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Dies ist der Newsletter von allen, die zum Netzwerk Terra Madre gehören und gemeinsam nachhaltige Landwirtschaft, Fischfang und Viehzucht verteidigen

 
  Projekte

Von den Nachbarn lernen


Internationale Kooperation ist eins der Fundamente für die Slow Food-Philosophie. Uganda hat sich diesen Geist auf die Fahnen geschrieben und vor kurzem eine Gruppe von 25 Kleinbauern aus Kenia empfangen, um Kenntnisse und Kompetenzen mit ihnen zu teilen. Während des einwöchigen Besuchs haben die Kenianer sich mit einer anderen Art der Landwirtschaft auseinandergesetzt und verstanden, dass sie ihre natürlichen Ressourcen nicht ausreichen nutzen.

Die wichtigste Botschaft, die das Gastgeberbündnis vermitteln konnte, betraf die Notwendigkeit, ein Gleichgewicht zwischen den lokalen und den internationalen Interessen eines Landes herzustellen: der Anbau von Produkten, die für den Export bestimmt sind, hat nur Vorteile, wenn man parallel dazu weiterhin die Nachfrage des Binnenmarktes befriedigt. Durch Kooperation und Diversifizierung der Agrarproduktion kann man nämlich durchaus den Verkauf der Produkte auf den Auslandsmärkten garantieren, gleichzeitig schützt und bewahrt man damit aber auch den Binnenmarkt und die traditionellen Landwirtschaftsmethoden. Eine weitere nützliche Lektion betraf das Thema Energieressourcen. In Uganda gewinnt Mrs. Loyumbya, eine grazile alte Frau, Energie für ihr Haus durch den Dung ihrer Kühe – ein Beweis für die Tatsache, dass es möglich ist, Brennholz durch Biogas-Einheiten zu ersetzen. Die Anfangskosten für die Nutzung von Biogas sind für den einzelnen sicherlich unerschwinglich, aber sie werden tragbar, wenn sie kooperativ innerhalb der Gemeinschaft umgelegt werden. Das Gastgeberbündnis bewies erhebliche Fortschritte auch auf den Feldern und Obsthainen: untergenutzter Boden wurde produktiv erschlossen, sumpfige Äcker in Baumschulen umgewidmet und nicht verwendetes Unkraut wurde zu hervorragendem Hühnerfutter. Während ihres Aufenthalts lernten die Kenianer, dass auch die Produktion von Passionsfrüchten, die in ihrem Land sehr verbreitet ist, verbessert werden kann, wenn man biologische Methoden einsetzt. Wie die Erfahrung des Uganders Haji Zephunya bezeugt, kann man damit den Ertrag steigern und die Kosten verringern.

Dieses Treffen im Zeichen von Austausch und Auseinandersetzung hat das ganze Potential der internationalen Kooperation deutlich gemacht. Die kenianischen Bauern sind durch ihre erlebte Erfahrung vertrauensvoll, bereichert und inspiriert in ihr Land zurückgekehrt, vor allem aber mit dem Willen, Nutzen aus der ugandischen Lektion zu ziehen: "Nur durch die Vereinigung ist es möglich, die Effizienz der eigenen Arbeit zu steigern und gleichzeitig die Qualität und die Rückverfolgbarkeit der Produktionen zu garantieren".


Ozeanüberquerung im Zeichen der Freundschaft

"Ich heiße Benjamin Fahrer und habe zusammen mit meiner Frau Gabriel als Delegierter an der letzten Terra Madre teilgenommen. Das Erlebnis in Turin war eine außerordentliche Erfahrung, die uns unter anderem die Chance gegeben hat, sehr viele Menschen kennen zu lernen und zu treffen, die sich wie wir den Lebensmitteln und ihrer Erzeugung mit Liebe widmen.
Eine der gewinnbringendsten Begegnungen war sicher die mit dem Bauern Alfredo Fasola aus Umbrien, mit dem wir einen stabilen, regelmäßigen Dialog aufgebaut haben. Diese Beziehung hat mich überzeugt, den Austausch zwischen umbrischen und kalifornischen Bauern For the Love of Food ~ Our Culture of Connection. From Umbria to California zu organisieren, der sich an die Freunde guter Lebensmittel richtet.

Die Initiative brachte vom 21. Januar bis 1. Februar eine Delegation von 12 Biobauern aus Umbrien nach Kalifornien. Sie nahmen an der Eco-Farm Conference teil, und wir begleiteten sie dann auf einer Tour zur Entdeckung von Erzeugern, Agrartechniken, Kultur und Spezialitäten unseres Landes.
Um die Gastfreundschaft zu erwidern, haben sich unsere umbrischen Freunde untereinander und mit den lokalen Institutionen zusammengeschlossen und eine Gruppe von kalifornischen Bauern und Köchen eingeladen. Gleich nach Terra Madre 2008 werden sie nach Umbrien reisen und die italienische Region, die führend im Bereich des biologischen Anbaus ist, besuchen und kennen lernen".

Für weitere Informationen über das Projekt wenden Sie sich an:

Benjamin Fahrer
pcdesigns@earthlink.net
oder besuchen Sie die Website:
www.wiseearth.org


Im Brennpunkt...

Gift Economy

Man spricht von Gift Economy oder Schenkökonomie, wenn in einem Wirtschaftssystem Güter und Dienstleistungen ohne ausdrückliche Vereinbarung für die unmittelbare Zukunft oder quid pro quo geliefert werden. Nicht selten existieren solche auf dem Schenken basierenden Wirtschaftsformen in Kulturen oder Subkulturen, die soziale oder immaterielle Belohnungen im Austausch für Großzügigkeit vorsehen (Verweis auf das Karma, die Ehre, Loyalität oder andere Formen der Dankbarkeit). In einigen Fällen kann die Gabe nützlich sein, die Güter innerhalb einer Gemeinschaft neu zu verteilen, so dass sie zum Ausdruck eines gegenseitigen Altruismus wird
.
Obwohl das Geschenk nicht in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Vergütung steht, impliziert es nicht notwendigerweise, dass es umsonst ist. Die drei implizit mit dem Begriff der Gabe verbundenen Verpflichtungen (Geben, Nehmen und unsererseits etwas im Gegenzug Geben) erzeugen eine gesellschaftliche Bindung, stärken das Zugehörigkeitsgefühl und verleihen der Gruppe Integrität.


Auch das Essen wird geteilt

Es gibt viele konkrete Beispiele für gesellschaftliche Realitäten, die sich wenigstens teilweise auf das Geben und das Teilen stützen:
Die amerikanische Ethnologin Polly Wiessner, Dozentin für Anthropologie an der Universität Utah und Autorin vieler Bücher und Artikel, hat sich speziell mit diesen Themen beschäftigt. Sie hat das dichte Tauschnetz erforscht, das zwischen den Mitgliedern einiger Bevölkerungen besteht, und verglich dann fünf verschiedene Völker, für die das Teilen wesentlich ist: die Kalahari-San (zwischen Südafrika, Namibia und Botswana), die Yanomami in Amazonien, die Bewohner der Trobriand-Inseln, die Eipo und die Yalenang in Neuguinea.

In all diesen Fällen stellte sie fest, dass das Teilen, vor allem der Lebensmittel, ein weiteres Instrument ist, um die gesellschaftlichen Beziehungen zu entwickeln und zu stärken.
Das Teilen von Fleisch zum Beispiel ist sehr wichtig in Jäger- und Sammlergesellschaften und sichert eine breite Verteilung der Proteine auf alle Mitglieder der Gruppe, vor allem in Zeiten der Knappheit: Ein gutes Beispiel dafür sind die Yanomami, für die ein Jäger, der seine Beute nicht mit den anderen Gruppenmitgliedern teilt, seinen Status als Jäger verliert.
Kooperation und Teilen sind in verschiedenen Formen auch in vielen unserer modernen Gesellschaften verbreitet. Ehrenamtliche Hilfe, aber auch die spontanen Mechanismen der Solidarität, die innerhalb der Familien entstehen, sind ein wesentliches Element für unsere Wirtschaftsformen. Dies geht sogar so weit, dass viele Gesellschaften zusammenbrechen würden, sollten diese Dynamiken ausfallen.



Slow Food
in wenigen worten

Lebensmittelbündnis

Lebensmittelbündnis ist ein neuer und gleichzeitig uralter Begriff, den Slow Food anlässlich von Terra Madre 2004 zum ersten Mal vorgeschlagen hat. Das Lebensmittelbündnis bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten und Lebensmittel erzeugen, verarbeiten und damit handeln und die sich durch die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Produktion auszeichnen. Unerlässliche Voraussetzung für jedes Lebensmittelbündnis ist die Tatsache, dass es – historisch, sozial, wirtschaftlich und kulturell – eng an sein Gebiet gebunden ist.

Die Lebensmittelbündnisse stehen im Netzwerk Terra Madre absolut im Vordergrund. Es gibt zwei Arten:
- gebietsbezogene Bündnisse, die in ihrer Gruppe mehrere, auch verschiedene Produkte erzeugen, die aber alle an ein begrenztes geographisches Gebiet oder eine eingeborene Bevölkerungsgruppe gebunden sind,
- produktbezogene Bündnisse, die aus allen Bauern/Züchtern, Verarbeitern und Händlern bestehen, die in ihren unterschiedlichen Aufgaben zur Kette eines einzigen Produkts in einem präzisen Gebiet beitragen.
 


Stimmen von Terra Madre

 
"Die Erfahrung von Terra Madre 2006 in Turin werde ich nie vergessen. Ich habe dabei so viele Menschen aus allen Teilen der Welt getroffen. Heute steht mir ein ganzes Netzwerk von Männern und Frauen zur Verfügung, die mir ähnlich sind, Menschen, die Interesse für meine Arbeit gezeigt haben, ebenso wie ich ihre Arbeit interessant fand."
 
     
  Jonette Chapman
Delegierte aus Neuseeland
jonette@ihug.co.nz
 
 


Ernährungs-
traditionen


Awarma – Fleisch, das nach libanesischer Tradition konserviert wird

Ernährungstraditionen beziehen sich nicht nur auf die Lebensmittel, sondern auch auf die Männer und Frauen, die ihre Kräfte vereinen und auf gemeinsame Ziele hinarbeiten.

Bis in die 60er Jahre hinein wurde in den Dörfern des Libanon nach einer alten Tradition, die der ganzen Bevölkerung unabhängig von Volksstamm oder Religion gemeinsam war, ein "fat-tail" Schaf Monate vor der Winterkälte gemästet.
Um das Tier, das mit Wein- und Maulbeerbaumblättern gefüttert wurde, kümmert sich normalerweise die Hausfrau, die ihm jeden Tag auch bis zu fünf Mal Futter gibt. Sie zieht das Schaf auf, massiert es, wäscht es und singt sogar für es. Das Schaf wird so gezähmt und völlig von der Frau abhängig. Es wird zum Hauptgegenstand der Gespräche unter Frauen und seine Rolle ähnelt immer mehr der eines Kindes. Es wird so stark genährt, dass es seine ursprüngliche Größe verdreifacht und einen riesigen fetthaltigen Schwanz entwickelt, der liyee genannt wird.
Wenn die kalte Jahreszeit näher kommt, etwa um Mitte September, wird das Schaf geschlachtet. Psychologisch ist dies ein harter Schlag für die Frau, die es so viele Monate lang aufgezogen hat. Ihr einziger Trost ist das Bewusstsein, dass sich ihre Familie aus den daraus gewonnenen Produkten ein ganzes Jahr lang ernähren und so den strengen Wintermonaten standhalten würde.

Der Schlachttag ist ein großes Ereignis für das Dorf. Die Tische werden festlich und reichlich mit mezzé gedeckt, wobei viele Rezepte aus rohem Fleisch bestehen. Für die Zubereitung verwendet man alle Teile des Tieres. Mit dem Rezept für Awarma war es möglich, das Fleisch lange aufzubewahren. Traditionell erfordert es ein Drittel Fleisch und zwei Drittel Fett. Dem geschmolzenen Fett wird Fleisch hinzugefügt, das langsam bei geringer Hitze gegart wird, damit es weich wird.
Früher wurde das Endprodukt in Tongefäße gefüllt und nach dem Abkühlen abgedeckt, damit das Fleisch nicht schlecht würde. Die Gefäße wurden dann an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt.
Awarma wird auch heute noch zubereitet, weniger weil man das Fleisch konservieren muss, als vielmehr, weil das Rezept so gut schmeckt. Es ist sehr beliebt in Suppen und Pasteten oder wird im traditionellen Fakr, einem runden Behälter aus Porzellan und Terrakotta, mit Eiern gebraten.

Barbara Massaad
barbaram@cyberia.net.lb


  Mezzé ist eine ursprünglich libanesische Tradition, die heute im ganzen Mittleren Orient verbreitet ist. Sie besteht aus rund 40 kleinen Gängen mit Fisch, Fleisch und Gemüse, die als Vorspeise serviert werden. Dazu trinkt man normalerweise Arak, ein traditionelles alkoholisches Getränk mit Anis, das mit Wasser und Eis verdünnt wird.
 
 


 
  ERZÄHLEN AUCH SIE UNS VON IHREN TRADITIONEN!
Beschreiben Sie Ihr Bündnis, erzählen Sie, welche typischen Gerichte Sie bei welchen Gelegenheiten essen. Wir veröffentlichen sie dann in diesem Bereich.
Schreiben Sie an: communication@slowfood.com
 
 
 
 

Liebe Freunde...

Das wesentliche, prägende Element in einem Netzwerk ist der Kontakt zwischen seinen Mitgliedern. Auch das Netzwerk Terra Madre haben wir so aufbauen wollen, dass die Bündnisse sich untereinander verbunden, in ständigem Kontakt und Austausch fühlen können. Diese konstante Interaktion kann allerdings nicht nur potenziell sein. Die virtuelle Welt ist sicher strategisch und praktisch wichtig, um uns beim Aufbau des Netzwerks zu helfen, sie reicht aber nicht aus.

Das "Netzwerk zu machen" erschöpft sich also nicht in unserem Newsletter, in den E-Mails, die sich die Bündnisse schreiben, um Hilfe oder Informationen auszutauschen. Diese Instrumente sind eine Grundlage, aber wir brauchen etwas anderes, etwas, das seinen stärksten Ausdruck in den Tagen des Meetings findet, aber auch an anderen Orten und zu anderen Zeitpunkten realisiert werden kann. Sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen, die Gebiete zu besichtigen, in denen man arbeitet, ist die beste Art, um dem Netzwerk Menschlichkeit und Körper zu verleihen und den Austausch so fruchtbar wie nie zuvor zu machen.
Die gegenseitigen Besuche, die Reisen und konkreten Aktivitäten, die dank Terra Madre Wirklichkeit werden, gehören zu den schönsten Ergebnissen, denn sie zementieren die Freundschaften, fördern ihre Entwicklung, stärken unsere Ideale von einer Welt, in der gute, saubere und faire Lebensmittel die Oberhand haben und in der die Wirtschaft im Dienst der Menschen steht und nicht umgekehrt.

Die Beispiele für gemeinsame Projekte, für spezifische Maßnahmen und Lösungen alter Probleme dank der Erfahrung von anderen Gemeinschaften werden immer mehr und immer interessanter: Dieser Newsletter erzählt von einigen, die zweifellos bedeutungsvoll sind. Was aber am meisten dazu führt, dass man in großem Maßstab denken kann, ist die schlichte Tatsache, dass diese Menschen sich begegnen, etwas Zeit zusammen verbringen und sich konkret die Hand drücken können.

Genau wie die Bauernbündnisse im Laufe der Jahrhunderte es geschafft haben, dass Pflanzenarten sich entwickelten und immer besser an die Umgebung anpassten, indem sie Saatgut zwischen den Dörfern austauschten und sich gegenseitig schenkten und so die schöpferische Kraft der Vielfalt konkret "unterstützten", so beginnt heute eine neue Saat, Früchte aus der Vielfalt der Welt hervorzubringen: die menschliche Saat der Terra Madre-Teilnehmer. Eine "warmherzige Intelligenz", die in der Begegnung ihren Ausdruck und ihre Stärke findet: die wahre Essenz unseres Netzwerks.


Carlo Petrini

 
 

Werden auch Sie Teil einer großen internationalen Gemeinschaft, die nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang und nachhaltige Viehzucht verteidigt.
Genießen Sie die Gaumenfreuden, die uns die besten Lebensmittel der Welt mit all ihrer Vielfalt schenken.
servicecentre
@slowfood.com

 
Schicken Sie uns Ihre Fragen und Kommentare, schreiben Sie uns Ihre Geschichten und Erfahrungen: Hier werden wir davon erzählen.
communication @slowfood.com
 
finden Sie Fotos, Videos und Audioaufzeichnungen
von Terra Madre 2006
 
 

Antwort auf Fragen

 

Liebe Freunde von Terra Madre, im Zuge der wunderbaren Dinge, die weltweit in Bezug auf die Lebensmittelwelt geschehen, versuche ich, in meiner Hochschule ein Studienprogramm einzurichten, das Kurse in Soziologie und Lebensmittelpolitik umfasst. Es handelt sich um einen ersten Schritt auf dem Weg zum Aufbau einer Universitätsfakultät, die sich vollständig den Fächern und Themen in Verbindung mit den Lebensmitteln widmet (Geschichte, Politik, Nachhaltigkeit, Methoden, Ernährungstraditionen und so weiter).
Wenn jemand bereits ein ähnliches Projekt umgesetzt hat und bereit es, seine Erfahrungen mitzuteilen, würde ich mich über Vorlesungsverzeichnisse oder Ideen freuen.

Viele Slow-Grüße

Nimrod Luz
Dozent für kulturelle und politische Geografie am Western Galilee College in Akko, Israel
nimrodluz@hotmail.com

 

Damit sein Projekt Erfolg hat, bittet Nimrod Luz also Euch, die Mitglieder des Netzwerks Terra Madre, um Hilfe. Jeder, der Tipps, Vorschläge oder Informationen hat, die Nimrod nützlich sein können, sollte sich gleich melden. Seine Anfrage wurde per E-Mail bereits an die Universitätsvertreter im Netzwerk weitergeleitet. Nimrod nennt uns ein paar Beispiele aus den ersten Antworten:

"Sehr gern teile ich Euch einige der interessanten Antworten mit, die ich bisher bekommen habe. Zuerst möchte ich auch sagen, dass es sehr wichtig war festzustellen, wie viele Menschen es da draußen gibt, die darüber nachdenken, wie man die Sachen verändern kann und die gemeinsam für die gleichen Ziele kämpfen.
Ich habe Antworten von Kollegen aus Spanien, Brasilien, Deutschland, England und den USA erhalten. Dr. Ursula Hudson von der Deutschen Akademie für Kulinaristik hat mir von dem dreijährigen Studiengang Food Management and Culinary Studies erzählt, der in ihrer Hochschule eingerichtet wurde. An der University of New Hampshire wird dagegen ein Fachstudium Öko-Gastronomie (dank Prof. Celentano) aufgebaut. Michael Pollan schließlich, Professor für Journalismus an der Berkeley University in Kalifornien, hat mich auf seine Website hingewiesen, auf der neben all seinen Werken (die schon für sich eine außerordentliche Quelle von Anregungen für mein Projekt waren) auch die detaillierten Programme der Lehrgänge zu finden sind, mit denen er sich beschäftigt".


 
  Wussten Sie schon...

Food Down The Road

Immer mehr Menschen in der Welt achten auf den lokalen Bezug der Produkte. Wer sich für die Förderung und Valorisierung von lokalen Lebensmitteln einsetzt, betont stets die unstrittigen Vorteile, die diese mit sich bringen: Lokale Lebensmittel sind besser geeignet, um Saisonprodukte zu liefern, sind besser kontrollierbar (in ihrer Herkunft, Eigenschaften und Produktionsmethoden) und verringern die Food Miles, also die Transportwege.

Food down the road in Kingson (Ontario, Kanada) ist ein schönes Beispiel dafür. Es handelt sich um eine breite, vielfältige Bewegung, die 2006 nach jahrelanger harter Arbeit der National Farmer Union (NFU) und anderer Organisationen in diesem Gebiet entstand, die sich für die Förderung der Nachhaltigkeit im Agrar- und Lebensmittelbereich einsetzen.
Parallel zum Aufbau des Netzwerks Food down the road wurden Events organisiert und eine Internetseite eingerichtet. Diese Initiativen haben das Ziel, ein wahres positives lokales Lebensmittelsystem zu schaffen und natürlich die lokalen Lebensmittel zu fördern (alle Produkte, die in einem Radius von 100 km angebaut werden). Auf der Website www.fooddowntheroad.ca entdeckt man sehr nützliche Ressourcen. Zu den originellsten gehört das ABC der lokalen Lebensmittel, eine Anleitung für die Aktionen, mit denen jeder von uns zum Aufbau eines lokalen und nachhaltigen Lebensmittelsystems beitragen kann (Take action), das Diagramm der Saisonprodukte, aus dem man entnehmen kann, was man in den verschiedenen Jahreszeiten essen kann (Season food chart), oder der Local food locator, eine originelle Karte, auf der man die Erzeuger in einem bestimmten Gebiet sowie Informationen darüber findet, was sie produzieren oder wie man Kontakt zu ihnen aufnehmen kann.