Archiv und Versionen in den anderen Sprachen Sollte der Newsletter nicht korrekt angezeigt werden, klicken Sie bitte hier
 

April 2010

Drucken

In dieser Ausgabe:
 

Editorial von Carlo Petrini

Projekt des Monats
Familiengärten in Kuba

Slow Food in wenigen Worten
UNISG

Kampagnen
Slow Fish
Eine Website zum besseren Verständnis für die Ozeane

Die europäische Lebensmittelerklärung
Eine Allianz von Organisationen veröffentlicht einen Appell zur Änderung des Lebensmittelsystems

Von der Erde auf den Tisch
Der Geschmack vom Kap
Junge Führung für biologische Landwirtschaft und ein neues, sehr engagiertes Convivium in Südafrika

Den Krieg überwinden
Srebrenica feiert mit den Slow Food Presidi

Lebensmittelhilfe

Projekte von Slow Food Central Rift verbessern die Ernährungs- und Gesundheitssituation in kenianischen Dörfern

Stimmen von Terra Madre
Kubanische Lektion
Kanadische Mitglieder besuchen den Gemeinschaftsgarten in Havanna, den sie unterstützen

Nahrung für den Geist
Nachhaltig essen (gehen)
Organisationen im Vereinigten Königreich unterstützen bewusste Esser

Auf Papier und Leinwand
Fühlen Fische Schmerz?

Die Stadt, die vom Essen gerettet wurde

In der grünen Küche

Lokale Lösungen für globales Chaos


Kalender


 
     




Projekt des Monats
 
Familiengärten in Kuba
Ein Schulungsprojekt für lokale Führungskräfte

Das Projekt “Training Local Leaders” wurde im Juli 2009 gegründet, um die Entwicklung von Gemeinschaftsgärten durch Seminare über landwirtschaftliche Techniken und Verbreitung von Lehrmaterial zu fördern.

Die Seminare konzentrieren sich auf biologischen Anbau und die besten Techniken, um mit geringen Mitteln reichliche, hochwertige Ernteerträge zu erreichen.
Die ausgewählten Teilnehmer haben die Verantwortung, ihrerseits die anderen Mitglieder der Gemeinschaft zu schulen und ihnen die erworbenen Kenntnisse und Techniken weiterzugeben. Dadurch kann das Projekt auch mit sehr begrenzten wirtschaftlichen Ressourcen große Wirkung erzielen.

Ziel für 2010 ist, die Reichweite des Projekts auszudehnen, indem neue Teilnehmer der Gemeinschaften von Itabo einbezogen und pädagogische Angebote für Kinder eingeführt werden, so dass auch die jüngeren Generationen ihre erlernten Kenntnisse mit ihren Familien teilen können.

Helfen Sie uns, dieses Projekt 2010 fortzuführen, und spenden Sie einen Beitrag auf der Website von Terra Madre: www.slowfood.it/donate.

< Zurück zum Seitenanfang >


Slow Food
in wenigen Worten

Universität der Gastronomischen Wissenschaften (UNISG)


Die Universität der Gastronomischen Wissenschaften (UNISG) ist eine private Non-Profit-Institution, die 2004 von Slow Food in Zusammenarbeit mit den Regionen Piemont und Emilia Romagna gegründet wurde. Die Studenten kommen aus vielen Ländern der Welt, um die handwerkliche und industrielle Lebensmittelproduktion zu studieren und konkret kennen zu lernen: Der interdisziplinäre Studienplan umfasst wissenschaftliche und humanistische Fächer, sensorische Schulung und direkte Erfahrung bei Reisen in allen fünf Kontinenten. Die UNISG verfolgt eine Erneuerung der landwirtschaftlichen Produktionsmethoden, den Schutz der biologischen Vielfalt und den Aufbau einer organischen Beziehung zwischen Gastronomie und Landwirtschaft. In dem dreijährigen Studiengang und den Aufbaustudien werden Fachleute ausgebildet, deren Berufsbild bisher einzigartig im Panorama der Önogastronomie ist: Sie verfügen über Kompetenzen in Produktion, Vertrieb, Werbung und Kommunikation von hochwertigen Lebensmitteln.

Weitere Informationen: www.unisg.it

< Zurück zum Seitenanfang >   


Kampagnen
 

Slow Fish
Eine Website zum besseren Verständnis für die Ozeane

Die internationale Kampagne Slow Fish stellt diesen Monat eine viersprachige Website ins Netz, die vor allem informieren will, indem sie Nachrichten von den wichtigsten Verbänden und wissenschaftlichen Instituten aus aller Welt sammelt und veröffentlicht (über die Lage der Ozeane, die Fischbestände etc.). Außerdem erzählt sie: Geschichten von den Presidi und den Terra-Madre-Bündnissen der Fischer, von den interessantesten Initiativen, die in aller Welt von Slow-Food-Convivien organisiert werden, um nachhaltigen Fischfang und Fischkonsum zu fördern. Und schließlich beinhaltet sie Vorschläge: einfache, tägliche, für alle machbare Initiativen - für Fischhändler, Gastronomen und alle anderen Menschen, die zu entscheiden haben, welchen Fisch sie kaufen und zubereiten.

Die Kampagne Slow Fish will die Botschaft, die von der Messe Slow Fish (die alle zwei Jahre in Genua stattfindet) initiiert wurde, flächendeckend und dauerhaft verbreiten und den Convivien und Terra-Madre-Bündnissen Möglichkeiten zur Reflektion und praktische Instrumente vermitteln, um bewusste, gute und verantwortliche Entscheidungen zu treffen und zu fördern.

Wir möchten also alle einladen, die Website zu besuchen, die Informationen zu nutzen, Initiativen zu organisieren, uns auf Ideen hinzuweisen und zu erzählen, was in den verschiedenen Regionen geschieht: sei es auch nur ein Essen mit lokalen, nachhaltigen Fischarten, ein traditionelles Rezept, eine Fangtechnik, die man wiederentdecken sollte, eine Initiative für Kinder… Jede kleine Sache kann groß und bedeutend werden, wenn sie im Netzwerk von Slow Food und Terra Madre zirkuliert.

Die Kampagne Slow Fish wurde mit Hilfe der deutschen Stiftung Lighthouse Foundation ermöglicht, die sich den Schutz der marinen Artenvielfalt zum Ziel gesetzt hat (weitere Informationen: www.lighthouse-foundation.org).

www.slowfood.com/slowfish.


Der nächste Termin: Terre d’Acqua 

Die italienische Region Venetien organisiert in Zusammenarbeit mit Slow Food zum ersten Mal in Rovigo am 28.-30. Mai 2010 die Veranstaltung “Terre d’Acqua”.
Sie soll die Aufmerksamkeit auf die Ökosysteme in Brackwasser und Binnengewässern richten, besonders im Hinblick auf das Ökosystem des Po-Deltas.
Zum Programm gehört auch eine Spendensammlung für das Presidio der Fischer auf der Robinson-Crusoe-Insel in Chile, die im Februar schwer von dem starken Erdbeben mit anschließenden Tsunami-Wellen betroffen wurde.

Hier klicken, um weitere Informationen zu Terre d’Acqua

Hier klicken, wenn Sie mehr über das Presidio der Fischer auf der Robinson-Crusoe-Insel wissen wollen:

Hier klicken, um einen Beitrag für diese Gemeinschaft in Schwierigkeiten zu leisten


< Zurück zum Seitenanfang >



Die europäische Lebensmittelerklärung
Eine Allianz von Organisationen veröffentlicht einen Appell zur Änderung des Lebensmittelsystems

“Slow Food hat sich einer Allianz europäischer Organisationen angeschlossen, die eine Bewegung für den Wandel im Lebensmittelsystem und das Ziel der Ernährungssouveränität initiieren will und als ersten Schritt eine Erklärung verfasst hat. Diese European Food Declaration enthält die wichtigsten Ziele, die die Gruppe für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU empfiehlt, deren Reform für 2013 geplant ist. “Die Industrialisierung der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion hat in mehr als einem halben Jahrhundert die Anzahl bäuerlicher Betriebe in Europa erheblich reduziert. Auch die Vielfalt lokaler Esskulturen wurde weniger”, fasst die Erklärung zusammen. “Unser Nahrungsmittelsystem ist heute abhängig von billigem Erdöl, respektiert nicht die natürlichen Grenzen der Verfügbarkeit von Land und Wasser und fördert eine ungesunde Ernährungsweise”. Die Erklärung appelliert an eine gesunde, nachhaltige und faire gemeinsame Lebensmittel- und Agrarpolitik und führt zwölf Grundsätze dafür aus, darunter: Produktion und Konsum von lokalen, saisonbezogenen und hochwertigen Lebensmitteln zu fördern, die Beziehung der Bürger zu den Lebensmitteln und denen, die sie herstellen, wieder herzustellen und Nahrung als ein universales Menschenrecht, nicht lediglich als eine Ware aufzufassen

Hier klicken, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Hier klicken, um weitere Informationen zu erhalten oder die Erklärung zu unterzeichnen.


< Zurück zum Seitenanfang >


 
... Von der Erde auf den Tisch
 

Der Geschmack vom Kap
Young Agricultural Ambassadors fördern Bioanbau und die landwirtschaftliche Zukunft ihres Landes

Südafrika - Das Projekt Youth Agricultural Ambassadors (YAA) entstand 2008 unter Leitung von Tshediso Johannes Phahlane, einem Delegierten von Terra Madre: Die Gründer sind acht junge Menschen, die den biologischen Anbau bei ihren Altersgenossen, bei Schulkindern, Waisen und anderen fördern wollen. Das Team der YAA hat einen Ausschuss eingerichtet, um das Projekt zu verwalten, und mehrere Erzeuger beauftragt, die Schulung zu biologischen Anbautechniken, aber auch zu allgemeineren Themen wie AIDS, Gleichberechtigung der Geschlechter und Projektorganisation durchzuführen.

“Unser Ziel ist, Arbeitschancen für junge Menschen, Frauen und Behinderte zu schaffen und ihnen wichtige Kompetenzen für die Gegenwart und die Zukunft zu vermitteln”, erklärt Tshediso Johannes. Bis heute nahmen an den Bildungsprogrammen der YAA über dreihundert Waisenkinder und 806 Kinder in fünf verschiedenen Schulen teil. “Wir wollen, dass unsere Kinder in einer sauberen Umwelt leben und sich gesund ernähren. Es liegt in unserer Verantwortung, dass dieser Traum wahr wird.”

Weitere Informationen:
Tshediso Johannes Phahlane

tphahlane@gmail.com


Ein neues Convivium fördert gute, saubere und faire Lebensmittel bei allen Aktivitäten des sozialen Lebens

Gleichzeitig hat sich weiter im Süden des Landes das zweite Convivium in Kapstadt, das Mother City Convivium, seit seiner Eröffnung Ende des vergangenen Jahres bereits stark engagiert und viele Projekte organisiert: Degustationen, einen Abend über die Kombination von handwerklich gebrautem Bier und Lebensmitteln, einen Besuch auf einem biodynamischen Bauernhof, einen Workshop über die Konservierung von Lebensmitteln und das Pilzesammeln im Wald sowie ein Landwirtschaftsprogramm, das von der Gemeinschaft unterstützt wird, um Kleinbauern und städtische Verbrauchergruppen in Kontakt zu bringen.

“Wir waren so begeistert über all die schönen Events, die wir hätten organisieren können, und all die Kleinbauern, die wir treffen wollten, dass wir beschlossen, dass Kapstadt groß genug ist für zwei verbrüderte Convivien. So haben wir den großen Schritt gewagt”, erzählt Pia Taylor, Mitglied des Convivienausschusses. “Wir wollen, dass unser Convivium für Studenten und Familien zugänglich ist, indem wir für alle erschwingliche Ausflüge anbieten, die die Werte von Slow Food fördern.”

Weitere Informationen:
www.slowfoodmothercity.co.za

< Zurück zum Seitenanfang >


Den Krieg überwinden
Srebrenica feiert mit den Slow Food Presidi

Vor den 90er Jahren war Srebrenica eine lebhafte Kleinstadt im Osten Bosniens. Mit ihren Thermalbädern war sie Ziel eines blühenden, nicht nur lokalen Tourismus und kultureller Anziehungspunkt für alle umliegenden Orte. Künstler aus der ganzen Föderation inszenierten im Stadttheater ihre Aufführungen. Dann kamen der Bürgerkrieg und der Völkermord 1995, die dies alles auslöschten und ganze Gemeinschaften in die Knie zwangen.

Ganz langsam jedoch wurde Srebrenica wieder aufgebaut und zeigt heute immer mehr den Willen, an seine kulturelle Tradition anzuknüpfen; ein Beweis dafür war das dreitägige Kulturevent im vergangenen März. Die Stadt war Schauplatz von Theateraufführungen, Geschmackserlebnissen und Konzerten, bei denen sich junge lokale und internationale Künstler abwechselten.

Zu diesem Anlass organisierte Slow Food Goraząde Geschmackserlebnisse und Workshops und lud dazu die Kleinerzeuger aus den Slow Food Presidi „Slatko aus Pozegaca-Pflaumen“ und „Käse im Sack“ sowie aus dem Lebensmittelbündnis der Poljak-Bohne aus Trebinje ein. Um Kinder und Erwachsene an die lokalen kulinarischen Traditionen heranzuführen, wurden Veranstaltungen angeboten, die den Wert des Handwerks und der Traditionen für die Lebensmittelproduktion illustrierten. Erna Subasic´, die junge Convivienleiterin, erklärte, warum sie sich für diese Initiative engagiert: “Wir wollen den jungen Leute ihre Heimat wieder nahe bringen. Wenn man in Bosnien von Land spricht, sind wir gleich bereit, nur besitzergreifende Worte in den Mund zu nehmen. Aber gleichzeitig können wir hausgemachten Apfelsaft nicht mehr von dem Industrieprodukt unterscheiden. Die Nahrung ist ein wesentlicher Schlüssel, um wieder eine gesunde, konstruktive Beziehung zur Umgebung und zu unserer Identität aufzubauen.”

Diese Initiative, die von Roberta Biagiarelli (Abt. Entwicklungshilfe des italienischen Außenministeriums) stark unterstützt wurde, ist Teil eines Projekts für die kulturelle und soziale Revitalisierung der Gebiete von Srebrenica und Bratunac. In diesen drei Tagen wurde eine Entwicklung für die kulturelle Wiedergeburt zum Abschluss gebracht, die Jahre gedauert hatte - in der Hoffnung, dass in diese zauberhaften Täler nicht wieder das Schweigen einkehren möge.

Weitere Informationen:
www.utlsarajevo.org

< Zurück zum Seitenanfang >


Lebensmittelhilfe
Unterstützung für Familien, die von HIV betroffen sind, um die Ernährung abzusichern und zu verbessern


Kenia - Mit einer neuen Initiative will das Slow Food Convivium Central Rift die Ernährungsbedingungen von HIV-Kranken verbessern. Dazu wird Geld gesammelt und in Zusammenarbeit mit den vom Virus betroffenen Familien wird diesen ermöglicht , ihre Lebensmittel selbst zu produzieren und durch den Verkauf der Produkte ein Einkommen zu haben. Mit dem Projekt “Lebensmittelhilfe für 90 kenianische von HIV betroffene Familien” stellt das Convivium und die lokale NGO NECOFA den Familien im Distrikt Molo Saatgut, Vieh und Training (über biologischen Anbau, Tierzucht in kleinem Maßstab und Ernährung) zur Verfügung um ihnen zu helfen, unabhängiger zu sein.

Hier klicken, wenn Sie mehr über das Projekt wissen oder dafür spenden wollen.

 
 Schulgartenprojekt ausgezeichnet

Kenia – Das gemeinsame Schulgartenprojekt des Central Rift Conviviums und NECOFA, an der Michinda Boy's Grundschule wurde in einem Wettbewerb des Landwirtschaftsministerium als das beste des Landes ausgezeichnet.

Der Intelligenzlevel der Buben und wie sie die unterschiedlichen Einheiten in ihre Schulgartenarbeit einbezogen beeindruckte die Jury besonders.

“Sie demonstrierten nicht nur den Anbau, Ernte und Konservierung von Feldfrüchten, sondern zeigten der Jury ebenfalls wie sie Chemikalien vermeiden und ihre Lebensmittel auf biologische Weise kultivieren” so Jane Karanja vom Central Rift Convivium.

“Als die Buben von ihrem Erfolg hörten, waren sie überglücklich und begannen über den Schulhof zu tanzen und Dankeslieder zu singen”. Wer könnte ihnen den Lärm übel nehmen – sie waren die Champions der biologischen Landwirtschaft und die Landwirte von morgen.Jane Karanja

Slow Food Central Rift
jane_karanja2001@yahoo.com

< Zurück zum Seitenanfang >

 
 Stimmen von Terra Madre

Kubanische Lektion
Anlässlich des Terra Madre Day im vergangenen Dezember beschlossen die Mitglieder von Slow Food Pelham in Kanada, sich für ein Slow-Food-Projekt zu engagieren, und wählten gemeinsam das kubanische Projekt 'Ausbildung lokaler Führungskräfte'. Nachdem sie ihre Spende überwiesen hatten, fuhren die Convivienmitglieder Renée Girard und Daniel Boudin nach Kuba, um die Organisatoren des Projekts kennen zu lernen. Renée erzählt uns ihre Geschichte...

 

Kuba - Daniel und ich haben beschlossen, nach Havanna zu fahren, weil wir das für eine gute Chance halten, mehr über das Projekt zu erfahren, das wir mit einer Spende unterstützt haben - aber auch für einen Ideenaustausch mit den Beteiligten. Vilda Figueroa und José Lama, die beiden Leiter des Programms, haben schon verschiedene andere Projekte realisiert, darunter eines über die Konservierung von Lebensmitteln. Sie haben uns herzlich empfangen und uns stolz ihre Gemüsegärten und die Regale mit ihren über hundert verschiedenen Arten von Eingemachtem gezeigt."

 
     
 

Hier klicken, wenn Sie die vollständige Geschichte von Renée auf der Website von Terra Madre lesen wollen.

Renée Girard
Slow Food Pelham
dboudin@cogeco.ca

Hier klicken, wenn Sie mehr über das Projekt wissen oder dafür spenden wollen

 


< Zurück zum Seitenanfang >


Nahrung für den Geiste

Nachhaltig essen (gehen) 
Organisationen im Vereinigten Königreich unterstützen bewusste Esser

Die Verbraucher werden immer aufmerksamer bei ihren täglichen Einkäufen, sie wählen immer häufiger biologische Produkte und Produkte aus fairem Handel, aber sie schaffen es nicht, ihren Idealen treu zu bleiben, wenn sie auswärts essen gehen. Dies ist die Einschätzung der Forscher des englischen Verbands nachhaltiger Restaurants (Sustainable Restaurant Association, SRA). Um diese Situation zu ändern, bewertet die Organisation, die Anfang dieses Jahres entstand, die Nachhaltigkeit von Restaurants. Zu dem breiten Kriterienkatalog gehören lokaler und Saisonbezug der Rohstoffe, Energieaufwand, Verschwendung, Beziehungen zu Bauern und Erzeugern.

Der SRA ergänzt die Online-Organisation Fish2fork, die Fischrestaurants in den USA und Großbritannien nicht nur nach der Qualität ihrer Speisen, sondern auch nach den Konsequenzen ihrer Entscheidungen für die Meere und ihr Ökosystem beurteilt. Viele Restaurants machen bedeutende Fortschritte auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. In der Küche des Londoner Restaurants Konstam zum Beispiel werden 80% der Produkte, die Chefkoch Oliver Rowe verwendet, in Gebieten angebaut oder gezüchtet, die mit der Londoner U-Bahn erreichbar sind.

Weitere Informationen:
Sustainable Restaurant Association
Fish2Fork
Konstam

< Zurück zum Seitenanfang >


Auf Papier und Leinwand


Fühlen Fische Schmerz?

In den letzten Jahren wurde den Lebensbedingungen von Zuchttieren steigende Aufmerksamkeit zugewandt - mit Ausnahme der Fische. Vielleicht weil es keine erkennbaren Ausdrucks- und Kommunikationsformen gibt, werden Fische nicht berücksichtigt, wenn es um das Wohlbefinden der Tiere geht. In ihrem Buch Do fish feel pain? (Fühlen Fische Schmerz?) behandelt die Biologin Victoria Braithwaite die Frage der Leidenswahrnehmung von Fischen, stellt die wissenschaftlichen Kenntnisse über ihr Verhalten dar und prüft die ethischen Fragen darüber, wie wir diese Tiere behandeln sollten.

Do fish feel pain? Victoria Braithwaite, Oxford University Press, 2010

< Zurück zum Seitenanfang >


Die Stadt, die vom Essen gerettet wurde
 

Ben Hewitt, ein Bauer aus Vermont, erzählt die wahre Geschichte einer ländlichen Gemeinschaft von Arbeitnehmern, die ihre eigene Wirtschaft wieder in Gang gesetzt und ihr Image neu definiert haben, indem sie ein - in Amerika beispielloses - lokales Selbstversorgungssystem für Lebensmittel entwickelt haben. Hewitt erklärt, wie eine Gruppe junger Unternehmer ein Netzwerk für die Unterstützung der Gemeinschaft gebildet hat, und bietet uns ein lebhaftes Porträt der vielfältigen Persönlichkeiten, die die Bewegung mit tragen.

The Town That Food Saved: How One Community Found Vitality in Local Food, Ben Hewitt, Rodale Books, 2010.

< Zurück zum Seitenanfang >


In der grünen Küche
   

In the green kitchen enthält die wichtigsten kulinarischen Techniken und über 50 Rezepte für frische, lokale und saisonbezogene Lebensmittel, dargestellt von Alice Waters – Köchin, Leiterin der Bewegung für nachhaltige, lokale Küche und Internationale Vizepräsidentin von Slow Food. Die Autorin räumt zunächst mit einigen Legenden auf und beschreibt ganz schlicht einige wesentliche Techniken in der Küche: Gemüse im Dampf garen, einen Salat anmachen, Fisch filetieren, ein Huhn braten, Brot backen.

In the green kitchen: Techniques to Learn by Heart, Alice Waters, Clarkson Potter, 2010.

< Zurück zum Seitenanfang >


Lokale Lösungen für globales Chaos 

Der jüngste Dokumentarfilm von Coline Serreau, der am 7. April in die französischen Kinos kam, setzt sich mit den Problemen des derzeitigen Agrar- und Lebensmittelmodells auseinander, ohne sich bei der katastrophalen Situation, die wir vor uns sehen, aufzuhalten. In „Solutions locales pour un désordre global” hat die Regisseurin beschlossen, eine Reihe von Alternativen zum derzeitigen Produktionssystem vorzustellen, und fordert uns auf, über Umwelt, Gesellschaft und Landwirtschaft nachzudenken. Coline Serreau hat drei Jahre mit der Kamera auf der Schulter verbracht und zeigt uns ein Mosaik aus Interviews: Die wichtigsten internationalen Stimmen der Agrarökologie von Vandana Shiva bis Serge Latouche stellen ihren Standpunkt dar und schlagen konkrete Lösungen vor, um unsere Gesundheit und die unseres Planeten zu schützen. Der Film lässt sich nie zu provokanten Tönen hinreißen, sondern konzentriert sich auf die praktischen Entscheidungen, die sofortige positive Auswirkungen haben können.

Solutions locales pour un désordre global: ein Film von Coline Serreau, 2010, CINEMAO.

< Zurück zum Seitenanfang >
   


 

 Wer Afrika das Land raubt

Im August 2009 feierte der saudische König Abdullah die erste Reisernte, die in Äthiopien realisiert wurde. Und auf den Reis sollen Gerste und Weizen folgen. Saudi-Arabien, das wie die Golfstaaten mitten in der Wüste entstand, hat beschlossen, sein Lebensmittelproblem zu lösen, indem es sich Ackerland auf der anderen Seite des roten Meers am Horn von Afrika aneignet: in Ländern wie Äthiopien mit seinen 10 Millionen Hungernden oder dem Sudan, dem es nicht gelingt, die immense Tragödie von Darfur hinter sich zu lassen.

Der Raub von Land und Lebensmitteln im ärmsten, hungrigsten Kontinent der Welt ist ein junges, bisher kaum bekanntes Phänomen. Mehrere Millionen Hektar Land in Äthiopien, Ghana, Mali, Sudan und Madagaskar wurden China, Indien, Korea gegen vage Investitionsversprechungen für zwanzig, dreißig, neunzig Jahre in Konzession gegeben. Seoul besitzt schon 2,3 Millionen Hektar, Peking hat 2,1 gekauft, Saudi-Arabien 1,6 und die Arabischen Emirate 1,3.

Die Hauptakteure sind die Regierungen. Auf der einen Seite Länder, die Geld haben und Land brauchen, auf der anderen Seite ganz arme - und häufig korrupte - Regierungen, die gegen ein bisschen Geld, Technologie und Infrastruktur das wertvollste Gut eines noch vorwiegend landwirtschaftlichen Kontinents zur Verfügung stellen: das Land.

Dabei kann fast kein afrikanischer Bauer das Gefühl haben, ein Grundstück zu besitzen. Das formelle Recht auf Eigentum (oder Pacht) betrifft ca. 2 bis 10% der Ländereien. In den meisten Fällen gelten lokale, traditionell überlieferte Normen, die aber nicht von den internationalen Vereinbarungen anerkannt werden. Und so wird Land, das seit Generationen bewohnt, bebaut und als Weide genutzt wird, als „ungenutzt“ betrachtet. Neben den Regierungen gibt es auch private Investoren: Nach der Finanzkrise haben viele begonnen, auf greifbarere Investitionsgüter zu blicken, und ganz oben auf der Liste steht das Land (für Lebensmittel und Biokraftstoffe).

Was passiert, wenn die ausländischen Investoren kommen? Von der traditionellen Landwirtschaft - die auf Diversität, auf lokalen Arten, auf Gemeinschaft basiert - wird auf Agrarindustrie umgestellt: das bedeutet Monokulturen, die für den Export bestimmt sind (Reis, Soja, Palmöl für Biokraftstoffe), und massiver Einsatz von Chemie (Dünger und Pestizide). Wenn die Böden vollständig ausgelaugt sind, werden die ausländischen Investoren woanders hingehen.

Carlo Petrini
Internationaler Präsident von Slow Food


Die Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt hat sich einer Allianz von Organisationen angeschlossen, die gegen den Landdiebstahl im Süden der Welt protestieren und die Unterstützung dieses neuen Phänomens durch die Weltbank anklagen.

Hier klicken, um den vollständigen Artikel auf Englisch auf der Slow Food Website zu lesen.
Hier klicken, um weitere Informationen zu erhalten oder zu unterzeichnen:


 



Werden auch Sie Teil einer

großen internationalen Gemeinschaft, die nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang und nachhaltige Viehzucht verteidigt.

servicecentre
@slowfood.com

 
       


.........................................................................


 

KALENDER

Burren Slow Food Festival
Irland
21. – 23. Mai 2010

Terre d’acqua
Rovigo, Italien
28. – 30. Mai 2010

Terra Madre Balkanländer
Sofia, Bulgarien
Juli 2010

Salone del Gusto
Turin, Italien
21. – 25. Oktober 2010

Terra Madre
Turin, Italien
21. – 25. Oktober 2010

Terra Madre Day
International
10. Dezember 2010

 

.........................................................................

 
  Slow Food and
Terra Madre
in Zahlen


MITGLIEDER: 100.000
CONVIVIEN: 1.300
LÄNDER: 150
PRESIDI: 314
PASSAGIERE DER ARCHE DES GESCHMACKS: 903
MÄRKTE DER ERDE: 10
SCHULGÄRTEN: 300
 
 


 
  Dieser Newsletter wird vom internationalen Kommunikationsbüro von Slow Food veröffentlicht.
 Bess Mucke: b.mucke@@slowfood.com -  Michèle Mesmain: m.mesmain@slowfood.com
Für alle Informationen zur Mitgliedschaft, schreiben Sie an das Service Center: servicecentre@slowfood.com
Wenn Sie sich abmelden möchten, senden Sie bitte eine Email mit "Unsubscribe" als Betreff an communication@slowfood.com