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Juni 2010

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In dieser Ausgabe:
 

Editorial von Carlo Petrini

Projekt des Monats
Markt der Erde in Hamra

Slow Food in wenigen Worten
Presidi

Kampagnen
Slow Fish
Rettung für den Sultan der Fische

Von der Erde auf den Tisch
Königlicher Empfang
Der Empfang von Slow Food UK auf Highrove mit seiner Hoheit Prinz Charles

Sommerkurse über Lebensmittel
Ein neuer Online-Kurs für Fortgeschrittene von der Universität der gastronomischen Wissenschaften über Lebensmittelpolitik und Nachhaltigkeit

Slow-Kantinen auf der Leinwand

Slow Food France erzählt in einem Film von guten, sauberen und fairen Kantinen

Auf der Seidenstraße
Eine Forschungsgruppe besucht die Terra-Madre-Bündnisse auf der Reisestrecke von Marco Polo und untersucht die Genetik des Geschmacks

Verstärkung der Netzwerke
Die Lebensmittelbündnisse bereiten sich auf ihre nationalen Terra-Madre-Treffen vor

Weltumwelttag
Slow Food Fayoum schaut auf den Nachwuchs und auf die Umwelt

Stimmen von Terra Madre
Weisheit der Eingeborenen in einer modernen Welt

Ernährungstradition
Geschmack der Rauheit
Die Küche der nordeuropäischen Sami , die oft von einer strengen Umgebung geprägt ist

Nahrung für den Geist
Plastik am Pranger
Die Amerikaner stimmen für ein Verbot von Plastiktüten und -flaschen

Bücher und Filme
Es ist einfach, die Welt zu ernähren

Brot brechen: Rezepte und Geschichten aus der Küche der Immigranten

Eine andere Welt ist pflanzbar!

Kalender


 
     




Projekt des Monats
 
Markt der Erde in Hamra
Ein Platz für die traditionellen Kleinbauern im immer globaleren Beirut

Libanon - Nach einem langen Bürgerkrieg (fünfzehn Jahre, von 1975 bis 1990) und wiederholten innenpolitischen Krisen, die der Wirtschaft und dem sozialen Gefüge schwer geschadet haben, hat Beirut sich heute wieder erholt, aber es ist eine Stadt geworden, die der Modernität und der ungebremsten Entwicklung hinterherläuft und dabei ihre traditionsreiche Geschichte rasch zu vergessen scheint. Um der lokalen Wirtschaft zu einem Aufschwung zu verhelfen und den Kleinbauern der hochwertigen Agrar- und Lebensmittelproduktion des Landes einen Absatz zu verschaffen, hat Slow Food im Januar 2009 in Beirut den Markt der Erde im Stadtteil Hamra aufgebaut. Heute verkaufen hier 15 Kleinerzeuger endlich ihre Produkte: frisches Obst und Gemüse, Mouneh (das typische libanesische Eingemachte), Manhoushe (traditionelles Fladenbrot mit Thymian), Olivenöl bis hin zur handgemachten, natürlichen Seife. Alle Bauern und Hirten, die bis heute einbezogen wurden, erreichen einen unerwarteten wirtschaftlichen Erfolg, der das Leben ganzer Familien entscheidend beeinflusst. Das Ziel für 2010 ist, den Markt der Erde in Beirut zu konsolidieren und die Kosten für Infrastrukturen und Verwaltung zu bestreiten, neue Erzeuger einzubeziehen und die öffentliche Meinung in Beirut zum Thema kurze Produktkette und Unterstützung der hochwertigen Kleinproduktion zu sensibilisieren, um neue Verbraucher anzuziehen.

Klicken Sie hier, um das Projekt zu unterstützen.

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Slow Food
in wenigen Worten

Presidi


Die Presidi [Singular Presidio, früher Förderkreise] sind die Projekte, auf die die Slow-Food-Stiftung für biologische Vielfalt die meisten finanziellen und organisatorischen Ressourcen konzentriert: Sie wurden eingerichtet, um vom Aussterben bedrohte hochwertige Produktionen zu unterstützen, einzigartige Regionen und Ökosysteme zu schützen, traditionelle Bearbeitungstechniken zu bewahren und/oder autochthone Tierrassen und Pflanzenarten zu erhalten. Wenn so ein gutes, sauberes und faires, vom Aussterben bedrohtes Produkt bekannt wird, werden die Erzeuger direkt einbezogen: Ihnen wird fachliche Unterstützung angeboten, um die Produktionsqualität zu verbessern, es werden Austauschmöglichkeiten zwischen verschiedenen Ländern organisiert und die Produkte gefördert, indem neue Handelskanäle (auf lokaler und internationaler Ebene) erschlossen werden.

In den meisten Fällen entsteht ein Presidio aus dem Willen und der Notwendigkeit, ein Produkt zu schützen, das von der Arche des Geschmacks katalogisiert wurde; häufig geht aber das Projekt über den Schutz eines einzelnen Produkts hinaus. Die amerikanischen und irischen Presidi für Rohmilchkäse helfen zum Beispiel den Erzeugern, ihre handwerklichen Rohmilchkäse trotz der Einschränkungen durch die bürokratischen Auflagen in den jeweiligen Ländern weiter herstellen zu können. Bis heute wurden 314 Presidi in der ganzen Welt eingerichtet, die über 10000 kleine, nachhaltige Erzeuger einbeziehen. Steigende Aufmerksamkeit gilt dabei dem Süden der Welt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Slow-Food-Stiftung für biologische Vielfalt: www.slowfoodfoundation.org

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Kampagnen
 

Slow Fish
Rettung für den Sultan der Fische

Türkei - Dank ihrer außergewöhnlichen Lage an der Grenze zwischen dem Schwarzen und dem Marmarameer haben der Fischfang und die Fischrestaurants in der Stadt Istanbul eine lange Tradition; berühmt sind die Fischbrötchen, die auf den Booten am Bosporus-Ufer zubereitet werden und heute zu den häufigsten Zwischenmahlzeiten für die 12 Millionen Einwohner gehören. Dennoch gehen die jüngeren Gesetze zum Fischfang in Richtung einer geringeren Nachhaltigkeit und bedrohen einen der beliebtesten Fische in Istanbul: den Lüfer (Blaubarsch), der “Sultan aller Fische” genannt wird. Daher hat Slow Food Istanbul die Kampagne “Lassen wir den Lüfer nicht aussterben!” ausgerufen, um die öffentliche Meinung, die Lebensmittelindustrie und die Regierung zu sensibilisieren. “Der Lüfer ist ein faszinierender Fisch”, erklärt Defne Koryurek, Gründerin von Slow Food Istanbul, „er wandert vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer… auf seiner Strecke verändert sich sein Geschmack, weil die Fische, von denen er sich ernährt, und der Salzgehalt des Meeres sich ändern.” Die lokalen Fischer und Forscher haben in den letzten Jahren einen Rückgang der Lüfer-Bestände festgestellt. “Seit 2002 ist der Baby-Lüfer auf unseren Tellern angekommen”, erklärt Koryurek, “denn im Laufe der Jahre ist der Fisch, für die meisten Verbraucher unmerklich, immer kleiner geworden, und heute erreicht er nur noch selten das Fortpflanzungsalter.” Das Convivium hat in Zusammenarbeit mit den lokalen Fischern, Köchen und Fischhändlern eine Petition veröffentlicht, um von den Händlern und Restaurants der Stadt zu fordern, dass Lüfer mit weniger als 24 cm Länge weder gefischt noch serviert oder verzehrt werden. “In kaum einem Monat haben sich schon über 100 Betriebe angeschlossen und wir haben über 3000 Unterschriften gesammelt. Restaurants und Fischgeschäfte bringen im Schaufenster den Aufkleber an, der auf ihre Unterstützung der Kampagne hinweist, so dass sie immer deutlicher in der Stadt sichtbar wird.”

Klicken Sie hier, um die vollständige Geschichte (auf Englisch) auf der Website Slow Fish zu lesen.


Slow Fish Challenge 

Eure aktive Teilnahme an der Slow Fish Challenge ist willkommen! Wir bereiten ein gemeinsames Kochbuch vor, und warten auf Eure leckeren Fischgerichte, die mit lokalen und nachhaltigen Fischsorten zubereitet werden.

Für weitere Informationen zur Slow Fish Challenge bitte hier klicken.
Slow Fish: www.slowfood.com/slowfish


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... Von der Erde auf den Tisch
 

Königlicher Empfang
Der Empfang von Slow Food UK auf Highrove mit seiner Hoheit Prinz Charles

Großbritannien - Im vergangenen Monat hatte Slow Food UK die Ehre, an einem Empfang des Prinzen von Wales in Highgrove im Gloucestershire teilzunehmen. Die Veranstaltung umfasste auch einen Besuch der biologischen Gemüsegärten des Hofs und war für viele englische Mitglieder die Chance, um Prinz Charles und den Präsidenten von Slow Food, Carlo Petrini, zu treffen. Während seiner Rede beim Empfang erklärte seine Königliche Hoheit: “Die Slow-Food-Bewegung hat ein großes Verdienst: Sie erinnert die Menschen an den Genuss, wahre Lebensmittel zu essen, sie unterstreicht die enge Beziehung zwischen Lebensmitteln und der Behandlung von Boden und Umwelt sowie die direkte Bindung zwischen Kultur und Lebensmittelproduktion. Ich bewundere das, was Slow Food macht, außerordentlich.” Unter den 150 Gästen waren viele Förderer von Slow Food in Großbritannien, Partnerorganisationen, Köche und Vertreter des Netzwerks der Slow-Food-Convivien im ganzen Land.

Klicken Sie hier, um das Video mit der Rede von Prince Charles zu sehen.
Klicken Sie hier, um den vollständigen Artikel (auf Englisch) auf der Website Slow Food zu lesen.

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Sommerkurse über Lebensmittel
Ein neuer Online-Kurs für Fortgeschrittene von der Universität der gastronomischen Wissenschaften über Lebensmittelpolitik und Nachhaltigkeit

Italien - Die Universität der gastronomischen Wissenschaften bietet einen internationalen Online-Sommerkurs über Nachhaltigkeit und Lebensmittelpolitik an. Er wird von bedeutenden Fachleuten aus aller Welt geleitet, darunter Vandana Shiva, Serge Latouche, Jeremy Rifkin und Tim Lang. Zu den Zielen des Kurses gehört die Abfassung eines Dokuments, das die Leitlinien zu acht untereinander verknüpften Themenbereichen umreißt. Es richtet sich an Führungskräfte, die eine Lebensmittelpolitik umsetzen wollen, die den aktuellsten Analysen in Bezug auf ökologische, ökonomische, soziale und sensorielle Nachhaltigkeit entspricht. Das Dokument wird beim Welttreffen der Lebensmittelbündnisse Terra Madre im kommenden Oktober präsentiert.

Klicken Sie hier für weitere Informationen.

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Slow-Kantinen auf der Leinwand
Slow Food France erzählt in einem Film von guten, sauberen und fairen Kantinen


Frankreich - Im Rahmen des Ziels, die Schulen zu einer Verbesserung des Schulessens zu inspirieren und sie dabei zu unterstützen, hat Slow Food Frankreich den Dokumentarfilm Plus de frais à moindre coût (Mehr Frisches zu geringeren Kosten) produziert. Er führt die Zuschauer in die Küchen von zwei Schulen, die erfolgreiche gute, saubere und faire Praktiken anwenden. In beiden Fällen ist es den Schulen gelungen, ihr Budget und alle gesetzlichen Vorschriften einzuhalten, was häufig für unmöglich gehalten wird. Der Dokumentarfilm ist die erste einer Reihe von Initiativen für die Kampagne für Haute Qualité Alimentaire (hohe Lebensmittelqualität). Slow Food Frankreich engagiert sich damit für besseres Essen, vor allem im Rahmen der Schule. Der nächste Schritt ist die Verteilung von praktischen Anleitungen, mit denen die Gemeinschaften die Ideen in konkrete Aktionen umsetzen können. Der Film wurde im vergangenen Monat von Slow Food Coolporteur in Gap im Rahmen des Festivals Savoirs et Saveurs de Montagne (Weisheit und Geschmack des Gebirges) gezeigt, das auch einen Markt, kulinarische Demonstrationen, Geschmacksworkshops, Diskussionen und andere gesellige und pädagogische Angebote umfasste.

Klicken Sie hier, um den vollständigen Artikel (auf Englisch) auf der Website Slow Food zu lesen.

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Auf der Seidenstraße
Eine Forschungsgruppe besucht die Terra-Madre-Bündnisse auf der Reisestrecke von Marco Polo und untersucht die Genetik des Geschmacks


Eine Gruppe von Forschern der Genetik unternimmt ab dem nächsten Monat eine lange Reise zu einigen Abschnitten der Seidenstraße und besucht die Terra-Madre-Bündnisse in den Regionen zwischen Georgien und Kasachstan. Die Forscher wollen den Einfluss der Gene auf die Wahrnehmung des Geschmacks untersuchen, die lokalen gastronomischen Traditionen dokumentieren und Seminare zur Sinnesschulung halten. Das Projekt entstand aus einer Idee, die bei Terra Madre 2008 zum ersten Mal vorgestellt wurde, und ist inspiriert von der Reise des Venezianers Marco Polo auf der Seidenstraße. Die Forschungsergebnisse werden beim Welttreffen Terra Madre im Oktober in Turin (Italien) vorgestellt, und das Material wird für verschiedene Veröffentlichungen auf der Website des Projekts sowie für Fernsehsendungen, multimediale pädagogische Kits, Bücher, wissenschaftliche Publikationen und Fotogalerien verwendet. Die Reise wird in Verbindung mit drei regionalen Terra Madre-Editionen stattfinden: in Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan.

Klicken Sie hier, um den vollständigen Artikel auf Englisch auf der Website Slow Food zu lesen.
Klicken Sie hier, um die Website des Projekts zu öffnen (Italienisch und Englisch).


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Verstärkung der Netzwerke
Die Lebensmittelbündnisse bereiten sich auf ihre nationalen Terra-Madre-Treffen vor


Terra Madre Balcani - Sofia, Bulgarien, 15 - 18 Juli 2010.
Das erste Treffen in ihrer Region steht bevor: 165 Delegierte aus zehn Ländern der Balkanhalbinsel versammeln sich im Juli in der bulgarischen Hauptstadt Sofia zum Treffen Terra Madre Balkan. Vertreter aus Kroatien, Bosnien Herzegowina, Serbien, Kosovo, Makedonien, Albanien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei können sich dabei kennen lernen und in einem Ausstellungsbereich an Konferenzen und Seminaren zur nachhaltigen Lebensmittelproduktion und zur Entwicklung des ländlichen Tourismus in der Region teilnehmen. Im Mittelpunkt steht die Zukunft der traditionellen Lebensmittel angesichts des EU-Beitritts. Für weitere Informationen: Michele Rumiz, m.rumiz@slowfood.it

Terra Madre Argentinien - Buenos Aires, 08 - 11 Juli 2010. Gleichzeitig bereiten sich auf der anderen Seite der Erdkugel die Mitglieder des Terra-Madre-Netzwerks in Argentinien und Uruguay auf ihr Treffen zum Ideenaustausch und zur Stärkung des Netzwerks vor. Die Veranstaltung findet im nächsten Monat in Buenos Aires statt und dauert vier Tage. Ein Jahr nach Terra Madre Argentinien 2009 haben die Mitglieder des Netzwerks so erneut die Chance zur Begegnung: Bauern, Fischer, Erzeuger von guten, sauberen und fairen Lebensmitteln, Köche, Studenten, Akademiker und verantwortliche Verbraucher, also Ko-Produzenten. Für weitere Informationen: Andrea Amato, a.amato@slowfood.it

Terra Madre Georgien - Tbilisi, 30.-31. Juli 2010.
Das erste nationale Treffen der Terra Madre wird die Lebensmittelbündnisse, die Presidiproduzenten des georgischen Amphorenweines, Mitglieder des Conviviums Tbilisi und Imeriti, Wissenschafter und Repräsentanten einiger Fachorganisationen vereinen. Der erste Tag wird ganz den Seminaren gewidmet sein. Am zweiten Tag können die Teilnehmer den typischen Georgischen Wein des Presidios verkosten. Zusätzlich wird für die Besucher ein Geschmacksparcours angeboten. Für weitere Informationen: Victoria Smelkova v.smelkova@slowfood.it

Terra Madre Aserbaidschan, Region Ismailli – Shemaha, 5. August 2010
Terra Madre wird in der Gebirgsregion Ismailli -Shemakha stattfinden und widmet sich den Problemen, welche der Klimawandel für die lokalen Produzenten bringt. Beim Treffen wird das regionale Projekt “Zu den Wurzeln des Geschmacks”, welches 2009 in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden organisiert wurde, präsentiert. Für weitere Informationen: Victoria Smelkova v.smelkova@slowfood.it

Terra Madre Kasachstan, Almaty, 2. September
Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Fakultät der nationalen Universität organisiert und involviert Wissenschafter des Institutes für Ernährungswissenschaften, Institut für Genetik, Institut für Tierzucht und Futterproduktion, Landwirte und Repräsentanten einiger NGOs sowie Studenten. Für weitere Informationen: Victoria Smelkova v.smelkova@slowfood.it


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Weltumwelttag
Slow Food Fayoum schaut auf den Nachwuchs und auf die Umwelt


Ägypten - Über 200 Menschen halfen dem Slow Food Convivium Fayoum, den Weltumwelttag im Park Al Azhar in Kairo Anfang des Monats zu begehen. An der Veranstaltung nahmen über 1000 Schüler aus dem ganzen Land, Umweltgruppen, Fachleute und die Öffentlichkeit teil. Für den Anlass wurde ein kleiner Markt mit Produkten der ägyptischen Lebensmittelbündnisse von Terra Madre aufgebaut: Datteln aus Siwa (Slow Food Presidio) und aus dem Sinai, Kräuter aus Fayum, traditionelles Brot und Backwaren aus Alexandria; außerdem gab es Verkostungen, pädagogische Veranstaltungen, und das Convivium erläuterte den Besuchern seine Projekte. Der Tag bot auch die Chance für Diskussionen im Rahmen der Konferenzen und Seminare, so dass das Convivium den Teilnehmern die Slow-Food-Philosophie vermitteln konnte.

Weitere Informationen:
Mohamed M. El Medany
Slow Food Fayoum Convivium Leader
medanyfao@yahoo.co.uk
 

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 Stimmen von Terra Madre

Weisheit der Eingeborenen in einer modernen Welt
Schweden- Stefan Mikaelsson ist der Vorsitzende der Generalversammlung des Saami-Parlaments, dem einzigen offiziellen Vertretungsorgan der indigenen Bevölkerungsgruppe der Samen. Ihre Region Sápmi erstreckt sich über Schweden, Norwegen, Finnland und Russland. Bei der Sitzung des Internationalen Rats von Slow Food in diesem Monat sprach er über die unlösbare Bindung seines Volks an die Natur in einer immer modernisierteren Welt...

 

Wir als Volk wollen unser Recht auf Selbstbestimmung bekräftigen und beanspruchen, unsere uralten Gebiete, Gewässer und die anderen Ressourcen zu besitzen, zu kontrollieren und zu verwalten. Unser Land ist das Herz unserer Existenz: Wir sind die Erde und die Erde gehört zu uns; wir haben eine präzise spirituelle und materielle Bindung an unser Land, und unser Überleben ist untrennbar damit verbunden.

Unsere tiefe Bindung an die Natur ist schwer in Worten auszudrücken. In der Natur zu leben und den Unterhalt direkt aus dem, was sie uns geben kann, zu gewinnen, erzeugt eine unmittelbare Beziehung zu dieser Umwelt (die sowohl die Tiere als auch unseren Nächsten einschließt). Die Auffassung der Samen von der Natur als lebendes Wesen steht in klarem Gegensatz zur westlichen Auffassung. Unsere Vision der Natur hat sich über unsere Werte und unsere Traditionen, sozialen Strukturen und Beziehungen herausgebildet.

 
     
 

Hier klicken, um den vollständigen Artikel auf der Terra Madre Website zu lesen.

Weitere Informationen:
Slow Food Sápmi Convivium
tmip2011@gmail.com

 


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Ernährungstradition

Geschmack der Rauheit 
Die Küche der nordeuropäischen Sami , die oft von einer strengen Umgebung geprägt ist

In einem Land, in dem der Winter hart ist und bis zu 200 Tage dauert, wo die Temperaturen auch unter Minus dreißig Grad sinken und die Sonne monatelang nicht aufgeht, haben die Samen, die eingeborene Bevölkerung, eine enge Beziehung zu dieser häufig erbarmungslosen Umwelt aufgebaut. Ihr Land – es wird Sápmi genannt – umfasst die nördlichen Regionen von Schweden, Norwegen, Finnland und Russland, wo die Natur unbarmherzig sein kann und der Boden nicht zur Landwirtschaft geeignet ist. Jahrhunderte lang hing das Überleben ihres Volks und der Kultur von der Achtung und der intelligenten Nutzung der verfügbaren Ressourcen ab. Die Grundlage der Ernährung ist natürlich Rentierfleisch. Es gibt verschiedene Arten der Zubereitung: Es wird roh gegessen oder stundenlang auf mildem Feuer gekocht, geräuchert oder gesalzen (Suovas vom Rentier). Hervorragend ist auch die Wurst aus den Rückständen des Tieres, die sonst unbrauchbar wären. Beeren und Kräuter, die wild in den Monaten nach der Schneeschmelze wachsen, sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Ernährung. Ein Beispiel ist Sauerampfer mit seinem stark säuerlichen Geschmack und seinem Vitaminreichtum. Er wird in der Zeit vor dem Sommer – der Kalender dieses Nomadenvolks umfasst 8 Jahreszeiten – vor der Blüte gesammelt. Traditionell wird der Sauerampfer in “Wasserlöchern” in einem Holzbehälter aufbewahrt. Heute stellt der Gefrierschrank eine mögliche Alternative zu dieser Konservierungsmethode dar. Der Geschmack dieses Krauts, das an die Aromen und Düfte des Sommers erinnert, ist sehr beliebt. Man verwendet es auf verschiedene Arten, eine davon ist folgende: Man kocht den Sauerampfer und verarbeitet ihn zu Mus, das dann mit Milch (Ziegen- oder Kuhmilch), geschlagener Sahne oder Yoghurt sowie mit Zucker gegessen wird. Wirklich köstlich!


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Nahrung für den Geiste

Plastik am Pranger 
Die Amerikaner stimmen für ein Verbot von Plastiktüten und -flaschen

USA - Anfang dieses Monats hat die gesetzgebende Versammlung von Kalifornien für ein Verbot von Plastiktüten in Apotheken, Gemüseläden und Supermärkten gestimmt. Die Händler müssen ab jetzt auch Papiertüten bezahlen lassen, die aus recyclingfähigem Material sein müssen. Kalifornien folgt damit China, Bangladesch, Ruanda, Eritrea, Tansania und Uganda, wo bereits ähnliche Gesetze in Kraft sind. Die UNO hat einen Appell veröffentlicht, damit dieser Verzicht weltweit verbreitet wird. “Wir in den USA haben die Plastiktüten erfunden, die sich dann in Europa und dem Rest der Welt verbreitet haben”, sagt Julia Brownley, Mitglied der gesetzgebenden Versammlung von Kalifornien. “Wenn Bangladesch sie verboten hat und bereits die Auswirkungen des Verbots auf die Umwelt erkennen kann, sehe ich nicht ein, warum Kalifornien das nicht auch kann.” Auf der anderen Seite des Kontinents könnte die Stadt Concord in Massachusetts zur ersten amerikanischen Stadt werden, die den Verkauf von Wasser in Plastikflaschen verbietet. Dies fordert ein Referendum der Bürger, über das im vergangenen Monat abgestimmt wurde. “Alle diese Flaschen werden weggeworfen und schaden unserem Planeten, denn sie bilden Müllansammlungen, die durch das Meer treiben und die Fische töten und auch in unseren Straßen für steigende Verschmutzung sorgen”, sagt Jean Hill, Koordinatorin der Kampagne. “Es ist ein großer Erfolg, dass wir in diesem Land den ersten Schritt tun. Man muss sich mit diesem Problem auseinandersetzen.”

Klicken Sie hier, um den vollständigen Artikel auf der Slow Food Website zu lesen.

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Bücher und Filme

Es ist einfach, die Welt zu ernähren

In seinem Buch Feeding People is Easy vertritt Colin Tudge die Ansicht, dass wir uns die Nahrung, die wir brauchen, für immer beschaffen können, ohne dass wir dafür unbedingt grausam gegen Tiere vorgehen und den Rest der Welt verheeren müssen. Wenn die Landwirtschaft ausdrücklich dafür konzipiert wird, die Menschen zu ernähren – und nicht einfach als ein Produkt –, scheinen sich alle damit verbundenen Probleme wie von selbst zu lösen. In seinem Buch, das von Anfang an von einem positiven Standpunkt geprägt ist, erklärt uns Tudge, dass wir, wenn wir korrekt handeln, wirklich gerechte, kooperative und friedliche Gesellschaften aufbauen können.

Feeding People is Easy, Colin Tudge, Pari Publishing, 2007.

Hier klicken für weitere Informationen.
Hier finden Sie die italienische Version, die bei Slow Food Editore erschienen ist.

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Brot brechen: Rezepte und Geschichten aus der Küche der Immigranten
 

Mit Geschichten von hausgemachten Nudeln und selbst eingemachtem Chutney, lokalen Märkten und häuslichen Gemüsegärten erzählt dieses Buch von den Erinnerungen, Rezepten und kulinarischen Traditionen von Menschen, die aus allen Teilen der Welt in die USA gekommen sind. Die Köchin und Lehrerin Lynne Anderson hat die Küchen von Immigranten besucht und entdeckt, dass das Essen die Fähigkeit hat, die verlorenen Welten dieser Menschen, die viel hinter sich gelassen haben, wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Breaking Bread: Recipes and Stories from Immigrant Kitchens, Lynne Christy Anderson, University of California Press, 2010.

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Eine andere Welt ist pflanzbar!
   

In dieser Dokumentarfilmreihe geht die junge deutsche Regisseurin Ella von der Haide auf die Suche nach den urbanen Gemeinschaftsgärten in aller Welt. Im Laufe der Geschichten lernen wir die Initiatoren der Gemeinschaftsgärten kennen und entdecken ihre Gärten und ihre Visionen. Sie erklären uns, wie und warum ihre Gemüsegärten nicht nur grüne Oasen mitten in der Stadt sind, sondern auch offene Türen zu einer 'anderen Welt'.

Another World is Plantable!: Community Gardening Around the World, Ella von der Haide, 2003-2006.

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 Die dritte industrielle Revolution

Es gibt meiner Meinung nach starke Parallelen zwischen der neuen Lebensmittelpolitik, die von Slow Food und den Terra-Madre-Bündnissen vertreten wird, und der Energiepolitik für die Zukunft auf der Grundlage erneuerbarer Energie, die Jeremy Rifkin mit seiner Arbeit fördert. Ich habe das selbst in einer Begegnung mit ihm feststellen können, die dann zu einem langen Artikel wurde.

Nicht zufällig spricht Rifkin von der dritten industriellen Revolution, und ich hatte mich 2008 an die Vollversammlung von Terra Madre genau mit diesen Worten gewandt: «Ihr seit die Hauptakteure der dritten industriellen Revolution».

Lebensmittel sind im Grunde Energie für das Leben, und ihre Produktion sowie die Energieproduktion erweisen sich heute als die beiden schädlichsten Systeme, die der Mensch auf diesem Planeten geschaffen hat. Schuld an dieser Unnachhaltigkeit ist zum Teil die Tatsache, dass man versucht hat zu zentralisieren, was in der Natur und durch ihre Natur verbreitet vorhanden ist.

Die Energiequellen zum Beispiel, die wir nutzen, wie Erdöl, Kohle und Uran, finden sich nur an einigen präzisen Stellen der Erde, es werden große Infrastrukturen errichtet, um sie abzubauen, zu verteidigen und dann zu verteilen: Sie sind erschöpflich, verschmutzen die Umwelt und sind sehr teuer.

Bei den Lebensmitteln ist es genauso: Ein System, das auf der Übermacht weniger internationaler Großkonzerne beruht, zentralisiert Saatgut, Monokulturen, Zucht- und Verarbeitungsanlagen und vertreibt dann die Produkte auf dem ganzen Planeten - mit all den Folgen für die Ernährung, die Wirtschaft, das soziale Gefüge und die Umwelt, die wir kennen. Lokale Lebensmittel dagegen finden sich, ebenso wie die erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Luft und Wasser, potentiell überall auf der Erde, in jedem kultivierbaren Quadratmeter. Und hier liegt die wichtigste Parallele: Wir müssen in beiden Fällen von den stark zentralisierten zu verstreuten lokalen, demokratischen Systemen übergehen.

Deshalb können die Terra-Madre-Bündnisse und die Slow-Food-Convivien zu den Triebkräften dieser dritten Revolution werden, deshalb stellen wir eine Avantgarde dar, die Rifkin definiert hat als “das, was dazu beitragen wird, den Krieg zu beenden, den der Mensch gegen die Natur begonnen hat”.

Wir schauen auf die Vergangenheit, aber wir denken auch an die Zukunft: Nur wenige auf der Welt haben diese Kraft.

Carlo Petrini
Internationaler Präsident von Slow Food


Aus dem Gespräch zwischen Carlo Petrini und Rifkin (auf Englisch)

 



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@slowfood.com

 
       


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KALENDER

Terra Madre Balkanländer
Sofia, Bulgarien
Juli 2010

Terra Madre Argentinien
Buenos Aires, Argentinien
08. - 11. Juli 2010

Terra Madre Georgien
Tbilisi, Georgien
30.-31. Juli, 2010

Terra Madre Aserbaidschan
Ismailli – Shemaha,Aserbaidschan
5. August 2010

Terra Madre Kasachstan Almaty,
Kasachstan
2. September 2010

Waterford Harvest Festival
Waterford, Irland
10.-19. September 2010

Salone del Gusto

Turin, Italien
21. – 25. Oktober 2010

Terra Madre
Turin, Italien
21. – 25. Oktober 2010

Terra Madre Day
International
10. Dezember 2010

 

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  Slow Food and
Terra Madre
in Zahlen


MITGLIEDER: 100.000
CONVIVIEN: 1.300
LÄNDER: 150
PRESIDI: 314
PASSAGIERE DER ARCHE DES GESCHMACKS: 903
MÄRKTE DER ERDE: 10
SCHULGÄRTEN: 300
 
 


 
  Dieser Newsletter wird vom internationalen Kommunikationsbüro von Slow Food veröffentlicht.
 Bess Mucke: b.mucke@@slowfood.com -  Michèle Mesmain: m.mesmain@slowfood.com
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