bauern zu Gast bei toskanischen Winzern und den Slow Food Convivien der Region. Bei einem Treffen mit dem Verein Cammino Autoctuve, der die traditionellen Weine der Maremma (südliche Toskana) und der Insel Elba fördert, wurde eine neue 'Partnerschaft' zwischen den Winzern der beiden Regionen gegründet. In diesem Rahmen wird ein italienischer Önologe im nächsten Jahr ein Seminar in Georgien halten.

Klicken Sie hier, um das Europäische Manifest für nachhaltigen Weinbau und Weinbereitung zu lesen, das bei dem Treffen Vignerons d’Europe verfasst wurde.


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Großmuttertag
Slow Food Irland feiert bedrohtes Wissen

Irland/International – Am 25. April wird zum zweiten Mal der Großmuttertag gefeiert, um die (fast) vergessenen Kenntnisse und die wertvollen Kochtechniken zu sammeln, die von den früheren Generationen überliefert wurden. Der Großmuttertag wurde bei Terra Madre im Oktober 2008 angeregt und soll eine Chance bieten, an das praktische Können und Geschick in den Gemeinschaften und Familien zu erinnern und es weiterzugeben: Gemüseanbau, Zubereitung bestimmter Gerichte, Konservierung von Saisonprodukten oder gemeinsame Geschichten. Die irischen Convivien organisieren wieder zahlreiche Initiativen im ganzen Land und haben die Aufforderung an Convivien, Gemeinschaften, Großeltern und Enkel in der ganzen Welt ausgedehnt. Im letzten Jahr feierte Slow Food Irland diesen Tag mit vielen Veranstaltungen, z.B. mit der öffentlichen Zubereitung von traditionellen Rezepten, einem Kunstwettbewerb zum Thema “Kochen mit Omi”, einem Wettbewerb für die Lieblingsrezepte von Großeltern und Enkeln beim gemeinsamen Kochen und der Veröffentlichung von traditionellen Familienrezepten in Lokalzeitungen.

Weitere Informationen:
www.slowfoodireland.com

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Echte Lebensmittel und faire Schokolade

Die Initiativen von Slow Food USA, um Konsens im Land zu den nationalen Kampagnen aufzubauen

USA – Slow Food USA setzt die Kampagne Time for Lunch fort, die im vergangenen Herbst begann. Die Bevölkerung soll damit zu Demonstrationen ermutigt werden, damit der Kongress bei der bevorstehenden Überarbeitung des Child Nutrition Act die Ursachen für Fettleibigkeit und Gesundheitsprobleme ernsthaft berücksichtigt. “Fettleibigkeit und Diabetes kosten das Land 263 Milliarden Dollar pro Jahr, von denen über die Hälfte von den Steuerzahlern bezahlt werden. Dennoch ist die Unterstützung für die Schulkantinen so gering, dass die meisten Schulen sich nur billige Lebensmittel leisten können, durch die Fettleibigkeit und Diabetes gefördert werden. Man muss in gesündere Lebensmittel investieren: Das ist das Richtige für unsere Kinder und für unsere Wirtschaft”, erklärte Josh Viertel, Präsident von Slow Food USA.

Slow Food USA schlägt allen Bürgern vor, sich der Kampagne Time for Lunch anzuschließen und vom Kongress zu fordern, die Unterstützung für den Child Nutrition Act um mindestens eine Milliarde Dollar aufzustocken, die Ernährungsstandards zu verbessern und die Schulen dabei zu unterstützen, Programme für die Direktbeschaffung bei Bauern einzuführen. Das Ziel ist, 100.000 Briefe zu erreichen – bisher haben bereits 40.000 Menschen einen Brief geschrieben oder eine Petition zur Unterstützung der Kampagne unterzeichnet.

Besuchen Sie die Website der Kampagne, wenn Sie weitere Informationen wünschen oder eine E-Mail an den Gesetzgeber senden wollen.

In der Zwischenzeit hat in diesem Monat das amerikanische Netzwerk Slow Food on Campus zusammen mit United Students for Fair Trade (USFT) den Convivien von 33 Universitäten im ganzen Land geholfen, um für den Valentinstag eine Reihe von Events zugunsten des fairen Handels zu organisieren.

Wenn Sie mehr über Slow Food on Campus wissen möchten, klicken Sie hier.


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 Stimmen von Terra Madre

Dharti Ma No Diwas
Frauen haben seit jeher die Rolle, den Kontakt ihrer Gemeinschaften zu ihren Traditionen und der Natur aufrecht zu erhalten. Diese wichtige Funktion wurde beim Terra Madre Day begangen, als 250 Frauen sich im indischen Dorf Manipur versammelten, um der Mutter Erde zu danken und den Wert ihrer Arbeit anzuerkennen. Die Zeremonie wurde mit einem gemeinsamen Gebet aller Teilnehmerinnen eröffnet, gefolgt von Gesängen und Darbietungen sowie der Vorstellung von traditionellen Rezepten. Die Frauen, fast alle Bäuerinnen und Erzeugerinnen aus ländlichen Gegenden, erzählten von ihren Erfahrungen, kochten und aßen gemeinsam traditionelle Gerichte und sangen und tanzten schließlich zusammen. Die Organisatorin Namrata Bali erklärt dazu....

 

«Indien – “Wir wollten dieses Projekt realisieren, weil wir fest davon überzeugt sind, dass die Frau eine enge Beziehung zur Natur, zur Landwirtschaft und zur Tradition aufrecht erhält. Die Frauen sind die Mütter unserer Kinder, aber ihre Arbeit und ihr Beitrag zu unserer Gesellschaft sind nicht anerkannt. Mütter sind Hüterinnen der Tradition, die sie ihren Töchtern weitergeben, die sie wiederum ihren eigenen Töchtern weitererzählen und so weiter. Frauen sind in Kontakt mit der Natur. Bei uns sind es die Frauen, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeiten: Sie holen Wasser, kümmern sich um die Bauernhöfe und ernähren unsere Gemeinschaften. Daher wollen wir, dass der Beitrag der Frauen anerkannt wird.
Es war sehr wichtig für uns, diese Chance zu nutzen, um einige unserer gastronomischen Traditionen und unserer Rezepte zu dokumentieren, die unsere Kinder bald vergessen werden. Heute hat Junk Food immer mehr Einfluss und erreicht sogar die ländlichen Gebiete, und das wollen wir nicht. Es waren die Frauen, die sich dieses Treffen wünschten, weil sie ihre Traditionen nicht verlieren wollen.
Die meisten Frauen, die an unserem Treffen zum Terra Madre Day teilnahmen, waren Bäuerinnen, einige auch Arbeiterinnen aus den Städten, aber sie alle hatten gemeinsame kulinarische Traditionen. Wir waren eine gemischte Gruppe, die bei anderen Gelegenheiten nach Kaste und Religion getrennt worden wäre, aber an diesem Tag waren wir alle gleich.

 
     
 

Namrata Bali
SEWA Academy
sewaacdy@youtele.com

Hier klicken, um Fotos von dem Treffen anzusehen
Hier klicken, um die 200 Geschichten durchzublättern, die nach dem Terra Madre Day bei uns eingingen. Dieser Tag wurde am 10. Dezember vom internationalen Netzwerk Slow Food organisiert, um die lokalen Lebensmittel zu feiern. Die Berichte sind in acht Sprachen übersetzt und mit zahlreichen schönen Fotos illustriert.

 


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Ernährungstraditionen
       
Auf dem Dach der Welt 
Über 60 Maulbeerarten wachsen im Berggebiet Pamir in Tadschikistan 


Tadschikistan – In den Tälern des Pamir-Gebirges in der Provinz Gorno-Badakhshan hat die Maulbeere eine so wichtige Rolle in der lokaltypischen Ernährung, dass es über 60 Arten dieser Frucht gibt. Der Baum wurde über die Seidenstraße von China eingeführt und passte sich schnell der schwierigen Gebirgsumgebung an, in der die wenigen Dörfer in steilen Tälern liegen und Ackerboden knapp ist.

Die 60 Maulbeerarten im Pamir sind das Ergebnis von Jahrhunderte langer Selektion und Anpassung. Die Früchte werden frisch gegessen oder für Marmelade, Saft und Pikht verwendet, ein Mehl aus den Maulbeeren, das mit anderem Samen- und Getreidemehl gemischt wird. Durch die Unzugänglichkeit dieser Orte werden noch heute in den Tälern des Pamir zahlreiche lokale Dialekte gesprochen, und so haben die verschiedenen Produkte je nach Gebiet einen anderen Namen.

In der lokalen Kultur sind der Maulbeerbaum und die Frucht Symbol für Schönheit: Man schenkt Maulbeeren traditionell Paaren, um ihr Leben zu versüßen, und bevor man ein Haus baut, wird immer ein Maulbeerbaum gepflanzt. In Krisenzeiten wie im Zweiten Weltkrieg oder während des Bürgerkriegs, der das Land bis 1997 erschütterte, war die Maulbeere als wichtigste Nährstoffquelle entscheidend.

Das Bündnis der Maulbeerbauern aus Khorog gehört seit 2004 zum Netzwerk Terra Madre. Es umfasst derzeit 23 Erzeuger, die kürzlich ein Presidio gegründet haben.



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Slow Food in der Kantine 
Portugiesische Kinder lernen traditionelle Lebensmittel kennen 


Portugal – Das traditionelle Gericht Tiborna – mit Olivenöl getränktes Brot, das mit Zucker bestreut oder mit Honig bestrichen wird – verbreitet sich in der Stadt Evora erneut. Dies ist dem lokalen Slow Food Convivium zu verdanken, das sich dafür einsetzt, traditionelle Lebensmittel wieder zu entdecken, vor allem mit dem Projekt zur Geschmackserziehung Slow Food in der Kantine.

Das Projekt will nicht nur den Verbrauch von lokalen, gesunden Produkten steigern, sondern auch traditionelle, verlorene oder vergessene Lebensmittel wieder in das Schulessen einführen, und Tiborna macht dabei den Anfang. Die Initiative, die vom ländlichen Distrikt Canaviais ausgeht, plant, Kinder und ältere Generationen zusammenzubringen, Besichtigungen für Schüler in den Küchen großer Köche zu ermöglichen und Seminare zu lokalen Produkten wie Olivenöl und Brot zu organisieren. “Die beste Möglichkeit, die Ernährung in den Familien zu ändern, ist der Weg über die Kinder”, bestätigt Victor Lamberto, Leiter des Convivium Alentejo. “Innovativ sein kann auch bedeuten, die Vergangenheit wieder zu entdecken. Wir wollen, dass die Kinder essen, was ihre Vorfahren aßen, und darauf stolz sind.”
Slow Food in der Kantine ist ein Projekt für europäische Schulen, das 2009 im Rahmen der Slow-Food-Kampagne für gute, saubere und faire Lebensmittel in öffentlichen Kantinen eingeführt wurde.

Victor S. Lamberto
vlamberto@gmail.com
Slow Food Alentejo

Weitere Informationen über Slow Food in der Kantine:
Sarah Fleming
s.fleming@slowfood.com



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Fruchtbare Worte

Slow-Thun 
Europa auf dem Weg zum Handelsverbot für Roten Thun 

Spanien – Anfang Februar hat sich Slow Food Spanien zahlreichen anderen Organisationen angeschlossen, um von der spanischen Regierung dringende Maßnahmen zur Rettung des Roten Thuns zu fordern, dessen Bestand kurz vor dem Kollaps steht. Im vergangenen Jahr wurde die Art für die Aufnahme in das Artenschutzabkommen CITES vorgeschlagen (Convention on International Trade of Endangered Species of wild fauna and flora), wodurch der Handel ab 2011 verboten würde – für viele ist dies zu spät. Frankreich hat bereits seine Unterstützung für das Handelsverbot angekündigt, auch viele der 27 EU-Länder geben positive Signale. Spanien allerdings, das derzeit die Präsidentschaft innehat und die Position der EU bei der CITES-Konferenz im März erläutern wird, hat seine Unterstützung noch nicht erklärt.

Slow Food Spanien hat auch die Arbeit der handwerklichen Fischergemeinschaften wie den Almadrabas verteidigt (kleine Gemeinschaften, die sich dem traditionellen Thunfischfang widmen), in denen der Fischfang über Jahrhunderte auf nachhaltige Weise praktiziert wurde, und darauf hingewiesen, dass diese Fischer als erste die negativen Auswirkungen der Hyper-Überfischung zu spüren bekommen.

Hier klicken, um den ganzen Artikel zu lesen.

Frankreich
– Eine steigende Zahl von Köchen und Restaurantwirten verbannt den Roten Thun schon jetzt aus eigener Initiative, statt abzuwarten, bis eventuelle Gesetze in Kraft treten. Das jüngste Glied ist die Unternehmensgruppe Relais & Chateaux, die gefährdete Arten von den Speisekarten ihrer 475 Restaurants gestrichen hat. “Das Problem der Fischressourcen ist erschütternd dringend, und wir müssen dafür sorgen, dass die Leute sich dessen so schnell wie möglich klar werden”, erklärte Olivier Roellinger, Koch und stellvertretender Vorsitzender der internationalen Restaurant- und Luxushotelkette. “Wenn alle Köche der Welt ihre Kräfte vereinen, können wir wirklich etwas bewirken.”

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Für eine Steuer auf Junk Food 
Rumänien erwägt eine Steuer, um die Fettleibigkeit zu begrenzen 

Rumänien könnte das erste Land sein, das eine Steuer auf Junk Food einführt, und zwar schon ab März dieses Jahres. Es soll ein Versuch sein, um die Fettleibigkeit zu verringern und die Mittel des Gesundheitssystems zu erhöhen, das sich in der Krise befindet. Jeder vierte Rumäne leidet unter Adipositas, das nationale Gesundheitssystem dagegen unter chronischem Geldmangel. Die Steuer soll, wenn sie genehmigt wird, für die Erzeuger von Fast-Food-Produkten, verschiedenen Snacks, Kartoffelchips, Süßwaren und Soft Drinks gelten, und man schätzt, dass sie ca. eine Milliarde Euro in die Kassen des Staates bringt. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in anderen Ländern erwogen, darunter Frankreich und Australien, aber sie wurden nicht genehmigt, weil die Preiserhöhungen Probleme für die Verbraucher befürchten lassen und es schwierig ist, eine von allen akzeptierte Formulierung zu finden.

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Bücher und Filme

Terra Madre
 Englische Ausgabe soeben erschienene 

In Terra Madre erzählt Slow-Food-Präsident Carlo Petrini, warum auf globaler Ebene nicht wir die Lebensmittel essen – sondern die Lebensmittel uns verzehren. Inspiriert vom Netzwerk der Lebensmittelbündnisse Terra Madre, stützt sich Petrinis Lösung für das Problem der industriellen Massenlandwirtschaft auf die zahlreichen lokalen Allianzen zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Er schlägt vor, diese Kontakte auszuweiten und die Lebensmittelbündnisse der Regionen aus aller Welt stärker zu vernetzen, um gute, saubere und faire Lebensmittel zu fördern. Das große Ziel ist eine Welt, in der die Bündnisse nicht nur das Recht haben zu entscheiden, was sie anbauen und essen, sondern auch, wie sie es erzeugen und in den Handel bringen.

Die englische Ausgabe von Petrinis jüngstem Buch ist Mitte Februar erschienen:

Terra Madre: Forging a New Global Network of Sustainable Food Communities, Carlo Petrini, Chelsea Green, 2009

Für weitere Informationen hier klicken.

Die italienische Ausgabe wurde Ende des letzten Jahres veröffentlicht:

Terra Madre: Come non farci mangiare dal cibo, Carlo Petrini, Giunti, 2009

Für weitere Informationen hier klicken.


The food wars – Lebensmittelkriege
 

Mit diesem Buch bietet Walden Bello, der bedeutende Schriftsteller und Aktivist des Südens unserer Welt, eine kritische Analyse der verschiedenen Ursachen für die globale Lebensmittelkrise. Er umreißt einen neuen Weg zum Prinzip der Ernährungssouveränität und vertritt die These, dass man den Entwicklungsländern ermöglichen muss, eine differenzierte Breite an Anbaukulturen zu schützen und zu bewahren.

The Food Wars, Walden Bello, Verso, 2009.

Für weitere Informationen hier klicken.



Der grüne Porno von Isabella Rossellini
 

Mit ihrer exzentrischen Herangehensweise an eine seriöse Kampagne ist diese Kurzfilmserie von Isabella Rossellini über die Krise des Fischfangs und die Reproduktionsgewohnheiten von Meerestieren, die bei der Kritik Zustimmung fand, wissenschaftlich durchaus akkurat und gleichzeitig extrem unterhaltsam.

Hier klicken, um sie anzusehen
.


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Wie die Zeitungen Anfang Februar berichteten, ist Frau Boa Sr, 85 Jahre, gestorben. Sie war das letzte menschliche Wesen, das die Sprache “Bo” sprach, eine der zehn bekannten Sprachen auf den Andamanen- und Nikobaren-Inseln im Golf von Bengalen, nicht weit von Myanmar. Mit ihr stirbt für immer eine menschliche Ausdrucksform aus.
Dieses “Kultursterben” ist kein seltenes Phänomen: Nach Sprachwissenschaftlern gibt es auf der Welt rund 7.000 Sprachen, von denen 5.900 nur von 3% der Weltbevölkerung gesprochen werden. Diese vom Aussterben bedrohten Sprachen könnten uns viel über den Menschen, über seine Beziehung zur Umwelt, über seine Kultur und Evolution erzählen.
Wir stehen vor einem Verlust der Vielfalt, der vielleicht vergleichbar ist mit dem der biologischen Vielfalt, gegen den Slow Food und Terra Madre seit langem kämpfen. Und diese gefährdeten Sprachen sind eng mit den ländlichen Stammes- und Bauerngesellschaften verbunden, die Seele und Körper von Terra Madre darstellen.
Wenn Terra Madre das Haus der biologischen Vielfalt, der Identität, von Austausch und Öffnung, von “guter, sauberer und fairer” Landwirtschaft und Gastronomie ist, kann es gegenüber der zunehmenden Erosion des Sprachbestands nicht gleichgültig bleiben.
Also ist Terra Madre der ideale Ort, um einzugreifen oder mindestens das Problem auf die Tagesordnung zu nehmen, darüber zu diskutieren und Abhilfe zu schaffen.
Und deshalb kann ich jetzt schon ankündigen, dass das Thema Sprachen ein wichtiger Schwerpunkt bei der nächsten Terra Madre vom 21. bis 25. Oktober 2010 sein wird.
Und das in großem Stil, angefangen mit der Eröffnungszeremonie im Plenum. Zum jetzigen Zeitpunkt, zu dem ich schreibe, befindet sich die Organisation der Veranstaltung noch in der Embryonalphase, aber wir denken daran, die Eröffnung von Terra Madre 2010 in die Hände der eingeborenen Völker zu legen. Es werden keine Politiker mehr sprechen, auch keine großen Denker oder Intellektuelle. Im Mittelpunkt stehen Vertreter der Völker, die sich mit weniger internationalen, aber in vielen Fällen sicher nicht weniger verbreiteten Sprachen ausdrücken (wenn man die Zahl ihrer „Sprecher“ berücksichtigt).
Das wird ihre und unsere Art sein, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu richten, dass es viele vielfältige Sprachen gibt, Ausdrucksformen einer wertvollen Diversität, die eng verbunden sind mit der biologischen Vielfalt, mit dem Wissen, das wir verteidigen, mit den nachhaltigeren Möglichkeiten, auf der Erde zu leben.

Carlo Petrini
Slow Food Präsident


 



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servicecentre
@slowfood.com

 
 
       
   


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KALENDER
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Terra Madre Brasilien
Brasilia, Brasilien
19. – 22. März 2010

Markt des guten Geschmacks
Stuttgart, Deutschland
15. – 18. April 2010

Großmuttertag
International
25. April 2010

Burren Slow Food Festival
Irland
21. – 23. Mai 2010

Terra Madre Balkanländer
Sofia, Bulgarien
Juli 2010

Salone del Gusto
Turin, Italien
21. – 25. Oktober 2010

Terra Madre
Turin, Italien
21. – 25. Oktober 2010

Terra Madre Day
International
Dezember 2010

 

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  Slow Food and
Terra Madre
in Zahlen


MITGLIEDER: 100.000
CONVIVIEN: 1.300
LÄNDER: 150
PRESIDI: 314
PASSAGIERE DER ARCHE DES GESCHMACKS: 903
MÄRKTE DER ERDE: 10
SCHULGÄRTEN: 300
 
 


 
  Dieser Newsletter wird vom internationalen Kommunikationsbüro von Slow Food veröffentlicht.
 Bess Mucke: b.mucke@@slowfood.com -  Michèle Mesmain: m.mesmain@slowfood.com
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