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Dies ist der Newsletter von allen, die
zum Netzwerk Terra Madre gehören und gemeinsam nachhaltige
Landwirtschaft, Fischfang und Viehzucht verteidigen
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Projekte
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Eine Schule für junge Bauern in den Weißen Kordilleren
in Peru |
Unser Verein, Urpichallay,
unterstützt seit zehn Jahren Bauernfamilien in den peruanischen
Weißen Kordilleren. Wir setzen uns dafür ein, die Qualität
der Ausbildung in den ländlichen Gebieten zu verbessern,
die Entwicklung der Bauerngebiete, der “Chacras”,
zu fördern und allgemein die eingeborenen Kulturen und
das Kulturgut der Anden zu erhalten und zu valorisieren.
Unsere Arbeit mit den Bauern, um den Anbau in den Chacras
zu verbessern, hat auch uns im Verein bereichert, denn
wir haben so von alters her überlieferte Techniken und
Fertigkeiten der lokalen Landwirtschaft kennen gelernt,
die noch von einer engen spirituellen Verbindung mit
der Natur geprägt sind. Wir haben gelernt, wie man sät
und erntet und wie sich die 120 Kartoffelsorten erhalten
haben, die der ständigen Bedrohung durch Hybridsaatgut
noch standhalten.
2006 hat Urpichallay einen weiteren Schritt nach vorn
unternommen, als eine Schule für die Andenküche (La
Casa del Saber) für junge Bauern aus Yachay Wayin eröffnet
wurde. Der Kochunterricht hat sich als hervorragende
Chance für die jungen Leute erwiesen, denn in der Küche
können sie einen Beruf lernen, mit dem sie ihre Produkte,
sie sie seit jeher anbauen, verwerten und ihre Qualität
bekannt machen können. Bei den Erntefesten in den Gemeinschaften
haben wir über 100 fast unbekannte Rezepte für Speisen,
Getränke, Süßwaren und Brot entdeckt! Wir hoffen, dass
die jungen Leute mit unserer Hilfe neue Arbeitschancen
erhalten. Die erlernten Fähigkeiten stellen einen Mehrwert
für die bereits bestehende landwirtschaftliche Tätigkeit
auf familiärer Ebene dar und können, wenn man den lokalen
Mikrohandel und den Gastronomietourismus nutzt, zur
Entwicklung der gesamten Gemeinschaft beitragen.
Beatriz Rojas
Asociación Urpichallay; Escuela de Jóvenes Campesinos
bearojasberrocal@hotmail.com
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In der Region der peruanischen Anden
ist Chacra none der
Name für die Felder, auf denen angebaut
wird; das Feld kann klein oder auch
mehr oder weniger groß sein. Es handelt
sich allerdings nicht nur um den Acker,
der bestellt wird, sondern der Begriff
steht auch für ein Ritual und ein Fest,
bei dem man den Göttern dafür dankt,
dass sie die Erde mit ihren Früchten
gesegnet haben. Einen Chacra
zu bestellen, bedeutet, den Boden zu
bereichern und zu regenerieren. Jeder
Chacra, der von verschiedenen
Menschen bebaut wird, ist so einzigartig
wie ein Saatkorn.
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Wenn das Kino vom Essen erzählt... |
Viele Beispiele bezeugen die enge Verbindung zwischen
Kino und Kulinarischem: Diese keineswegs ungewöhnliche
Verbindung ermöglicht es, in Spielfilmen, aber auch Dokumentarfilmen
und anderen audiovisuellen Produkten die Welt der Gastronomie
darzustellen. In einem so wichtigen Filmfestival wie der
Berlinale in Deutschland ist die kulinarische Welt Hauptthema
einer speziellen Sektion, die zusammen mit Slow Food International
gestaltet wird (Eat, Drink, See Movies – Celebrating
Culinary Cinema). Vom Essen kann man tatsächlich
auf unendlich verschiedene Weisen sprechen, und in der
Überzeugung des starken kommunikativen Werts der audiovisuellen
Medien gründet Slow Food in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv
Cineteca di Bologna und der Stadt Bologna ein eigenes
Festival: Slow Food on Film. Es soll
ein neues kritisches Bewusstsein für die Lebensmittelkultur
fördern, indem Spielfilme, Kurz- und Dokumentarfilme sowie
Fernsehserien gezeigt werden, die eine originelle Darstellung
vom Essen, Problemen der Landwirtschaft und gastronomischen
Traditionen als schützenswertes Gut vertreten.
Mit diesen Themen beschäftigt sich die siebte Kunst seit
jeher, und manchmal auch mit der klaren Absicht, Produkte
und Erzeuger zu valorisieren. Beispiel dafür sind zwei
Dokumentarfilme aus dem Jahr 2007:
Semillas sagradas von Andrea Mendez Brandam,
Juan Nicolas Broens und Maria Teresa Morresi ist eine
Reise durch die Sinne und vor allem den Geschmacksinn
der Menschen, die in der Quebrada de Humahuaca, einem
weiten Tal im Nordosten Argentiniens, das pflegen und
bewahren, was das Heiligste der Erde ist: das Saatgut,
Hüter der biologischen Vielfalt und der zukünftigen Lebensmittelsouveränität.
M. Bené goes to Italy von Manuel Lampreia
Carvalho (der auf der Berlinale präsentiert wird) erzählt
von Benedito Batista da Silva aus dem Amazonasgebiet,
der seit 60 Jahren Maniokmehl erzeugt, von seinem Leben
und seiner Erfahrung bei Terra Madre 2006.
Diese Werke sind inspiriert von der exemplarischen Arbeit
der Menschen, die täglich für das Überleben und die Aufwertung
von Pflanzen, Tierarten und traditionellen Landwirtschaftsmethoden
in ihrem Gebiet kämpfen.
Für weitere Informationen:
www.berlinale.de
www.slowfoodonfilm.it
Semillas sagradas:
www.noticiaspositivas.org
Benedito Batista Da Silva
COMUNITÀ de farina d’agua de Parà, Brasilien
nafaz@eletronet.com.brl
Im Brennpunkt...
Vernachlässigte Arten
Es gibt Tausende von Pflanzen, die
zur Kategorie der “vernachlässigten und untergenutzten”
Arten gehören und ein hohes, zum größten Teil nicht genutztes
Potenzial haben, zur Lebensmittelsicherheit und generell
zur Verbesserung der Lebensqualität beizutragen. Die untergenutzten
Pflanzenarten zeichnen sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit
an die Existenz in Randgebieten, durch die lokale Bedeutung
im Hinblick auf Produktion und Verbrauch sowie durch hohe
Qualität der Nährwerte, Heilkräfte und Vielseitigkeit
in der Anwendung aus. Wir meinen nicht importierte, sondern
einheimische Pflanzen, die jahrhundertelang verwendet
wurden und so im Mittelpunkt der kulturellen Identität
der lokalen Gemeinschaften stehen. Aus diesem Grunde ist
es so wichtig, sich für ihren Schutz einzusetzen, um die
uralten Traditionen und der Kultur, die sie vermitteln,
zu erhalten.
Diese Pflanzen werden leider vernachlässigt, weil sie
schwer anzubauen, zu verarbeiten und zu handeln sind,
so dass ihre Verwendung mehr und mehr aufgegeben wird.
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Global Facilitation Unit for Underutilized Species |
Seit 2002 setzt sich die Global Facilitation Unit for
Underutilized Species (GFU) für das Ziel ein, eine breitere
Nutzung solcher Pflanzen zu fördern. Unsere Aktivitäten
konzentrieren sich auf das “Networking” und den Austausch
von Informationen über ein Internet-Portal sowie konkrete
Maßnahmen zur Sensibilisierung und Ermutigung, um diese
Pflanzenarten in die nationalen und internationalen Entwicklungspläne
aufzunehmen. Die Analyse der Regierungspolitik und die
Formulierung von Empfehlungen, die günstige Voraussetzungen
für ihre nachhaltige Verwendung schaffen können, gehören
zur Tagesordnung der GFU, ebenso wie die Schaffung eines
realen Bewusstseins für die Bedeutung der untergenutzten
Pflanzenarten für die Verbesserung der Lebensqualität.
Eine günstige Umgebung zu schaffen, um diese Schätze der
Natur kennen zu lernen und nachhaltig zu verwenden, dient
allen zum Vorteil!
Für weitere Informationen:
Paul Bordoni
Global Facilitation Unit for Underutilized Species
underutilized-species@cgiar.org
www.underutilized-species.org
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Slow
Food
kurz gesagt |
Arche des Geschmacks
Die Arche des Geschmacks
ist ein Projekt, das 1996 vom Verein Slow Food ins Leben
gerufen wurde: ein ideales Zufluchtsschiff, das durch
die Welt reist und kleinen exzellenten gastronomischen
Produktionen zu Hilfe eilt, die von der industriellen
Landwirtschaft, dem Umweltverfall und der Gleichschaltung
bedroht sind. Die Arche sucht, katalogisiert und veröffentlicht
geschmackvolle Produkte, die aus der Gefährdung gerettet
werden müssen, die aber gleichzeitig noch lebendig sind
und konkretes Potenzial haben. Die Wissenschaftliche Arche-Kommission
bewertet dank der Hinweise von den Slow Food-Convivien
weltweit Wurstwaren, Käse, Getreide, Gemüse und lokale
Tierrassen nach präzisen Auswahlkriterien: die gastronomische
Exzellenz, die Verbindung mit dem Gebiet, die handwerkliche
Herstellung, die nachhaltige Dimension der Betriebe und
die Gefahr des Aussterbens.
Japan ist ein Beispiel für ein Land, in dem das Projekt
der Arche mit besonderer Begeisterung aufgenommen wurde.
Die japanische Arche entstand 2005, als die Kommission
die ersten neun Produkte auswählte: die Rinderrasse Tankaku,
in Salz eingelegte Etari (Sardellen, die nach
einer traditionellen handwerklichen Methode in Salz eingelegt
werden und fermentieren), die geröstete und geräucherte
Schwarzgrundel Yakihaze im Golf von Nagatsura,
zwei lokale Rüben-Ökotypen (Hanazukuri daikon
und Akkajidaikon), Yukina (ein Blattgemüse,
das im Gebiet von Yonezawa angebaut wird), Porree aus
Amarume, Mais Hachiretsu und Unzen kobu takana
(ein Ökotyp des Takana, die sich durch „Knoten“
auf den Blättern auszeichnet). Bis heute wurden bereits
zwanzig Produktionen ausgewählt und das Projekt hat die
Verbindung zwischen den japanischen Erzeugern der Arche
und dem Slow Food-Netzwerk verstärkt, das aktiv zur Valorisierung
und Förderung dieser Produkte beiträgt.
Für weitere Informationen:
Projekt Arche des Geschmacks
www.fondazioneslowfood.it
Slow Food Japan
www.slowfoodjapan.net.
Stimmen
von Terra Madre
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“Ich
vergleiche mich gern mit einem Lachs, der
mit großer Mühe den Strom hinauf schwimmt,
während es viel einfacher wäre, sich so zu
verhalten wie die anderen oder wie die anderen
es wollen… Unser Produkt, der rote Knoblauch
aus Sulmona, stellt die Tradition dar. Er
hat einen authentischen, einzigartigen, unwiederholbaren
Geschmack, der von unserem Land erzählt und
unser Wissen zum Ausdruck bringt.
Mit Terra Madre hat sich mir eine wunderbare
Welt geöffnet: Ich hätte nicht geglaubt, dass
wir so viele in allen Teilen der Welt sind,
die sich nicht der Gleichschaltung des Geschmacks
und der Fertigkeiten ergeben wollen! Die Zugehörigkeit
zu diesem großen Netzwerk verleiht mir Kraft
und Enthusiasmus, die ich im Rahmen meiner
Möglichkeiten an meine Gemeinschaft zu vermitteln
versuche.” |
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Antonella
Ciavattone
Erzeugerin des roten Knoblauchs aus Sulmona
in den Abruzzen
info@agliorossodisulmona.it
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Ernährungs-
traditionen
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Der Schutz der traditionellen Produkte kann eine Frage des Überlebens sein |
Heute leiden über 50% der eingeborenen
Bevölkerung Arizonas unter der zerstörenden Wirkung von
Diabetes – eine alarmierender Prozentsatz, der entschieden
über dem amerikanischen Durchschnitt liegt. In Mexiko
leiden 3,8 Millionen Menschen unter Krankheiten, die direkt
mit der Änderung ihrer Ernährungsweise zu verbinden sind:
von den Produkten ihres kargen Gebiets (wie Korn, den
Früchten des Cholla-Kaktus, Mehl aus den Mesquiten, Tepary-Bohnen
und Zucchini), mit denen sich die Einwohner jener Gebiete
jahrhundertelang ernährt haben, zu den fett- und zuckerreichen
westlichen Ernährungsformen.
Verbreitete Wüstenpflanzen wie die Kaktusfeige, Mesquiten
und die “Creosote” dagegen verlangsamen die Verdauung
und die Aufnahme von Zucker und tragen dazu bei, den Cholesterinspiegel
im Blut zu verringern. Für die eingeborene Wüstenbevölkerung
sind diese Pflanzen, Kakteen und Samen wertvoll, weil
sie Eigenschaften enthalten, die ihr Überleben garantieren
und neben ihrem Nährwert auch einzigartig und köstlich
schmecken.
Für weitere Informationen:
www.spmesquite.com
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ERZÄHLEN
AUCH SIE UNS VON IHREN TRADITIONEN!
Beschreiben Sie Ihr Bündnis,
erzählen Sie, welche typischen
Gerichte Sie bei welchen Gelegenheiten
essen. Wir veröffentlichen sie
dann in diesem Bereich.
Schreiben Sie an:
communication@slowfood.com
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Dringliche
Ethnologie
Der berühmte Anthropologe
Claude Lévi-Strauss hat vor kurzem begonnen, von
“dringlicher Ethnologie” zu sprechen. Er bezieht
sich dabei auf den Wert, den die eingeborenen
Gesellschaften vermitteln, und hat betont, wie
wichtig es ist, sie zu bewahren, und zwar nicht
nur als rein ethische Übung oder aus wie auch
immer verstandener wissenschaftlicher Notwendigkeit:
“So sehr diese Gesellschaften sich auch voneinander
unterscheiden, stimmen sie doch darin überein,
dass sie den Menschen zu einem empfangenden Geschöpf
und nicht zu einem Meister der Schöpfung machen.
Das ist die Lektion, die die Ethnologie von ihnen
gelernt hat, und wir hoffen, dass diese Gesellschaften,
wenn sie sich dem Konzert der Nationen anschließen,
sie unversehrt erhalten können und dass es uns
gelingen möge, uns von ihrem Beispiel anregen
zu lassen und ihm zu folgen.”
Diese Sicht des Menschen als “empfangendes Geschöpf”
gegenüber der Natur ist der wesentliche Kern von
dem, was wir verloren haben und was das Netzwerk
Terra Madre sich zu eigen machen muss – ein wirkliches
Inspirationsprinzip. Mit dem Verlust dieser Sichtweise
haben wir auch die Bedeutung der Zeit, den Wert
der Lebensmittel, einen Teil unserer Identität,
das Wesen unserer Menschlichkeit verloren.
Aus diesem Grund ist es wichtig, die eingeborenen
Gemeinschaften zu schützen, aber dies muss eine
aktive Arbeit sein, d.h. zu allererst eine kognitive
Bemühung, die Verpflichtung, sie anzuerkennen,
mit ihnen einen gleichwertigen, respektvollen
Austausch aufzubauen. Hoffen wir mit Lévi-Strauss
und arbeiten wir darauf hin, dass der Eintritt
der eingeborenen Gemeinschaften in das “Konzert
der Nationen” – unserer Nationen, unserer Welten
von Terra Madre und allgemeiner von Slow Food
– nicht zum Verlust ihrer Weltsicht führt, die
im Gegenteil Grund des Stolzes sein muss. Helfen
wir ihnen zu verstehen, dass sie für uns nicht
nur interessant sind, weil sie eine wertvolle
Andersartigkeit, eine Bereicherung für das Netzwerk
darstellen, sondern weil sie ein Modell repräsentieren,
das wertvoll ist und von dem es zu lernen gilt.
Helfen wir ihnen zu verstehen, dass wir sie brauchen,
sogar mehr als sie tatsächlich uns brauchen
Carlo Petrini
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Werden
auch Sie Teil einer großen internationalen Gemeinschaft,
die nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang
und nachhaltige Viehzucht verteidigt.
Genießen Sie die Gaumenfreuden, die uns die besten
Lebensmittel der Welt mit all ihrer Vielfalt schenken.
servicecentre
@slowfood.com
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Schicken
Sie uns Ihre Fragen und Kommentare, schreiben Sie
uns Ihre Geschichten und Erfahrungen: Hier werden
wir davon erzählen.
communication
@slowfood.com |
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Antwort
auf Fragen
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Könnt
ihr uns helfen, mit Fischern von Terra Madre in
Kontakt zu treten, die daran interessiert sind,
ein kleines lokales Handelsnetz aufzubauen?
Jan
und Barbara Goede Vissers
Fischergemeinschaft der friesischen Inseln, Niederlande
TS31@goedevissers.nl
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Jan und Barbara möchten ein kleines Handelsnetz für Fischprodukte
von Fischern aufbauen, die auf lokaler Ebene und nachhaltig
arbeiten, zum Beispiel ausgehend von gesalzenem, geräuchertem
oder in Dosen verpacktem Fisch.
Sie sind überzeugt, dass der Handel in kleinem Rahmen eine gute
Chance für den Austausch zwischen Gemeinschaften und Kulturen
darstellen würde. Wenn die Fischer neben eigenen Käufern auch
Zugang zu einer vielfältigen internationalen Kundschaft, können
sie sich aus der erdrückenden Macht und Abhängigkeit der lokalen
Verbraucher befreien.
Für die Fischer, die am Aufbau eines solchen Netzwerks interessiert
sind, bieten Jan und Barbara zwei gute Möglichkeiten:
- Fish International in Bremen vom 10. bis 12. Februar. Es handelt
sich um eine große Messe zum Fisch und nachhaltigen Fischprodukten.
Jan und Barbara werden einen kleinen Stand mit Produkten von
den Küsten an Wattenmeer und Nordsee haben. Trotz des begrenzten
Platzes können sie den Produkten von anderen Fischern, die diese
Philosophie teilen, einen Bereich widmen.
- Jan und Barbara sind beauftragt worden, die Fischabteilung
in einem Supermarkt in Amsterdam einzurichten, der sich zum
Ziel gesetzt hat, nur „gute, saubere und faire“ Lebensmittel
zu verkaufen will. Der frische Fisch kommt natürlich nur aus
der lokalen Produktion, aber der Supermarkt sucht auch abgepackte
Fischprodukte, die aus dem Netzwerk von Terra Madre kommen könnten.
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Wussten Sie schon...
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Warum man in Burkina Faso Bohnen isst? |
Die Wirtschaftslage und das Spiel der Weltpolitik haben Burkina
Faso in Westafrika in der Vergangenheit dazu gebracht, zu einem
Erzeuger von grünen Bohnen zu werden. Dieser Anbau, die ausschließlich
für den Export bestimmt war, da kein Binnenmarkt dafür existierte,
sollte Einkommen schaffen und die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen
des Landes verbessern. Burkina Faso hat also einen Teil seiner
fruchtbarsten Gebiete den grünen Bohnen geweiht, deren Hauptimporteur
Frankreich ist.
Die Bevölkerung, die an eine Ernährung aus wild wachsenden und
lokalen Produkten gewohnt war, hat so nach und nach den Wandel
ihrer Landschaft erlebt.
Dieses “export-orientierte” Modell hat sich allerdings schon
bald mit einer Reihe von externen Faktoren auseinandersetzen
müssen: auf dem internationalen Markt traten konkurrierende
Länder auf, die Ansprüche der europäischen Verbraucher änderten
sich und aus Gründen, die mit den Problemen der Lebensmittelsicherheit
verbunden sind, wurden die Standards der Lebensmittelqualität
immer strenger. Die Situation wurde besonders kritisch, als
Frankreich beschloss, den Import von grünen Bohnen aus Burkina
Faso einzustellen – so kritisch, dass die Regierung beschloss,
Beamte mit festem Gehalt und Regierungsmitarbeiter zu zwingen,
einen Teil ihres Gehalts in Naturalien anzunehmen… in grünen
Bohnen!
Die Erfahrung von Burkina Faso ist ein gutes Beispiel, wie sich
Ernährungsgewohnheiten und Landwirtschaftstechniken durch äußere
Gründe ändern können, und hat die extreme Anfälligkeit der Produkte
bezeugt, die auf internationale Märkte exportiert werden. Sie
hat auch dazu beigetragen, die Debatte darüber wieder zu eröffnen,
wie die Regeln des Handels in großem Maßstab die Geschicke der
Exportländer beeinflussen.
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