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Dies ist der Newsletter von allen, die zum Netzwerk Terra Madre gehören und gemeinsam nachhaltige Landwirtschaft, Fischfang und Viehzucht verteidigen
 
 

 

Turin 2008

Der Newsletter widmet den Zeugnissen all jener, die aus verschiedenen Gründen und auf verschiedene Weise mit ihrem Engagement und ihren Energien zum Welttreffen der Lebensmittelbündnisse beitragen, in diesem Monat diesen besonderen Bereich

 



  Warum ich Terra Madre unterstütze

In einer globalisierten Welt würde die Philosophie von Slow Food zu kurz greifen, wenn sie nur auf die Verwirklichung ihrer Ziele in den Ländern des Nordens abzielen würde. Wer sich mit der Kultur des Essens beschäftigt, muss im Zeitalter des globalen Handels mit Nahrungsmitteln sein Augenmerk konsequenterweise auch auf die Bedingungen richten, unter denen diese weltweit produziert werden, und stößt damit zwangsläufig auf die Frage der Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Man denke in diesem Zusammenhang nur an die ungleiche Machtverteilung zwischen Kleinbauern und Saatgut- bzw. Düngemittelkonzernen.
Vor diesem Hintergrund unterstütze ich die Grundidee und die Aktivitäten von Terra Madre voll und ganz, da durch die Vernetzung von Produzenten, Verbrauchern und anderen Handlungsträgern (Gastronomen, Wissenschaftern etc.) auf der Mikro-Ebene, Strategien zur Veränderung des Systems auf globaler Ebene entwickelt werden können. Folgerichtig halte ich es für notwendig, dass sich Terra Madre auch mit anderen NGOs in diesem Bereich vernetzt, etwa Organisationen, die Fair-Trade-Produkte vertreiben, aber auch Forderungen an politische Entscheidungsträger formuliert, zum Beispiel einen Exportstopp von subventionierten Agrargütern aus den Industrieländern in Entwicklungsländer, wodurch dort die lokale Nahrungsmittelproduktion unrentabel wird, oder auch die globale Einführung einer Steuer auf spekulative Geschäfte mit Agrarprodukten. Nur so wird die Vision von Terra Madre auch die notwendige Durchschlagskraft erreichen!.

 
     
  Burkhard Mayr
Mitglied des Slow Food-Conviviums Wien, Österreich, und Spender für das Netz der Freunde von Terra Madre
burkhard.mayr@gmx.net
 



  Willkommen bei uns zu Hause

Unsere Familie hat an der zweiten Terra Madre im Jahr 2006 teilgenommen. Das lokale Slow Food-Convivium hatte uns darauf aufmerksam gemacht und uns von Terra Madre erzählt. Auch wenn wir uns in diese Erfahrung gestürzt haben, ohne viel über die Veranstaltung und ihre Ziele zu wissen, war das Ergebnis in jeder Hinsicht außerordentlich, besonders vom menschlichen Standpunkt aus gesehen.
Der Aufwand, der von den Gastfamilien wie unserer verlangt wurde, war bescheiden: Frühstück, Abendessen und natürlich ein Bett für die vier Veranstaltungstage.
Wir fanden uns am Esstisch mit Benedito da Silva, einem brasilianischen Hersteller von Maniokmehl aus dem Amazonas-Teilstaat Parà. Am Anfang waren wir etwas verlegen und hatten Probleme wegen der sprachlichen Unterschiede, aber schließlich gewann die Lust am Gespräch die Oberhand und so wurde es uns möglich, seine Welt zu entdecken. Eine Welt aus viel Arbeit und Passion, durchdrungen von dem Bewusstsein, einen wichtigen Zweck zu verfolgen: den Schutz der biologischen Vielfalt.
Genau dieser Aspekt hat zwei Menschen einander angenähert, die ansonsten, verschiedenen Welten angehören: Benedito, ein siebzigjähriger Bauer, der noch nie aus seiner Region herausgekommen war, und mein Vater, der danach beschloss, die Hälfte des Landwirtschaftsbetriebs, den er führt, in ein Feuchtgebiet für den Aufenthalt von Zugvögeln zu verwandeln.
 
     
  Lorenza Vaschetti
lorenza.vaschetti@libero.it
 



  Danke für die Gastfreundschaft!

Vor vier Jahren war ich zu Gast bei einer Familie, die sich mit Käserei beschäftigte. Sie waren wirklich reizend. Sie waren noch nicht lange verheiratet und gerade in ein neues Haus umgezogen. Die Frau schien ganz aufgeregt bei der Idee, ein paar Tage lang ein ausländisches Ehepaar aufzunehmen, während ihr Mann schüchterner war, ich glaube sogar, dass er eigentlich gegen die Idee war. Aber nach kurzer Zeit hatte er schon eine Flasche seines eigenen Weines entkorkt und wir unsere Wörterbücher hervorgeholt. Am Ende hatten wir einen wunderbaren Abend, bei dem wir Englisch, Italienisch und Deutsch redeten in dem Bemühen, uns gegenseitig zu verstehen. Wir essen im Allgemeinen wenig Fleisch und Saucen und viel Gemüse. Ihre Ernährung dagegen bestand aus Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch… das wirklich hervorragend war. Eine sehr interessante Erfahrung.
Vor zwei Jahren dagegen war ich an drei verschiedenen Orten untergebracht und habe absolut verschiedene Erfahrungen gemacht. Wir verbrachten jeden Abend außer Haus bei Festen und Events. Alle Gastgeber waren sehr freundlich, großzügig, gesellig und fröhlich. Mein Italienisch hatte Fortschritte gemacht und ihr Englisch war im Allgemeinen sehr gut.
Zwei ganz verschiedene italienische Erfahrungen: das wahre Landleben und das städtische Dasein, das mehr im Zeichen der Feste und Feiern stand!!
 
     
  John Lee
Obstbauer und Schriftsteller, Bündnis der Erzieher in Brokline, USA
allandalefarm@verizon.net
 



  Mein Afrika

Zur Zeit von Terra Madre 2006 suchte ich Arbeit und es war wirklich eine einzigartige Chance, ehrenamtlich an diesem Event mitarbeiten zu dürfen, das 5000 Bauern aus allen Teilen der Welt zu einem Treffen zusammengebracht hat. Drei Tage lang habe ich die Delegierten der verschiedenen Lebensmittelbündnisse interviewt, um herauszufinden, wie man ihnen am besten helfen und sie vernetzen kann. Da Französisch meine Muttersprache ist, habe ich vor allem die Zeugnisse der afrikanischen Bauernbündnisse gesammelt. Mit ihnen zu sprechen, war wie eine Reise durch ihre Länder: Ich war in Uganda, um die Nahrhaftigkeit der orangen Süßkartoffel kennen zu lernen, am Ufer eines Flusses im Kongo mit dem Vorsitzenden des Fischerbündnisses, in Ghana, um Creme aus Shea-Butter herzustellen, in Mauretanien, wo man Dromedarmilch trinkt… Bei Terra Madre steht die Zeit still und gibt allen die Möglichkeit, miteinander zu sprechen und im Austausch und der Auseinandersetzung gemeinsame Lösungen zu finden. Als freiwilliger Helfer bei Terra Madre erlebt man die kulturellen Unterschiede tief: eine Erfahrung, die mir mehr gegeben hat, als ich erwartet hätte. Ich habe dadurch eine andere Realität kennen gelernt, und meine Sensibilität für die landwirtschaftlichen Probleme unserer Erde hat sich völlig verändert. Inzwischen ist immer ein bisschen Slow Food auf meinem Teller und in meinem Einkaufskorb, und ich empfinde eine große Freude, wenn ich an all die Menschen denke, die ich in Turin kennen gelernt habe.
 
     
  Juliette Fillion
Französische freiwillige Helferin, Terra Madre 2006
juliette.fillion@gmail.com
 
 
 


Inzwischen sind es nur noch vier Monate bis zur dritten Terra Madre, und doch scheint es gar nicht lange her zu sein, dass Slow Food-Präsident Carlo Petrini 2003 die Idee zu einem großen Welttreffen der Lebensmittelbündnisse hatte. Wenn wir heute auf diese letzten fünf Jahre zurückblicken, können wir wirklich sagen, dass das, was passiert ist, weit über unsere rosigsten Erwartungen hinausgegangen ist. Wir waren überzeugt, viele Menschen in aller Welt mit einer besonderen Sensibilität und Aufmerksamkeit für die Themen von Terra Madre ansprechen zu können, aber wir dachten nicht, dass so viele Kategorien von Menschen sich bereitwillig dafür einsetzen würden, den Aufbau des Netzwerks zu unterstützen. Deshalb ist es wichtig, daran zu erinnern, dass außer den verschiedenen Netzwerken –Lebensmittelbündnisse, Köche, Universitäten bis hin zu der Neuheit in diesem Jahr, dem Netzwerk der jungen Menschen und Musiker – in diesen Jahren auch eine Vielzahl von Situationen geschaffen wurde, in denen sehr viele Menschen einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau und der Arbeit von Terra Madre geleistet haben. Ich denke an die vielen Convivien in aller Welt, die begonnen haben, mit Lebensmittelbündnissen oder Köchen zusammenzuarbeiten und so die wichtige Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern, die an guten, sauberen und fairen Lebensmitteln interessiert sind, aufzubauen. Oder die Convivien, die bei vielen Gelegenheiten Fundraising-Initiativen zugunsten der Bündnisse organisiert haben. Die Initiativen in aller Welt sind zahllos, von wirklich großen landesweiten Veranstaltungen bis zu kleinen Events, aber immer und überall hilfreich, um die Philosophie von Terra Madre zu verbreiten.
Ich denke auch an die Hunderte von freiwilligen Helfern, die inzwischen seit Jahren unser Engagement verfolgen und viel von ihrer Freizeit aufwenden, um uns zu helfen, und die vor inzwischen über einem Jahr sogar einen neuen Verein gegründet haben, der sie verbindet. Mir kommen die sehr vielen Menschen in den Sinn, die Geld gespendet haben, um den Erzeugern in den ärmeren Ländern zu helfen. Ich denke an die zahlreichen Familien, die die Kontakte mit den Delegierten, die sie aufgenommen haben, verpflegt haben, diese bei verschiedenen Gelegenheiten in ihren Herkunftsländern besucht und so wirkliche Freundschaften aufgebaut haben. Die Liste könnte noch weiter fortgesetzt werden, aber ich möchte zum Abschluss noch und vor allem an die Tausende von Beziehungen erinnern, die absolut spontan und unabhängig von unserer Zentraleinrichtung entstanden sind, die immer stärker werden und sicher die beste Basis darstellen, um das Netzwerk Terra Madre in der ganzen Welt immer weiter wachsen zu lassen.

Paolo Di Croce
Generalsekretär von Slow Food International, Sekretär der Terra Madre-Stiftung

 
 

Werden auch Sie Teil einer großen internationalen Gemeinschaft, die nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltigen Fischfang und nachhaltige Viehzucht verteidigt.
Genießen Sie die Gaumenfreuden, die uns die besten Lebensmittel der Welt mit all ihrer Vielfalt schenken.
servicecentre
@slowfood.com

 
Schicken Sie uns Ihre Fragen und Kommentare, schreiben Sie uns Ihre Geschichten und Erfahrungen: Hier werden wir davon erzählen.
communication @slowfood.com
 
finden Sie Fotos, Videos und Audioaufzeichnungen
von Terra Madre 2006
 
 

  In Australien wird das ganze Jahr gesammelt

Im Jahr 2006 hat Slow Food Perth Geldmittel gesammelt, welche 14 Delegierten die Teilnahme an dem Welttreffen der Lebensmittelbündnisse in Turin ermöglicht hat.
Unser Convivium bestrebt sich ständig Geldmittel zu Gunsten von Terra Madre zu sammeln, denn wir betrachten es als eines der wichtigsten Projekte von Slow Food und sind überzeugt, dass handwerkliche Erzeuger von guten, sauberen und fairen Lebensmitteln Grundsteine unserer Bewegung sind. Ungefähr 10% der Geldmittel, die anlässlich all unserer Veranstaltungen gesammelt werden, wird zur Förderung des lokalen Netzwerkes von Terra Madre gewendet. Im 2006 haben wir Zuschüsse von der Regierung und den Bezirksbehörden erhalten, und des weiteren kamen auch Geldmittel von der Organisation eines Mittagsessens mit Produkten unserer Lebensmittelbündnisse.
Die vielen Pressemeldungen und Medienberichte haben dazu beigetragen, die Wahrnehmung und die Unterstützung unserer Terra Madre Delegation zu stärken. Nach dem Welttreffen haben die Teilnehmer an Workshops und Briefings, die von den Regierungsbehörden organisiert wurden, teilgenommen, um ihre Erfahrung und das erworbene Wissen zu teilen. Der Terra Madre Koch Vincenzo Velletri hat außerdem ein Mittagsessen vorbereitet, um Sponsoren und Förderer zu danken.
 
     
  Pauline Tresise
Leiterin des Conviviums Slow Food Perth
 



 

Deck den Tisch für einen mehr...

Das Netzwerk der Osterien und Restaurants von Terra Madre und die italienischen Slow Food-Convivien organisieren in ganz Italien Menüs, um mit einem Teil des Erlöses die Reise der Delegierten aus den südlichen Ländern der Welt zu finanzieren

 


  Mangiando Mangiando: Wir essen… und helfen den Bündnissen von Terra Madre

Wir sind überzeugt, dass eine konkrete Geste für dieses Projekt wichtig ist, denn es wird Jahr für Jahr immer deutlicher eine alternative Realität zu jener Globalisierung, die uns die Bedeutung der Unterschiede als Reichtum aus den Augen verlieren lässt. Unsere Osteria beschäftigt in der Küche zwei Singhalesen, einen Marokkaner und zwei Eritreerinnen, die uns über das Essen mit Leidenschaft von ihren Ländern erzählt haben.

Salvatore und Mirna Toscano
Osteria Mangiando Mangiando, Greve di Chianti, Florenz, Italien
salva.t@virgilio.it
 



 

Fünf Osterien für Terra Madre

Auch Slow Food Torino Città hat in Zusammenarbeit mit Eataly und dank der großen Bereitschaft von fünf Turiner “Osterie d’Italia” ein schönes Menü organisiert. Mit den Stimmen der Organisatoren und der Teilnehmer entdecken wir, wie es war

 


  Manchmal schaffe ich es, an einem Essen als „Gast“ und nicht als Cocinera teilzunehmen… und wenn es für einen guten Zweck ist, natürlich noch lieber!
Mittwoch war wirklich ein schöner, aufregender Abend. Der Saal war voll (wir waren über 100 Menschen!); am Nebentisch saß der Präsident von Slow Food Italia, Roberto Burdese, der den Abend mit einer interessanten Rede über biologische Vielfalt und (biologische) Landwirtschaft einleitete, die sich in vielen Teilen der Welt immer mehr verbreitet. Es ist unmöglich, in wenigen Zeilen zu sagen, wie viele Essen und Events zur Zeit in ganz Italien (über die Convivien in jeder Stadt) organisiert werden, um Fonds zu sammeln. Es ist immer schön, etwas Gutes tun zu können... man fühlt sich gut, jedenfalls empfinde ich das so! Ich habe auch eine klein Fotocollage als Erinnerung an den Abend gemacht Gerichte, Menschen, Freunde, Köche bei der Arbeit und in der “Essenspause”.
 
     
  Sandra Salerno
Köchin, Authorin und Mitglied von Slow Food
cucina@untoccodizenzero.it

 

  Wir haben ein spezielles „fünfköpfiges“ Essen erdacht und organisiert, das fünf Turiner Osterien vereinte (Sotto la Mole, Antiche sere, Con calma, Dai saletta und L’oca fola), um die Reise der Delegierten aus Brasilien und Marokko zu unterstützen.
Roberto Burdese, Präsident von Slow Food Italia, nutzte die Gelegenheit, um die Bedeutung von Terra Madre für die Stadt Turin und die Turiner zu betonen. Bruno Boveri, Präsident von Slow Food Piemont und Aostatal, und Eric Vassallo, Gouverneur von Slow Food, stellten die Köche und ihre Gerichte vor, die alle in den lokalen Traditionen wurzelten: piemontesische Vorspeisen, Carpionata, Acquerello-Reis mit Gemüse, Schmorbraten in Barolo und als Nachspeise Bonet und Panna Cotta.
An diesem schönen Abend nahmen rund 125 Menschen teil, und es kamen sogar ein Fernsehteam von France-2 und zahlreiche Turiner Journalisten.
 
     
  Leo Rieser
Leiter des Slow Food-Conviviums Torino Città, Italien
leo.rieser@slowfoodtorino.com
 



 

Die Coldiretti-Häuser

Coldiretti ist der italienische Bauernverband mit landesweiter Bedeutung, der die ländliche Welt vertritt und auf die Landwirtschaft als ökonomische, menschliche und Umweltressource setzt. Die Mitglieder von Coldiretti Piemonte nehmen über 40 Delegierte in Bauernhöfen, ländlichen Wohnungen und Familien der Region auf

 


  Die Mitglieder des Mosaiks von Terra Madre aufzunehmen bedeutete, in Kontakt mit Menschen aus allen Kontinenten zu kommen: eine einzigartige Erfahrung von Austausch und Beziehungen. Die Idee war, den Erfahrungsaustausch zwischen der Verbandsbasis und den Gästen der “Coldiretti-Häuser” zu fördern. Der rote Faden bei dieser Auseinandersetzung war eine alternative Auffassung der Landwirtschaft, die stärker auf die Umweltressourcen, auf die Herkunft der Produkte, die Würde der Beschäftigten und Gesundheit der Verbraucher achtet. Aus diesen Gründen hat Coldiretti das Projekt mit Überzeugung unterstützt und angenommen. Sie sehen es als eine Chance für alle Lebensmittelbündnisse der Welt, sich kennen zu lernen, ihre Stimmen hören zu lassen und ihre Gründe direkt darzulegen, ohne die „Vermittlung“ derjenigen, die ein Interesse daran haben, pseudo-moralische Botschaften zu verbreiten, um die Gleichschaltung der Landwirtschaft, der Ernährung und des Verbrauchs zu rechtfertigen und dabei ganz andere Interessen zu bemänteln.
Die Töne, Farben, Geschichten und Aromen ferner Länder werden sich im Oktober wieder wie in einem großen globalen Dorf mischen, in dem sich Erzeuger und Beschäftigte des Agrar- und Lebensmittelsektors, die sich für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion einsetzen, versammeln. Und dies ist auch die Philosophie des Verbands Coldiretti.
 
     
  Giorgio Ferrero
Regionalvorsitzender Coldiretti Piemont
 



  Das Netzwerk der Städte von Terra Madre Madre besteht aus allen italienischen Kommunen, die von dem Wunsch beseelt sind, die italienische und piemontesische Gastfreundschaft unter Beweis zu stellen. Die Städte des Netzwerks haben sich durch finanzielle Unterstützung und Aufnahme der Delegierten aktiv am Projekt beteiligt
 


  2006 hat die Provinz Biella zusammen mit der Stadtverwaltung und anderen Körperschaften dieses Gebiets zur Unterbringung von 40 Tierzüchtern von den Lebensmittelbündnissen beigetragen. Das Besondere unserer Gäste war die Tatsache, dass alle Tiere züchteten, die außer dem Fleisch auch Textilfasern erzeugen.
“Rohstoff: Fasern der Bündnisse” hieß die Veranstaltung am Rande des offiziellen Programms von Terra Madre, die wir in jenen Tagen in Biella organisiert haben, um einen Moment des Erfahrungsaustausches zwischen den Züchtern und Erzeugern der Fasern und den Vertretern der Bielleser Textilindustrie herzustellen.
Die Kultur, die die Züchter vertreten, kam damals vielleicht zum ersten Mal in Kontakt zu der industriellen Kultur, für die Biella ein Aushängeschild ist: Wir hängen von der Arbeit der Bündnisse ab und fühlten das Bedürfnis, uns einen Teil ihrer Kultur wieder zu eigen zu machen. So haben wir uns mit jener Begegnung für die soziale Gerechtigkeit der Züchter in den verschiedenen Bündnissen eingesetzt.
Nicht nur Wolle, sondern Kultur: Das ist das Produkt der Initiative, die dazu beitragen will, soziale Bindungen und exemplarische Erfahrungen der nachhaltigen Entwicklungen aufzubauen.
 
     
  Davide Bazzini
Referent für Umweltschutz, Frieden und Kooperatio, Provinz Biella
 



Tradizioni alimentari

Neujahr bei den Maori

Matariki ist der Maori-Name für eine Sternengruppe, die den meisten als Plejaden bekannt ist. Ihr Erscheinen im Juni kurz vor Sonnenaufgang markiert das traditionelle Neujahrsfest der Maori: Der Beginn eines neuen Jahrs wird vom Aufgang der Matariki und dem Neumond angekündigt.
In der Maori-Kultur bestimmt die Beobachtung des Siebengestirns auch den Erntekalender (den Maramataka): Klare, funkelnde Sterne am Himmel kündigen eine warme, ertragreiche Saison an, wenn sie dagegen vom Dunst bedeckt sind, wird der Winter kalt und die Saat wird nicht vor Oktober aufgehen. Außer dem Jahreszeitenzyklus bezieht sich Matariki auch auf die Ernte und die Aufbewahrung der Produkte für die Winterzeit (Matariki ahunga nui, d.h. Matariki Spender reichlicher Nahrungsmittel).
Matariki ist ein wichtiger Anlass, zu dem sich die Familie versammelt, eine Chance, sich zu treffen und gemeinsam Rituale, Kenntnisse und festliche Momente im Zeichen der typischen Gastfreundschaft der Kultur der Aborigines zu begehen. Die Frauen begrüßen mit Gesängen und Tänzen den neuen Lebenszyklus und bereiten traditionelle Gerichte mit den soeben geernteten Produkten zu. Durch die zunehmende Verbreitung der westlichen Kultur war das Neujahrsfest der Aborigines auch bei den Maori selbst in Vergessenheit geraten; erst in den letzten Jahrzehnten wird es wieder stärker beachtet.
Matariki ist auch zu einem Anlass geworden, über den Respekt vor der Natur nachzudenken, der ein zentraler Aspekt in der Eingeborenenkultur ist. Die Maori definieren sich als Kaitiaki, Wächter der Erde und aller Ressourcen, die sie bietet, denn sie schützen und nähren die Böden, um die Nachhaltigkeit zu garantieren.

Die traditionellen Praktiken, die die Beobachtung von Mondphasen, Sternen, Vogelzug und Blütezeiten der Pflanzen umfassen, werden auch von den 800 Mitgliedern des Bündnis der Maori-Gemüsezüchter befolgt, die zum Netzwerk Terra Madre gehören. Ihre Haupttätigkeit ist der biologische Anbau von Mais, Kartoffeln, Süßkartoffeln (Kumara: einige Arten stammen von den Süßkartoffeln ab, die von den ersten Siedlern aus Polynesien vor tausend Jahren mitgebracht wurden) und Zucchini mit traditionellen Methoden. Die Erzeuger sind im Verein Te Waka Kai Ora-Maori Organic Growers and Farmers zusammengeschlossen.


  ERZÄHLEN AUCH SIE UNS VON IHREN TRADITIONEN!
Beschreiben Sie Ihr Bündnis, erzählen Sie, welche typischen Gerichte Sie bei welchen Gelegenheiten essen. Wir veröffentlichen sie dann in diesem Bereich.
Schreiben Sie an: communication@slowfood.com
 



Antwort auf Fragen


 

Wie kann ein Einzelner zur Realisierung des Events Terra Madre beitragen? Könnt ihr einige konkrete Beispiele geben?

Federico Concion
federicocn@libero.it
 

Wie das Sonderthema in diesem Newsletter zu Terra Madre zeigt, sind die "Mühen", die die Umsetzung möglich machen, so viele und vielseitig wie die Menschen, die spontan beschließen, sich zu engagieren und uns mit ihrem Beitrag beim Gelingen des Events zu helfen.

Spenden. AMit einer Spende kann man unmittelbar und direkt zur Realisierung von Terra Madre beitragen, denn dieses kulturelle Ereignis erfordert vor allem wirtschaftliche gesehen einen enormen Aufwand. Auch dank eurer Spenden können die Delegierten aus aller Welt am Treffen teilnehmen. Wer uns mit einer Spende helfen will, dieses große Treffen der Bauern zu organisieren kann hier klicken.

Mitgliedschaft bei Slow Food. Mitglied bei Slow Food zu werden, bedeutet, eine neue Landwirtschaft zu unterstützen, die die Umwelt, den Menschen, den Geschmack und die Lebensmittelbündnisse von Terra Madre achtet. Es bedeutet, ein Projekt der landwirtschaftlichen Entwicklung in aller Welt zu unterstützen, Teil einer internationalen Gemeinschaft aus Erzeugern und Verbrauchern, Köchen, Hausfrauen, Umweltschützern, Wissenschaftlern und Gourmets zu werden und einer lokalen Gruppe (sog. Condotta in Italien, Convivium in den anderen Ländern) beizutreten, die Abendessen, Verkostungen, Tagungen und Events ganz in Ihrer Nähe organisiert. Sie alle Vorteile der Mitgliedschaft bei Slow Food!

Gastlichkeit. Sich als Gastgeber für die Delegierten anzubieten und damit seine Türen für Bauern, Fischer, handwerkliche Verarbeiter aus allen Teilen der Erde zu öffnen, ist eine andere Weise, den Geist von Terra Madre persönlich zu erleben: eine einzigartige Erfahrung mit Austausch und Gemeinsamkeit, eine Chance, sich für das Treffen zu öffnen, neue Realitäten zu entdecken und unsere bekannt zu machen. Die Teilnehmer von Terra Madre werden in unserem Gebiet mit Hilfe des Netzwerks der Städte von Terra Madre, aber auch mit dem Engagement von privaten Bürgern, Verbänden, lokalen Einrichtungen und dem Gastgewerbe untergebracht, die sich bereit erklären, die Lebensmittelbündnisse aufzunehmen, und so zu Gastgeberbündnissen werden.

Teilnahme an den Online-Foren der Workshops der Erde. Verschiedene Diskussions-Foren zu jedem Workshop der Erde sind online. Diese werden von einem im Bereich erfahrenen Diskussionsleiter moderiert und sind den Beiträgen von allen offen (nicht nur den Delegierten, sondern wirklich allen, auch denen, die nicht am Event teilnehmen werden). In den Foren kann man Eindrücke, Artikel, Informationsaustausche, Berichtpräsentationen usw. abgeben. Die Beteiligung an den Foren wird sehr nützlich sein, denn diese stellt die Diskussionsbasis für die Workshops der Erde in Turin am Ende Oktober dar und bietet die Gelegenheit einer breiteren Einbindung und Erweiterung des Terra Madre-Netzwerkes!



 
  Wussten Sie schon...

Aus den USA kommt bald das Huhn a là Chlorbleiche

Ausgehend vom UNO-Erdgipfel in Rio de Janeiro (1992) haben die Vereinten Nationen anerkannt, dass die traditionellen Techniken und Kenntnisse ein Teil der Lösung für Umweltprobleme und Klimawandel sind, weil sie mit der Umwelt interagieren, ohne sie zu bedrohen. Mit der Absicht, diesen Schatz zu retten, wieder zum Leben zu erwecken, ihn anzupassen und wieder anzuwenden und gleichzeitig vor dem räuberischen Zugriff derer zu schützen, die ihn sich ungebührlich aneignen könnten, wird die TKWB (Traditional Knowledge World Bank bzw. Weltbank des traditionellen Wissens) aufgebaut. Zu den Zwecken dieser «Weltbank der Weisheit», die von dem Architekten und Städteplaner Pietro Laureano, Berater der Unesco für Trockengebiete, islamische Kultur und gefährdete Ökosysteme, koordiniert wird, gehört auch, «die Patentierung zu vermeiden: Die Rechte geistigen Eigentums können nur dann wirksam werden und sich traditionelle Kenntnis aneignen, wenn diese nicht “allgemein bekannt” ist. Das Zentrum wird daher dem europäischen Patentamt die gesammelten und inventarisierten Kenntnisse mitteilen».


Kein Beruf für Alte, aber...

Ein Bericht, der Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde, informiert, dass über die Hälfte der europäischen Landwirte über 55 Jahre alt sind, ein Viertel über 65 Jahre, während der Anteil der Bauern unter 35 nur 7% ausmacht und zudem rückläufig ist .
Das Phänomen der Überalterung im Agrarsektor wird in verschiedenen Ländern wahrgenommen und hat die europäischen Parlamentarier dazu gebracht, weitere EU-Maßnahmen zu fordern, um junge Bauern zu ermutigen, diesen Beruf nicht aufzugeben. Dieser Absichtserklärung liegt der Bericht von dem italienischen Euro-Parlamentarier Donato Tommaso zugrunde, in dem es heißt: «Es ist nicht die schwere Arbeitslast, die die jungen Menschen abschreckt und sie von diesem Sektor entfernt, sondern vielmehr die hohe finanzielle Investition (insbesondere für den Kauf von Land), die für die Aufnahme der Tätigkeit notwendig ist, ein Aufwand, der sie in den meisten Fällen zur Verschuldung zwingt».
Eine Frage, die nicht nur Straßburg interessiert und für die in aller Welt Antworten gesucht werden.

 
 

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